{"id":28563,"date":"2014-05-01T00:08:18","date_gmt":"2014-04-30T22:08:18","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=28563"},"modified":"2014-05-01T00:08:18","modified_gmt":"2014-04-30T22:08:18","slug":"auroras-anlas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28563","title":{"rendered":"Auroras Anla\u00df"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Eines Tages sah sich Aurora Rodriguez veranla\u00dft, ihre Tochter zu t\u00f6ten&#8221;, beginnt Erich Hackls 1987 erschienene erste Erz\u00e4hlung, mit der er auch gleich den &#8220;Aspekte Literaturpreis&#8221; bekommen hat.<br \/>\nIch sehe den 1954 in Steyr geborenen Dichter ja \u00f6fter in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; oder bei anderen Veranstaltungen. So hat ihn Angelika Reitzer zu ihrem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/10\/erich-hackls-antwort-auf-thomas-stangl\/\">&#8220;Wie im echten Leben-Symposium&#8221;<\/a> eingeladen, bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/22\/zum-begrabnis-von-friedl-hof-bauer\/\" title=\"Zum Begr\u00e4bnis von Friedl Hofbauer\">Friedl Hofbauers Begr\u00e4bnis hat der den Nachruf<\/a> gehalten, ein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/11\/februarkampf\/\" title=\"Februarkampf\">Buch zum Februar 1934 hat er k\u00fcrzlich mitherausgegeben<\/a> und seine letzte dokumentarische Erz\u00e4hlung \u00fcber seine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/08\/wochenbericht\/http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/10\/erich-hackls-neues-buch\/\" title=\"Wochenbericht\">Mutter habe ich in der &#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> und im Radio bei einer literarischen Soiree, wo er von Karin Fleischanderl und Jochen Jung ziemlich verri\u00dfen wurde, auch verfolgt.<br \/>\nWann ich den Dichter bzw. seine Werke kennengelernt habe, wei\u00df ich gar nicht so genau.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/14\/abschied-von-sidonie\/\">&#8220;Abschied von Sidonie&#8221;<\/a> habe ich im Schrank gefunden, der Otto hat mir aber &#8220;Als ob ein Engel&#8221; einmal zum Geburtstag mitgebracht.<br \/>\nSo ist &#8220;Auroras Anla\u00df&#8221;, das dritte Hackl-Buch, das ich gelesen habe. Offenbar findet man seine Werke nicht so oft in den Schr\u00e4nken. Ich war aber bei einigen Lesungen, \u00fcber die von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/10\/aus-der-mitte\/\">&#8220;Familie Salzmann&#8221;<\/a> habe ich gebloggt und bei einer Theordor Kramer Preis-Verleihung in Krems, wo der die Laudatio hielt, habe ich ihm zwei B\u00fccher, ich glaube &#8220;Lore und Lena&#8221; und &#8220;Mutter m\u00f6chte zwanzig Kinder&#8221; verkauft.<br \/>\nSeither gr\u00fc\u00dft er mich, wenn er mich sieht und ich sch\u00e4tze den realistischen dokumentarischen Schriftsteller, der sich sowohl mit antifaschistischen, als auch mit lateinamerikanischen Themen befa\u00dft, sehr, weil ich ja auch <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/\">realistisch<\/a>, wenn auch nicht unbedingt dokumentarisch schreibe.<br \/>\nNun zu Hackls Erstling, der in der Zeit erschien, als ich von der HNO-Klinik in die freie Praxis ging, die auch eine freiberulfiche literarische T\u00e4tigkeit werden h\u00e4tte k\u00f6nnen, jedenfalls habe ich damals intensiv an &#8220;Zwischen H\u00fctteldorf und Heiligenstadt&#8221; geschrieben, eine Erz\u00e4hlung, die nicht sehr gefallen hat.<br \/>\nErich Hackl ist dann, glaube ich, sehr schnell ber\u00fchmt geworden.<br \/>\n&#8220;Abschied von Sidonie&#8221; z\u00e4hlt zur Schullekt\u00fcre und wird bei mir auch sehr oft aufgerufen, die Besprechung von &#8220;Dieses Buch geh\u00f6rt meiner Mutter&#8221; im \u00d61, die ich als wir von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/03\/17\/buchmessenreport\/\" title=\"Buchmessenreport\">&#8220;Leipzig&#8221;<\/a> zur\u00fcckkamen, im Radio h\u00f6rte, zeigt aber, da\u00df die realistischen dokumentarischen Schreiber, auch wenn sie schon sehr ber\u00fchmt sind, nicht immer unbedingt als literarisch gelten.<br \/>\nHackl hat es aber doch geschafft und mit der Geschichte der Aurora Rodriguez, die, glaube ich, eine wahre ist, gleich einen bedeutenden Newcomer-Literaturpreis bekommen und nun kennt ihn jeder in \u00d6sterreich, der sich nur ein bi\u00dfchen f\u00fcr Literatur interessiert und sein Erstling hat mich auch sehr beeindruckt.