{"id":29721,"date":"2014-07-06T12:24:42","date_gmt":"2014-07-06T10:24:42","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=29721"},"modified":"2014-07-06T12:24:42","modified_gmt":"2014-07-06T10:24:42","slug":"klagenfurter-wettlesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=29721","title":{"rendered":"Klagenfurter Wettlesen"},"content":{"rendered":"<p>Der Bachmannpreis ist mir sehr <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/02\/bachmannpreisgefluster\/\">wichtig<\/a>. Ich h\u00e4tte und w\u00fcrde wohl noch sehr gern dort lesen, wohl wissend, da\u00df ich mit meinen angeblich <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/\">so wenig abgehobenen realistischen Texten <\/a>dort kein Leiberl rei\u00dfen werde, habe mich aber zwei oder dreimal seit seinem Entstehen daf\u00fcr &#8220;beworben&#8221;, es gibt ihn, glaube ich, seit 1977.<br \/>\n1996 bin ich auf eigene Kosten hingefahren und habe zugeh\u00f6rt. Seit einigen Jahren kann ich das ganz bequem in meinem Zimmer, meiner Wohnung mit dem Laptop machen.<br \/>\nSeit man das kann, tue ich das, als die Veranstaltung noch Ende Juni stattfand, zwischen meinen Stunden, beziehungsweise den klinischen Mittagen, man kann die Videos zum Gl\u00fcck ja  nachh\u00f6ren, wenn man live nicht kann und nachlesen kann man alles auch, damals in Klagenfurt haben sie mir nicht die Texte gegeben, weil ich nicht angemeldet war.<br \/>\nAls es dann in den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/06\/klagenfurt-eroffnung-2011\/\">Juli<\/a> verlegt wurde, war ich schon in der Sommerfrische in Harland in St. P\u00f6lten und habe es mir intensiver gegeben, mit zwischendurch Radfahren, statt dem Schwimmen im See und heuer ist wieder alles anders, denn die Anna mit dem Auto in Deutschland, wir in Wien und so kann ich mir am Tag die Sommerakademie mit dem &#8220;Ende der Kindheit&#8221; im neuen WU-Campus geben, denn Nachh\u00f6ren, geht ja wie ich dachte, bzw. aus Erfahrung wu\u00dfte. ganz leicht und dann war es noch einmal sehr schwer, denn der Alfred veranstaltete ein Fest f\u00fcr seine Betriebsratskollegen und ich dachte, schlendere ich ganz gem\u00fctlich nach Haus, esse ein bi\u00dfchen was vom Buffet und gebe mir dann die Er\u00f6ffnung um 20.30. Ein ganz besonderes Fest habe ich ja auch zu feiern, denn das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/03\/sechs-jahre-literaturgefluster\/\" title=\"Sechs Jahre Literaturgefl\u00fcster\">Literaturgefl\u00fcsterjubil\u00e4um<\/a> naht sich ja auch. Habe ich doch am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/07\/03\/sommerfrische\/\">3. Juli 2008<\/a> nach dem Bachmannlesen dieses Jahrs zum Bloggen angefangen. Also alles bestens dachte ich und marschierte dann statt nach Hause zu einer Veranstaltung \u00fcber das neue Antragsformular, da\u00df ich ja seit 1. Juli zwingend ausf\u00fcllen mu\u00df und als dann ein Glas Wein getrunken und ein paar Sushi genascht, auch den ersten Teil meines Sommerakademieberichtes geschrieben hatte, fand ich das Video nicht und live war es schon zu sp\u00e4t, denn da standen die Leute in Klagenfurt wohl schon vorm Buffet und Wolfgang Tischer \u00e4rgerte sich wom\u00f6glich wieder, da\u00df es das umsonst gibt und ich \u00e4rgere mich ein bi\u00dfchen oder verstehe nicht so recht, wieso man schon ab Donnerstag zehn Uhr f\u00fcr den Publikumspreis abstimmen kann, wenn man die Texte noch nicht kennt?