{"id":29710,"date":"2014-07-04T19:34:44","date_gmt":"2014-07-04T17:34:44","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=29710"},"modified":"2014-07-04T19:34:44","modified_gmt":"2014-07-04T17:34:44","slug":"das-ende-der-kindheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=29710","title":{"rendered":"Das Ende der Kindheit?"},"content":{"rendered":"<p>Ende Juni, Anfafang Juli gibts die Sommerakademie des &#8220;Instititus f\u00fcr j\u00fcdische Geschichte \u00d6sterreichs&#8221;. Die Wiener Vorlesungen schicken das Programm aus und ich bin immer gerne zu den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/07\/09\/vom-salon-zur-literatur\/\">Veranstaltungen<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/07\/03\/sommerfrische\/\">hingegegangen<\/a>, weil kostenlos und sehr interessant. <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/07\/05\/in-der-ehemaligen-synagoge\/\">In der St. P\u00f6ltner Synagooge war die Er\u00f6ffnung<\/a>, dann fand die Veranstaltung im BAWAG-Geb\u00e4ude in der Tuchlauben statt, solange es das noch gab, dann wars am Petersplatz und dann wurde es vom Datum ge\u00e4ndert, beziehungsweise der Bachmannpreis \u00e4nderte sein Datum und ich sa\u00df die letzten zwei, drei Jahre in Harland in der Sommerfrische und gab mir das Klagenfurter Geschehen per Internet, aber diesmal ist alles anders, die Anna mit dem Auto in Deutschland und hat gerade eine Karte aus Dresden geschrieben, wir in Wien und &#8220;Das Ende der Kindheit-J\u00fcdische Kindheit und Jugend ab 1900&#8221; ist interessant und den Bachmannpreis kann ich mir auch im Internet ansehen.<br \/>\nNoch dazu wo die Veranstaltung heuer in der WU im Library and learning Center, also dort wo der Alfred arbeitet stattfindet.<br \/>\nIn Wahrheit ist dann alles komplizierter, denn der Alfred veranstaltete am Mittwoch ein Fest f\u00fcr seine Betriebsratskollegen und ich wollte mir nach einem kurzen Essen, die Klagenfurter Er\u00f6ffnung ab 20.30 geben, das sich ausgegangen, w\u00e4re da nicht noch eine Informationsveranstaltung bez\u00fcglich des neuen Psychotherapieantragsformulars, gewesen, das ab 1. 7. zwingend ausgef\u00fcllt werden mu\u00df und da gibt es noch viele Fragen.<br \/>\nAlso am Morgen in Richtung Prater losmarschiert, vorher einen Bankstop einlegen, weil da auch noch was zu erledigen war, dann in den kleineren, der beiden Fests\u00e4le, im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/07\/offener-universitatsbibliotheks-und-siebenter-nanowrimotag\/\" title=\"Offener Universit\u00e4tsbibliotheks- und siebenter Nanowrimotag\">November<\/a> fand da ja schon ein gro\u00dfes Bibliotheksfest mit einer F\u00fchrung durch die WU-Anlagen statt und da lag, weil passend zu Reichskristallnacht, ein Folder bez\u00fcglich einer Datenbank bez\u00fcglich der von der damaligen Hochschule f\u00fcr Welthandel vertriebenen j\u00fcdischen Studenten auf, denn in der WU gibt es ein historisches Institut, das sich damit besch\u00e4ftigt und da hielt dann gleich der Professor die entsprechende Einleitung.