{"id":29136,"date":"2014-06-21T00:27:34","date_gmt":"2014-06-20T22:27:34","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=29136"},"modified":"2014-06-21T00:27:34","modified_gmt":"2014-06-20T22:27:34","slug":"jahrhundertsommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=29136","title":{"rendered":"Jahrhundertsommer"},"content":{"rendered":"<p>Zum Sommerbeginn ein Sommerbuch, das ich vor zwei Jahren, ungef\u00e4hr um diese Zeit, ich glaube, aus dem Schrank in der Brunnengasse gezogen habe, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/19\/arbeitsbericht\/\">als ich zum Geburtstagsfest der Iris ging<\/a>, das dann nicht stattfand.<br \/>\nEin wei\u00dfes B\u00fcchlein ohne Cover Kerstin Dukens &#8220;Jahrhundertsommer&#8221; &#8211; &#8220;Ihr pers\u00f6nliches Leseexemplar &#8211; unkorrigierte Fassung, Erstverkauf am 7. 8. 2007.-  Wir bitten Sie, Rezensionen nicht vor dem Erstverkauf zu ver\u00f6ffentlichen!&#8221;<br \/>\nDa habe ich nat\u00fcrlich nachgegooglet und bin darauf gekommen, das Kerstin Duken 2006 den &#8220;Brigitte-Romanwettbewerb&#8221; gewonnen hat.  Ausgesucht aus 1610 Manuskripten von Julie Zeh,<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/10\/geld-oder-leben\/\"> Birgit Vanderbeke<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/24\/ich-bin-kein-berliner\/\">Wladimir Kaminer<\/a> und dann hat die 1966 geborene Werbetexterin ihr Buch auch noch in zwei Monaten geschrieben.<br \/>\n&#8220;Wow!&#8221;, inzwischen gibt es noch einen Erz\u00e4hlband und die Autorin, die sich offenbar gar nicht so als solche sieht, schreibt schon am n\u00e4chsten Roman.<br \/>\nDa frage ich nat\u00fcrlich nach den eintausendsechshundert anderen Manuskripten und w\u00fcrde gerne wissen, was aus ihnen geworden ist, wieviele inzwischen ebenfalls ver\u00f6ffentlicht wurden und wieviele noch in den Schubladen liegen? etwas was man wohl nicht erfahren wird.<br \/>\nKerstin Duken Erstling ist jedenfalls bei &#8220;Goldmann&#8221; erschienen und wenn man zu &#8220;Amazon&#8221; googlet kann, man auch das Cover sehen &#8220;Ausgezeichnet mit dem &#8220;Brigitte-Romanpreis&#8221; steht noch darauf.<br \/>\nWenn man zu den Rezensionen geht, kann man lesen, da\u00df viele der Besprecher mit dem ausgezeichneten Buch nicht ganz zufrieden sind, da\u00df sie meinen, da\u00df Kerstin Duken zwar schreiben k\u00f6nne, etwas dem Buch aber fehlen w\u00fcrde und dem kann ich mich irgendwie anschlie\u00dfen.<br \/>\nAber sch\u00f6n der Reihe nach. Um was geht es in dem Buch? Es geht um den Sommer, beziehungsweise drei davon, den von 2002, 2003 und 2006 und es geht um Berlin, die Stadt in dem das Buch spielt.<br \/>\nJetzt w\u00fcrde ich noch gerne wissen, ob &#8220;Berlin&#8221; das Thema der Ausschreibung war, Kerstin Duken, wohnt seit einigen Jahren jedenfalls, wie ihre Heldin Iris, in dieser Stadt. Geboren wurde sie, glaube ich,  in der N\u00e4he von Bremen, aber die biografischen Angaben, die man im Netz findet, sind rar. Im Buch gibt es \u00fcberhaupt nichts davon.<br \/>\nDas Buch ist in drei Teilen gegliedert, von einem Hochwassersommer, Hitzesommer und Fu\u00dfballsommer, habe ich auch etwas gelesen. Der letztere, der von 2006 bietet die Rahmenhandlung, beziehungsweise den Pro- und den Epilog, dann gehts ins Jahr 2003 und da geht sich Iris in eine Werbeagentur vorstellen, Mark, der Projektleiter erz\u00e4hlt etwas vom &#8220;Kundenficken&#8221;.<br \/>\nSie scheint den Job zu bekommen, hat Fantasien vom sozialen Aufstieg, sie wird sich dann noch bessere Markenklamotten kaufen, f\u00e4hrt zu ihrer Familie in das Dorf bei Bremen und besucht die demente Gro\u00dfmutter, dann geht es wieder zur\u00fcck nach Berlin und zu einer Party. Sie wird in einem Hinterhof \u00fcberfallen und ausgeraubt, was sie so sehr traumatisiert, da\u00df der Traum vom guten Job zu Ende ist.