<br \/>\nDas kann doch nicht wirklich sinnvoll sein und nur dem Mi\u00dfbrauch T\u00fcr und Tore \u00f6ffnen. Ich werde es jedenfalls erst am Samstag tun, dachte ich und suchte im Internet nach Informationen, las Maja Haderlaps Preisrede, schaute im Literaturcafe nach, wieviel Geld schon f\u00fcr den &#8220;Preis der automatischen Literaturkritik&#8221; zusammengekommen ist?<br \/>\nDenn da wollen die Leute um Kathrin Passig, auch eine Preistr\u00e4gerin, f\u00fcnftausend Euro im Netz zusammensammeln, statt der f\u00fcnfhundert, die es bisher daf\u00fcr gab.<br \/>\nDreitausend haben sie, glaube ich, schon, ich schaute auch bei Buzzaldrin, bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/07\/letztes-bachmannpreiskolloquium\/\">Nadine Kegele<\/a>, der heurigen Klagenfurter Stadtschreiberin und bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/29\/cornelia-travicek\/\">Cornelia Travnicek<\/a> bei der vom vorigen Jahr nach, bis ich das Er\u00f6ffnungsvideo fand.<br \/>\nJa richtig, die Lesereihefolge hatte ich mir auch schon gegeben, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/06\/wir-waren-da\/\">Roman Marchel<\/a> wird um Donnerstag um zehn beginnen und Karen K\u00f6hler f\u00e4llt aus, weil sie Windpocken hat und nicht per Skype lesen darf, obwohl die neuen Medien das m\u00f6glich machen.<br \/>\nDas B\u00fchnenbild wirkte zumindestens per Videoschaltung ein wenig seltsam, sehr viel Folie, etwas. das wie ein Gesicht wirkte und dann ein Kreis, die Moderatoren sprachen von einer Insel. Die Er\u00f6ffnungsredner kamen, wurden gefragt, was sie gerne lesen? Sie lesen Thomas Bernhard und Michael Niavarani und lesen alle gern und die Chefin von 3Sat hob ein Bildchen hoch, denn eigentlich mu\u00df man gar nicht mehr lesen, sie tut es aber doch und \u00fcbertr\u00e4gt auch alles, obwohl nur zwanzig-bis f\u00fcnfundzwanzigtausend Leute zusehen werden.<br \/>\nEs gibt neue Sponsoren, zum Beispiel den Kaffeek\u00f6nig Julius Meinl, einen neuen Juror statt Paul Jandl und die Er\u00f6ffnungsrede von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/27\/poliversale-7\/\">Maja Haderlap<\/a> zum Thema &#8220;Im Licht der Sprache&#8221;, wo sie mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/30\/traumtinte\/\">Ingeborg Bachmanns &#8220;Drei Wegen zum See&#8221;<\/a> begann und dann darauf hinwies, da\u00df die letzten drei Preistr\u00e4gerinnen, sie selber eingeschlo\u00dfen, nicht Deutsch als Muttersprache haben. Bei ihr ist es das Slowenisch, bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/19\/poliversale-russisch\/\">Olga Martynova<\/a> und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/13\/literatur-in-gottweig-und-krems\/\">Katja Petrowskaja<\/a> Russisch und die Festrede erfolgte diesmal, auch eine Neuerung, erst am Schlu\u00df. Dazwischen gabs eine sehr lustige M\u00e4nnergruppe mit den Namen &#8220;Die Unvollendeten&#8221;, die Auslosung, die Reden und am Schlu\u00df, wie Christian Ankowitsch, der Moderator, verk\u00fcndete, das Beste, n\u00e4mlich das Buffet.<br \/>\nDer 1974 geborene Roman Marchel, den ich seit seinem Erz\u00e4hlband <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/06\/wir-waren-da\/\">&#8220;Wir waren da&#8221;<\/a> kenne, begann dann Donnerstag, von mir nachgeh\u00f6rt, um zehn mit &#8220;Die fr\u00f6hlichen Pferde von Chauvet&#8221;, ein sympathischer Autor, der sich freundlich f\u00fcr die Einladung bedankte, ein sch\u00f6ner Text mit sch\u00f6nen Worten und sch\u00f6nen Wendungen, der von einer \u00fcberforderten alten Frau, einer Katze namens Edgar, einem roten Baron, einem