{"id":27200,"date":"2014-02-16T00:10:07","date_gmt":"2014-02-15T23:10:07","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=27200"},"modified":"2014-02-16T00:10:07","modified_gmt":"2014-02-15T23:10:07","slug":"mude-bin-ich-kanguruh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=27200","title":{"rendered":"M\u00fcde bin ich K\u00e4nguruh"},"content":{"rendered":"<p>Das dichtet die sechzehnj\u00e4hrige Teresa, ein sogenanntes Patchwork-Kind f\u00fcr ihre Stiefschwester Steffi und ansonsten erz\u00e4hlt sie einem vielleicht etwas zu altklug betulich schnodderigen Ton, eine Mischung aus allem, vom Leben eines solchen und der Benachteiligung die man erf\u00e4hrt, wenn einem die Stief nicht mag und deren Eltern ziemliche Ekel sind.<br \/>\nDa ist also Teresa, ein Kind der Mittelschicht, das sind die, wie die Profil-Kolumnistin und Frauenrechtlerin Elfriede Hammerl erkl\u00e4rt, die nach oben bukeln und sich nach der Oberschicht bzw. den Aristrokraten sehen und die Prolos treten, von wo vielleicht Hannes, Teresa Vater kommt.<br \/>\nTeresa sagt aber &#8220;Proll&#8221; und hat eine Society-Mutter, eine sogenannte &#8220;Promi-Schlampe&#8221;, ob eine Sechzehnj\u00e4hrige wirklich dieses Wort ben\u00fctzt, die am Cover von Magazinen, namens &#8220;Leute&#8221; herunterl\u00e4chelt, so da\u00df Hannes, das Sorgerecht f\u00fcr sie beantragt hat und nun lebt Teresa bei ihm und Betty und deren vielen Kindern. Da gibt es mal Carolina, die Betty mit in die Ehe brachte und dann noch die Kinder der beiden, Steffi, die einen Privatkindergarten besucht, dann die Zwillinge Leopold und Ferdinand, die vielleicht nach der Familie Habsburg hei\u00dfen.<br \/>\nBetty ist Hausfrau oder vielleicht in Karenz und kocht biologisch, hat Freundinnen aus besseren Kreisen, Anw\u00e4ltinnen oder Anwaltsgattinnen und wenn die mit ihren Kindern zum Kaffeeklatsch kommen, mu\u00df Theresa die Kinderschar h\u00fcten und bekommt die Babysitterdienste nicht einmal bezahlt. Nur Taschengeld und das wird ihr sp\u00e4ter auch noch entzogen.<br \/>\nTeresa besucht als einzige ein \u00f6ffentliches Gymnasium, das sie &#8220;Intellektuellenschmiede&#8221; nennt, denn sie ist ja nicht Bettys Kind.<br \/>\nBetty sagt &#8220;Mach nicht so ein Gesicht, Fr\u00e4ulein!&#8221; und nie ihren Namen, wenn sie Vollkornpalatschinken auf den Tisch stellt.<br \/>\nUnd dann gibt es noch die diversen Patchworkgro\u00dfeltern. Da sind einmal Walter und Inge, Bettys Eltern, die st\u00e4ndig in dem Reihenhaus mit Garten, anwesend zu sein scheinen, \u00fcber Teresa l\u00e4stern und sie f\u00fcr Carolinas Bulimie verantwortlich machten, als sich das vormalige Pummelchen auf Gr\u00f6\u00dfe zzweiunddrei\u00dfig hinunterhungert und nicht auf Teresa h\u00f6rten, als sie das voraussah.<br \/>\nHannes Mutter, die Oma, ist der Prolo, hat viel gearbeitet und bringt st\u00e4ndig \u00f6kologisch unkorrekte Plastikspielsachen und fette Torten, die keiner i\u00dft, f\u00fcr die Kinder.<br \/>\nSophies, der Promi-Schlampe, Eltern, Omi und Opi, sind patent und verst\u00e4ndisvoll, ein ehemaliger Hochschullehrer und eine Franz\u00f6sischlehrerin, die vielleicht in einen Alzheimer kippt, Teresa mu\u00df aber Spanisch lernen, weil Hannes sie nicht zuviel zu Sophies Eltern l\u00e4\u00dft und so lebt es sich dahin in der gro\u00dfen Familie mit dem Hang nach oben.<br \/>\nMit Max, Carolines Vater, gibt es Schwierigkeiten und f\u00fcr den neuen Gel\u00e4ndewagen und den gro\u00dfen Hund ist auch kein Geld da, weil Carolines Therapie zu bezahlen ist und Max sich weigert, das zu tun. Und als Sophie sich mit einem alten Promi verlobt und Teresa mit ihm und ihr am verl\u00e4ngerten Wochenende nach Ungarn zur Jagd fahren soll, weigert sie sich, aus Angst der alte Knacker k\u00f6nnte einen flotten Dreier wollen.