{"id":29334,"date":"2014-06-12T00:38:25","date_gmt":"2014-06-11T22:38:25","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=29334"},"modified":"2014-06-12T00:38:25","modified_gmt":"2014-06-11T22:38:25","slug":"schwimmfuchslein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=29334","title":{"rendered":"Schwimmf\u00fcchslein"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Schwimmf\u00fcchslein&#8221;, Judith Gruber-Rizys f\u00fcnftes Buch, im Oktober <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/08\/in-frankfurt-und-in-wien\/\">im Republikanischen Club<\/a> vorgestellt, wo es mir der Alfred kaufte und ich es dann  nicht mehr 2013 zu lesen schaffte, ein Roman, der, wie auch die anderen Romane der 1952 in O\u00d6 geborenen, die mir einmal <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Arthur+West\">Arthur West <\/a>vorstellte, GAV Mitglied  und seit eingen Jahren in der Frauen lesen Frauen Gruppe des Wiener Lesetheaters sehr engagierten Autorin, eine Rosa als Erz\u00e4hlerin hat.<br \/>\nOb es die gleiche ist, habe ich Judith Gruber-Rizy einmal gefragt und wei\u00df die Antwort nicht wirklich, &#8220;Aurach&#8221; und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/12\/06\/drift\/\">&#8220;Drift&#8221;<\/a> habe ich gelesen, die B\u00fccher mit ihr getauscht oder zu den Geburtstagsfesten bekommen und dieses geht um die Rolle der K\u00fcnstlerin und ihre Benachteiligung in der Gesellschaft, beziehungsweise um die Malerin Gabriele M\u00fcnter, 1877-1962, die eine langj\u00e4hrige Beziehung zu Wassily Kandisky hatte.<br \/>\nAber das deutet Judith Gruber-Rizy nur an, der Maler wird nur K. genannt, sie Ella-Gabriele oder eben Schwimmf\u00fcchslein, wie der Maler, seine Geliebte, der er nach seinen Willen zu formen versuchte und dann verlie\u00df, um eine andere zu heiraten, nannte und auch die anderen Beispiele von K\u00fcnsterbeziehungen, werden, was ich f\u00fcr einen Nachteil halte, nur und mit Buchstaben statt mit dem Namen genannt. So da\u00df ich gerne w\u00fc\u00dfte, wer der Nobelpreistr\u00e4ger um Mileva Maric ist? Das Venetiana oder Veza Magd, beziehungsweise Veronika Knecht mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/17\/veza-canetti-lebt\/\">Veza Canetti<\/a> identisch ist, wei\u00df ich inzwischen und ihr Nobelpreistr\u00e4ger, ist laut Judith Gruber mit ihr schm\u00e4hlich umgegangen und hat sie mit Anna Mahler, der Tochter von Alma und Gustav Mahler betrogen?<br \/>\nAuch das wird nur angedeutet und das Buch beginnt damit, da\u00df Rosa, eine Schriftstellerin mit einem ungenannten Ehemann und einem Sohn namens David, mit denen sie zusammen lebt, sich von ihnen nicht trennen will, sich aber ungeliebt und einsam f\u00fchlt und offenbar nicht viele Gemeinsamkeiten hat, au\u00dfer f\u00fcr den Sohn zu kochen und mit dem Mann gelegentlich in ein Konzert zu gehen, mit dem Zug von der Sommerwohnung,  am 6. Dezember im Zug zur\u00fcck nach W. reist.<br \/>\nDa findet sie ein Buch, das in einer altmodischen H\u00fclle steckt, schaut es an, denkt dar\u00fcber nach und steckt es, weil es offenbar niemand haben will, am Westbahnhof wahrscheinlich, ein und versteckt es dann versch\u00e4mt in ihrer Nachttischladen und liest ein Jahr an der Beziehung zwischen der jungen Malerin und dem ber\u00fchmten Russen, der ihr, verheiratet, die Ehe verspricht, sie versteckt, eine ihrer Ausstellungen, aber offenbar ihren Erfolg doch nicht verhindern kann und stellt Vergleiche zu sich selber an.