krebskranken Mann und ihrer Tochter die \u00c4rztin ist, handelt. Alles sehr sympathisch und mir bis auf den Schlu\u00df mit der Sterbehilfe aus Ersch\u00f6pfung oder was auch immer, das hatten wir doch schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/28\/klagenfurt-09\/\">2009 bei Jens Petersen<\/a>, sehr gefiel. Hubert Winkels gefiel der Text nicht so sehr, den anderen schon, Burkhand Spinnen analysierte, wie immer mit gewitzten Worten und die  1980 geborene, in Leipzig lebende Kerstin Preiwu\u00df folgte mit einem titellosen Text, der von einer Nerzfarm, einem Nerz-KZ, wie es Daniela Striegel nannte, der in der DDR spielt folgte. Auch ein sch\u00f6ner Text mit sch\u00f6nen Wendungen, aber einer noch vielleicht gr\u00f6\u00dferen Brutalit\u00e4t, das T\u00f6ten der Nerze, um Pelzm\u00e4ntel f\u00fcr die Produktion zu erzeugen, die der Vater nicht einmal der Mutter schenken darf, die mir irgendwie zu kunstvoll war.<br \/>\nDann kam der 1978 in Bad Segeberg geborene Tobias Sommer, der schon einige B\u00fccher im Septime Verlag hat, mit einem Text &#8220;Der Steuerstrafakte&#8221;, der die Jury zu verwirren schien. Da sitzt ein Autor am Finamzamt, weil er zuwenig verdient, ein Lebensk\u00fcnstler, ein Liebhaber ist, eine kafkaeske Situation, er setzt sich auf den Sessel des Pr\u00fcfers, eine Beamtin kommt herein und sagt dieselben S\u00e4tze, der Text, f\u00fcr den er zehntausend Euro bekommen hat, hat mit einem Schiff und Steuerm\u00e4nnern zu tun, herrliche Metaphern und herrliche Verwirrung, obwohl die Jury den Text, bei dem sie sich nicht auskannte, f\u00fcr unfertig hielt.<br \/>\nDie n\u00e4chste \u00dcberraschung folgte mit Gertrud Klemm, 1971 in Wien geboren, in Pfaffst\u00e4dten mit zwei adoptierten Kindern lebend, ein Buch im &#8220;Arovell-Verlag&#8221;, das letzte schon bei &#8220;Droschl&#8221;, die ich von der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/25\/etwas-wichtiges-fehlt\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> und vom <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/01\/volksstimmefest-2\/\">&#8220;Volksstimmefest&#8221;<\/a> kenne und schon las, sie war die Favoritin des ersten Tages, bevor ich mir den Text anh\u00f6rte, der mich weder besonders \u00fcberraschte, noch von den Socken haute, eher war es dann \u00fcberraschend zu h\u00f6ren, da\u00df sie mit Marlen Haushofer,  Elfriede Jelinek und Thomas Bernhard, eine interessante Mischung \u00fcbrigens, verglichen wurde.<br \/>\nSpannend, spannend und f\u00fcr mich nicht ganz nachzuvollziehen, was die Jury an der &#8220;Frauenbefreiungs-Aufschrei-Prosa&#8221;, wie es Burhard Spinnen nannte, so sehr faszinierte, mich w\u00fcrde es aber nicht st\u00f6ren in ihr die m\u00f6gliche Preistr\u00e4gerin zu haben, finde ich ja ohnehin, die \u00d6sterreicher kommen in Klagenfurt viel zu wenig dran und jetzt zu <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/03\/09\/die-konigin-der-olga-flor\/\">Olga<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/03\/wildganspreis-und-peter-henisch-schlusveranstaltung\/\">Flor<\/a>, der letzten Leserin des Donnerstags, die, wie ich ebenfalls schon las, sehr verrissen wurde, die einen Ausschnitt aus einem Roman namens &#8220;Unter Plantanen&#8221;, eine Dreier- bzw. Viererbeziehung einer zweiundvierzigj\u00e4hrigen Soziologin auf einer Lissabonner-Konferenz schilderte.