{"id":29298,"date":"2014-06-05T22:09:29","date_gmt":"2014-06-05T20:09:29","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=29298"},"modified":"2014-06-05T22:09:29","modified_gmt":"2014-06-05T20:09:29","slug":"es-ist-fruhling-und-ich-lebe-noch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=29298","title":{"rendered":"Es ist Fr\u00fchling und ich lebe noch"},"content":{"rendered":"<p>Das schrieb einer 1914 aus dem Krieg und ist ein paar Wochen sp\u00e4ter gefallen und die Wien-Bibliothek hat sich heute in ihre zweite Ausstellung und Katalogpr\u00e4sentation bez\u00fcglich world war one begeben.<br \/>\nSehr viele Reservierungen und sehr viele Prominente, die ihre Pl\u00e4tze suchten. <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/25\/madame-stern\/\">Peter Rosei<\/a>, Helmut Peschina, Alexandra Milner, ect.<br \/>\nEine der Herausgeber wies auf die Pl\u00e4tze und teilte die Kataloge aus, denn der Katalog schien sich aus verschiedenen Stiftungen von Nachl\u00e4\u00dfen von Bildern und Briefen der Gro\u00dfv\u00e4ter zusammenzusetzen.<br \/>\nEine Radioreihe &#8220;Betrifft 1914&#8221; wird es im Juli und August, wenn dann die aktuellen Daten nahen im \u00d61 auf Marcel Atze des Leiters der Handschriftensammlung und Helmut Peschina geben. Es gab gleich ein H\u00f6rbeispiel, bevor Sylvia Mattl-Wurm in die Ausstellung einleitete. Dann gab es Briefe, beziehungsweise Postkarten von Wiener Kindern, die 1914 angewiesen wurden zu Weihnachten an die tapferen Soldaten an die Front zu schreiben und f\u00fcr sie zu beten und sehr viele Kriegserlebnisse Prominenter sind in dem Katalog  erw\u00e4hnt, der sich nach einer Anregung von Roda Roda, der f\u00fcr den Krieg Berichterstattete, in mehrere Abteilungen gliederte: &#8220;Aufzeichnen, dichten, fotografieren, Gefangen, kommunizieren, lesen, lieben, malen, mustern, versorgen, pflegen, sterben, verweigern und zensieren&#8221;.<br \/>\nDer kleine Hans Weigel hat an seinen Vater sechs Jahre in die Kriegsgefangenschaft geschrieben und sogar f\u00fcr ihn gedichtet. Stefan Zweig war Berichterstatter, Karl Kraus hat sich diesbez\u00fcglich in der &#8220;Fackel&#8221; und in den &#8220;Letzten Tagen der Menschheit&#8221; engagiert und die Wien-Bibliothek hat das alles in einem umfangreichen Katalog archiviert und im Ausstellungskabinett die Originale ausgestellt.<br \/>\nDie Schwestern Elise und Helene Richter, die im zweiten Weltkrieg umkamen, schrieben Briefen beziehungsweise lieferten sie Entw\u00fcrfe f\u00fcr einen Kinderspielzeugssanit\u00e4tshund und das Leben in Wien war bald schwer, weil das Brot, die Kartoffeln und die Kohlen rationalisiert und ein Arzt, der sp\u00e4ter gefallen ist, erregte sich \u00fcber die feigen Offizieren, die sich, um den Russen zu entgehen lieber ihre alten Geschlechtskrankheiten auskurieren lie\u00dfen, statt zu k\u00e4mpfen.<br \/>\n\u00dcber das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/11\/wien-1914\/\">Leben im Jahr 1914 <\/a>habe ich ja schon im letzten Jahr geh\u00f6rt und bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/24\/rund-um-die-burg-mit-lyrik-bim\/\" title=\"Rund um die Burg mit Lyrik-Bim\">&#8220;Rund um die Burg&#8221;<\/a> gab es ja auch einen &#8220;Ersten Weltkrieg-Schwerpunkt&#8221;.<br \/>\nBerta von Suttner, die kurz vor dem Ausbruch starb, wird demn\u00e4chst gefeiert werden und n\u00e4chste Woche wird es noch eine diesbez\u00fcgliche Installation in der Wien-Bibliothek geben.<br \/>\nJetzt gab es wieder Brot und Wein und ein paar Smalltalkgespr\u00e4che, aber die Prominent redet ja nicht mit mir und von den Stammbesuchern waren nur wenige da.<br \/>\nDie Ausstellung war aber interessant und ich habe in Harland in einer Schachtel auch ein paar Feldpostkarten meines mir unbekannten Gro\u00dfvaters aufbewahrt, die ich heraussuchen und anschauen sollte.<br \/>\nEbenso gibt es da ein kleines B\u00fcchlein, das ich mir ungef\u00e4hr 1982 kaufte und auf einen Spaziergang auf den Kahlenberg mitgenommen habe, Briefe von Soldaten aus dem Krieg an ihre M\u00fctter, Br\u00e4ute etc und dann habe ich einmal in einem der Literaturkalender, die mir der Alfred immer so getreulich schenkt, ein Gedicht von einem Alfred Lichtenstein, einen 1889 geborenen expressionistischer Dichter gefunden, das mich sehr beindruckt hat und das ich auch bei einer Lesetheaterveranstaltung zum Thema &#8220;Frieden&#8221; an einem 26. Oktober auf dem Helden oder Maria Theresiaplatz vorgetragen habe.<br \/>\n&#8220;Abschied&#8221; hei\u00dft es.<br \/>\n&#8220;Vorm Sterben mache ich noch mein Gedicht. Still, Kameraden st\u00f6rt mich nicht. Am Himmel brennt das brave Abendrot. Vielleicht bin ich in dreizehnt Tagen tot.&#8221;<br \/>\n&#8220;Alfred Lichtenstern ist am 25. September 1914 bei Vermandovillers gefallen&#8221;, ist dann noch daruntergestanden.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/23\/im-westen-nichts-neues\/\">&#8220;Im Westen nichts Neues&#8221;<\/a>, das wiederaufgelegt wurde, habe ich selbstverst\u00e4ndlich auch gelesen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das schrieb einer 1914 aus dem Krieg und ist ein paar Wochen sp\u00e4ter gefallen und die Wien-Bibliothek hat sich heute in ihre zweite Ausstellung und Katalogpr\u00e4sentation bez\u00fcglich world war one begeben. 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