<br \/>\nRosa, die Schriftstellerin oder vielleicht doch nur Hausfrau, sie kocht und putzt und gie\u00dft die Blumen, w\u00e4hrend Sohn und Ehemann, offenbar ein Lehrer, zur Schule gehen. Sie ist von ihm aber nicht abh\u00e4ngig, sondern spekuliert an der B\u00f6rse, weil sie von ihren B\u00fcchern nicht leben kann. F\u00fchlt sich in ihrem Schreiben nicht ernst genommen, Mann und Sohn halten jedenfalls nicht viel davon, hat aber Freundinnen und Gleichgesinnte, hat Preise gewonnen, ver\u00f6ffentlicht in Zeitschriften und Anthologien, geht am Abend oft zu Lesungen und am Ende des Buches ist wieder Weihnachten, sie reist in die Sommerwohnung und beginnt ein Buch \u00fcber das &#8220;Schwimmf\u00fcchslein&#8221; zu schreiben.<br \/>\nEin paarmal habe ich Judith Gruber Rizy aus dem Buch schon lesen geh\u00f6rt, beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/01\/volksstimmefest-2\/\">Volksstimmefest<\/a>, bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/29\/krativen-fruhstuck-und-poetnight-ohne-rolf-schwendter\/\">Poet Night vielleicht<\/a> und habe mir daher meine Vorstellungen dar\u00fcber gemacht. Es wirft nat\u00fcrlich viele Fragen auf, eine ist wieder die nach der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/03\/02\/der-krieg-nach-dem-frieden\/\" title=\"Der Krieg nach dem Frieden\">Autobiografie<\/a>, denn Judith Gruber hat ja einen Sohn, eine Sommerwohnung und einen schreibenden Ehemann und ein Thema ist auch die Unterdr\u00fcckung der Frau in K\u00fcnstlerbeziehungen. Die in dem Buch erw\u00e4hnten, sind eher aus dem Neunzehntenjahrhundert und die unterdr\u00fcckten Frauen, die zum Teil ihre Selbst\u00e4ndigkeit aufgaben und den Erfolg nicht hatten, w\u00e4hrend die M\u00e4nner den Nobelpreis bekamen, waren Angeh\u00f6rige der Ober- oder zumindest einer Bildungsschicht und wie ist das heute, wo es das in dieser Form vielleicht nicht mehr so gibt?<br \/>\nDa werden von den Tausenden, die vielleicht auch malen, schreiben, musizieren wollen, zwanzig oder drei\u00dfig auf die Akademien aufgenommen. Der Rest kann inzwischen selber publizieren oder in Beiseln auftreten und hat da den Spott und die H\u00e4me und wird genauso \u00fcbersehen, wie im neunzehnten Jahrhundert, wahrscheinlich die vielen Dienstm\u00e4dchen, die gar nicht auf die Idee kamen, zu zeichnen, zu schreiben und zu malen und das betrifft ja auch  mich, die ich das, aus keiner sehr priveligierten Schicht und keinem K\u00fcnstlermilieu kommend,  nach meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/24\/vierzig-jahre-matura-vierzig-jahre-schreiben\/\">Kn\u00f6delakademiematura<\/a> f\u00fcr mich ganz selbstverst\u00e4ndlich zu machen begann und immer wieder h\u00f6rte &#8220;Du bist nicht gut genug, h\u00f6r damit auf, du schreibst zu viel, weil das ja niemanden interessiert!&#8221; und das waren oft Frauen, die mich nicht im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/28\/literaturverhinderungshaus-priessnitzpreis\/\">Literaturhaus<\/a>, im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/03\/schlafriges\/\">Cafe Pr\u00fcckl<\/a> etc, lesen lie\u00dfen und das Lesetheater hat meine Werke auch noch nicht sehr oft aufgef\u00fchrt und bei mir waren es nicht die ber\u00fchmten M\u00e4nner, die mein Schreiben verhindert haben.