{"id":28890,"date":"2014-05-18T00:02:03","date_gmt":"2014-05-17T22:02:03","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=28890"},"modified":"2014-05-18T00:02:03","modified_gmt":"2014-05-17T22:02:03","slug":"meine-kindheit-in-den-bergen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28890","title":{"rendered":"Meine Kindheit in den Bergen"},"content":{"rendered":"<p>Wie erz\u00e4hlt ein Kabarettist einen Heimatroman?<br \/>\nEr nimmt ein gelb rosa gr\u00fcnes Tapetenbl\u00fcmchenmustercover. setzt ein herziges blondes Kinderbildchen davor und vor die einzelnen Kapiteln ein Hirschgeweih.<br \/>\nDann geht es los mit den Erinnerungen an eine wundersch\u00f6ne Dorfkindheit. Da redet einer dem Vater ein, da\u00df man durch Kinderlosigkeit Steuern sparen kann. Er hat aber f\u00fcnf oder sechs Kinder, so m\u00fc\u00dfen immer zweimal zwei am Tisch einen Erwachsenen spielen, n\u00e4mlich Uri Geller, den Gabelverbieger als Onkel, damit keine Leute kommen, weil sie Angst vor Besch\u00e4digung ihres Bestecks haben, bzw. zwei andere m\u00fc\u00dfen das Au- Pair-M\u00e4dchen des Bundeskanzlers mimen, dann kommen zwar erst recht die Leute, weil sie die Beziehungen n\u00fctzen wollen und wenn eines der Kinder im Unterleib des Gastes zuviel redet, wird es mit Klosterfrau Melissengeist berauscht.<br \/>\nDie katholische Kindheit spielt nat\u00fcrlich auch eine Rolle, so spricht die Mutter davon, da\u00df immer wenn man etwas B\u00f6ses tut, etwa unartig ist, nicht im Haushalt hilft, schlechte Noten hat, etc, einen Punkt ins Herz bekommt und wenn das Ma\u00df voll ist, geht es ab ins Fegefeuer oder in die H\u00f6lle, die ja noch viel &#8220;klassischer&#8221; klingt.<br \/>\nUnd da die H\u00fchnerherzen, die die Mutter f\u00fcr die Suppe braucht, sehr klein sind, wachsen die Kinder\u00e4ngste, werden aber bald von den Dorfproblemen abgelenkt.<br \/>\nDenn da hat der Vater die B\u00e4ume mit Schmierseife eingerieben, so fallen die Katzen hinunter und m\u00fc\u00dfen durch V\u00f6gel ersetzt werden und als die dann fehlen, errichten die \u00e4lteren Damen des Dorfs eine Stra\u00dfensperre und marschieren mit einer Petion zum B\u00fcrgermeister, Probleme mit den Flugfischen gibt es auch noch.<br \/>\nWie es weiterging, wird man aber nicht erfahren, denn &#8220;Pl\u00f6tzlich fiel dem Autor auf, da\u00df ihm beim besten Willen nichts mehr zu der Geschichte einfallen w\u00fcrde.&#8221;<br \/>\nWas f\u00fcr die die gern das Heitere lesen und sich an der Bl\u00f6dheit der Bauern erg\u00f6tzen wollen, sehr schade ist.<br \/>\nAber nat\u00fcrlich h\u00e4lt uns diese Dorfparodie den Spiegel vor und man k\u00f6nnte sich vielleicht selbst erkennen und auch \u00c4hnlichkeiten mit der st\u00e4dtischen Kindererziehung, Steuermoral, Zust\u00e4nden im B\u00fcrgermeisteramt oder in der Regierung finden&#8230;<br \/>\nDas Ganze ist sehr flott dahingeschrieben und, da\u00df der 1969 in Wien geborene Autor, der bei FM4 Programmgestalter ist und gemeinsam mit Martin Puntigam und Erwin Steinhauer auftrat, in seine Dorfidylle immer wieder Phrasen unseres modernen Lebens mischt, also von &#8220;Premium Class der Heiligsprechung&#8221; und davon, da\u00df die &#8220;Katzen l\u00e4ngst zum Service geh\u00f6ren w\u00fcrden&#8221;, schreibt, macht das Ganze besonders spannend, beziehungsweise lustig und wenn ich mich nicht sehr irre, habe ich einen Auszug des bei <a href=\"http:\/\/www.holzbaumverlag.at\/meine-kindheit-in-den-bergen\/\">&#8220;Holzbaum&#8221;<\/a> gerade erschienenen Buches, schon in \u00d61 am Ostermontag in einer Kabarettsendung geh\u00f6rt, als wir von Harland nach Wien gefahren sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie erz\u00e4hlt ein Kabarettist einen Heimatroman? Er nimmt ein gelb rosa gr\u00fcnes Tapetenbl\u00fcmchenmustercover. setzt ein herziges blondes Kinderbildchen davor und vor die einzelnen Kapiteln ein Hirschgeweih. Dann geht es los mit den Erinnerungen an eine wundersch\u00f6ne Dorfkindheit. Da redet einer &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28890\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-28890","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28890","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28890"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28890\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28890"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28890"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28890"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}