{"id":29458,"date":"2014-06-22T00:48:27","date_gmt":"2014-06-21T22:48:27","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=29458"},"modified":"2014-06-22T00:48:27","modified_gmt":"2014-06-21T22:48:27","slug":"anne-frank-tagebuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=29458","title":{"rendered":"Anne Frank Tagebuch"},"content":{"rendered":"<p>Von Anne Frank und ihrem Tagebuch habe ich, glaube ich, noch in der Hauptschulzeit oder in der Stra\u00dfergasse geh\u00f6rt, als meine Mutter von ihrem Kindergarten, das Theaterst\u00fcck geschenkt bekommen hat, denn ich habe mich schon in meiner Schulzeit mit dem Holocaust besch\u00e4ftigt, Kinderb\u00fccher aus der B\u00fccherei in der Sandtleitengasse geholt, in der ich kurze Zeit Mitglied war und auch sp\u00e4ter viel gelesen.<br \/>\nDa\u00df es das Tagebuch selber zu lesen gibt, habe ich lange Zeit nicht gewu\u00dft, es aber vor zwei Jahren im Schrank gefunden und dann noch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/12\/der-junge-der-anne-frank-liebte\/\">Ellen Feldmanns &#8220;Der Junge der Anne Frank liebte&#8221;<\/a> und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/25\/die-entdeckung-der-liebe\/\">Judith Katzirs &#8220;Die Entdeckung der Liebe&#8221;<\/a>, beides in diesem Jahr gelesen und nat\u00fcrlich viel dar\u00fcber geh\u00f6rt.<br \/>\nAls ich das vorletzte Mal in Amsterdam war, 1988 wird das wahrscheinlich gewesen sein, war ich im Anne Frank Haus in der Prisengracht, das mit der &#8220;Kitty&#8221; hat mich ein bi\u00dfchen verwirrt und wie weit Anne Frank Schriftstellerin war oder werden wollte, sie ist ja mit  F\u00fcnfzehn gestorben, dar\u00fcber gibt das Tagebuch Auskunft, das sehr interessant ist und mehr als das Theaterst\u00fcck Eindr\u00fccke in das Seelenleben eines pubertierenden M\u00e4dchen und in die Traumen, deren die Familien, die sich in dem Haus versteckten, ausgesetzt waren, gibt.<br \/>\nDem Fischer TB ist ein Vorwort vorangestellt, da\u00df Anne Frank ihr Tagebuch \u00fcberarbeitete, nachdem sie im Radio, das die Familie im B\u00fcro des Hauses h\u00f6rte, erfuhr, das Berichte von Versteckten nach dem Krieg gebraucht werden w\u00fcrden.<br \/>\nOtto Frank hat das Tagebuch noch einmal \u00fcberarbeitet, beide Teile zusammengef\u00fcgt, beziehungsweise das weggelassen, was zu indiskret schien, das was gelieben ist, ist erstaunlich offen, Anne Frank schreibt sehr direkt \u00fcber ihre Sexualit\u00e4t, ihre Schwierigkeiten mit der Familie, dem Erwachsenwerden, aber auch ihre Pl\u00e4ne nach dem Krieg, wo sie Jounalistin oder Schriftstellerin werden wollte und hat auch sonst noch einiges geschrieben, was sie sp\u00e4ter &#8220;Das Hinterhaus&#8221; nennen wollte.<br \/>\n&#8220;Nachrichten aus dem Hinterhaus&#8221; mit diesen Texten sind ver\u00f6ffentlicht und als ich k\u00fcrzlich beim &#8220;Hintermayr&#8221; vorbeigegangen bin, habe ich eine Anne Frank Gesamtausgabe mit dem Tagebuch und ihren Texten im Schaufenster liegen sehen. Vielleicht finde ich diese Texte auch einmal.Jetzt also das Tagebuch, das Anne Frank zum dreizehnten Geburtstag, sie wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren, von ihren Eltern bekommen hat.<br \/>\nDie Familie fl\u00fcchtete 1933 nach Amsterdam, Anne ist, glaube ich, erst ein bi\u00dfchen sp\u00e4ter nachgekommen und war noch einige Zeit bei ihrer Gro\u00dfmutter in Aachen, besuchte die Montessorischule und sp\u00e4ter das j\u00fcdische Lyceeum, das Tagebuch beginnt in dieser Zeit, erz\u00e4hlt von den Freundinnen, Anne hat viele Bekannte, aber keine richtige Freundin, so erfindet sie sich eine und schreibt in ihrem Tagebuch Briefe an &#8220;Kitty&#8221;.<br \/>\nSie d\u00fcrfte sehr lebhaft gewesen sein, so da\u00df ein Lehrer sie immer &#8220;Schwatzliese&#8221; nannte und sie die entsprechenden Strafarbeiten schreiben lie\u00df, die sie sehr lustig l\u00f6ste.<br \/>\nEs gab auch einen Jungen, mit dem Anne sich befreundete, bevor die Familie 1942 in das Hinterhaus in die Prinsengracht, zumammen mit einem Ehepaar und ihren f\u00fcnfzehnj\u00e4hrigen Sohn Peter fl\u00fcchteten. Die Namen sind sowohl im Theaterst\u00fcck als auch im Tagebuch ge\u00e4ndert, so hie\u00dfen die van Daans in Wirklichkeit van Pels und der Zahnarzt Dussel, der sp\u00e4ter noch dazukam, Fritz Pfeffer, else Feldmann f\u00fchrt die richtigen Namen an.