{"id":29395,"date":"2014-06-19T00:46:55","date_gmt":"2014-06-18T22:46:55","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=29395"},"modified":"2014-06-19T00:46:55","modified_gmt":"2014-06-18T22:46:55","slug":"unnutzes-wienwissen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=29395","title":{"rendered":"Unn\u00fctzes WienWissen 2"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Noch skurriler! Noch witziger! Noch unterhaltsamer!&#8221;, machen &#8220;stadtbekannt&#8221; beziehungsweise der <a href=\"http:\/\/www.holzbaumverlag.at\/\">&#8220;Holzbaum-Verlag&#8221;<\/a> auf den Fortsetzungsband ihrer, laut eigener Einsch\u00e4tzung, nicht so wichtigen Wien-Entdeckungsreihe aufmerksam, die ich, da ich es f\u00fcr eine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/28\/unnutzes-wien-wissen\/\">Fortsetzung <\/a>hielt, fast vers\u00e4umt h\u00e4tte, der Verlag hat aber an mich gedacht und so konnte ich, ehe ich mich heute zuerst zu einer Fortbildung \u00fcber Fettleibigkeit zum Wienerberg aufmache und dann ins Literaturhaus gehe, meine L\u00fccken auffrischen und habe \u00fcber meine Heimatstadt, die ich ja sehr eifrig begehe, umrunde und beschreibe, wieder viel gelernt, was sich vielleicht auch literarisch n\u00fctzen l\u00e4\u00dft und wieder gibt es neben vielen sch\u00f6nen Fotos sieben Abteilungren &#8220;Historisches -musikalisches- sportliches &#8211; kulinarisches-intimes- bewegendes und unterhaltendes&#8221;, wovon man in dieser Stadt h\u00f6chstwahrscheinlich nie genug bekommen kann, also auf zu vielen weiteren Fortsetzungsb\u00e4nden und jetzt zu einem kurzen Rundgang durch das B\u00fcchlein, das wahrscheinlich sowohl f\u00fcr die echten einzigen und wahren Wiener, als auch f\u00fcr die Wien-Touristen, die jetzt ja in Scharen in die Stadt str\u00f6men, sehr zu empfehlen ist.<br \/>\nEs gab in Wien also, bevor die Ringstra\u00dfe, die eigentlich eher krumm als rund ist, vor hundertf\u00fcnfzig Jahren, ein weiteres Wien-Jubil\u00e4um, wie ich bei der letzten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/24\/rund-um-die-burg-mit-lyrik-bim\/\" title=\"Rund um die Burg mit Lyrik-Bim\">&#8220;Rund um die Burg-Veranstaltung&#8221;<\/a> lernte, erbaut wurde, eine Stadtmauer und die wurde von dem L\u00f6segeld errichtet, das f\u00fcr Richard L\u00f6wenherz, 1192 bezahlt wurde.<br \/>\nEs gab, was wahrscheinlich auch nicht alle wissen, ein sogenanntes &#8220;Kurienwahlrecht&#8221;, nachdem nur die wahlberechtigt waren, die etwas Geld nachweisen konnten und das Frauenwahlrecht, das ist schon stadtbekannter, wurde in \u00d6sterreich 1918 eingef\u00fchrt.<br \/>\nIn der Wiener Leopoldstadt, dem zweiten Gemeindebezirk gab es bis 1920 zwanzig Kinos, jetzt gibts keines mehr, daf\u00fcr aber im Sommer einige Freiluftkinos, die ich bisher vers\u00e4umte, also ist das Wissen dar\u00fcber, gar nicht so unn\u00f6tig, wenn man nicht, wie ich, im Sommer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/07\/03\/sommerfrische\/\">Sommerfrische<\/a> macht und die Stadt verl\u00e4\u00dft.<br \/>\nUnd das Internet, das ist auch interessant, wurde an der Wiener Uni am 10. M\u00e4rz 1990 eingef\u00fchrt und dann haben in Wien ber\u00fchmte sowetische oder kommunistische M\u00e4nner, wie Stalin oder Leo Trotzki gewohnt und Schach gespielt. An dem Haus, wo &#8220;Stavros Papadoupolos&#8221; gastierte, komme ich regelm\u00e4\u00dfig vorbei, wenn wir von Harland wieder nach Wien kommen, denn dazu, da\u00df es davor eine Gedenktafel gibt, hat sich \u00d6sterreich verpflichtet oder wurde ihm vorgeschrieben, die sich offensichtlich auch heute nicht entfernen l\u00e4\u00dft.