{"id":28361,"date":"2014-04-17T17:16:28","date_gmt":"2014-04-17T15:16:28","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=28361"},"modified":"2014-04-17T17:16:28","modified_gmt":"2014-04-17T15:16:28","slug":"selber-publizieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28361","title":{"rendered":"Selber publizieren"},"content":{"rendered":"<p>Ein Begriff, wie ich in der <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/guide\/de\/048379-000\/storyseller-wie-amazon-den-buchmarkt-aufmischt\">&#8220;Arte-Sendung&#8221; vom 16. April &#8220;Storyseller&#8221;<\/a>, h\u00f6ren konnte, noch nicht lange gibt, nun &#8220;Amazon&#8221; hat sein Portal vor einigen Jahren den Selfpublishern ge\u00f6ffnet, ihnen bis zu 70% Honorar versprochen und damit den Buchmarkt ziemlich umgekrempelt, die die Sendung mit dem Untertitel &#8220;Wie Amazon den Buchmarkt aufmischt&#8221; auch aufzeigt.<br \/>\nIch kann mich erinnern, da\u00df ich in den Siebzigerjahren in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; war, wo ein junger Mann ein kleines gr\u00fcnes B\u00fcchlein oder hatte es eine andere Farbe vorstellte, das er selbst herausgegeben hat und Kurt Neumann erkl\u00e4rte ihn mit besorgter Miene, da\u00df er es damit schwer haben w\u00fcrde, etcetera.<br \/>\nDas war meine erste Bekanntschaft mit dem Selberpublizieren und der erste Hinweis, da\u00df man das nicht machen darf.<br \/>\n&#8220;Vanity Press&#8221;, Gesch\u00e4ft mit der Eitelkeit hie\u00df das damals und das habe ich, glaube ich, ein bi\u00dfchen sp\u00e4ter in einem Artikel der N\u00d6-Literaturzeitschrift &#8220;Literatur aus \u00d6sterreich&#8221; gelesen, wo auch die Rede von den Verlagen war, die den Autoren tausende Schilling f\u00fcr eine Publikation abverlangen, die dann zum Schaden, auch noch den Spott bekamen.<br \/>\nDenn sowas liest man nicht, da hat man nie und nimmer eine Chance etc.<br \/>\nDas Selbermachen und das f\u00fcrs Ver\u00f6ffentlichen zahlen war damals noch ziemlich vermischt und ich glaube es hat auch noch nicht &#8220;Druckkostenzuschu\u00dfverlag&#8221; gehei\u00dfen oder doch?<br \/>\nAls ich 1989 war das, glaube ich, die &#8220;Hiearchien&#8221; an zweiundvierzig Verlage schickte und zweiundvierzig Absagen bekam, wollte ich es schon selber machen und habe an das BUMUK einen Antrag auf Druckkostenzuschu\u00df gestellt, das Jack Unterweger geschrieben, der mir dann sofort anbot es zu machen und als ich in den Neunzigerjahren zusammen mit Valerie Szabo, Elfriede Haslehner und Hilde Langthaler ein Vier-Frauenbuch herausgegeben wollte, schickte Elfriede Haslehner, deren Idee das war, das Manuskript nach Krems an einen Kleinverleger und der wollte Geld daf\u00fcr und sich die F\u00f6rderung, die er f\u00fcr das Buch  bekommen h\u00e4tte, als Lektoratshonorar verrechnen, obwohl das Buch schon fertig war.<br \/>\nDa bin ich ausgestiegen und das Buch ist nie erschienen und ab 2000 habe ich dann selber selbst publiziert. Mir n\u00e4mlich immer f\u00fcnfzig St\u00fccke von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/20\/indie-bucher\/\">meinen B\u00fcchern <\/a>bei einer Druckerei zuerst DigiBuch, dann Novum, jetzt Digitaldruck.at drucken lassen und habe beim ersten &#8220;Wow so sch\u00f6n, so schnell, so billig, ab jetzt erscheint jedes meiner B\u00fccher!