{"id":28031,"date":"2014-03-30T19:58:25","date_gmt":"2014-03-30T18:58:25","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=28031"},"modified":"2014-03-30T19:58:25","modified_gmt":"2014-03-30T18:58:25","slug":"regierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28031","title":{"rendered":"Regierung"},"content":{"rendered":"<p>Nun kommt der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/03\/29\/der-karren\/\" title=\"Der Karren\">zweite Teil<\/a> des Mexiko-Zyklus von B.Traven, in dem der 1882 geborene und 1969 gestorbene, weiter die Ungerechtigkeiten und die Unterdr\u00fcckung der Indianer im Mexiko der Zwanziger-und Drei\u00dfigerjahre des vorigen Jahrhunderts in seiner drastischen Sprache und klaren Worten aufzeigt.<br \/>\nDon Gabriel, ein ehemaliger Kaufmann, der Geld bzw. eine Stelle braucht, wird von seinem Freund Don Casimiro, der Chef im Distrikt Ost ist, als Sekret\u00e4r nach  Bujvilum geschickt, denn dort gibt es \u00c4rger mit den Indianern.<br \/>\n&#8220;B\u00f6se Burschen, sie lassen sich nicht unterkriegen!&#8221;, sagt der Chef und so zieht Don Gabriel, dessen einziges Ziel ist, viel Geld zu machen los in das kleine \u00d6rtchen, bezieht das Amtshaus, in dem es eine Amtstube, eine Schule und ein Gef\u00e4ngnis gibt.<br \/>\nDenn in Mexiko, dem freie Land, wie uns B. Traven wieder in seinem Sarkasmus erz\u00e4hlt, gibt es eine Schulpflicht und der Sekret\u00e4r ist der Professore, das hei\u00dft die Jungens kommen am Morgen in Scharen, er schreibt ihre Namen auf und schickt sie an das Distrikt. Schulb\u00fccher, Tinte, etc, gibt es nicht, so warten die Jungen im Hof, bis der Sekret\u00e4r Zeit f\u00fcr sie hat. Dann schreibt er die Buchstaben auf die Tafel oder sonstwohin, l\u00e4\u00dft sie die erste Strophe der Nationalhymne auf Spanisch singen, das sie nicht verstehen und gibt jeden auch auf einem St\u00fcck Papier einen Satz, den sie auswendig lernen.<br \/>\nSo ist er f\u00fcr Kontrollen ger\u00fcstet und gilt als guter Lehrer und die Kinder kommen ohnehin nur selten wieder, m\u00fc\u00dfen sie ja auf den Feldern der Eltern arbeiten.<br \/>\nDon Gabriels Bruder, einem entlaufenen Steuereintreiber, der noch gefinkelter, als sein Bruder ist, gef\u00e4llt das nicht und schl\u00e4gt Don Gabriel vor, die Eltern Strafe zahlen zu lasssen, wenn die Kinder nicht kommen, weil es ja eine Schulpflicht gibt, was das vor ca achtzig Jahren geschriebene Buch, wieder erstaunlich aktuell macht.<br \/>\nDie Kirche, der gebildete Indianer nicht gefallen, erlaubt das aber nichts. So wird nichts aus dem Plan und Don Gabriel, der, wie wir schon im &#8220;Karren&#8221; sahen, die Indianer verschuldet, versucht aus dem Gef\u00e4ngnis Geld zu machen.<br \/>\nSo gibt er den Indianern Branntwein, er hat auch einen kleinen Laden und wenn die dann im Rausch rebellieren, sperrt er sie ein und sie m\u00fcssen ihre Strafe bei ihm abzahlen.<br \/>\nEinen, der jemanden erschlagen hat, bringt er in die Kreisstadt und dort trifft er Don Ramon, einen ehemaligen Viehh\u00e4ndler, der jetzt Agent geworden ist und die verschuldeten Peons aufkauft, um sie in die Monteria zu bringen, von wo das Holz der Maghahonim\u00f6beln, die die Amerikaner und die Europ\u00e4er haben wollen, herkommt.