<br \/>\nDa\u00df es den M\u00e4dchen von 1938 bis 1945 nur mit ministerieller Genehmigung m\u00f6glich war, ein Gymnasium zu besuchen, habe ich nicht gewu\u00dft, also doch ganz n\u00fctzlich, das kleine blaue B\u00fcchlein, aber gehen wir weiter zur Musik und da wird alles nebeneinander gereiht, Beethoven neben Falco sozusagen und der erstere ging viel in die W\u00e4lder spazieren, wenn er komponieren wollte. Nachher mu\u00dfte er immer duschen, wobei er seine Nachbarn bel\u00e4stigte, wenn das Wasser \u00fcberlief.<br \/>\nSportliches gibt es nat\u00fcrlich auch und so wei\u00df ich jetzt, da\u00df Franz Beckenbauer deshalb &#8220;Kaiser&#8221; hei\u00dft, weil er bei einem Fotshooting neben der B\u00fcste vom Kaiser Franz Josef stand, etwas, das gebe ich schon zu, was ich nicht unbedingt wissen m\u00fc\u00dfte, also weiter zum Kulinarischen, von dem man nie genug bekommen kann.<br \/>\nJosef Prousek war ein Opernfan und hat lange \u00fcberlegt, ob er seine 1925, gegr\u00fcndete Konditoreikette &#8220;Aida&#8221; oder &#8220;Tosca&#8221; nennen sollte. Er hat sich f\u00fcr &#8220;Aida&#8221; entschieden und ich habe dort in meiner Studetinnenzeit regelm\u00e4\u00dfig einen kleinen Braunen und eine Topfengolatsche verzehrt, womit ich mein Wien-Wissen verbreite, das h\u00f6chstwahrscheinlich auch nicht so n\u00fctzlich ist.<br \/>\nDas in Frankfurt die W\u00fcrsteln Wiener und in Wien Frankfurter hei\u00dfen, ist wahrscheinlich bekannt und ein Buschenschank ist ein Heuriger mit Sondergenehmigung.Davon gibt es in Wien mehrere und wenn man in die ber\u00fchmte Kondotrei Demel am Kohlmarkt geht, wird man von den &#8220;Demelinerinnen&#8221; bedient, ich war dort nur zweimal, glaube aber, sie reden einen noch immer in der dritten Person an und es gibt nur Filterkaffee. Und das ist vor der Marillenernte vielleicht auch noch interessant: &#8220;Rund siebzig Tonnen Marillenmarmelade werden jedes jahr f\u00fcr die original Sachertorte verarbeitet.&#8221;<br \/>\nBei &#8220;Intimes&#8221; wird geraten, zu Hause zu lachen, um nicht das \u00f6ffentliche \u00c4rgernis zu erregen und vielleicht in den H\u00e4fen zu kommen, denn da wird es derb und kr\u00e4ftig, gefurzt und geschimpft.<br \/>\nBewegendes gibt es nat\u00fcrlich auch, denn man soll sich ja bewegen und wenn man in Wien spazieren geht, f\u00fcge ich noch an, erf\u00e4hrt man sicher Neues \u00fcber die Stadt und f\u00fcr den n\u00e4chsten Fortsetzungsband und diesen kann man einstecken, um immer alles nachlesen zu k\u00f6nnen:<br \/>\nDie erste Ampel gab es 1926 und die letzte 13-Stra\u00dfenbahn 1961, die erste schaffnerlose Bim zehn Jahre sp\u00e4ter. Politessen gab es ab 1971 f\u00fcr den Verwaltungsdienst, 1991 wurden sie zu Polizistinnen mit gleicher Ausbildung und Bezahlung und kurios, wie man immer im &#8220;Augustin&#8221; nachlesen kann, ist das Stehbleibeverbot auf den Gehsteigen, das dann gleich von den Polizisten und Polizistinnen geahndet werden kann.<br \/>\nAber jetzt bin ich schon beim &#8220;Unterhaltsamen&#8221; und dar\u00fcber kann man auch nie genug wisen.<br \/>\nEs gab also von 1938 bis 1956 eine Opernballpause und die Herren, die den Opernball besuchen m\u00fc\u00dfen zum Frack ein wei\u00dfes Mascherl tragen, damit sie sich von den Kellnern mit dem schwarzen unterscheiden. Julius von Ficker war Historiker, nach ihm wurde die Julius von Ficker Stra\u00dfe in Floridsdorf benannt. Die katholische Jungschar gibt es auch und Luftballons, die am 8. 5. 1950 von Schulkindern zum Geburtstag von Henri Dunant, dem Begr\u00fcnder des Roten Kreuzes, ausgelassen wurde.<br \/>\nMit der Anmerkung, da\u00df es auch Wiener Fenster gibt, die sich nach innen \u00f6ffnen lassen, schlie\u00dfe ich das Buch und empfehle jenen, die noch nicht genug wissen, noch einmal sehr herzlich die Lekt\u00fcre. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Noch skurriler! Noch witziger! 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