<br \/>\nGibt der Alfred ja meine B\u00fccher heraus, geht zu meinen Lesungen, fotografiert dort und seine Fotos sind sehr begehrt und werden immer wieder angefordert, w\u00e4hrend ich meine <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/\">B\u00fccher<\/a> genauso trotzig seit 2000 selber mache, da war es auch der Alfred, der mich auf diese Idee brachte und seit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/03\/funf-jahre-literaturgefluster\/\">sechs Jahren blogge<\/a>, was auch nicht wirklich anzukommen scheint.<br \/>\nDas Thema Unterdr\u00fcckung der Frau in K\u00fcnstlerbeziehungen ist aber interessant, ich habe ja schon \u00f6fter geschrieben, da\u00df ich mit Mitte zwanzig, als ich zu den Arbeitskreistreffen der schreibenden Frauen zur Valerie Szabo ging und mir ihr Mann die Hand k\u00fc\u00dfte, naiv dachte, er w\u00fcrde mich jetzt f\u00f6rdern, sp\u00e4ter habe ich herausgefunden, da\u00df er das bei seiner Frau auch nicht tat.<br \/>\nJudith Gruber Rizy lebt mit Helmut Rizy mit einem gleichfalls schreibenden Ehemann und von dem Paar <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/16\/ein-fest-fur-ernst-jandl\/\">Ernst Jandl<\/a>&#8211;<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Friederike+Mayr%C3%B6cker\">Friedericke Mayr\u00f6cker<\/a> habe ich auch schon geh\u00f6rt, da\u00df sie in seinen Schatten gestanden ist und den &#8220;B\u00fcchner-Preis&#8221; erst ein paar Jahre nach der Elfriede Jelinek bekommen hat.<br \/>\nEin interessantes Thema also, aber das neunzehnte Jahrhundert ist mit dem einundzwanzigsten und seinen prek\u00e4ren Lebensverh\u00e4ltnissen wahrscheinlich nicht zu vergleichen und ich bin sowieso der Meinung, das jeder der m\u00f6chte, schreiben, dichenten, komponieren<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/13\/poet-night\/#comments\"> soll<\/a>, bin dabei aber auch in der Bloggerlandschaft, in die ich in den letzten Jahren ausgewichen bin, allein, h\u00f6re ich da doch immer von der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/31\/wiedermal-ein-wochenendbericht\/\" title=\"Wiedermal ein Wochenendbericht\">schlechten Qualit\u00e4t der Selbstpublisher<\/a> und, da\u00df man leider leider keine Zeit h\u00e4tte, sich daf\u00fcr zu interessieren, etc, es wird aber trotzdem sehr viel geschrieben.<br \/>\nOb mehr als fr\u00fcher, wei\u00df ich nicht und auch nicht, ob wirklich die M\u00e4nner, die Frauen noch unterdr\u00fccken, gibt es inzwischen ja die Fr\u00e4uleinwunder und sehr viele, sehr selbstbewu\u00dfte schreibende Frauen, die sich auch gut zu vermarkten und zu vernetzen verstehen.<br \/>\nDie Zeiten haben sich ge\u00e4ndert, bei den Stipendien und den gro\u00dfen Preisen werden aber wahrscheinlich immer noch die M\u00e4nner bevorzugt, obwohl die einzige Nobelpreistr\u00e4gerin, die wir haben, weiblich ist, was auch nicht zur G\u00e4nze stimmt, denn der  schon erw\u00e4hnte, ist ja irgendwie auch \u00d6sterreich zuzuz\u00e4hlen, obwohl er in Bulgarien geboren wurde, in  der Schweiz gestorben ist und ich mich erinnern kann, da\u00df ich einmal Kurt Neumann fragte, ob er jetzt ein \u00d6sterreicher oder Engl\u00e4nder ist und seine Antwort war, glaube ich, nicht so klar. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Schwimmf\u00fcchslein&#8221;, Judith Gruber-Rizys f\u00fcnftes Buch, im Oktober im Republikanischen Club vorgestellt, wo es mir der Alfred kaufte und ich es dann nicht mehr 2013 zu lesen schaffte, ein Roman, der, wie auch die anderen Romane der 1952 in O\u00d6 geborenen, &hellip; 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