&#8221;, gedacht und bin vorerst einmal ordentlich eingefahren, denn &#8220;Eigenverlag, nein, das wollen wir nicht!&#8221;<br \/>\nDas Wort &#8220;Eigenverlag hat mir auch nicht gefallen, denn ich bin ja kein Verlag und auch keine B\u00e4ckerei, wenn ich meine Osterpinzen selber mache und dann von einem B\u00e4cker backen lassen, weil nur der einen Holzofen hat.<br \/>\nTrotzdem das Vorurteil blieb weitere zehn Jahre bestehen, bis eben &#8220;Amazon&#8221; 2010, 2011 oder so daherkam und sein Portal den Selbstpublishern \u00f6ffnete und seitdem kann ich im Literatucafe immer die Namen derer lesen, die das machen und angeblich sehr sehr erfolgreich damit sind.<br \/>\nDas ist zwar etwas, das ich nicht ganz verstehe, beziehungsweise etwas skeptisch betrachte, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie das gehen soll, da\u00df da die B\u00fccher pl\u00f6tzlich zu tausenden gekauft und gelesen werden, die meistens von Autoren stammen, die es vorher bei Verlagen probierten, die sie nicht haben wollen.<br \/>\nBei &#8220;Amazon&#8221; kosten sie dann zwischen einen und vier Euro und die Leute kaufen und lesen, wie verr\u00fcckt. Vielleicht kaufen sie, denke ich, das wird schon stimmen, in dem Film wird auch erkl\u00e4rt, wie &#8220;Amazon&#8221; Werbung f\u00fcr die B\u00fccher macht, mit seiner Leiste &#8220;Leute, die dieses Buch kauften, kauften auch..&#8221; und da sind dann auch die B\u00fccher der Selfpublisher dabei.<br \/>\nBeim Lesen w\u00e4re ich dann etwas skeptisch, denn ich h\u00f6re ja immer, die Leute lesen nicht mehr bzw immer weniger und ich mache auf meiner Seite nicht gerade die Erfahrung, da\u00df sich die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/13\/dreisig-fragen-zu-dreisig-buchern\/\">Leute f\u00fcr meine B\u00fccher interessieren<\/a>. Aber gut, ich publiziere nicht &#8220;Amazon&#8221; und habe mir zwar \u00fcberlegt, ob ich die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_dreizehn.html\">&#8220;Dreizehn Kapitel&#8221;<\/a><\/a> oder <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/14\/fertig-mit-dem-nanowrimo\/\" title=\"Fertig mit dem Nanowrimo\">&#8220;Die Br\u00fcderschaft&#8221;<\/a> dort einstellen soll, es bis jetzt aber unterlassen, weil ich mir eben nicht vorstellen kann, da\u00df das gekauft wird.<br \/>\nWas mich an dieser Selberpublisher Idee auch ein bi\u00dfchen st\u00f6rt, ist, da\u00df da nur mit den Verkaufszahlen jongliert wird, da z\u00e4hlt dann nur der Platz eins bis zwei oder drei und von Qualit\u00e4t oder was in den B\u00fcchern drin steht, wird nicht geredet.<br \/>\nAndererseits habe ich in den letzten Jahren einige Selbstpublisherkarrieren beobachten k\u00f6nnen. Da ist zunm Beispiel <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/15\/martina-gerckes-neues-buch\/\">Martina Gercke, die er mit ihrem &#8220;Holunderk\u00fcsschen&#8221;<\/a> auf Platz eins des Rankings schaffte, so da\u00df sie dann einen Verlag f\u00fcr ihre B\u00fccher gefunden hat und bis vor kurzem habe ich geh\u00f6rt, da\u00df man nie und unter keinen Umst\u00e4nden seine B\u00fccher selber machen darf, weil man dann niemals nie einen Verlag findet.Wenn man nur ordentlich erfolgreich ist, das hei\u00dft, wenn die Leute kaufen, geht das offenbar schon. Dann kamen ein paar Monata sp\u00e4ter die Plagiatsvorw\u00fcrfe, alle st\u00fcrzten sich auf Martina Gercke, die unbeirrt weitermachte, ihre B\u00fccher von den Fremdstellen reinigte, dann wieder einstellte und weiterschrieb.