{"id":28421,"date":"2014-04-21T00:42:57","date_gmt":"2014-04-20T22:42:57","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=28421"},"modified":"2014-04-21T00:42:57","modified_gmt":"2014-04-20T22:42:57","slug":"giesebrecht-kater-und-die-kraft-der-reime","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28421","title":{"rendered":"Giesebrecht Kater und die Kraft der Reime"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Ein Lachroman&#8221;, lautet noch der Untertitel des 2014 bei <a href=\"http:\/\/www.editionkeiper.at\/EDITION\/leser_details.php?ID=2&amp;more=1&amp;werke_ID=146\">&#8220;Keiper&#8221;<\/a> erschinenen B\u00fcchleins und ich dachte schon, das w\u00e4re dann kein Buch f\u00fcr mich, da ich f\u00fcr die ach so lutstigen Nonsenserzeugnisse, keine so besondere Ader habe und \u00f6fter unter den vor Lachen br\u00fcllenden Nachbarn bei Veranstaltungen, \u00fcber Sachen, die ich gar nicht so lustig finde, leide, dann war es aber doch, wie erhofft ein Loblied auf die Lyrik und vielleicht auch eine Satire auf die derzeit propagierte Heilsamkeit der Lachtherapie und wahrscheinlich der Versuch beides im Stile von E.T.A. Hoffmann, den ich ja sehr mag und seine ber\u00fchmten Kapitel\u00fcberschriften zu verbinden.<br \/>\nGeschrieben hat das Buch, der 1949 geborene Bernhard M. Pelzl, der in der Steiermark Sprachwissenschaften, Orientalistik, Geschichte und Philosophie studierte, Leiter der ORF- Wissenschaftsredaktion und Wissenschaftlicher Direktor der &#8220;Joanneum Research Forschungsgesellschaft&#8221; war.<br \/>\nVermutlich hat er in seiner Pension mit dem Reimen in Romanform angefangen und mich hat das Buch auch deshalb angesprochen, weil ich ja k\u00fcrzlich in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/03\/17\/buchmessenreport\/\" title=\"Buchmessenreport\">Leipzig im Gohliser Schl\u00f6sschen mit Kerstin Hensels &#8220;Reimlehrbuch&#8221; <\/a>in Verbindung kam.<br \/>\nDa gibt es also, das Buch ist in 24. St\u00fcckln und einer Hinteraktion mit Inhaltsangabe und Inhaltsverzeichnis geschrieben, Giesebrecht Kater, ein vierundvierzigj\u00e4hriges Einzelkind, das von seiner Wirtschafterin und Amme Z\u00e4zilie versorgt, in der St\u00e4dtischen B\u00fccherei die Lyrikabteilung verwaltet, das hei\u00dft, den ganzen Tag lesend \u00fcber die Gedichten sitzt, \u00fcber die dann einen Lyrikakt samt Rezension verfa\u00dft und dar\u00fcber so verk\u00fcmmert, da\u00df er nicht nur einen Psychiater braucht, sondern sich auch das Leben nehmen will.<br \/>\nDaf\u00fcr will er sich vom Kirchturm st\u00fcrzen, als er aber daf\u00fcr durch die Kirche geht, f\u00e4llt ihm das Reimlein ein, das ihm die schon erw\u00e4hnte Z\u00e4zilie in Kindertagen ans Herzlein legte &#8220;Mein Herzerl ist klein, darf niemand hinein als du, mein liebes Jesulein&#8221;, das \u00e4ndert seine Pl\u00e4ne, er vergi\u00dft auch auf das Mittagessen, zu dem er eigentlich die Bibliothek verlie\u00df und kehrt in diese zur\u00fcck, um ein Buch zur Magie der Dichtung zu lesen, als es an seinem St\u00fcblein klopft und die \u00fcbergewichtige Hanna Donne, die ab nun f\u00fcr den Bibliothekseinkauf zust\u00e4ndig ist, sich vorstellen will und er sie mit &#8220;Frau Donne es ist mir eine Wonne!&#8221;, begr\u00fc\u00dft, worauf beide zu lachen beginnen und der Roman, beziehungsweise Kater Giesebrechts Aufstieg beginnt, so da\u00df er fortan keinen Psychiater mehr bracht, nicht nur stellvertretender Bibliotheksleiter sondern sogar Kulturstadtrat wird und seine Hanna, bekommt, der bei Frauen bislang sehr Unerfahrene, nat\u00fcrlich auch.<br \/>\nEs wird auch sehr genau und meiner Meinung nach, fast ein wenig zu ausufernd, die Hochzeit am 11. 11., Giesebrecht im roten Anzug mit ungekehrt aufgesetzter Faschingsm\u00fctze, die wei\u00dfe Braut kommt mit der aus dem Stadtmuseum ausgeborgten Hochzeitskutsche angebraust, beschrieben, der Pfarrer h\u00e4lt die Ansprache in Reimen &#8220;Br\u00fcder und Schwester in Christo&#8230;&#8221; alles von Lachsalven begleitet, so da\u00df danach die Feuerwehr anr\u00fccken mu\u00df und das Hochzeitsdiner auf Gemeindekosten wird von zweihundertsiebenundachtzig K\u00f6chen zubereitet.<br \/>\nGanz genau kann man nachlesen, was dabei serviert wurde und die f\u00fcllige Braut bekommt von Chefkoch noch eine extra Pizza als Hochzeitsgeschenk, die allgemein Quattro Statione hei\u00dft und von Antonio Vivaldi,laut Autor inspiriert, worden ist.<br \/>\nDer Chefkoch vermacht der Braut das geheime Rezept, das diese gleich in ihrem BH verschwinden l\u00e4\u00dft. Ein Gedicht &#8220;Fr\u00fchling  schreitet Sommer wiegt Herbst reitet Winter liegt&#8221;, gibt es in einigen Strophen auch dazu zu lesen.<br \/>\nAm Schlu\u00df werden noch einige Enden der Geschichte angeboten, Kater Giesebrecht k\u00f6nnte in der &#8220;Hochzeitnacht an gl\u00fccklicher \u00dcberforderung sterben&#8221;, es k\u00f6nnte aber auch, deutet der Autor an, eine Fortsetzungsreihe dazu geben und meint, da\u00df er das davon abh\u00e4ngig macht, ob die Verkaufszahl die F\u00fcnftausenderzahl \u00fcbersteigt, bei &#8220;weniger keiner Fortsetzung!&#8221;<br \/>\nAlso Leute, kauft das B\u00fcchlein, la\u00dft euch &#8220;die h\u00f6chst erstaunliche Geschichte der Entdeckung der heilsamen Wirkung der Reime auf die Seele durch den misels\u00fcchtigen Bibliothekar Giesebrecht Kater&#8221; zu Gem\u00fct f\u00fchren, wie am Buchr\u00fccken steht und ein wenig Geschmack an der Lyrik, die ja, wie man immer h\u00f6rt, ein Stiefkind des Lesers ist, finden! Mir hat das Buch sehr gefallen, obwohl ich dabei, was ich auch gar nicht wollte, in keine Lachkr\u00e4mpfe verfiel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Ein Lachroman&#8221;, lautet noch der Untertitel des 2014 bei &#8220;Keiper&#8221; erschinenen B\u00fcchleins und ich dachte schon, das w\u00e4re dann kein Buch f\u00fcr mich, da ich f\u00fcr die ach so lutstigen Nonsenserzeugnisse, keine so besondere Ader habe und \u00f6fter unter den &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28421\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-28421","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28421\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}