{"id":30131,"date":"2014-07-25T00:31:01","date_gmt":"2014-07-24T22:31:01","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=30131"},"modified":"2014-07-25T00:31:01","modified_gmt":"2014-07-24T22:31:01","slug":"auf-und-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=30131","title":{"rendered":"Auf und ab"},"content":{"rendered":"<p>Das Schreiben ist wie ein biporare Depression, das habe ich schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/05\/funfter-schreibetag-und-mayrocker-lesung\/\">\u00f6fter geschrieben<\/a> und auch jetzt wieder festgestellt.<br \/>\nAm <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/19\/feiertag\/\" title=\"Feiertag\">Freitag im Hammerpark von St. P\u00f6lten<\/a> vor den eher sp\u00e4rlichen Notizen von &#8220;Innerer Stadt&#8221; oder &#8220;Deja Vue&#8221;, wahrscheinlich wird es &#8220;Innere Stadt&#8221; hei\u00dfen, gesessen und gedacht, ich kann und kann es nicht, wie soll ich daraus einen Roman machen? Dann ist das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/20\/erster-entwurfe\/\" title=\"Erste Entw\u00fcrfe\">erste Handlungskonzept<\/a> entstanden und am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/23\/das-erste-kapitel\/\" title=\"Das erste Kapitel\">Mittwoch die erste Szene mit dem Miranda Schutzengelchen beim Jointrauchen<\/a>.<br \/>\nDas ist dann wieder nicht so gelungen, wie ich wollte und ich bin dageseessen, habe die Stirne in Falten gezogen und gedacht &#8220;Daraus bekomme ich keinen Roman zusammen, denn wie bekomme ich die Haschpsychose der Miranda mit der Retortenkindkarriere der Valentina zusammen und der Bruno Leitner, der Buffethai ist sowieso ein <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_schokolade.html\">alter Hut<\/a>, den nimmt keiner ernst und was mache ich mit der Magdalena Himmelbauer?<br \/>\nFr\u00fcher bin ich in solchen Situationen panisch oder hilflos geworden, die Wand war da und ich bin nicht durch sie hindurchgekommen, auch wenn ich mich durchschummeln wollte und ich war auch allein und keiner da, der sagte &#8220;Weiter so!&#8221;, sondern h\u00f6chstens ein Troll, der rief <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/09\/katharinas-reise\/#comments\">&#8220;Geh doch in eine Schreibseminar!&#8221;<\/a>, aber das war kein gutgemeinter Ratschlag. Jetzt denke ich auch, da\u00df man in zwei Tagen, sechs Wochen etc keinen Roman schreiben kann und, da\u00df es von der ersten Idee, die ich ja habe, bis zum fertigen Werk ein langer Proze\u00df ist und das Zeitlassen und das geduldig von Stufe zu Stufe klettern ist da ein wichtiger Weg und auch das, was ich immer meinen Klienten sagen, wenn die  unzufrieden mit sich sind.<br \/>\nBei mir ist das auch nicht anders. Das Romanschreiben ist eine Ansammlung von Stolpersteinen, ein try aund error system und wenn man lange schreibt, wei\u00df man das, da\u00df es nur so weitergeht. F\u00e4ngt man erst an und ist man allein, ist man da blockiert. So war das bei mir sicher vor vierzig drei\u00dfig zwanzig Janren. Da habe ich die Sachen dann schnell irgendwie fertiggemacht, weggeschickt, zur\u00fcckbekommen und weitergemacht, neuangefangen. Immer wieder.<br \/>\nEin anderer braucht zehn Jahre f\u00fcr einen Roman, ich schreibe <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/27\/selbstgemacht-dreisig-bucher-in-funfzehn-jahren\/\" title=\"Selbstgemacht-Drei\u00dfig B\u00fccher in f\u00fcnfzehn Jahren\">zehn oder zwanzig in dieser Zeit<\/a> und komme damit auch weiter, auch wenn einiges vielleicht unfertig bleibt, das ist schon wahr und viele themen angerissen. Aber es geht weiter, auf und ab, auf das &#8220;Ich kann es nicht&#8221;, folgt am n\u00e4chsten oder \u00fcbern\u00e4chsten Tag, der Einfall und war ist es auch jetzt.<br \/>\nWie das genau mit dem Miraranda Schutzengelchen und der Valentina Schneeberger und ihrem Retortenkindproblem ist, wei\u00df ich noch immer nicht, aber die zweite Szene ist geschrieben und damit bin ich zufriedener, als ich am Mittwoch mit der ersten war.