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/27\/glucksstern-mit-schwips\/\">&#8220;Gl\u00fccksstern mit Schwips&#8221;<\/a> hat sie mir geschickt, das mit Katja Schneidt geschriebene &#8220;Alles nur kein Mann&#8221; habe ich bei einem Gewinnspiel auf ihrer Blogtour gewonnen, jetzt wird bald &#8220;Liebe auf Reisen&#8221; erscheinen und die B\u00fccher sind wieder hoch auf der Rankingliste, die Kritikerstimmen sind verstummt, sonst wird eher \u00fcber das Vergangene geschwiegen.<br \/>\nDas zweite Beispiel ist der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/02\/bela-boltens-indie-krimis\/\">Biografieschreiber Mathias Br\u00f6mmelhaus, der unter dem Pseudonym Bela Bolten<\/a> einen Krimi nach dem anderen bei Amazon erscheinen l\u00e4\u00dft und laut seiner Aussage auch recht erfolgreich damit ist.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/03\/22\/das-teekomplott\/\" title=\"Das Teekomplott\">Elke Bergsma &#8220;Teekomplott&#8221;<\/a> habe ich vom Verlag zugesandt bekommen, der es machte, weil sich das Buch vorher schon f\u00fcnfzigtausend Mal bei &#8220;Amazon&#8221; verkaufte, da soll noch einer sagen, man findet dann keinen Verlag, nur Kritiker wie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/03\/21\/schreibbericht-und-indie-bookday\/\">Ijoma Mangold<\/a> tun das noch, aber die Gr\u00e4ben zwischen den &#8220;guten&#8221; Verlagsb\u00fcchern und dem &#8220;schlechten&#8221; Selbstgemachten bestehen immer noch, da soll man sich nicht t\u00e4uschen.<br \/>\nJetzt also diese Dokumentation von Arte, wie &#8220;Amazon das Verlagsgesch\u00e4ft&#8221; aufmischt, ein paar Tage lang kann man sich die noch anschauen und ich kann es, wie <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/tv-tipp-nicht-nur-fuer-self-publisher-storyseller-wie-amazon-den-buchmarkt-aufmischt\/\">Wolfgang Tischer<\/a> nur empfehlen, denn die ist sehr interessant. Vier Namen werden da genannt: Emily Bold, Amanda Hocking, Oliver P\u00f6tzsch und die Franz\u00f6sin Agnes Martin-Lugand, die drei Frauen haben selber publiziert und sind damit h\u00f6chst erfolgreich geworden, so da\u00df die Amerikanerin Amanda Hocking inzwischen ihren eigenen Verlag hat, Agnes Martin-Lugand hat einen gefunden, Emily Bold ist noch auf der Suche, aber &#8220;Amazon&#8221; hat ihr Buch, wie die des M\u00fcnchners Oliver P\u00f6tzsch inzwischen in Printform herausgemacht, denn er will da auch mitmischen.<br \/>\nEmily Bolds Buch ist zwar, wie der Film zeigt, in den amerikanischen Buchl\u00e4den nicht zu bekommen. &#8220;Amazon-B\u00fccher f\u00fchhren wir nicht!&#8221;, Oliver P\u00f6tzsch wird aber inzwischen in der Limousine vom Flughafen abgeholt.<br \/>\n&#8220;Es ist wie ein M\u00e4rchen!&#8221;, sagt Agnes Martin-Lugand am Beginn des Films und ich denke da auch immer ich h\u00f6re nicht recht, wo ich doch bei mir die Erfahrung mache, da\u00df es nicht und nicht geht und ich da machen kann was ich will.