<br \/>\nEs ist \u00fcbrigens ein schon ziemlich abgegriffenes Buch, das ich da gelesen habe und wenn ich mich nicht irre, habe ich es vor <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/18\/literatursplitter\/\">zwei drei Jahren bei &#8220;Reichmann&#8221; <\/a>eine der beiden Buchhandlungen auf der Wiedner Hauptsstra\u00dfe, die diese so belebten und die es nun beide nicht mehr gibt, gemeinsam mit Bernhards &#8220;Kind&#8221; und Milena Mosers &#8220;Blondinentr\u00e4ume&#8221; aus der Abverkaufskiste gezogen. Der Vorleser hat es, wie ich angestrichen und auch ein paar handschriftliche Bemerkungen dazu gemacht, die er aber, bevor er es verkaufte, sorgf\u00e4ltig ausradierte, so da\u00df ich nichts dazu schreiben kann.<br \/>\nAlso nur eine kurze Inhaltsangabe, da ist also Aurora Rodriguez, 1890 in Spanien geboren, die als Kind schon die Armut der Arbeiter und die Ungerechitgkeit mit denen die Dienstm\u00e4dchen behandelt werden, erlebt. Sie erlebt wahrscheinlich auch die Unterdr\u00fcckung der Frau, der Vater, ein Rechtsanwalt scheint sich aber mit dem kleinen M\u00e4dchen sehr zu besch\u00e4ftigen. Sie f\u00fchlt sich auch von der Bibliothek sehr angezogen, spielt immer darin und wird eines Tages Zeugin, als eine Dame zu dem Advocato kommt, die sich scheiden lassen will.<br \/>\nWeil sie aber schuldig geschieden werden w\u00fcrde und das Sorgerecht ihres Kindes verl\u00f6re, verzichtet sie schlie\u00dflich darauf und der Vater findet sein T\u00f6chterchen mit der Puppe im Arm und als er sie fragt, wie sie denn hie\u00dfe, antwortete sie ihm &#8220;Rosa und da\u00df sie ihr ganz allein geh\u00f6rt!&#8221;<br \/>\nAm Tag ihrer Gro\u00dfj\u00e4hrigkeit gibt sie ein Inserat in der Zeitung auf, da\u00df sie einen Mann f\u00fcr eine Schw\u00e4ngerung sucht, er mu\u00df gesund und geistig hervorragend sein, sie will ihn aber nicht heiraten und sp\u00e4ter nichts mehr mit ihm zu tun haben.<br \/>\nEs meldet sich ein Priester, Aurora gibt sich ihm hin und zieht mit dem Kind bzw. noch fr\u00fcher nach Madrid und mietet sich in eine kleine Pension ein. Sie nimmt sich auch ein Dienstm\u00e4dchen namens Julia Sanz und widmet sich fortan ganz der Erziehung ihres kleinen M\u00e4dchen, das zwar nicht mit anderen Kindern spielen darf, aber alle Gelehrsamkeit der Welt zur Verf\u00fcgung bekommt, so da\u00df sie schon mit vier Jahren dem Dienstm\u00e4dchen einen Vortrag \u00fcber die Befruchtung h\u00e4lt.<br \/>\nIn dieser Zeit erf\u00e4hrt Aurora auch, da\u00df der Priester gar keiner, sondern ein Verbrecher, war, was sie in eine tiefe Krise st\u00fcrzt.<br \/>\nHildegart darf aber jetzt in eine Schule, was gar nicht so einfach ist, eine richtige f\u00fcr sie zu finden, sie beginnt aber schon mit zw\u00f6lf oder dreizehn Jahren Jus zu studieren, schreibt f\u00fcr eine Zeitung Artikeln f\u00fcr die Befreiung der Frau und beginnt sich politisch zu bet\u00e4tigen. Die Mutter immer an ihrer Seite und Schwierigkeiten gibt es auch, da sich die Bauern am Land gar nicht so gern befreien lassen wollen. So kommt es zu einer Anklage und zu einem Parteiauschlu\u00df und Hildegart beginnt sich auch von ihrer Mutter zu emanzipieren, will eine Stelle in London bei einem Sozialforscher annehmen, auch eine Beziehung aufnehmen etc.<br \/>\nSo kommt es zu der schon Anfangs geschilderten Tat. Die Mutter stellt sich der Polizei, wird als geistig zurechnungsf\u00e4hig zu sechundzwanzig Jahren Haft verurteilt, gilt im Gef\u00e4ngnis als Querulantin und ihre Spuren verlieren sich im spanischen B\u00fcrgerkrieg. Sie soll aber im Dezember 1955 gestorben sein.<br \/>\nHackl gibt auf den letzten Seiten die Quellen an, die er f\u00fcr das Buch ben\u00fctzt hat und bedankt sich bei der Stadt Wien f\u00fcr die Zuerkennung eines Stipendiums.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Eines Tages sah sich Aurora Rodriguez veranla\u00dft, ihre Tochter zu t\u00f6ten&#8221;, beginnt Erich Hackls 1987 erschienene erste Erz\u00e4hlung, mit der er auch gleich den &#8220;Aspekte Literaturpreis&#8221; bekommen hat. 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