<br \/>\nMartha Keil er\u00f6ffnete, die Ruth, Werner Gr\u00fcner, meine Hauptschulkollegin Christa Unterauer und noch viele andere bekannte Gesichter waren da, offensichtlich war es verlockend, die neue WU mit ihren archetektonischen Herausforderungen, alles Stararchitekten, kennenzulernen und nach der Einleitung ging es los mit dem Gastvortrag der Hausherren, der zwar nicht allzuviel mit der j\u00fcdischen Kindheit, daf\u00fcr aber mit den vertriebenen Studenten der Hochschule f\u00fcr Welthandel zu tun hatte und da wurde am 8. Mai auch ein Mahnmahl in Form einer Weltkugel er\u00f6ffnet.<br \/>\nDann gings los mit der j\u00fcdischen Kindheit, das hei\u00dft vorerst hielt Till K\u00f6ssler aus Bochum ein allgemeines Referat \u00fcber die &#8220;Kindheit und Jugend der Moderne&#8221;. Dann wurde es konkreter und ging zu den Traumatisierungen, eine klinische Psychologin stellte die &#8220;Auswirkungen&#8221; vor, die &#8220;sie auf Kinder haben k\u00f6nne&#8221; und bezog sich dabei schon auf die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/22\/anne-frank-tagebuch\/\" title=\"Anne Frank Tagebuch\">j\u00fcdischen Kinder<\/a>, die nach 1938 verschickt oder in KZs gesteckt wurden.<br \/>\nNach dem Mittagessen, mit Ruth und Alfred in der &#8220;Gr\u00fcnen H\u00fctte&#8221;, nachher ging der Alfred heim, sein Fest vorzubereiten, erz\u00e4hlte Tirza Lemberger etwas \u00fcber die &#8220;&#8221;Entwicklung des j\u00fcdischen Schulwesens in Wien von 1812-1938&#8221; und Hadassah  Stichnothe aus T\u00fcbingen hielt einen \u00e4u\u00dferst interessanten Vortrag \u00fcber die &#8220;J\u00fcdische Kinderliteratur der Zwischenkriegszeit&#8221;, da gab es viele neue unbekannte Namen von Autoren und B\u00fcchern zu entdecken, die inzwischen wahrscheinlich nur mehr in den Bibliotheken oder vielleicht, wenn man Gl\u00fcck hat, im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/21\/bucherschrank-geschichten\/\">Schrank<\/a> zu finden sind. Dann wurde es noch interessanter, denn es ging zur &#8220;Frau Doktor&#8221; n\u00e4mlich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/20\/schwarzwaldschule\/\">Eugenie Schwarzwald<\/a> und ihre Schule. Der Historiker und Direktor der VHS Hietzig, wo es eine Sonderausstellung \u00fcber sie gibt, hielt seinen Vortrag in Dialogform, was besonders interessant war und  damit endete, da\u00df er Eugenie Schwarzwald mit Florian Illies &#8220;1913&#8221; auftauchen und nach ihren Namen suchen lie\u00df und weil sie den darin nicht fand, w\u00fcnschte sie sich ihm in der Nacht als Geist zu erscheinen, um ihm diese Nacht, ob seines Vers\u00e4umens schlecht schlafen zu lassen.<br \/>\nAm Donnerstag begann dann der neunundachzigj\u00e4hrige Ari Rath der 1938 mit dreizehn Jahren zusammen mit seinem Bruder nach Israel emigirierte, er ist nicht gefl\u00fcchtet darauf legte er gro\u00dfen Wert, hat ein Buch dar\u00fcber geschrieben und sehr viel und sehr anschaulich von seinen Erlebnissen erz\u00e4hlt. Die junge Victoria Kumar aus Graz folgte und erz\u00e4hlte was \u00fcber das &#8220;Ausbildungs-und fluchtprogramm der Jugend-Alijah&#8221;, die Jugendliche auf ein Leben f\u00fcr den Kibuz aussuchte, aber nicht alle, die emigrieren wollten, genommen hat und alle haben die Ver\u00e4nderung und den Abschied von ihren Familien auch ausgehalten. Phiuliph Mettauer aus St.P\u00f6lten war in Argentinien und hat dort die interviewt, die als Kinder mit ihren Familien ausgewandert sind und nach ihren Erinnerungen befragt, er zeigte