{"id":29552,"date":"2014-06-25T22:44:27","date_gmt":"2014-06-25T20:44:27","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=29552"},"modified":"2014-06-25T22:44:27","modified_gmt":"2014-06-25T20:44:27","slug":"spaziergang-ins-bezirksmuseum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=29552","title":{"rendered":"Spaziergang ins Bezirksmuseum"},"content":{"rendered":"<p>Oder vom F\u00fcnften in den Sechsten k\u00f6nnte dieser Eintrag lauten, denn Susanne Wouk, die sehr engagierte Kulturveranstalterin, hat zu einem musikalischen Spaziergang durch Margareten eingeladen.<br \/>\n&#8220;Der festlich musikalische Spaziergang zieht wie eine Prozession durch Margareten. Publikum und S\u00e4nger\/innen flanieren gemeinsam zwischen den Spielst\u00e4tten und werden von ausgesuchten Gastronomen werw\u00f6hnt&#8221;, steht auf dem Programm, das bei dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/03\/wiedermal-margaretner-fest-fur-kunst-und-kultur\/\" title=\"Wiedermal Margaretner Fest f\u00fcr Kunst und Kultur\">Fest in Margareten<\/a> aufgelegen ist und das mir Susanne Wouk sozusagen als Trost angeboten hat, als sie bei der Veranstaltung die Sackerln mit den Materialproben an die bildenden K\u00fcnstler verteilt hat und ich sie fragte, ob die Literaten nichts bekommen?<br \/>\n&#8220;Alle bekommen etwas!&#8221;, antwortete mir Susanne Wouk, die sehr innovative, ideenreiche und das Programm war, als ich es mir angesehen habe, auch sehr verlockend.<br \/>\nZwar hat es am Nachmittag geregnet und tat es immer noch ein bi\u00dfchen, als ich mit meiner Regenjacke und dem Schirm ausger\u00fcstet, kurz vor f\u00fcnf ins Gasthaus Horvath bei der Falcostiege aufgebrochen bin. Ich sah die neue Bezirksvorsteherin in einer Ecke lehnen, Susanne Wouk begr\u00fc\u00dfte mich sehr freundlich und lotste mich ins Lokal, ein Drink wurde vor mich hingestellt, die S\u00e4nger Gottfried, Falkenstein Mezzosopran und Bariton, Andreas Hirsch, Bass und Yuko Mitani, Sopran, beratschlagten noch, wo sie singen sollten, das Publikum tr\u00f6delte langsam ein, dann wurde begr\u00fc\u00dft und mit Mozart, ohne Orchesterbegleitung, Arien aus der Zauberfl\u00f6te begonnen.<br \/>\nDem S\u00e4nger Falco wurde auch gedacht und schon ging es weiter, die Wienzeile entlang, in den sogenannten Ernst-Arnold Park, wo es Operette, &#8220;Fledermaus&#8221; und &#8220;Das Schreiben und das Lesen&#8221; aus dem Zigeunerbaron gab, dann noch ein St\u00fcck voran, bis zu dem Hotel, wo es die Hans Moser-Tafel gibt, weil der dort offenbar einmal lebte und daneben ist das &#8220;Vorw\u00e4rtshaus&#8221; und beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/14\/margaretner-osterspaziergang\/\">&#8220;Osterspaziergang 2009&#8221;<\/a> habe ich dort aus &#8220;M M oder die Liebe zur Germanistik&#8221; eine Jura Soyfer Passage gelesen und Manfred Loydolt hat die &#8220;Reblaus&#8221; gesungen, die beiden S\u00e4nger taten das jetzt mit den &#8220;Wiener Geschichten&#8221;, die der Hans Moser offensichtlich auch gesungen hat, ich kam mit einem Teilnehmer ins Gespr\u00e4ch \u00fcber die Arbeiterzeitung und weiter ging es in die Kirche St. Josef, gleich neben dem Amtshaus gelegen, wo Franz Schubert aufgebahrt wurde.<br \/>\nDer Pfarrer hielt eine Ansprache, erz\u00e4hlte etwas von einer schlechten Predigt seines Vorg\u00e4ngers, die dem Meister nicht gefallen hat und es gab &#8220;Am Brunnen vor dem Tore&#8221;, &#8220;An die Kunst&#8221; und das &#8220;Ave Maria&#8221; zu h\u00f6ren, eine wunderbare Akustiv und eine wunderbare Bandbreite des Repertoires so ganz ohne Aufwand.<br \/>\nDann in den sogenannten &#8220;Scheupark&#8221; zwischen Margaretenstra\u00dfe und Br\u00e4uhausgasse, wo Franz Georg Scheu Musiker und Gewerkschafter 1867 die &#8220;Arbeiter von Wien&#8221; komponierte, das Lied, das mein Vater, schon ziemlich dement, des Abends und des Morgens manchmal vor seiner Wohnungst\u00fcre gesungen hat.<br \/>\nJetzt wurde der Text ausgeteilt, die Bezirksvorsteherin erkl\u00e4rte, da\u00df sie das manchmal vor den Sitzungen singen w\u00fcrde &#8220;So flieg du flammende, du rote Fahne&#8221; und alle sangen begeistert mit, die n\u00e4chste und die letzte Station war das Penta-Hotel f\u00fcr mich, wo es Prosecco und anderes zu trinken gab, die S\u00e4ngerin im &#8220;Prater bl\u00fchen wieder die B\u00e4ume&#8221; von Robert Stolz zum besten gab und ich mich verabschiedete, denn im Bezirksmuseum Mariahlf lasen die Frauen vom Wiener Lesetheater Berta von Suttners &#8220;Die Waffen nieder&#8221;.