<br \/>\nDann gings in Klagenfurt zum B\u00fcrgermeister Empfang nach Maria Loetto, ich habe inzwischen ein paar <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/03\/sechs-jahre-literaturgefluster\/#comments\">Kommentare mit Atalante<\/a> ausgetauscht, wof\u00fcr ich sehr herzlich danke und am n\u00e4chsten Morgen, dem Freitag konnte ich bei Wolfgang Tischer h\u00f6ren, da\u00df immer noch Ratlosigkeit bez\u00fcglich der erkrankten Karen K\u00f6hler herrschte, deren Text, es ist auch ein viel gelobtes Buch von ihr erschienen,  am Lendway Hafen gelesen wurde und auf der Bachmannseite kann man lesen, da\u00df zum ersten Mal nur dreizehn Autoren antreten.<br \/>\nStimmt nicht, bitte, fr\u00fcher waren es sowieso mehr und 2005, glaube ich, ist <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/05\/im-textstand\/\">Gabriele Petricek<\/a> nicht angetreten, die glaube ich, schon im Zug sa\u00df, weil ihr Text schon ver\u00f6ffentlicht war.<br \/>\nKlagenfurt hats vielleicht vergessen, meine Leser nicht, beziehungsweise sind einige, die sich daran erinnerten, auf meine Seite gekommen, wie ich an den Suchanfragen sah.<br \/>\nAm Freitag gings weiter mit der Berlinerin Anne-Kathrin Heyer, ich ging wieder in die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/04\/das-ende-der-kindheit\/\" title=\"Das Ende der Kindheit?\">Wu zum letzten Tag der Sommerakademie,<\/a>, am Abend zur\u00fcck und noch kurz in ein paar Ein Euro Shops, die es in der Praterstra\u00dfe gibt, um zwei Nachthemden, zwei Sommerhosen und ein schwarzes Polo Shirt einzukaufen und neben der Anna Jeller, in dem Gesch\u00e4ft, das einmal die Vorlage f\u00fcr meinen <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_novembernebel.html\">&#8220;Novembernebel&#8221;<\/a> war, wurden heute die &#8220;Feinen Dinge&#8221;, die es bisher in der Krongasse gab, er\u00f6ffnet, da habe ich kurz auf einen Prosecco und einen Imbi\u00df halt gemacht und mir dann in den neuen Kleidern Klagenfurt gegeben, beziehungsweise wieder nachzuh\u00f6ren angefangen.<br \/>\nDie 1977 in Berlin geborene Anne-Kathrin Heyer, war, wie schon erw\u00e4hnt die erste.<br \/>\nIhr Text hei\u00dft &#8220;Ichthys&#8221;, das ist ein griechischer Fisch, wie Hubert Winkels erkl\u00e4rte, die Realistin in mir deutete es als Ich-AG und so war auch dieser Berliner Gro\u00dfstadttext, wo ein Ich in kurzen Abs\u00e4tzen atemlos durch die Drogenr\u00e4uche rauscht, dabei einen Thriller erlebt und auch noch einige Schreibschulen durchl\u00e4iuft.<br \/>\nToll, vielleicht, nicht ganz das Meine. Ich schreibe ja realistisch und nicht so sehr abgehoben, Hildegard Keller gefiel es dagegen nicht. Sie nannte es nicht literarisch, Burkhard Spinnen widersprach, bedankte sich bei der Autorin und der neue Juror Arno Dusini geriet in Streit mit Hubert Winkels, der zu gehen drohte, interessant, interessant.<br \/>\nDann kam die Grazerin Birgit P\u00f6lzl, ich glaube, GAV-Mitglied mit Diskussion, die auch in Graz Lesungen organisiert und einem die Vollversammlung der GAV organisiert hat, mit einem Text \u00fcber eine Frau, die ihr Kind verloren hat und zu Bew\u00e4ltigung nach Tibet f\u00e4hrt, was naturgem\u00e4\u00df Diskussionen, wie Esoterik-Kitsch, etc ausl\u00f6ste.<br \/>\nDann folgte der1984 in Sri Lanka geborene und in Berlin lebende Senthuran Varatharajah, der Philosophie studierte, noch nichts ver\u00f6ffentlicht hat und aus einem Roman las, in dem, wie er vorab erkl\u00e4rte, zwei Studenten, Eliona Surroi und Senthil Rajasingham, die sich nicht pers\u00f6nlich kennen, einen Facebookchat miteinander f\u00fchren, und einander dabei Geschichten aus ihrem Leben, ihrer Kindheit und ihrem Asywerberstatus, in einer, wie die Jury anmerkte, sehr elaborierten Sprache f\u00fchrte.