<br \/>\nNun gut, ich habe es noch nicht bei &#8220;Amazon&#8221; probiert, weil mir das Modell vielleicht auch ein bi\u00dfchen zu kapitalistisch ist, aber, da\u00df ich da pl\u00f6tzlich, wie wild verkaufe kann ich mir nicht vorstellen und wenn ja, wieso geht es dann nicht auf anderen Weg? Wieso h\u00f6re ich immer, da kannst du machen was du willst, du hast keine Chance und erlebe das auch so, so hat mir <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eva_Jancak\">&#8220;Wikipedia&#8221;<\/a> alle meine &#8220;Digitaldruck-at-B\u00fccher&#8221; hinausgestrichen, bei den anderen hat der Sevicemann oder die Frau wohl nicht geschnallt, da\u00df es auch selbstgedruckte waren und auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/04\/02\/roman-aus-der-provinz\/\" title=\"Roman aus der Provinz\">Manfred M\u00fcller hat mir vor kurzem etwas \u00c4hnliches gesagt, als ich ihn fragte, ob ich nicht vielleicht doch bei der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221;<\/a> einen Lesetermin haben kann.<br \/>\nBei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/30\/rot-weis-gin\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/30\/bedenkliche-beziehung\/\">geht<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/06\/sophie-hungers-in-der-alten-schmiede\/\">es <\/a><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/03\/12\/textvorstellungen\/\">inzwische<\/a>n wieder und im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/24\/marathonschreiben\/\">Radio war ich mit der &#8220;Radiosonate&#8221;<\/a> auch zu h\u00f6ren, aber es ist schwer und die Vorurteile, w\u00fcrde ich mal sagen, nachwievor vorhanden. Obwohl ja sehr viele Leute schreiben und sich von &#8220;Amazon&#8221; wohl auch ermuntern lassen zu ver\u00f6ffentlichen, wenn das auch gelesen wird, finde ich das sch\u00f6n und die Verlage haben wohl auch Angst vor dem gro\u00dfen &#8220;Amazon&#8221;, da\u00df der ihnen den Kuchen wegschnappt.<br \/>\nIn Amerika gibt es am Land, h\u00f6rte ich im Film schon keine Buchhandlungen mehr, wird bei uns auch nicht viel besser sein und Sibylle Lewitswcharoff w\u00fcnschte dem Versandh\u00e4ndler bei ihrer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/21\/buch-wien-eroffnung\/\">Er\u00f6ffnungrede auf der vorigen &#8220;Buch-Wien&#8221;<\/a> ja auch nicht alles Gute. Da w\u00e4re ich ein wenig vorsichtiger. Ich w\u00fcnsche niemanden etwas Schlechtes, aber wenn ich dieser m\u00e4rchenhaften Erfolgsstorys h\u00f6re &#8220;Du mu\u00dft dein Buch nur einstellen, dann hast du es schon geschafft!&#8221;, bin ich ein wenig skeptisch und denke, da\u00df wir alle vielleicht nicht so sehr auf den Erfolg schielen, sondern mehr lesen, beziehungsweise uns f\u00fcr die Sachen der anderen interessieren sollten!<br \/>\nIch versuche es jedenfalls zu tun, habe keine Angst vorm Selbstgemachten, werde jetzt in Harland Ostern verbringen und am Mittwoch \u00fcber den &#8220;Welttag des Buches&#8221; und seine Aktionen berichten, ja und mein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/03\/30\/entwicklungsstufen\/\" title=\"Entwicklungsstufen\">dreiundrei\u00dfigstes Selbstgemachtes<\/a> werde ich auch korrigieren und aus dem einunddrei\u00dfigsten am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/lesungen\/\">6. Mai im &#8220;Republikanischen Club&#8221;<\/a> lesen und am Mittwoch gibt es dann im Rahmen der Aktion &#8220;Blogger schenken Lesefreude&#8221;, der ich mich unangemeldet anschlie\u00dfe, eines meiner B\u00fccher zu gewinnen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Begriff, wie ich in der &#8220;Arte-Sendung&#8221; vom 16. 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