{"id":28514,"date":"2014-04-30T00:28:14","date_gmt":"2014-04-29T22:28:14","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=28514"},"modified":"2014-04-30T00:28:14","modified_gmt":"2014-04-29T22:28:14","slug":"ein-gerausch-klopft-an-die-tur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28514","title":{"rendered":"Ein Ger\u00e4usch klopft an die T\u00fcr"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Die witzigsten Sprachpannen aus f\u00fcnfundzwanzig Jahren Deutschunterricht&#8221;, steht noch am Cover des bei <a href=\"http:\/\/www.holzbaumverlag.at\/ein-gerausch-klopft-an-die-tur\/\">&#8220;Holzbaum&#8221;<\/a> erschienenen kleinen blauen B\u00fcchlein und der Verlag hat mir geschrieben &#8220;Was f\u00fcr ein langweiliges Buch haben wir gedacht, als uns der Autor sein Manuskript zugeschickt hat!&#8221;<br \/>\nMitnichten, nichts davon, die Sprachpannensammlung der Deutschsch\u00fcler soll vermutlich sehr lustig sein und die gebildeten, davor gefeiten Leser zu Gel\u00e4chter animieren, obwohl der 1964 geborene Deutschlehrer Werner Vogel, der sich schon an mehreren Schulb\u00fcchern probierte und in Anthologien, sowie in der &#8220;Edition Innsalz&#8221;, in der &#8220;Edition Doppelpunkt&#8221; im Verlag &#8220;Der Apfel&#8221; etc, publizierte, in seinem Vorwort, herzlich den &#8220;Autoren und Autorinnen&#8221; dankt und von &#8220;keiner Schadenfreude&#8221;, schreibt.<br \/>\n&#8220;Und wie in der Sprache ist es doch auch im Leben. Sind nicht unsere Fehler, oft das, woran wir uns sp\u00e4ter gerne erinnern?&#8221;, fragt er weiter und ich, die ich ja nicht gern \u00fcber die Fehler der anderen lache und daher in Kabaretts sehr oft meine Schwierigkeiten habe, weil mich das Br\u00fcllen meiner Nachbarn st\u00f6rt, habe wohl auch zu Fehlern meine eigene Einstellung.<br \/>\nIch erinnere mich oft und nicht zu ungern an sie, werde auch von meinen Lesern \u00f6fter daran erinnert, wenn ich wiedermal Susanne statt Sabine Scholl oder umgekehrt geschrieben habe, oder <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/11\/der-konig-von-amerika\/#comments\">Autobiografie, wenn es Biografie hei\u00dfen h\u00e4tte sollen. <\/a><br \/>\n&#8220;Was f\u00fcr eine Kleinigkeit!&#8221;, denke ich dann bei den Mahnungen der Leser, denen es &#8220;dann reicht&#8221; und bin in der Schule, in der Deutschstunde von der von mir sehr verehrten Frau Professor Friedl wohl vor zu stark umrandeten Fehlermeldungen bewahrt worden. Die habe ich, das habe ich schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Rechtschreibfragen\">geschrieben<\/a>, als sehr tolerant empfunden, deshalb schreibe ich immer noch, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/20\/indie-bucher\/#comments\">da\u00df mit scharfen &#8220;\u00df&#8221;<\/a> und wiederhole, da\u00df sie nicht schuld war, da\u00df ich kein Stipendium bekommen habe.<br \/>\nSp\u00e4ter habe ich dann von den Schularbeiten, die wegen solcher Sachen mit &#8220;Nicht gen\u00fcgend&#8221; beurteilt wurden, geh\u00f6rt und den Kopf gesch\u00fcttelt, auch \u00fcber die &#8220;Beckmessereien&#8221; in den Meistersinger und nicht wirklich geglaubt, da\u00df sowas ernst gemeint sein k\u00f6nnte. Da\u00df sich aber Richard Wagner \u00fcber den Kritiker Hanslick sehr ge\u00e4rgert hat, habe ich auch in der Schule gelernt.<br \/>\nUnd Ernst Jandl, der solchen Beckmessereien in seinen Anf\u00e4ngertagen wohl auch leicht zum Opfer fallen h\u00e4tte k\u00f6nnen, war ja ebenfalls Lehrer, zumindestens noch in der Zeit, als &#8220;Suhrkamp&#8221; sein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/15\/laut-und-luise-als-funftausendste-veranstaltung\/\">&#8220;Laut und Luise&#8221;<\/a> abgelehnt hat und in den &#8220;PEN&#8221; habe ich geh\u00f6rt, h\u00e4tte man ihn auch nicht aufgenommen, deshalb war er 1973 einer der &#8220;GAV&#8221; mitbegr\u00fcnder.<br \/>\nEs ist also schwer mit den Stilregeln und Stilbr\u00fcchen denke ich, die ich ja immer f\u00fcr eine freie Sprach\u00e4u\u00dferung und freie Rechtschreibung eintrete, die Kreativit\u00e4t viel wichtiger, als ein strenges Regelbewu\u00dftsein halte und an den Kommentaren meiner Leser immer wieder merken kann, da\u00df ich damit offenbar allein zu stehen scheine.