<br \/>\nDas ist der Preistr\u00e4ger, vermerkte Atalante, wie ich, bevor ich Text und und Diskussion h\u00f6rte,auf ihren las, dachte, das passt dann zu Maja Haderlaps Rede, schon wieder einer der gewinnt, der nicht Deutsch als Muttersprache hat, jetzt denke ich eigentlich nicht, das  er gewinnen wird, der Text war aber spannend und interessant.<br \/>\nDann folgten die beiden Schweizer, zuerst Michael Fehr, das ist der, der zur Auslosung von einer Frau begleitet wurde, was mich etwas irritierte, jetzt las er nicht, sondern trug seinen Text \u00fcber Kopfh\u00f6hrer vor, ich h\u00f6rte, wegen einer Sehbehinderung. Er ist Absolvent des Schweizer Literaturinstitut, Vertreter der spoken word Bewegung, ein Performatist, der Text ist Versform, ich dachte, das darf man nicht, dann h\u00f6rte, ich es w\u00e4re keine echte, und Michael Lenz und Bodo Hell, die hier schon gewonnen haben, waren auch Sprachk\u00fcnstler. Der Autor performierte seinen Text, der eine Mischung zwischen Krimi und M\u00e4rchen zu sein schien und mich ein wenig ratlos machte, w\u00e4hrend die Jury wild \u00fcber den Unterschied von Text und Vortrag diskutierte und ihm allgemein eher wollwollend gegen\u00fcber zu stehen schien.<br \/>\nDann kam die 1967 in Scuol geborene Romana Ganzoni, die laut ihrem Video auch nicht Deutsch als Muttersprachen haben d\u00fcrfte. Ihr Text hei\u00dft  &#8220;Ignis Cool&#8221; und handelt von einer Frau namens Bruna, die mit einem Auto, eben diesen Ignis Cool \u00fcber einen Pa\u00df f\u00e4hrt, dabei \u00fcber ihr Leben sinniert und ihre Mutter ermorden will.<br \/>\nAm Samstag gings dann wieder live weiter. Da gabs um zehn zuerst die Zusammenfassung des letzten Lesetages, die Bachmanntweets vom Literaturcafe et. al habe ich mir auch dazugeschaltet und die Portraits angesehen, die ja vor den Texten gezeigt wurden. Das habe ich gleich nachdem sie im Netz waren getan, am Donnertag und Freitag nahm ich mir dann nicht die Zeit dazu, habe ich sowieso ja schon bis nach Mitternacht geh\u00f6rt und gebloggt, aber das Portrait der 1966 geborenen in Berlin lebenden Katharina  Gericke war interessant und hat sich auf ihren Text &#8220;Down down down&#8221; bezogen oder auch nicht und schon wieder eine \u00dcberraschung, ein weiterer Text in Versform, Epen oder Jamben, nicht nur Michael Fehr hat mich an Wildgans &#8220;Kirbisch&#8221; erinnert und ich dachte, das darf man doch nicht, aber komponieren, performancen und zusammenstellen darf man in Internetzeiten und denen der Globalisierung nat\u00fcrlich schon und so f\u00e4hrt die &#8220;Grete nach Kreta&#8221;, erinnert an K\u00e4stner oder Busch und ben\u00fctzt einen Song von Amanda Lear &#8220;I was down in chintown&#8221; und den kann man dann schon bei den Twitterern finden, w\u00e4hrend sich Burhard Spinnen noch fragt &#8220;Ist das jetzt ein Lied von Abba?&#8221;<br \/>\nEin spannender Text, flott und schnell gelesen, dann kam Tex Rubinowitz aus Wien oder Hannover, Halbe Halbe sozusagen, so wird er auch auf den Listen gef\u00fchrt, er ist Cartoonist beim &#8220;Falter&#8221; von daher kenne ich ihn auch, hat aber, glaube ich, den &#8220;Bachmannpreis&#8221; beziehungsweise dessen Rahmenprogramm schon seit ein paar Jahren als DJ betreut und sein Text ist erfreulicherweise wenig abgehoben, ein bi\u00dfchen, wie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/01\/sechs-osterreicher-unter-den-ersten-funf\/\">Dirk Stermann<\/a> k\u00f6nnte man sagen, aber weniger nervig, eine Beziehung zwischen einem Mann und einer unangreifbaren Frau, die sich von ihm im Prater Hendln stehlen l\u00e4\u00dft, die Twitterergemeinde wunderte sich, da\u00df die Jury da keinen Aufstand machte.