{"id":29048,"date":"2014-05-26T23:05:40","date_gmt":"2014-05-26T21:05:40","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=29048"},"modified":"2014-05-26T23:05:40","modified_gmt":"2014-05-26T21:05:40","slug":"dichten-in-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=29048","title":{"rendered":"Dichten in Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>Der 6. Abend der &#8220;Poliversale&#8221; von der ich bisher nur einen Teil des <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/19\/poliversale-russisch\/\" title=\"Poliversale Russisch\">3.<\/a> mitbekommen habe, stand unter einem besonderen Thema beziehungsweise unter einer bestimmten Vorgabe.<br \/>\n&#8220;Kann man mit Gedichten reden, diskutieren? Kann man \u00fcber Gedichte und Dichtung reden, ohne sich auf Gedichte beziehen?&#8221;, steht im Programm und Michael Hammerschmid, der Kurator lud dazu f\u00fcnf Autoren ein, die er offenbar eine bestimmte Frage stellen, sie zwei Gedichte von sich selbst und zwei von anderen anderen aussuchen und das Ganze dann noch untereinander kommizieren lie\u00df.<br \/>\nDa ich jetzt am Montag, um sechs eine Fixstunde habe, kam ich etwas zu sp\u00e4t und h\u00f6rte, als ich einen Platz gefunden habe, gerade Christine Huber, die Veranstalterin der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/08\/dicht-fest-ins-neue-jahr\/\">&#8220;Dicht-Feste&#8221;<\/a> von denen das letzte im Rahmen der &#8220;Poliversale&#8221; am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/22\/hilde-spiels-ruckkehr-nach-wien\/\" title=\"Hilde Spiels R\u00fcckkehr nach Wien\">Donnerstag<\/a> stattfand, gerade erz\u00e4hlen, wie bei ihr Gedichte entstehen.<br \/>\nBeziehungsweise, da\u00df Wort und Bild bei ihr im Zusammenhang stehen, sie sucht sich dann zwei Begriffe aus und montiert an ihnen solange herum, bis man die Frage &#8220;Was will uns der Dichter dazu sagen?&#8221;, nicht mehr beantworten kann.<br \/>\nEs folgte eine Diskussion mit Ferdinand Schmatz, der das \u00e4hnlich oder andehttp:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/13\/zweimal-felix-philipp-ingold\/rs zu machen scheint. Dann die zwei Huber Gedichte und je eines von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/13\/zweimal-felix-philipp-ingold\/\">Felix Philipp Ingold<\/a> und eines von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/03\/von-gertrude-stein-zu-betty-paoli\/\">Gertrude Stein<\/a>, alles sehr experimentell und so kenne ich ja die Autorin, die mit Ilse Kilic befreundet ist, in der Edition &#8220;Freibord&#8221; puliziert, nach Gerhard Koflers Tod gemeinsam mit Gerhard Jaschke GAV-Generalsekret\u00e4rin war, jetzt ist das Ilse Kilic mit Gerhard Jaschke und als ich vor langer langer Zeit nach Klagenfurt zum &#8220;Preis der Arbeit&#8221;, den es damals kurz dort gegeben hat, eingeladen wurde, war sie auch dort und hat mit einem Text \u00fcber Zimmerm\u00e4dchen, der sicher realistisch war, gewonnen.<br \/>\nFerdinand Schmatz, der, wie ich 1953 geboren wurde, inzwischen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/30\/sprachkunstabschluss-und-fest-fur-robert-schindel\/\">Leiter des Hochschullehrgangs f\u00fcr Sprachkunst<\/a> ist, folgte und erz\u00e4hlte, da\u00df er mit oder durch Reinhard Priessnitz sozialisiert wurde. Er hat sich auch eines seiner Gedichte ausgesucht und las dann aus dem &#8220;gro\u00dfen babeln&#8221;.<br \/>\nIch war schon \u00f6fter in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/22\/wien-rhapsodie\/\">seinen<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/05\/ein-abend-fur-raoul-blahacek\/\">Veranstaltungen<\/a> und kann mich an die zwei &#8220;Reisen &#8211; in achtzig Gedichten um die ganze Welt&#8221;, bzw. &#8220;in achtzig flachen hunden in die ganz tiefe Grube&#8221; B\u00fccher erinnern, die er gemeinsam mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/11\/h-c-artmann-preis-an-franz-josef-czernin\/\">Franz Josef Czernin<\/a> sowohl bei Heimrad B\u00e4cker in Linz, als auch bei Jochen Jung in Salzburg herausgegeben hat und den letzteren damit hineinlegte.