<br \/>\nDeshalb auch sehr neugierig auf das Sprachpannenb\u00fcchlein eines schreibenden Deutschlehrers, das in f\u00fcnfzehn Kapiteln aufgeteilt ist  und auch immer wieder sch\u00f6ne Illustrationen hat.<br \/>\nDa gibt es &#8220;Dramatik pur (Oder &#8220;Retter der Not&#8221;), Wetterkapriolen&#8221;, &#8220;Erotik, Liebe und andere Gef\u00fchle&#8221;, &#8220;Physikalische Ph\u00e4nomene&#8221;, &#8220;Krankheit und Tod&#8221;, &#8220;Sport und Ern\u00e4hrungswissenschaft&#8221;, &#8220;Dialoge&#8221;, etc, einen &#8220;Epilog&#8221; wo Werner Vogel, die Welt-und Zeitgeschichte aus den Aufs\u00e4tzen seiner dritten und vierten Klassen&#8221; betrachtet und am Schlu\u00df den Lebenslauf aus Lehrer und aus Sch\u00fclersicht &#8220;Herr Professor Vogel hat einen immer rasierten Bart und kurze, braune Haar, die bis zu seinen Ohren anschlagen!&#8221;<br \/>\nNun werden meine Leser ein paar Beispiele von mir wollen, mich also durch das Buch gebl\u00e4ttert und vielleicht auch noch dazu geschrieben, da\u00df ich die Stilbl\u00fctenhaftigkeit dabei nicht immer erkannt habe, aber ich habe ja, wie mir meine Leser immer wieder vermelden, kein so besonders gutes Sprachgef\u00fchl und  angeblich, was ja eigentlich schon eine Ehre w\u00e4re, das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/14\/schreibinteressen\/#comments\">&#8220;allerschlechteste&#8221; geschrieben<\/a>, was eine meiner Leserinnen, je gelesen h\u00e4tte.<br \/>\nAls ich mit dem B\u00fcchlein fertig war und das ist bei den &#8220;Holzbaum-B\u00fcchern&#8221; immer sehr schnell geschehen, habe ich mit Erich Hackls hochgelobten Erstling &#8220;Autoras Anla\u00df&#8221; begonnen und war dabei offenbar noch so sehr im Sprachdiktus von Werner Vogels Sch\u00fclern drinnen, das mir einige S\u00e4tze, wie aus seiner Sammlung  erschienen.<br \/>\nMeine Leser werden wissen, da\u00df ich dabei Erich Hackl, den ich als sehr <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/10\/erich-hackls-neues-buch\/\">wichtigen realistischen Autor<\/a> sch\u00e4tze, keineswegs diskriminieren will, sondern wahrscheinlich nur zu aufm\u00fcpfig bin, um mich an angeblichen Stilbl\u00fcten zu erfreuen, langweilig habe ich das Buch, aber nicht empfunden, sondern sehr interessant.<br \/>\n&#8220;Was f\u00fchrte er nur im Sch\u00e4del?&#8221;, steht da also in der Abteilung Dramatik zu lesen.<br \/>\n&#8220;Ich habe gestern eine nette Freundin auf dem Flohmarkt gefunden, lese ich da bei &#8220;Erotik, Liebe und andere Gef\u00fchle&#8221; und bei &#8220;Aus der Geschichte lernen&#8221; kann ich &#8220;M\u00e4nner dieser Welt, versammelt euch!&#8221;, finden und dazu nur anf\u00fcgen, da\u00df das vielleicht auch die Frauen tuen sollten.<br \/>\n&#8220;Einer fand den Tod, weil ihn einer t\u00f6tete&#8221;, kann man vielleicht besser ausdr\u00fccken, ist aber wahr und wenn ich lese, da\u00df &#8220;Diese  Krankheit minimalisiert werden mu\u00df&#8221;, komme ich nicht umhin daran zu denken, da\u00df ich solches regelm\u00e4\u00dfig in den Nachrichten oder in der Zeitung aus Politkermund h\u00f6ren oder lesen kann und da bin ich auch schon bei den aktuellen Meldungen des Tages, da\u00df n\u00e4mlich bei den Schulen eingespart werden mu\u00df, um die Ausf\u00e4lle der Banken etc, zu bezahlen.<br \/>\nVielleicht sollte man dieses B\u00fcchlein also auch an das Unterrichtministerium schicken und damit ich als Rezensentin nicht ganz niveaulos zur\u00fcckbleibe, merke ich noch an, da\u00df ich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/25\/stilfibel\/\">Ludwig Reiners &#8220;Stilfibel&#8221;<\/a> im Schrank gefunden und gelesen habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Die witzigsten Sprachpannen aus f\u00fcnfundzwanzig Jahren Deutschunterricht&#8221;, steht noch am Cover des bei &#8220;Holzbaum&#8221; 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