<br \/>\nMachte sie nicht und der Letzte in der Runde, der in Graz lebende Lehrer und Lyriker Georg Petz, den ich glaube ich, noch nicht sehr kannte hatte es mit &#8220;Millefleurs&#8221;, wo es um Austauschstudenten, eine deutsch franz\u00f6sische Liebe, die Kriegserlebnisse von world war one and two, die wir jetzt ja feinern und um ein Wettschwimmen geht, nat\u00fcrlich schwer, das konnte man noch, w\u00e4hrend das Portrait lief, bei den Tweeds lesen und ich hatte es auch ein bi\u00dfchen schwer, denn ich fragte mich bis zu diesem Zeitpunkt und f\u00fcr wen stimme ich jetzt ab?<br \/>\nDie gestrigen Texte haben mich ja alle mit vielleicht der Ausnahme des erstens, der mit den Berlin Text von Katharina Gericke durchaus zu vergleichen ist, nicht so \u00fcberzeugt. Vom Donnerstag h\u00e4tte ich an Tobias Sommer gedacht, Jetzt dachte ich eigentlich k\u00f6nnte ich mir alle drei vorstellen und dann siegte nat\u00fcrlich mein Helfersyndrom und ich habe ein bi\u00dfchen fr\u00fcher, n\u00e4mlich als Georg Petz noch nicht ganz fertig war, f\u00fcr ihn gestimmt.<br \/>\nEigentlich bin ich ja eine schnelle, obwohl ich in meine Begr\u00fcndung geschrieben habe, da\u00df ich mir w\u00fcnschen w\u00fcrde, im n\u00e4chsten Jahr erst wieder am Ende abstimmen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nEs gibt noch eine zweite Abstimmung, n\u00e4mlich im <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/stimmen-sie-ab-wer-ist-der-oder-die-beste-bachmann-jurorin-2014\/\">Literaturcafe bei Wolfgang Tischer<\/a>, da kann man noch bis zum Abend abstimmen, welcher der Juroren der beste war und mu\u00df dazu angeben, da\u00df man mindestens eine Diskussion h\u00f6rte. Er kanns zwar nicht \u00fcberpr\u00fcfe und ich stimme da auch nicht ab, denn ich wei\u00df es nicht. Beziehungsweise denke ich, das l\u00e4\u00dft sich noch weniger als die Texte vergleichen. Was ist besser \u00c4pfel oder Birnen?<br \/>\nBeide sind sehr gut und Burhard Spinnen erz\u00e4hlt, da\u00df ihn seine Kinder manchmal nerven, Hubert Winkels hat Arno Dusini angeschnautzt, als ihn der nicht ausreden lie\u00df, Hildegard Keller, die sanfte, hat b\u00f6se Worte \u00fcber den Text der Anne-Kathrin Heyer oder war es jemand anderer gesagt und manchmal sind die Kritiker bei ihren Wortmeldungen so schief gelegen, da\u00df man den Kopf sch\u00fctteln konnte.<br \/>\nAber das ist wohl auch ihre Aufgabe zu verwirren oder zu unterhalten und zum Gl\u00fcck machen sie es nicht mehr so, wie es <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/07\/letztes-bachmannpreiskolloquium\/\">Michael K\u00f6hlmeier das letzte Mal bei seiner Festrede vorf\u00fchrte<\/a>, dar\u00fcber bin ich wirklich froh und jetzt bin ich auf Morgen gespannt, wei\u00df nicht, ob da Senthurian Varathajah wirklich gewinnen wird? Das w\u00e4re wohl etwas billig, wenn da der mit nicht deutscher Muttersprache jedes Jahr gewinnt, das w\u00e4re dann fast schon so wie bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/23\/von-den-ig-autoren-zur-anderen-buchmesse\/\">anderen Buchmesse<\/a>. Bei Gertraud Klemm w\u00fcrde es mich auch ein wenig wundern. Sie bekommt aber wahrscheinlich einen Preis, wahrscheinlich auch Michael Fehr, bei Tobias Sommer und Ann-Kathrin Heyer w\u00fcrde ich es mir w\u00fcnschen und bei Georg Petz nat\u00fcrlich auch.