<br \/>\nEin viel besseres Gesch\u00e4ft, als der Sekret\u00e4rsposten, wo man, wenn man nicht aufpasst von den Indianer erschlagen wird, das wird dann noch genau in einer Szene, in einer freien Stadt, wo sich die Indianer j\u00e4hrlich ihren Chef selbst w\u00e4hlen und ihm auf einen Stuhl \u00fcber hei\u00dfe Kohlen setzten, geschildert, so wird Gabriel Don Ramons Companon und bringt zuerst die Gefangenen, dann seine Schuldner in die Monteria und dann macht er sein Gesch\u00e4ft in den Fincas.<br \/>\nJetzt treffen wir auch Andreu, den Carretero, aus dem ersten Band wieder und ich habe schon gedacht, es g\u00e4be keine Zusammenh\u00e4nge zwischen den B\u00fcchern und ich h\u00e4tte ruhig &#8220;Regierung&#8221; als Erstes lesen k\u00f6nnen. Der ist jetzt noch ein paar Jahre \u00e4lter, hat seine Frau inzwischen Sternchen &#8220;Estrellita&#8221; getauft und ihr lesen und schreiben gebracht, von Indianern die Muli aufkaufen und bei den Carreteros \u00fcbernachten und die aus seiner Gegend stammen, erf\u00e4hrt er, da\u00df sein Vater, der ja f\u00fcr ihn als er ein Junge war Schulden bei seinem Finquero machte, um ihn einen Decke und eine Matte zu kaufen, die ihm sein Herr nicht geben wollte, an Don Gabriel verkauft wurde und beschlie\u00dft, statt ihm in die Monteria zu gehen, denn er ist jung und kr\u00e4ftig und auch gescheit und kommt bestimmt zur\u00fcck.<br \/>\nDas Sternchen will mitgehen, aber das l\u00e4\u00dft er nicht zu, weil das, viel zu gef\u00e4hrlich ist, so bleibt sie zur\u00fcck, wird sich inzwischen als Dienstm\u00e4dchen verdingen und auf ihn warten.<br \/>\nDamit endet der zweite Teil. Der dritte hei\u00dft &#8220;Der Marsch ins Reich der Caoba &#8211; ein Kriegsroman&#8221;, der vierte &#8220;Die Troza&#8221;, dann kommt noch &#8220;Die Rebellion der Gehenkten&#8221; und &#8220;Ein General kommt aus dem Dschungel&#8221;.<br \/>\nLaut meinem Bibliothekskatalog scheine ich die B\u00fccher zu haben, jetzt mu\u00df ich sie nur noch in meinen Regalen suchen, aber da habe ich, als ich die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leseliste<\/a> erstellte, ein wenig umger\u00e4umt, so da\u00df ich sie jetzt nicht finden kann.<br \/>\n&#8220;Das Totenschiff&#8221; habe ich aber inzwischen gefunden und auf die Liste gesetzt und finde B. Travens B\u00fccher, die sehr dicht und direkt von Mexiko erz\u00e4hlen, in dem ich in den Neunzigerjahren ja mit der Anna und dem Alfred einige Wochen war, sehr spannend, so da\u00df ich gerne weiterlesen w\u00fcrde.<br \/>\nAber es warten soviele andere B\u00fccher, es ist aber interessant, da\u00df ich inzwischen mit jemanden in Kontakt gekommen bin, der die Reihe gelesen hat und auch, da\u00df es sie in neueren Auflagen offenbar zu kaufen gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun kommt der zweite Teil des Mexiko-Zyklus von B.Traven, in dem der 1882 geborene und 1969 gestorbene, weiter die Ungerechtigkeiten und die Unterdr\u00fcckung der Indianer im Mexiko der Zwanziger-und Drei\u00dfigerjahre des vorigen Jahrhunderts in seiner drastischen Sprache und klaren Worten &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=28031\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-28031","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28031","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28031"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28031\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28031"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28031"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28031"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}