{"id":28858,"date":"2014-05-13T22:34:46","date_gmt":"2014-05-13T20:34:46","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=28858"},"modified":"2014-05-13T22:34:46","modified_gmt":"2014-05-13T20:34:46","slug":"literarische-reaktionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28858","title":{"rendered":"Literarische Reaktionen"},"content":{"rendered":"<p>Unter diesem Thema stand die achtzehnte Literaturwerkstatt, die seit acht oder sind es schon zehn Jahre in der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221; unter Semier Insaif stattfindet. Ich habe nur <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/24\/perspektive-und-performanz\/\">eine davon geh\u00f6rt<\/a>, wo ich Laura Freudenthaler, Elisabeth Klar und Kathrin Primetzhofer kennenlernte.<br \/>\nNadine Kegele habe ich damals schon vom <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/04\/linke-worter\/\">Volksstimmefest <\/a>oder von Angelika Reitzers <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/13\/alltag-stimmung-spharen\/\">&#8220;Textvorstellungen&#8221;<\/a> gekannt und heute traten die drei Erstgenannten ohne sie auf, die sich vielleicht in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/07\/letztes-bachmannpreiskolloquium\/\" title=\"Letztes Bachmannpreiskolloquium?\">Klagenfurt befindet, wo sie ja seit Mai Stadtschreiberi<\/a>n ist.<br \/>\nWieder junge Leute im Publikum, die ich nicht kante und eine junge Frau, die einer anderen auf ihrem Handy, das Cover eines, ihres bei &#8220;Residenz&#8221; erscheinenden Buches zeigte.<br \/>\nWas mich gleich neugierig machte, denn die &#8220;Residenz-Herbstvorschau&#8221; ist ja gestern zu mir gekommen. Ich kannte die junge Frau aber nicht, r\u00e4tselte dann aus dem Programm, das das vielleicht Elisabeth Klar sein k\u00f6nnte, denn deren Debutroman, der am 4. September oder so erscheinen soll &#8220;Wie im Wald&#8221; habe ich mir ja schon bestellt.<br \/>\nDann kam aber die 1986 geborene Autorin mit den anderen, dem Moderator und Manfred M\u00fcller aus dem Autorenzimmer und Manfred M\u00fcller erw\u00e4hnte gleich, da\u00df Elisabeth Klar auf dem Cover der Vorschau zu sehen ist und , da\u00df von einigen anderen Autorinnen der jungen Literaturwerkstatt Wien bereits B\u00fccher erschienen sind.<br \/>\nVon Nadine Kegele die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/24\/vom-der-sechsten-buch-wien\/\" title=\"Von der sechsten Buch-Wien\">&#8220;Annalieder&#8221;<\/a>, von Laura Freudenthaler der Erz\u00e4hlband &#8220;Der Sch\u00e4del von Madelaine&#8221;, ich habe von der 1984 in Salzburg geborenen Autorin, die auch die &#8220;Leondinger Akademie&#8221; besucht hat, Texte in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/27\/gute-grunde\/\" title=\"Gute Gr\u00fcnde\">&#8220;Gute-Gr\u00fcnde-Anthologie&#8221;<\/a> gelesen, die mir ja <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/20\/buchfestival-fur-verlags-autoren-und-self-publisher\/\" title=\"Buchfestival f\u00fcr Verlags-Autoren und Self Publisher\">Luis Stabauer<\/a> im Herbst so freundlich \u00fcberlassen hat, von Theodora Bauer &#8220;Das Fell der Tante Meri&#8221;, das Anna Jeller auf ihrer Facebookseite  sehr lobte.<br \/>\nSehr produktiv also die Literaturwerkstatt und diesmal stand sie auch unter einem besonderen Thema. Beziehungsweise wurde den Autorinnen ein Bild vorgegeben, das in der Gesellschaft projiziert war und sie sollten einen Text dazu schreiben.<br \/>\nSemier Insaif brachte dazu zwei gegenseitige Meinungen, verriet nicht, von wem das Bild war, auch die Autorinnen schienen es nicht zu wissen und befragte die jungen Frauen vorher und nachher etwas zu den Begriffen &#8220;\u00dcberspringen&#8221; und &#8220;\u00dcbersetzen&#8221;.