<br \/>\nIm &#8220;Wochenend-Standard&#8221;, in dem auch Burkhard Spinnens neues Buch besprochen wurde, habe ich \u00fcbrigens bei Stefan Gm\u00fcnder gelesen, da\u00df man heuer zur Er\u00f6ffnung erstmals nur mit Einladung konnte, was  mir zwar egal sein kann, da ich ohnehin nicht vor habe auf eigene Faust nochmals hinzufahren, aber trotzdem meine Stimmung tr\u00fcbte, weil ich ja ein diesbez\u00fcgliches<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/27\/alpha-shortlist\/\"> Trauma <\/a>habe und ich es auch sehr schade finde, da\u00df da auch schon reglementiert und ausgesucht wird, w\u00e4hrend man auf der anderen Seite ja um die wirbt und sie auffordert sich f\u00fcr Literatur zu interessieren.<br \/>\nDer <a href=\"https:\/\/www.indiegogo.com\/projects\/automatische-literaturkritik-preis\">&#8220;Federweltpreis der automatischen Literaturkritik&#8221;<\/a>, der der tausend Euro spendete, durfte ihn nach sich benennen und ich habe einen Moment lang \u00fcberlegt, das mit dem &#8220;Literaturgefl\u00fcster&#8221; zu tun, wird um halb elf, f\u00fcnftausend Euro, es wurden sogar 5626 Euro gesammelt, im Hof vor dem ORF Theater an Michael Fehr \u00fcbergeben, ich gratuliere sehr.<br \/>\nDas wird wahrscheinlich nicht der einzige Preis f\u00fcr ihn bleiben, wer den Preis f\u00fcr den besten Juror bekommt, daf\u00fcr gibts kein Geld, hat Wolfgang Tischer, glaube ich, noch nicht verraten, daf\u00fcr aber das Ger\u00fccht verlautet, Burhard Spinnen k\u00f6nnte zur\u00fccktreten. Wolfgang Tischer w\u00fcnscht sich \u00fcberhaupt gleich eine neue Jury mit mehr Textkritik, wovor ich sehr sehr warnen w\u00fcrde.<br \/>\nDann gings zur Shortlist, die eigentlich keine so besondere \u00dcberraschung war.<br \/>\nMichael Fehr, Katharina Gericke, Anna-Kathrin Heier, Gertraud Klemm, Roman Marchel,Tex Rubinowitz und Senthuran Varatharajan, der noch nie etwas ver\u00f6ffentlich hat.<br \/>\nDie Abstimmung f\u00fcr den Preistra\u00e4ger war dann nicht so eindeutig, fast sechs Vorsch\u00e4ge im ersten Durchgang.<br \/>\nTex Rubinowitz wurde es dann, f\u00fcr mich sehr sehr \u00fcberraschend, war aber ein spannender, vielleicht f\u00fcr mich ein wenig zu flapsiger Text, mit einem Pl\u00e4doyer f\u00fcr das Rauchen, das brauche ich zwar nicht, soll aber sein.<br \/>\nMit Klaus N\u00fcchtern habe ich ihn glaube ich, einmal bei einer Lesung im Literaturhaus geh\u00f6rt.<br \/>\nDen zweiten Preis bekam, wie erwartet, der Gewinner der &#8220;Automatischen Literaturkritik&#8221; mit schon f\u00fcnftausen Euro in der Tasche, Michael Fehr. Sarathan Varatharajan schaffte es f\u00fcr die dritte Runde. Dann kam noch einmal eine \u00dcberraschung, n\u00e4mlich Katharina Gericke, das ist die mit &#8220;Chinatown&#8221;, statt Gertraud Klemm, die wurde aber, wie ich schon voraussagte, inzwischen aber vergessen hatte, die Publikumspreistr\u00e4gerin und somit n\u00e4chste Stadtschreiberin.<br \/>\nBurkhard Spinnen legte dann, wie schon von Wolfgang Tischer angek\u00fcndigt, seinen Juryvorsitz zur\u00fcck und bekam ein Buch von Humbert Fink von der Intendantin und Nadin Kegele wies \u00fcber Twitter noch auf eine Veranstaltung am Nachmittag im Museumsquartier hin, die ich besuchen werde, bevor es auf den Karlsplatz zum Filmfestival geht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bachmannpreis ist mir sehr wichtig. 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