<br \/>\nSo f\u00e4hrt sie allein nach Venedig, liest dort im Hotelzimmer B\u00fccher oder besichtigt Kirchen und als sie nach Hause kommt, will Betty sie ins Internat stecken, denn der alten Knacker war mi\u00dftrauisch, als sich Teresa wegen Babysitten entschuldigte und hat zu Hause angerufen.<br \/>\nEs gibt auch einen t\u00fcrkischen Freund aus der Oberschicht, einen Diplomatensohn namens Sedar und eine Liebe zu einem Lehrer namens Uli, mit dem Teresa in der Disco knutschte, bevor er ihr Lehrer wurde, dann weigerte er sich, sie zu entjungfern und als Teresa von Venedig zur\u00fcckkommt, entzieht ihr Betty das Taschengeld, so da\u00df sie Nachhilfestunden geben mu\u00df.<br \/>\nIst so das Patchworkleben in der Mittelschicht? Wahrscheinlich und Elfriede Hammerl erz\u00e4hlt es auch sehr k\u00f6stlich, obwohl es mir vielleicht manchmal ein bi\u00dfchen zu schicki-micki ist und es gibt auch sehr viele Vorurteile, die diese Mittelschichteltern, die nach oben wollen haben, haben. So fordert Betty einmal ernsthaft, da\u00df die Prolos keine Kinder haben sollen und es deshalb Schulgeld geben mu\u00df.<br \/>\nAber wahrscheinlich hat Elfriede Hammerl solche Diskussionen in ihrem Bekanntenkeis schon einmal geh\u00f6rt, mir sind sie auch nicht unbekannt und da denke ich an die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/08\/emma-schweigt\/\" title=\"Emma\u00a0schweigt\">&#8220;Prolo-Emma&#8221; oder die Frau Karline<\/a>, die nicht gleich &#8220;ja&#8221; sagte, als die tschetschenische Fl\u00fcchtlingsfrau sie fragte, ob sie sich in ihrem Zimmer vor der Abschiebung retten kann?<br \/>\nH\u00e4tten Betty oder Elfriede Hammerl das getan oder vielleicht doch blumige Ausreden gefunden, warum das leider nicht geht.<br \/>\nBei Frau Hammerl wei\u00df ich das nat\u00fcrlich nicht. Die Betty l\u00e4stert aber gewaltigt \u00fcber ihre slowakische Perle Anna, obwohl sie ihr nur f\u00fcr viermal bezahlt, wenn sie f\u00fcnfmal in der Woche putzen kommt.<br \/>\nElfriede Hammerl kenne ich von ihren Profil-Kolumnen, von denen mir manche gefallen, mache vielleicht auch wenig zu \u00fcberzogen sind, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/12\/krause-haare\/\" title=\"Krause\u00a0Haare\">Anita C. Schaub <\/a>hat sie in ihrem <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/poesie_und_brotberuf.html\">&#8220;Frauen schreiben- Buch&#8221;<\/a> interviewt und dann einmal in eine &#8220;Poet-Night&#8221; als Special Guest mitgebracht, wo sie &#8220;Die Nachrichten aus dem Krisengebiet patchwork-Familie&#8221; vorstellte.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/07\/09\/der-verpasste-mann\/\">&#8220;Den verpassten Mann&#8221;<\/a> habe ich auch einmal im Schrank gefunden und vor kurzem war ich auch bei einer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/09\/frauengesundheit\/\">Lesung<\/a>, die die Frauenbeauftragte f\u00fcr Gesundheit Beate Wimmer-Buchinger veranstaltete und Elfriede Hammerl, wo es nachher Wein und Oliven gab und man die Hammerl-B\u00fccher kaufen konnte.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das dichtet die sechzehnj\u00e4hrige Teresa, ein sogenanntes Patchwork-Kind f\u00fcr ihre Stiefschwester Steffi und ansonsten erz\u00e4hlt sie einem vielleicht etwas zu altklug betulich schnodderigen Ton, eine Mischung aus allem, vom Leben eines solchen und der Benachteiligung die man erf\u00e4hrt, wenn einem &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=27200\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-27200","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27200","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27200"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27200\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27200"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27200"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27200"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}