{"id":28896,"date":"2014-05-20T00:45:24","date_gmt":"2014-05-19T22:45:24","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=28896"},"modified":"2014-05-20T00:45:24","modified_gmt":"2014-05-19T22:45:24","slug":"zwischen-zwei-welten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28896","title":{"rendered":"Zwischen zwei Welten"},"content":{"rendered":"<p>Die gemeinsam mit seinem Sekret\u00e4r und seinem Textdichter herausgegebene Autobiografie &#8220;Mein Leben&#8221; zum f\u00fcnfundsiebzigsten Geburtstag des am 14. Juli in Pilsen geborenen Karl Gott, habe ich vom <a href=\"https:\/\/www.m-vg.de\/riva\/shop\/article\/3229-zwischen-zwei-welten\/\">&#8220;Riva-Verlag&#8221;<\/a> geschickt bekommen, der mir, seit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/27\/besuch-von-judith-grohmann-und-diskussions-zum-fpo-ball\/\" title=\"Besuch von Judith Grohmann und Diskussion zum FP\u00d6-Ball\">Judith Grohmann meinen Blog<\/a> gefunden hat, seine B\u00fccher anbietet und wieder k\u00f6nnte man sagen, die Biografie eines Schlagers\u00e4ngers interessiert mich nicht, aber als 1953 geborene, die bei ihren Eltern \u00f6fter vor dem Fernseher sah, bin ich, um den S\u00e4nger nicht herumgekommen und als Jugendliche habe ich mich \u00f6fter gefragt, wieso ein Tscheche Deutsch singt, Gott hei\u00dft, obwohl er im Kommunismus lebt, lebt er \u00fcberhaupt dort und wie geht es ihm damit?<br \/>\nFragen, die ich damals nicht beantworten konnte und so ist diese Autobiografie, die ja schon das Antwortgeben im Titel andeutet, besonders interessant und es hat mich auch erstaunt, da\u00df ich, die ich jetzt fernsehlos, schon jahrelang nichts mehr von dem S\u00e4nger geh\u00f6rt habe, in dem Buch erfahren habe, da\u00df er immer noch singt, nicht daran denkt, damit aufzuh\u00f6ren, sondern sogar etwas von der &#8220;Mitte des Lebens&#8221; schreibt, in dem er sich befindet. Nun ja Zeitgeschichte interessiert mich und so habe ich wiedermal viel gelernt und Neues erfahren.<br \/>\nEs beginnt mit einer Einleitung in Las Vegas, denn dort ist der S\u00e4nger 1967 zu einem monatlangen Gastspiel eingeladen, lernt Frank Sinatra, Sammy Davis Jr., etc kennen und wird von den Veranstaltern, als der Mann aus dem Kommunismus gehandelt, was ihm ein wenig peinlich ist.<br \/>\nHier kommen auch die S\u00e4tze, wie dem Publikum alles geben und da\u00df man, um jeden Preis singen mu\u00df, auch wenn die Stimme nicht mehr kann und das Atteste von HNO-\u00c4rzten, etc. nichts n\u00fctzen.<br \/>\nDann gehts zur\u00fcck nach Pilsen bzw. in die CSSR und zu dem Bekenntnis, da\u00df Karel, der wirklich Gott hei\u00dft und keinen K\u00fcnstlernamen hat, eigentlich Maler werden wollte, die Kunstakademie hat ihn nicht aufgenommen.<br \/>\nSo machte er eine Lehre und sang in seiner Freizeit in verschiedenen Clubs, machte dann eine Ausbildung zum Operns\u00e4nger und die Karriere begann.<br \/>\nAuslandsaufenthalte, Shows, etc, nicht das gro\u00dfe Geld, denn das behielt die CSSR sich ein und gab sozusagen nur eine Aufwandsentsch\u00e4digung an die K\u00fcnstler ab und 1968, Karel Gott hat, wie er betonte und ich auch im Netz nachlesen kann, immer die Musik von der Politik getrennt, gab es einen Flug nach Hamburg.<br \/>\nAlle dachten, er k\u00e4me nicht zur\u00fcck, aber die Eltern waren da und h\u00e4tte er sein Publikum nicht entt\u00e4uscht und die &#8220;goldene Stimme aus Prag&#8221; h\u00e4tte es dann auch nicht mehr gegeben. So dementierte er in einer Pressekonferenz, war dann aber viel in Deutschland, auch in der DDR, aber dort war es mit der westlichen Dekadenz etwas schwierig, sang mit Udo J\u00fcrgens oder f\u00fcr ihm beim Songcontest, trat in den Shows von Peter Alexander auf und dachte dann doch wiedermal daran, im Ausland zu bleiben, dementierte wieder, bzw wurde er von den Tschechen wieder aufgenommen.