<br \/>\nDann gehts in den Jahrhundertsommer von 2003, Iris hat sich verschiedene Wohnungen angesehen und sich  im 21. Stock eines Plattenbaus mit Portier und Hausmeister in der Leipziger Stra\u00dfe niederlassen. Sie geht am Abend oft aus, sprecht M\u00e4nner oder Frauen an und verbringt die Nacht in ihren Betten. Und sie ritzt und schneidet sich. Raoul kommt zu Besuch, bietet ihr einen Auftrag an, besucht sie mehrmals und erpresst sie dann, als er ihre zerschnittenen Arme sieht.<br \/>\nAber Iris ist eigentlich ohnehin schon am Aussteigen bzw. umsatteln, hat ihr doch eine Freundin, da sie oft in den Gesichtsaal zusehen geht, eine Zeitungskolumne vermittelt. Da gibt es eine merkw\u00fcrdige Bekanntschaft zu einer merkw\u00fcrdigen Sekret\u00e4rin die Absencen oder eine gespaltene Pers\u00f6nlichkeit hat. Jedenfalls kauft sich Iris zwei Psychologieb\u00fccher, eines \u00fcber Borderline und eine \u00fcber multiple Pers\u00f6nlichkeiten.<br \/>\nSie beginnt auch eine Beziehung zu einem Rechtsanwalt und der zweite Teil endet mit einer gro\u00dfen Schneiderei. W\u00e4hrend im Epilog des Jahres 2006, alles  \u00fcberwunden oder zumindest zum Teil gel\u00f6st scheint.<br \/>\nBerlin ist ein hartes Pflaster und die Karrieren der jungen Frauen von 2002 bis jetzt, sind sehr schwierig, da wird Cola light getrunken, Gummib\u00e4rli gegessen, geraucht, gesoffen und geschnitten, nicht nur in Kerstin Dukens Buch, da habe ich schon einiges <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/08\/axolotl-roadkill\/\">andere<\/a> gelesen und man k\u00f6nnte auch denken, wenn man pessimistisch ist, da\u00df die Iris vielleicht, die erwachsene <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/06\/die-erstaunlichen-abenteuer-der-maulina-schmitt-mein-kaputtes-konigreich\/?preview=true\">Maulia Schmitt<\/a> werden wird..<br \/>\nWas mich an dem Buch ein wenig st\u00f6rte, war das rasante Dar\u00fcberhasten \u00fcber das Leben einer j\u00fcngeren Frau in der Gro\u00dfstadt, \u00fcber die man nicht wirklich viel, als die Schwierigkeit des Lebens, erf\u00e4hrt, ein bi\u00dfchen wird \u00fcber das Leben und Gewohnheit resumiert, es aber keine wirkliche Handlung, mit Aufbau, Konflikt und Entwicklung gibt.<br \/>\nDer Brigitte-Romanwettbewerb, habe ich ergooglet, war einer f\u00fcr Debuts und hat es offenbar von 2004 bis 2008  gegeben. Er hatte immer eine hohe Bewerberzahl, also circa zweitausend Debutanten, die daf\u00fcr einen Roman schrieben oder schon geschrieben hatten, was auch sehr spannend ist, da\u00df eine Frauenzeitschrift so viel kreatives Poetental f\u00f6rdern kann. Interessant aber, da\u00df ich die Namen der anderen Preistr\u00e4ger noch nie geh\u00f6rt habe und ihre pr\u00e4mierten Werke nicht zu mir durchgedrungen sind.<br \/>\nUnd jetzt auf in den Sommer, der vielleicht genauso hei\u00df und hoffentlich psychisch weniger anstrengener wird.<br \/>\nIch verlinke noch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/24\/berlin-liegt-im-osten\/\">zu<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/17\/treffen-sich-zwei\/\">einigen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/01\/herr-lehmann\/\">anderen <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/11\/pepsi-im-waschsalon\/\">Berlin B\u00fcchern<\/a>, die mir auf die Schnelle einfallen und die mir dazu passen scheinen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Sommerbeginn ein Sommerbuch, das ich vor zwei Jahren, ungef\u00e4hr um diese Zeit, ich glaube, aus dem Schrank in der Brunnengasse gezogen habe, als ich zum Geburtstagsfest der Iris ging, das dann nicht stattfand. 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