<br \/>\nDa gab es zwar schon vorige Woche eine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/17\/autorinnen-feiern-autorinnen\/\" title=\"Autorinnen feiern Autorinnen\">diesbez\u00fcgliche Veranstaltung<\/a> und als ich dar\u00fcber bloggte, bot mir Andrea Stift an, mir das Buch zu schicken, aber die Lesetheaterauff\u00fchrung organisiert von Traude Korosa war sehr interessant und in dem Bezirksmuseum in der Mollardgasse war es auch sehr voll. Die Frau von der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/05\/im-textstand\/\" title=\"Im Textstand\">Edition Mocca, die auch die Naschmarktlesungen<\/a> organisiert, Elfriede Haslehner, Susanne Schneider Hans H\u00f6rg Liebscher und bei den Lesenden Judith Gruber-Rizy,Heidi Hagl, Traude Korosa, Hilde Langther,Angelika Raubek und Gabriela Schmoll.<br \/>\nTraude Korosa leitete ein und erz\u00e4hlte etwas von Berta von Suttners Biografie, die am 21. Juni 2014 knapp vor Ausbruch des ersten Weltkrieges gestorben und jetzt in aller Munde ist.<br \/>\nUm die Jahreswende hat mir mein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/14\/von-berta-von-suttner-zu-tone-fink\/\">Psychologie Kollege Wolfram Huber<\/a> erz\u00e4hlt, da\u00df er sich f\u00fcr sie interessiere, jetzt kann man \u00fcberall von ihr h\u00f6ren, Traude Korosa sagte mir aber, da\u00df sie die einzigen seien, die aus dem Buch lesen w\u00fcrden, das, glaube ich, sogar vergriffen ist und ich kann mich an einen Fernsehfilm vor drei\u00dfig oder vierzig Jahren erinnern, wo es um Alfred Nobel und Berta von Suttner ging, wo ich das erste Mal etwas \u00fcber die Friedensnobelpreistr\u00e4gerin von 1905 h\u00f6rte und jetzt die Ausz\u00fcge aus dem Buch, das ich h\u00f6chstwahrscheinlich demn\u00e4chst lesen kann.<br \/>\nDa\u00df es eine Ich-Erz\u00e4hlerin namens Martha gibt, wu\u00dfte ich schon von der Streeruwitz-Vorlesung, die ist die Tochter eines Generals, w\u00e4chst mutterlos auf, wird mit Achtzehn verheiratet und ihr Mann f\u00e4llt, das kleine S\u00f6hnchen bleibt zur\u00fcck, sie beschlie\u00dft wieder zu heiraten, der zweite Mann ist auch Offizier, sie \u00fcberredet ihn abzudanken, das kann er aber nicht, weil sie ihr Verm\u00f6gen verliert, so mu\u00df er in die Schlacht von K\u00f6nigsgr\u00e4tz, wird verwundet, sie f\u00e4hrt ihm nach, sieht die Verwundeten \u00fcberall liegen und am Schlu\u00df kommt auch noch die Cholera in das Schlo\u00df, wo sie mit ihren Vater und ihren Geschwistern lebt, fast alle sterben.<br \/>\nDie &#8220;Waffen nieder&#8221;, war dann der eindrucksvolle Schlu\u00dfschrei von Gabriela Schnmoll. Wenn man sich dann noch vorstellt, da\u00df ein paar Tage nach ihrem Tod, die Waffen erst recht erhoben wurden und da\u00df der Nobelpreis, der Bestseller und alles andere nichts genutzt haben, ist das erst recht depressiv.<br \/>\nEs gab aber noch sehr viele liebevoll bereitete Br\u00f6tchen, Wein und Saft und durch das Bezirksmuseum, das auch sehr interessant ist, konnte man auch noch schlendern, jetzt werde ich mir noch ein bi\u00dfchen die Radiosendung anh\u00f6ren, die es heute auch in \u00d61 \u00fcber Berta von Suttner gab, in der auch Marlene Streeruwitz zu h\u00f6ren ist, mich auf das Buch freuen und der heutige Spaziergang durch die zwei Bezirke, in der ich einen Teil meines Lebens verbrachte und ihre kulturellen Veranstaltungen, ist wirklich interessant. Vor Jahren hat ja auch Bezirksrat Brigitte Steiniger in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/17\/margaretner-literaturgeschichte\/\">Margareten <\/a>einiges aufstellen wollen und durch den Bezirk geh\u00f6rt, wo wir dann auch noch ganz zuf\u00e4llig Jeannie Ebner mit einer Zigarette in der Hand in einem Beserlpark sitzen sahen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder vom F\u00fcnften in den Sechsten k\u00f6nnte dieser Eintrag lauten, denn Susanne Wouk, die sehr engagierte Kulturveranstalterin, hat zu einem musikalischen Spaziergang durch Margareten eingeladen. &#8220;Der festlich musikalische Spaziergang zieht wie eine Prozession durch Margareten. 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