Bilder von kleinen M\u00e4dchen in Lederhosen in Badaussee, ihre Briefe, die sie an den Osterhasen schrieben und auch den &#8220;j\u00fcdischen&#8221; Weihnachtsbaum, die die assimierten Familien f\u00fcr ihre Kinder hatten. Es ging dann weiter mit Kindern in Konzentrationslagern, Ruth wollte vom Vortragenden dann etwas \u00fcber Conny Hannes Mayer wissen, der ein Buch \u00fcber seine Kindheitserinnerungen geschrieben hat, das von der Wissenschaft etwas angezweifelt wurde. Marta Anislewska aus Warschau erz\u00e4hlte von den polnischen Kindern, die sich durch Taufe &#8220;befreien&#8221; wollten und dadurch ihre Identit\u00e4t bverloren und der Donnerstag wurde durch Anne D. Peter beendet, die \u00fcber die &#8220;Verallt\u00e4glichung der Shoah&#8221; an hand von Fotografien berichtete.<br \/>\nAm letzten Tag kamen dann Wolfgang Gassner und Sch\u00fclerinnen aus St. P\u00f6lten, denn die m\u00fc\u00dfen ja jetzt sogenannte vorwissenschaftliche Arbeiten schreiben und da gibt es ein Projekt mit dem Verein f\u00fcr j\u00fcdische Geschichte oder so, wo die Schulpsychologin kam, den Sch\u00fclern Videos von Zeitzeugen zur Verf\u00fcgung gestellt wurden und sie dazu \u00fcber das Ende der Kindheit arbeiten sollten.<br \/>\nDie Kindertransporte nach Skandinavien waren auch ganz interessant und Werner Dreier aus Bregenz berichtete, wie das mit der &#8220;Holocaust-Arbeit&#8221; an Schulen geht. Da soll man nicht mehr aus der T\u00e4ter-Perspektive berichten, nicht mehr &#8220;Hitler hat&#8230;!&#8221;, sagen, sondern an die Betroffenheit der jungen Menschen appelieren, das aber sehr vorsichtig tun, zum Beispiel nicht keinen traumatisierten Serben, der gerade vom Krieg nach \u00d6sterreich kam, nach Mauthausen zwingen, obwohl der schon sagte, er will jetzt dort nicht hin.<br \/>\nIn der Pause ging es mit Ruth, Werner Gr\u00fcner und dem Alfred ins Krieaus-Beisl zum Fischessen und dann ging die Tagung langsam und allm\u00e4hlich zu Ende. Es gab noch was \u00fcber das Schicksal unbegleiteter j\u00fcdischer Kindheit, \u00fcber die Juden in der SU und dann noch was zu dem j\u00fcdischen Leben im Nachkriegsdeutschland, dann ging die ruth nach Hause, bzw. auf ihre Reise in die Autorenwohnung nach Venedig, wo sie die n\u00e4chsten vierzehn Tage verbringen wird und Martha Keil gab Ausblicke und R\u00fcckblicke. Werner Gr\u00fcner hatte zwischenzeitlich schon die ganze Zeit gefragt, wieso es nichts \u00fcber Sonja Franks &#8220;Young Austria-Projekt&#8221;, bei dem auch die Ruth mitgearbeiter hat gab, das ist ein Projekt der Theodor Kramer Gesellschaft und da kam schon vor l\u00e4ngerer Zeit die Rezensionsanfrage. Gestern ist dann das Buch, bzw. noch ein zweites gekommen, der Alfred hat es mir heute morgen aus der Heimtierhandlung, wo es zwischen gelagert war, abgeholt, so da\u00df ich mich demn\u00e4chst noch ein bi\u00dfchen weiter mit dem Thema der jungen j\u00fcdischen Emigranten besch\u00e4ftigen kann, aber jetzt geht auf nach Klagenfurt, um nachzuschauen, was ich dort zwischenzeitlich vers\u00e4umte.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende Juni, Anfafang Juli gibts die Sommerakademie des &#8220;Instititus f\u00fcr j\u00fcdische Geschichte \u00d6sterreichs&#8221;. 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