{"id":28351,"date":"2014-04-16T09:29:01","date_gmt":"2014-04-16T07:29:01","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=28351"},"modified":"2014-04-16T09:29:01","modified_gmt":"2014-04-16T07:29:01","slug":"spam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28351","title":{"rendered":"Spam"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;In der gr\u00f6\u00dften Krise setzt ein Mann alles auf die Liebe!&#8221;, steht auf dem trashigen Umschlag des &#8220;Milena-Romans&#8221;, ein blondes D\u00fcmmchen mit aufgerissenen Mund im Stil der Neunzehndrei\u00dfig- oder F\u00fcnfzigerjahre, ein k\u00fcssendes Paar a la Humphry Bogart et al, einen kleinen Pinguin gibt es auch noch und die Unterschrift &#8220;Wenn deine Firma schon baden geht, schnapp dir die Freundin vom Chef!.&#8221;<br \/>\nUnd das &#8220;Mailodram&#8221; von Jan Kossdorf, 2010 erschienen, spielt im Jahr zweitausend und besteht im Wesentlichen aus &#8220;dreihundert E-Mails, die Alex innerhalb von zwei turbulenten Wochen verschickt und erh\u00e4lt&#8221; und ist, meine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/09\/betrachtungen-zum-muttertag\/\">Leser wissen, das mich das nervt<\/a>, ein Buch von der neuen Generation des Verlags, der einmal &#8220;Wiener Frauenverlag&#8221; hie\u00df, ich glaube nicht, das erste von einem Mann geschriebene, das war, wenn ich mich nicht irre, Thomas Ballhausen und Jan Kossdorf, der mit seinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/19\/rund-um-die-burg\/\">&#8220;Sunnyboys&#8221; 2009 auf der &#8220;Hotlist der Unabh\u00e4ngigen Verlage<\/a>&#8221; gestanden ist, ist sicherlich ein Ausnahmeautor, f\u00fcr <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/15\/rund-um-die-burg-2\/\">&#8220;Kauft Leute&#8221;<\/a>, hat er gerade einen Award gewonnen und aus <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/26\/literatur-in-st-polten\/\">&#8220;Spam&#8221; hat er im Herbst 2010 beim H\u00f6fefest in St. P\u00f6lten<\/a> gelesen, da wurde das Buch auch beim &#8220;Thalia&#8221; verkauft, vielleicht ist eines davon \u00fcbergeblieben und 2012 auf den 3.99 Abverkaufsto\u00df gelandet, jedenfalls hats mir der Alfred mit neun oder so, anderen gekauft, die ich auf meine Leselisten verteilte und jetzt gelesen habe.<br \/>\nDieser Alex, siebenundzwanzig und Community Manager einer mir nicht n\u00e4her erkl\u00e4rbaren Internetfirma, eine Redaktion gibt es dabei und Unser, die betreut werden m\u00fcssen, auf den ersten Seiten gibt es ein Glossar mit den wichtigsten Personen, an die Alex mailt oder Mails bekommt, die meisten sind aus seiner Firma, seine Schwester und ein paar Freunde und Ex-Freundinnen sind auch dabei, scheint ein ziemlich zynischer Bursch zu sein, &#8220;aufs\u00e4\u00dfig&#8221; steht im Beschreibungstext. Er schreibt auch ziemlich zynische Mails und als seine Schwester Bine ihn bittet, f\u00fcr ihre Zeitung \u00fcber seine letzte Beziehung zu schreiben, macht er das auch ziemlich widerlich. Zu trinken scheint er auch recht viel und er beschreibt sich sehr negativ:<br \/>\n&#8220;Liebe Astrid! Wie du richtig angedeutet hast, liegt die Schuld an dieser ganzen Misere voll bei mir, da will ich nichts sch\u00f6nreden. Was du vielleicht nicht wu\u00dftest ist, da\u00df auch folgende Sachen auf meine Kappe gehen: Ich mache das schlechteste Wetter vor allem in deiner Urlaubszeit&#8230; Ich belege immer alle Parkpl\u00e4tze vor der Firma, die Staus am Weg zur Arbeit organisiere ich auch. Wenn dir noch etwas gegen den Strich geht &#8211; zu 99% hab ich verbockt. so bin ich eben!&#8221;<br \/>\nDer Chef der Firma ist ein Holger, meistens unsichtbar, aber trotzdem wichtig, steht in der Beschreibung, es gibt eine &#8220;Fuckmaschine&#8221;, die Alex, dem Unserbetreuer Mordandrohungen und Beschreibungen liefert, wie er ihn zerst\u00fcckeln wird und zwei Diddls von denen einer einen MP-3-Player gewonnen hat, den der andere bekam, ein Usertreff, das Alex zu organisieren hat, das ihm nicht freut, so da\u00df er seinen Ausstieg aus der Firma mit Mails wie dem Obrigen an den Chef zu planen scheint, dann kommt Judith als neue Mitarbeiterin in die Firma und alles wird anders, da Alex sich in die umwerfend sch\u00f6ne Frau verliebt. So schl\u00e4gt er Holger eine neue Mitarbeiterstrategie vor, um die Firma in die Gewinnzone zu bringen, w\u00f6chentliche Mitarbeitertreffs, freie Diensteinteilung, Gutscheine an alle, f\u00fcnf Uhr Bier,etc.<br \/>\nDas geht nat\u00fcrlich schief, beim gemeinsamen Zoobesuch wird gerotzt und gespeiert, die falschen Leuten landen im selben Bett, ein Pullover wird vergessen etc und Alex, der mit Judith unbedingt ins selbe Zimmer kommen will, scheint seinen Untergang zu erleben, als die ihm bei dem Treffen lieb mitteilt, da\u00df sie am Wochenende mit Holger, ihrem Ex nach Rom fliegen wird.<br \/>\nDann wird die Firma noch vom &#8220;I love you-Virus&#8221; getroffen und die Datenbank-Admins drehen den Mailverkehr ab.<br \/>\nSo kann Alex ein paar Seiten lang nur auf ganz gew\u00f6hnlichen Weg kommunizieren und drei Wochen sp\u00e4ter verschickt er das Abschiedsmail an Alle, er steigt aus der Firma aus, die es wahrscheinlich ohnehin nicht mehr lang geben wird, denn Holger scheint sich mit dem Geld am Konto seiner Frau abgesetzt zu haben und Judith, deren Probemonat nun auch bald zu Ende ist, schickt Alex noch ein Mail, da\u00df sie nach Holland, von woher sie zu kommen scheint, zu einem Konzert von Alex Freunden fliegen will und erkundigt sich bei ihm, ob er mitkommen will?<br \/>\n&#8220;Von Alex an Biene Betr. Niederlande &#8220;Hi Bine! Wie ist deine Holzschuhgr\u00f6\u00dfe&#8221;, lautet das letzte Mail im Buch, das mir sehr gut gefallen hat. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;In der gr\u00f6\u00dften Krise setzt ein Mann alles auf die Liebe!&#8221;, steht auf dem trashigen Umschlag des &#8220;Milena-Romans&#8221;, ein blondes D\u00fcmmchen mit aufgerissenen Mund im Stil der Neunzehndrei\u00dfig- oder F\u00fcnfzigerjahre, ein k\u00fcssendes Paar a la Humphry Bogart et al, einen &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28351\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-28351","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28351","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28351"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28351\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28351"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28351"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}