<br \/>\nDas &#8220;Edition neue Texte-Buch&#8221; habe ich glaube ich in meinen Best\u00e4nden.<br \/>\nDie Diskussion bezog sich auf die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/12\/2-tage-reden-uber-h-c-artmann\/\">Wiener Gruppe<\/a> und Ferdinand Schmatz Sozilisation zum Dichter, die au\u00dfer von Reinhard Priessnitz auch von Ernst Jandl und Friederike Mayr\u00f6cker gepr\u00e4gt wurde.<br \/>\nDer Doyen und ehemalige Professor f\u00fcr Sprachkunst, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/28\/der-kalte\/\">Robert Schindel<\/a> folgte und sprach von seiner Sozialisierung durch den sozialistischen Realismus, da seine Eltern Kommunisten waren, die das Wort als Waffe pr\u00e4gten.<br \/>\nNach der Pause kam die 1983 in Graz geborene Sonja Harter, die ich, glaube ich, zum ersten Mal pers\u00f6nlich sah und die auch einen ganz anderen Ton in die bisher eher experimentelle Diskussion einbrachte, n\u00e4mlich durch ihre Frage, wie sehr die Mutterschaft das Dichten ver\u00e4ndert und dazu das Beispiel brachte, da\u00df Friederike Mayr\u00f6cker bei der Mitteilung, da\u00df sie schwanger w\u00e4re, zuerst &#8220;Um Gottes Willen&#8221; und dann erst &#8220;Gratuliere!&#8221;, gesagt h\u00e4tte.<br \/>\nEs folgten zwei Gedichte, eines von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/05\/funfter-schreibetag-und-mayrocker-lesung\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, die sich darin ihre Kinder, die sie nie gehabt hat, vorstellte und eines von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/15\/poetiken\/\">Helwig Brunner<\/a> \u00fcber seine Vaterschaft und in der Diskussion waren die Dikutanten ein bi\u00dfchen ratlos und wu\u00dften nicht, wie die Mutterschaft zum Dichten passe? Mir sind da die Frauen eingefallen, die am K\u00fcchentisch zu schreiben angefangen haben, w\u00e4hrend ihre Kinder schliefen, aber das waren Astrid Lindgren und Christine N\u00f6stlinger, also nicht unbedingt Lyrikerinnen, allerdings habe ich, glaube ich, auch geh\u00f6rt, da\u00df Nelly Sachs am K\u00fcchentisch in Schweden gedichtet h\u00e4tte, w\u00e4hrend sie ihre Mutter betreute.<br \/>\nUnd <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/22\/reflektive-prosa\/\">Andreas Unterweger<\/a>, der auch kein Lyriker ist, hat ein Buch \u00fcber seine Vaterschaft geschrieben. Gibt es das weibliche und m\u00e4nnliche Dichten und kann man das Geschlecht erkennen? Ich behaupte da ja immer, da\u00df man kann und der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/25\/erich-fried-preis-an-nico-bleutge\/\">&#8220;Fried-Preistr\u00e4ger&#8221; Nico Bleutge<\/a>, der auch noch am Podium sa\u00df, erz\u00e4hlte von einem Projekt, wo man man das untersucht h\u00e4tte und 98% der Sch\u00e4tzungen w\u00e4ren richtig gewesen.<br \/>\nDer 1972 in M\u00fcnchen Geborene, der in letzter Zeit einige Gedichtb\u00e4nde herausgegeben hat, erz\u00e4hlte etwas von einer &#8220;D\u00e4mmeratmosph\u00e4re, die ihn interessieren w\u00fcrde und wurde dann auf &#8220;Naturgedichte&#8221; festgelegt, was er gar nicht so sehen wollte, beziehungsweise von Michael Hammerschmid Wahrnehmungsdichter genannt.<br \/>\nAm Schlu\u00df folgte noch eine Runde, wo jeder der Eingeladenen ein paar Gedichte las und ich habe wieder sehr viel, obwohl ich den Zusammenhang in dieser Diskussions- und Fragerunde nicht ganz gesehen habe und auch nicht wirklich verstanden habe, was das Dichten jetzt mit der Gesellschaft zu tun hat, weil man das ja meistens wohl allein betreiben, aber nat\u00fcrlich f\u00fcr diese tun wird. Ein interessanter Aspekt des Lyrik-Festivals in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; also und morgen geht es weiter und da werde ich auch p\u00fcnktlich sein. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 6. Abend der &#8220;Poliversale&#8221; von der ich bisher nur einen Teil des 3. mitbekommen habe, stand unter einem besonderen Thema beziehungsweise unter einer bestimmten Vorgabe. &#8220;Kann man mit Gedichten reden, diskutieren? 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