<br \/>\nDer Vater hat f\u00fcr Annes Schauspielersammlung gesorgt, die sie sich in ihrem Zimmer, das sie sp\u00e4ter mit dem Zahnarzt teilen mu\u00dfte, aufhing. In dem Hinterhaus wurde viel gelernt, studiert und gelesen, Annes um drei Jahre \u00e4ltere Schwester Margot, mit der sie sich anfangs schlecht, sp\u00e4ter besser verstand, wird von ihr als Mustersch\u00fclerin beschrieben, w\u00e4hrend alle mit der lebhaften Anne unzufrieden sind und an ihr herumn\u00f6rgeln. Es gibt auch Schwierigkeiten mit der Mutter, von der Anne schreibt, da\u00df sie sich zwar bem\u00fcht, aber vieles nicht versteht, nicht ernst nimmt und dar\u00fcber lacht, was Anne verletzt.<br \/>\nEs kommt die erste Menstruation und die Liebe zu dem sechzehnj\u00e4hrigen Peter, in die die Jugendliche sich fl\u00fcchtet und mit ihm viel \u00fcber Sexualit\u00e4t redet, beziehungsweise, die auch in ihre Briefe an Kitty beschreibt.<br \/>\nDie Familien geraten in dem Hinterhofzimmern aneinander, es gibt Streit um das Essen, faulige Kartoffeln, Bohnen und Erbsen und dann kommen die Winde und die Toilette kann man auch nicht so ben\u00fctzen, wie man will.<br \/>\nIn das B\u00fcro, in dem man sich waschen und Radio h\u00f6ren ging, wurde immer wieder eingebrochen, der Schwarzhandel spielt eine gro\u00dfe Rolle und Anne schreibt launig, da\u00df sie dabei sind, ihr ganzes Verm\u00f6gen aufzuessen.<br \/>\nAnne schreibt auch ein bi\u00dfchen \u00fcber die Politik, das kommt, glaube ich, im Theaterst\u00fcck st\u00e4rker heraus. Die Familie wird im August 1944 verraten und verhaftet, kommt in  verschiedene Lager, Anne Frank starb im M\u00e4rz 1945 in Typhus in Bergen-Belsen, von der Familie \u00fcberlebte nur der Vater Otto, der sich noch einmal verheiratete und 1980 in der Schweiz starb.<br \/>\nSehr eindrucksvoll die Gef\u00fchle des heranwachsenden M\u00e4dchens, vom Theaterst\u00fcck sind mir mehr die historischen Ereignisse h\u00e4ngen geblieben, ob man die Fr\u00fchreife, die Anne, selbst in ihren Bericht beschreibt, mit der der Bachmann vergleichen kann, wei\u00df ich nicht, es ist aber sicher interessant dar\u00fcber zu spekulieren, was man von Anne Frank noch gelesen h\u00e4tte, wenn sie weiterschreiben h\u00e4tte k\u00f6nnen.<br \/>\nEinmal fragt sie sich, wie weit ihr schriftstellerisches Talent wohl reichen w\u00fcrde? Nur Hausfrau, wie ihre Mutter wollte sie nicht werden. Sie fragt sich auch, wen ihre Eindr\u00fccke aus dem Hinterhaus sp\u00e4ter wohl interessieren w\u00fcrden? Sie haben und hatten weltweit sehr viele interessiert. Fotos von der meist kleineren Anne, sind dem Buch auch angef\u00fcgt, das ich, w\u00e4hrend unseres<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/15\/wandern-auf-den-ebenstein\/\" title=\"Wandern auf den Ebenstein\"> Wanderwochenende<\/a> gelesen habe und erstaunt gefragt wurde, wieso ich das jetzt erst lese, was die anderen schon vor Jahren h\u00e4tten?<br \/>\n Nun ja, nun ja, &#8220;Schindlers Liste&#8221;, wo ich den Film gesehen habe, steht aber auch auf meiner Leseliste, denn in den  offenen B\u00fccherschr\u00e4nken l\u00e4\u00dft sich vieles finden, womit man seine Bildungsl\u00fccken schlie\u00dfen kann, so da\u00df ich seine Ben\u00fctzung wieder einmal sehr empfehlen kann&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Anne Frank und ihrem Tagebuch habe ich, glaube ich, noch in der Hauptschulzeit oder in der Stra\u00dfergasse geh\u00f6rt, als meine Mutter von ihrem Kindergarten, das Theaterst\u00fcck geschenkt bekommen hat, denn ich habe mich schon in meiner Schulzeit mit dem &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=29458\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-29458","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29458","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=29458"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29458\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=29458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=29458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=29458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}