{"id":28918,"date":"2014-05-21T00:33:04","date_gmt":"2014-05-20T22:33:04","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=28918"},"modified":"2014-05-21T00:33:04","modified_gmt":"2014-05-20T22:33:04","slug":"sieben-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28918","title":{"rendered":"Sieben Jahre"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Ein Mann zwischen zwei Frauen, die eine ist begehrenswert, bei der anderen f\u00fchlt er sich frei&#8221;, steht am Buchr\u00fccken von Peter Stamms Roman, mit dem er <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/25\/lesebuch-zur-longlist-deutschen-buchpreis-09\/\">2009 auf die Longlist des dBps<\/a> gekommen ist.<br \/>\nIch habe das zwar ein bi\u00dfchen anders empfunden, aber trotzdem hat mich der Roman des 1963 geborenen Schweizers, auf dessen Namen ich wahrscheinlich durch die damalige Buchpreisnominierung aufmerksam geworden bin, sehr fasziniert.<br \/>\nIch habe dann von ihm den Erz\u00e4hlband <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/20\/wir-fliegen\/\">&#8220;Wir fliegen&#8221;<\/a> beim Morawa um einen Euro gekauft und die Erz\u00e4hlweise ein bi\u00dfchen kompliziert gefunden.<br \/>\nBei Romanen ist das wohl einfacher, zumindest bei diesen, er flie\u00dft dahin, ist sehr spannend und leicht zu lesen, manchmal ein bi\u00dfchen kitschig vielleicht, dann dachte ich, so ist das Leben und die Leute und Peter Stamm, der ja auch Psychologie studiert hat, parodiert damit die leistungsorientierte Aufstiegsgesellschaft, die, die aus dem sogenannten Kleinb\u00fcrgertum kommen und die, die schon oben waren.<br \/>\nDas Ganze beginnt mit einer Rahmenhandlung, bei einer Vernissage, Antje die ausstellende K\u00fcnstlerin aus Marseille, wohnt bei ihrer Freundin Sonja, die mit Alex verheiratet ist, beide sind Architekten, es gibt die zehnj\u00e4hrige Tochter Sophie und eine Katze namens Mathilda.<br \/>\nDann geht es zur\u00fcck in die Studentenjahre, wo die Diplomarbeiten verteidtigt werden mu\u00dften.<br \/>\nFerdi, R\u00fcdiger, Sonja und Alex bereiten sich darauf vor und haben erst die Paarschaften gewechselt, Alex sich von Alice getrennt und Sonja von einem der beiden M\u00e4nner.<br \/>\nDie M\u00e4nner gehen etwas trinken, lernen dabei zwei M\u00e4dchen kennen, mit denen sie anbandeln wollen, jetzt brauchen sie nur noch eine Frau f\u00fcr Alex und zeigen auf ein unbeholfenes buchlesendes M\u00e4dchen, das Alex ohnehin schon die ganze Zeit anzustarren scheint.<br \/>\nEs ist die Polin Iwona, die in einer der katholischen Buchhandlungen M\u00fcnchens arbeitet, in einem Studentenheim wohnt, von den gebildeten Studenten nicht ernstgenommen wird, Alex in ihr Zimmer l\u00e4\u00dft, sich aber nicht ausziehen will, obwohl sie &#8220;Ich liebe dich!&#8221; zu ihm sagt.<br \/>\nEs kommt zu einer seltsamen Beziehung zwischen den beiden. Alex f\u00e4hrt mit Sonja auch nach Maseille, um sich die Geb\u00e4ude Le Corbusier, dem Gott der damaligen Architekten, anzusehen. Sonja sucht sich auch eine Praktikumsstelle und Alex f\u00e4hrt zur\u00fcck um sein Praktikum in einem langweiligen B\u00fcro zu machen.<br \/>\nZu Weihnachten kommt Sonja wieder, bringt ein Modell ihres Traumhauses mit und sie heiraten. Er erz\u00e4hlt ihr von seiner Beziehung zu Iwona und macht mit ihr Schlu\u00df.<br \/>\nDann er\u00f6ffnen die beiden ihr Architekturb\u00fcro, arbeiten viel, vergr\u00f6\u00dfern, steigen auf, wollen auch ein Kind, aber leider klappt es nicht, wahrscheinlich zuviel Stre\u00df.<br \/>\nEs kommt ein Brief von Iwona, wo sie um Geld f\u00fcr eine Operation bittet und die Beziehung beginnt von Neuem.<br \/>\nJetzt l\u00e4\u00dft sie Alex in ihrem kleinen vollgestopften Zimmer an sich heran, er gibt ihr Geld, sagt ihr was er daf\u00fcr von ihr will, sie tut es schweigend, denn sie ist nicht sehr beredt, liebt ihn aber immer noch und als sie schwanger wird, kommen Alex und Sonja auf die Idee das Kind zu adoptieren. Iwona gibt es frei und verschwindet dann wieder aus Alex Leben, bis es zu einer Baukrise kommt. Angestellte entlassen  und schlie\u00dflich die Insolvenz angemeldet werden mu\u00df.<br \/>\nSonja verschwindet wieder nach Marseille, Alex bleibt zur\u00fcck, um mit der Insolvenzverwalterin zu retten, was noch zu retten ist, beginnt zu trinken und sucht nach Iwona, die er bei ihrer Cousine findet und bei ihr im betrunkenen Zustand noch einmal \u00fcbernachtet.<br \/>\nDiese Geschichte erz\u00e4hlt Alex Antje am Morgen nach der Vernissage. Sophie kommt und erz\u00e4hlt dem Papa, da\u00df Sonja sie gefragt h\u00e4tte, ob sie in Marsaille leben will?<br \/>\nDann kommt sie selber und verk\u00fcndet Alex dorthin zur\u00fcckzugehen und Mann und Kind zu verlassen.<br \/>\nDie Geschichte endet am Flughafen, wo Alex den entschwindenden Flugzeugen nachsieht und ich habe das Buch sehr spannend gefunden, obwohl mir der \u00fcberhebliche Ton, mit dem \u00fcber die unbeholfene, bigotte Iwona geschrieben wird, nicht gefallen hat, denke aber, ihn als Parodie interpretieren zu k\u00f6nnen und halte den Schweizer Autor, den ich im Herbst im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/20\/peter-stamm-im-literaturhaus\/\">Literaturhaus<\/a> kennenlernen konnte, f\u00fcr einen guten Schriftsteller.<br \/>\nDas Literaturcafe, bzw. Malte Bremer ist da ja etwas anderer Ansicht, gab es da ja eine Diskussion \u00fcber den ersten Roman &#8220;Agnes&#8221;, den Wolfgang Tischer, bei der deutschen &#8220;B\u00fccherschenkaktion&#8221; zum Welttag des Buches nicht anbringen konnte.<br \/>\nIch habe voriges Jahr sowohl &#8220;Agnes&#8221; als auch &#8220;Sieben Jahre&#8221; bei &#8220;Thalia&#8221; in der Kremsergasse in der Abverkaufkiste gefunden und den Erz\u00e4hlband <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/23\/blind-date-und-andere-ereignisse-zum-welttag-des-buches\/\">&#8220;Seer\u00fccken&#8221;<\/a>, zuf\u00e4lligerweise, am heurigen Welttag des Buch im &#8220;Wortschatz&#8221;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Ein Mann zwischen zwei Frauen, die eine ist begehrenswert, bei der anderen f\u00fchlt er sich frei&#8221;, steht am Buchr\u00fccken von Peter Stamms Roman, mit dem er 2009 auf die Longlist des dBps gekommen ist. 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