<br \/>\nIn &#8220;Wikipedia&#8221; kann man etwas von einer umstrittenen Rolle nach 1968 lesen, Gott schreibt, da\u00df man ihn in Berlin einmal die Schlagzeile der Bildzeitung unter die Nase hielt, die ihn als Spion outete und alle lachte, aber von den Wanzen in den Hotelzimmern und, da\u00df man bei Interviews h\u00f6llisch aufpassen mu\u00df, was man sagt, hat er schon gewu\u00dft.<br \/>\nDas n\u00e4chste Kapitel sind die Frauen, von denen wird ein Schlagers\u00e4nger mit der &#8220;Schicksalsmelodie&#8221; ja sehr umjubelt, im Netz liest man etwas von einem &#8220;Schuhfetischisten&#8221; und Karel Gott gibt zu immer Beziehungen, manchmal auch mehrere auf einmal gehabt zu haben, es gibt eine 1973 geborene Tochter namens Dominika, von der er erst nach ihrer Geburt erfuhr, dann noch eine andere und eine sehr sp\u00e4te Ehe, die 2008 in Las Vegas geschlossen wurde, mit zwei kleinen T\u00f6chtern und dazu den lapidaren Satz, da\u00df es doch sch\u00f6n ist, einer der wenigen zu sein, mit der Rente auch Kindergeld zu bekommen.<br \/>\nIm beruflichen Bereich ging es weiter mit der &#8220;Biene Maja&#8221;, die Karel Gott zuerst gar nicht singen wollte, dann ein Welterfolg wurde, f\u00fcr die er auch 2012 von Stadtrat Mailath-Pokorny im Wiener Rathaus eine Auszeichnung bekam.<br \/>\n1989 kam die Wende, da dachte Karel Gott kurz daran, beruflich abzutreten, im Gespr\u00e4ch &#8220;for President&#8221; war er, nachdem Vaclav Havel nicht mehr kanditieren durfte, auch und gro\u00dfe Reisen, wie in die Carnegy Hall mit einundsechzig Jahren kamen ebenfalls.<br \/>\nAuf den Malediven erlebte er einen Tsunami und was die Ehrungen betraf, so ist er in einem Wachsfigurenkabinett dargestellt und hatte eine Zeitlang auch sein eigenes Museum.<br \/>\nIm zweiten Teil des Buches gibt es Themenkapitel. So ist eines seinen Russlandreisen gewidmet, wo er ein gro\u00dfes Fanpublikum hat und w\u00e4hrend er durch Armenien reiste, sehr viel Cognac trinken mu\u00dfte.<br \/>\nDie schnellen Autos und die Unf\u00e4lle, die er damit hatte, geh\u00f6ren auch zu seinem K\u00fcnstlerleben. Im Filmen hat er sich \u00f6fter selbst gespielt und nicht die Charakterrollen bekommen, die er gerne h\u00e4tte, \u00e4hnlich ist das in seinem Tenorleben, da gab es auch einige Ausfl\u00fcge in die Opernwelt, um die gro\u00dfen Mozart-Arien ist er aber gekommen und dann gibt es noch das Kapitel Malen in seinem Leben, das eine gro\u00dfe Rolle spielt, so hat er sich ja schon als Kind gerne Kunstb\u00fccher angeschaut und dann trotz nicht bestandener Aufnahmspr\u00fcfung 1954 weitergemalt. Zu seiner Freude und zur Stre\u00dfbew\u00e4ltigung, trotzdem gab es viele Ausstellungen und Johannes Mario Simmel hat sich auch etwas von ihm illustrieren lassen, den eigenen Stil hat er aber, wie er schreibt nicht so ganz gefunden.<br \/>\nIn der Mitte des Buches gibt es einen Fototeil mit einigen Schnappsch\u00fc\u00dfen aus dem Privatalbum. Einen Anhang mit der Albendiskografie, den Preisen und Auszeichnungen, sowie den Gl\u00fcckw\u00fcnschen und Worten von Kollegen und Freunden, gibt es auch und was das Buch, vielleicht besonders macht, hat Karel Gott auch immer seine Meinungen \u00fcber Politik, Kindererziehung, den Gefahren von Facebook, Internet, etc eingeflochten, die Einblick in das K\u00fcnstlerleben geben, bei dem es ihm, wie er schreibt, immer wichtig war &#8220;nicht nur ein guter S\u00e4nger, sondern auch ein guter Mensch gewesen zu sein.&#8221;<br \/>\nEin interessantes Buch f\u00fcr alle Karel Gott Fans, das die Welten des K\u00fcnstlers sehr gut zeigt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gemeinsam mit seinem Sekret\u00e4r und seinem Textdichter herausgegebene Autobiografie &#8220;Mein Leben&#8221; zum f\u00fcnfundsiebzigsten Geburtstag des am 14. 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