<br \/>\nDie Valentina ist Sozialarbeiterin in einer Drogenberatungsstelle, da ruft Miranda an, l\u00e4\u00dft sich einen Termin geben und fragt, ob man nach einmaligen Jointgebrauch in eine Psychose gleiten kann und die Valentina ist zum Geburtstag bei ihrer Mutter eingeladen. Da kommt auch die Doppelmama Leonie Schwaninger und der Leih-und Samenvater Bruno und das alles erz\u00e4hlt sie ihrem Kollegen Sepp.<br \/>\nDie dritte Szene ist dann mit dem Bruno geplant, der von der Feier zu einem Sommerfest aufbricht und Szene vier wird wahrscheinlich der Magdalena Himmelbauer geh\u00f6ren, die Angst vor dem dritten Weltkrieg hat, nach Donezk geht, dort  die Ukrainerin Marija trifft, die Augenzeugin des Flugzeugabschu\u00dfes war, an ihre Tochter Berta denkt, bei deren Geburt sie im August 2014 gestorben ist und an das Miranda Schutzengelchen, ihre Urururenekltochter, der sie gern die Aufgabe den dritten Weltkrieg zu verhindern \u00fcbertragen will. Das k\u00f6nnen auch die Tr\u00e4ume und die Visionen von Miranda sein, die sie mit Valentina bespricht und um die drei bis vier Geschichten komme ich nicht herum und auch darum nicht geduldiger zu werden und mir den Plot St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck, Sezene um Szene aufzubauen, denn in zwei Stunden schreibt man keinen Roman, aber die erste, zweite, dritte Szene und jetzt wei\u00df ich auch, wo und wie man recherchieren mu\u00df und wenn ich wo nicht weiterkomme, mu\u00df ich etwas \u00e4ndern, von vorne anfangen, woanders weiterschreiben, etc.<br \/>\nDas sind vielleicht noch meine Schwachstellen, das, wo ich dranbleiben sollte und ich bin auch dabei und mit der zweiten Szene zufrieden.<br \/>\nIn den n\u00e4chsten Tagen werde ich die Dritte, Vierte und vielleicht auch F\u00fcnfte Schreiben, dann vielleicht wieder nicht weiterwissen oder auch schon einen Plan haben, wahrscheinlich aber auch auf Urlaub fahren und unterbrechen und Mitte August weitermachen. Zwei Wochen noch in der Sommerfrische, dann bin ich wieder in Wien und kann in der Stadt herumlaufen und recherchieren, obwohl ich das wieder nicht so brauchen werde, denn ein Miranda Schutzengelchen und eine Valentina Himmelbauer finde ich da wahrscheinlich ohnehin nicht, \u1e3feinen Wien Tourismus Tag werde ich aber im September machen und ansonsten so lange und so geduldig, wie m\u00f6glich am Plot arbeiten und dar\u00fcber berichten.<br \/>\nDenn meine Schreibberichte sind, glaube ich, mein Coaching, wenn ich nicht weiter wei\u00df, schreibe ich es auf. Es kommt zwar kaum Feedback, mir aber irgendwie Einf\u00e4lle und das Sch\u00f6ne ist ja, da\u00df ich nichts zu verlieren habe. Wenn ich schon <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/buecher.html\">dreiunddrei\u00dfig schlechte Romane<\/a> habe, kommt es auf den vierunddrei\u00dfigsten nicht an, ich behaupte aber, da\u00df das ohnehin nicht sehr viele Leute beurteilen k\u00f6nnen, weil die meisten nicht sehr viel von mir gelesen habe. Ich werde also weiterschreiben, beziehungsweise wieder ein bi\u00dfchen recherchieren, nach den Drogenberatungsstellen beispielsweise googlen und auch nach dem Briefen aus dem ersten Weltkrieg suchen, die ich mir einmal gekauft habe und Feldpostkarten von meinen Gro\u00dfvater sollte ich auch irgendwo haben. Das passende Buch aus meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/13\/sommerlekture\/\" title=\"Sommerlekt\u00fcre\">Slowenienbibliothek<\/a> habe ich auch gerade in Arbeit, n\u00e4mlich Lovro Kuhars oder  Previhov Vorancs, wie er sich auch nannte &#8220;Doberdo&#8221;, ein Antikriegsroman, der im Jahre 1915 und im ersten Weltkrieg spielt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schreiben ist wie ein biporare Depression, das habe ich schon \u00f6fter geschrieben und auch jetzt wieder festgestellt. 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