<br \/>\nDas Bild war eines, das mir Anfangs gar nichts sagte, eine braune Fl\u00e4che mit ein paar Pinself\u00f6rmigen Farbkleksen. Die anderen scheinen ein Gesicht darin gesehen zu haben, mir blieb das verborgen und Laura Freudenthaler, die erste Leserin, erz\u00e4hlte, da\u00df sie Weite und Offenheit gesehen h\u00e4tte und danach an einem l\u00e4ngeren Text, an dem sie schon geschrieben hat, weitergearbeitet hat und der war sehr interessant, ging es darum doch um ein Leben auf dem Land und den &#8220;Karl M\u00fcller Hof&#8221;, wo eine Anna einheiratet, die ein armes Kind gewesen ist, die ihren Vater immer weinen sah, weil er seinen Lohn vertrank, w\u00e4hrend die Mutter schweigend n\u00e4hte oder stopfte. Dann kam der Wagner Josef holte sie und es gab bald drei Kinder, zwei Buben und das Fannerl, die von einer Magd beaufsichtigt wird, beziehungsweise sich unter dem Tisch versteckt, w\u00e4hrend die Mutter in der K\u00fcche Teig r\u00fchrt. Da h\u00e4tte ich noch eine Perspektive zu dem braunen Untergrund gesehen, sonst aber keine Assoziation zu dem Bild gehabt.<br \/>\nSemier Insaif fragte nach Einf\u00e4llen und die Zuh\u00f6rer sahen das Gesicht und Vogelpersepektive auf das Dorf, interessant, interessant.<br \/>\nIch h\u00e4tte das Bild abstrakt beschrieben und mir das eigentlich auch von der Veranstaltung, ist ja auch Semier Insaif ein eher abstrakter Lyriker, erwartet.<br \/>\nDie zweite Leserin war Katrin Premtshofer, 1980 geboren und Kunsttherapeutin, die viel mit Figurentheater macht.<br \/>\nSie hat ihren Text &#8220;Max und Eva&#8221; genannt und beginnt damit, das Eva die Wohnung nach einem Streit mit Max verl\u00e4\u00dft, sie hinterl\u00e4\u00dft ihm einen Brief, den er nie bekommt, da die demente Nachbarin das Essen am Herd stehen l\u00e4\u00dft, so da\u00df das Haus abbrennt. Max kommt zur\u00fcck, sucht Eva und kann sie nicht anrufen, da sein Handy in der Wohnung ist und sie sucht ihn dann auch und die Beziehung geht vielleicht weiter oder nicht.<br \/>\nInteressant interessant, die zwei erz\u00e4hlenden Texte und das Feuer hat mich auch irgendwie angesprochen, obwohl die Klekse auf dem Bild h\u00f6chstens orange waren. Die Zuseher sahen jetzt Treppen und Semier Insaif, der ja auch Coach und Trainer ist, machte darauf aufmerksam, wie die Wahrnehmungen t\u00e4uschen beziehungsweise wechseln und eine \u00e4ltere Dame bedauerte, da\u00df das alles so gegenw\u00e4rtig sei, sie w\u00fcrde den Tod vermissen, der kam dann mit Elisabeth Klar, wo einer im Sch\u00fctzengraben zu liegen scheint. Jedenfalls h\u00f6rt er die Sch\u00fc\u00dfe der Russen und Schritte, stellt sich tot, wird am Arm erfa\u00dft, in seinen Mund wird auch gegriffen und schlie\u00dflich handelt es sich um eine Sch\u00e4delverletzung. Er liegt im Krankenhaus und wacht allm\u00e4hlich auf. Sehr sehr spannend die wechselnden Perspektiven, was das mit dem Bild zu tun hat, habe ich wieder nicht verstanden, die Zuh\u00f6rer sahen aber den Sch\u00fctzengraben und einer Dame fiel <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/23\/im-westen-nichts-neues\/\">Remarques &#8220;Im Westen nichts Neues&#8221;<\/a> ein, an das ich auch gedacht habe und an Felix Mitterers &#8220;Sibirien&#8221;, was ich in der Verfilmung mit Fritz Muliar ja \u00f6fter den Pflegehelferinnen bei den diesbez\u00fcglichen Umschulungen im ehemaligen Geriatriezentrum Wienerwald zeigte.<br \/>\nDann kam wieder Semier Insaif und deckte auf, da\u00df es sich um ein 1934 gemaltes Bild eines Russen handelte, das John Cage um f\u00fcnfundzwanzig Dollar kaufte, der es &#8220;Mediation&#8221; nannte und das sehr klein war, weil er an Arthritis leidend, nur mehr mit zwei H\u00e4nden malen konnte.<br \/>\nSpannend, spannend, was ein so ruhiges Bild alles ausl\u00f6sen kann. Ich h\u00e4tte wahrscheinlich eine Pinselgeschichte geschrieben oder nur beschrieben, aber die jungen Frauen der jungen Literaturwerkstatt sind sehr erz\u00e4hlend und sehr phantasiereich, was ich, die ich mich ja in den Neunzehnsiebziger- und Achtzigerjahren, als ich zu schreiben begonnen habe, unter den Experimentellen, die damals die Literaturszene beherrschten, sehr eingeschr\u00e4nkt gef\u00fchlt habe, sehr erfreulich finde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter diesem Thema stand die achtzehnte Literaturwerkstatt, die seit acht oder sind es schon zehn Jahre in der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221; unter Semier Insaif stattfindet. 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