{"id":28265,"date":"2014-04-15T00:36:02","date_gmt":"2014-04-14T22:36:02","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=28265"},"modified":"2014-04-15T00:36:02","modified_gmt":"2014-04-14T22:36:02","slug":"dshamilja","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28265","title":{"rendered":"Dshamilja"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Ich schw\u00f6re, es ist die sch\u00f6nste Liebesgeschichte der Welt!&#8221;, schreibt Louis Aragon im M\u00e4rz 1959 \u00fcber &#8220;Dshamilja&#8221;, die der damals drei\u00dfigj\u00e4hrige Tschingis Aitmatow, 1958 in der sowetischen Zeitschrift &#8220;Novyi&#8221; herausgegeben hat. Das es mit solchen Vorgaben schwer ist, weil sie wahrscheinlich automatisch die Sichtweise auf den Text ver\u00e4ndern, die Erwartungen steigern oder auch Abwehrhaltungen entstehen lassen, f\u00fchrt er dann auch in seinem Vorwort aus und ich mu\u00df wiederholen, da\u00df ich auf den kirgisischen Autor durch den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/21\/bucherschrank-geschichten\/\">&#8220;Offenen B\u00fccherschrank&#8221;<\/a> aufmerksam gemacht wurde.<br \/>\nSonst h\u00e4tte ich vielleicht h\u00f6chstens nur den Mal nur geh\u00f6rt, inzwischen aber sowohl, den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/24\/der-junge-und-das-meer\/\">&#8220;Jungen und das Meer&#8221;<\/a>, das in der DDR-Ausgabe anders hei\u00dft,den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/25\/der-weisse-dampfer\/\">&#8220;Weissen Dampfer&#8221;<\/a> und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/30\/fruhe-kraniche\/\">&#8220;Fr\u00fche Kraniche&#8221;<\/a> gelesen und ich beteilige mich nat\u00fcrlich nicht an solchen Vorgaben, komme aber nicht umhin festzustellen, wirklich eine sehr dichte Beschreibung gelesen zu haben.<br \/>\nTschingis Aitmatow deutet an und scheint ein Meister des &#8220;Shows not tell zu sein!&#8221;, ohne wahrscheinlich jemals eines dieser amerikanischen Writing-B\u00fccher, die das ja predigen gelesen, zu haben. Er hat aber am &#8220;Maxim Gorki-Literaturinstitut&#8221; studiert und ich finde es sch\u00f6n, da\u00df ich die B\u00fccher gefunden habe, denn sonst w\u00fc\u00dfte ich immer noch nicht von von Kirgisien und vom Leben in einer Kolchose, w\u00e4hrend oder nach dem zweiten Weltkrieg kann ich mir jetzt auch etwas vorstellen.<br \/>\nDa lebt man im Aul, so hei\u00dfen dort die D\u00f6rfer, fr\u00fcher waren die Kirgisen Nomaden, die Sowets haben sie wohl se\u00dfhaft gemacht und Said, die Kirgisen oder dieser Teil sind Moslems, auch das wird nur in ein paar Worten oder Bildern angedeutet, ist ein Maler, der sich an Hand eines Bildes, das Dshamilja und Danijar zeigen, an seine Kindheit erinnert, wo er f\u00fcnfzehn war, seine Br\u00fcder im Krieg, so da\u00df er in der Kolchose arbeiten mu\u00dfte, w\u00e4hrend seine Mutter, der Vater kommt nicht sehr gut weg und wird als eine Art Faulpelz beschrieben, f\u00fcr das kleine und das gro\u00dfe Haus sorgen mu\u00df.<br \/>\nIm Kleinen lebt auch Dshamilja, die Frau seines Bruders Sadyk, der im Lazarett liegt und wenn er Briefe an die Familie schreibt, seine Frau als letzte erw\u00e4hnt, auch das ist eine kleine Andeutung \u00fcber die Beziehung der beiden.<br \/>\nAnsonsten ist Dshamilja sehr lustig und flei\u00dfig und weil im Dorf die M\u00e4nner fehlen, befiehlt der Kolchoseverwalter, da\u00df sie die Getreides\u00e4cke &#8220;Jede Korn\u00e4hre f\u00fcr die Front!&#8221;, steht auf gro\u00dfen Plakaten, zum Bahnhof fahren soll.<br \/>\nDie Schwiegermutter schimpft, so beschlie\u00dft der Verwalter, da\u00df Said und Danijar mitfahren sollen, um sie vor den M\u00e4nnern und den Gefahren zu sch\u00fctzen. Danijar ist ein aus dem Krieg heimgekommener Verwundeter und Traumatisierter, der nur wenig spricht und sich auch weigert, vom Krieg zu erz\u00e4hlen, als der vorlaute Said ihn dazu auffordert. Er gilt im Dorf als Au\u00dfenseiter und Said und Dshamilja spielen ihm anfangs auch kleine Streiche, die dazu f\u00fchren, da\u00df er alleine einen schweren Kornsack schleppt und dabei seine Wunde am Knie wieder aufbricht, dann kippt die Stimmung. Dshamilja bringt ihn zum Singen und Said erkennt, da\u00df Danijar ein gro\u00dfer Liebender ist.<br \/>\nAls ein vom Krieg Heimgekommener, die Nachbricht bringt, da\u00df Sadyk bald aus dem Lazarett entlassen wird, geht Dshamilja zu Danijar an den Flu\u00df und verk\u00fcndet, da\u00df sie ihn schon immer liebte. Vorher hat sie den Verwalter gebeten, sie von den Fahrten zu befreien, aber keine Chance, die Soldaten an der Front erlauben keine R\u00fccksichtsnahme und so sieht Said, der vorher die Beiden schon gezeichnet hat, sie eines Tages, Hand und Hand mit dem Rucksack und dem B\u00fcndel von Dannen gehen, nicht zum Bahnhof, wo man sie finden k\u00f6nnte, sondern zur Ausweichstelle.<br \/>\nSadyk ist w\u00fctend und zerrei\u00dft die Zeichnung die er findet, das Dorf zieht \u00fcber die untreue Ehefrau her und Said beschlie\u00dft, zur Schule zu gehen und Maler zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Ich schw\u00f6re, es ist die sch\u00f6nste Liebesgeschichte der Welt!&#8221;, schreibt Louis Aragon im M\u00e4rz 1959 \u00fcber &#8220;Dshamilja&#8221;, die der damals drei\u00dfigj\u00e4hrige Tschingis Aitmatow, 1958 in der sowetischen Zeitschrift &#8220;Novyi&#8221; herausgegeben hat. 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