{"id":27128,"date":"2014-02-15T00:01:28","date_gmt":"2014-02-14T23:01:28","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=27128"},"modified":"2014-02-15T00:01:28","modified_gmt":"2014-02-14T23:01:28","slug":"das-geteilte-haus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=27128","title":{"rendered":"Das geteilte Haus"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem &#8220;Geteilten Haus&#8221; von Pearl S. Buck, 1935 bei Zsolnay erschienen, ein Buch aus dem B\u00fccherkasten meines Vaters, habe ich mir ein bi\u00dfchen schwer getan. Erstmals stand es schon im Vorjahr auf der Leseliste und ich habe es mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/08\/uber-allem-die-liebe\/\">&#8220;\u00dcber allem die Liebe&#8221;<\/a> verwechselt und als ich es am letzten Freitag endlich zu lesen angefangen habe, war ich anfangs verwirrt und habe mich nicht ausgekannt.<br \/>\nDenn es ist der dritte Teil einer Trilogie \u00fcber China. Mit dem ersten &#8220;Die gute Erde&#8221; hat die 1892 geborene und 1973 verstorbene Nobelpreistr\u00e4gerin von 1938, den &#8220;Pullitzer-Preis&#8221; gewonnen. der zweite Teil hei\u00dft &#8220;S\u00f6hne&#8221;. Beide B\u00fccher stehen auf meiner Leseliste, nat\u00fcrlich in umgekehrter Reihenfolge und so habe ich zuerst vom Leben des Enkelsohns erfahren und werde erst sp\u00e4ter zum Gro\u00dfvater kommen, aber um das Leben China und den Bauernstand scheint es in allen drei B\u00fcchern zu gehen.<br \/>\nZu Beginn des &#8220;Geteilten Hauses&#8221; irrt der Sohn des Tigers, Wang Yuan im Land herum. Die Einsteigerin kennt sich nicht recht aus und erf\u00e4hrt erst nach und nach, da\u00df der junge Mann, er ist etwa zwanzig, aus der Armee oder Kriegsschule, wohin ihn sein Vater, der General, gesteckt hat, geflohen ist, weil er nicht t\u00f6ten wollte.<br \/>\nEr irrt im Land herum, die Bauern schauen ihm scheel an, wohnt in einem Lehmhaus, das offenbar in den fr\u00fcheren B\u00fcchern eine Rolle spielt, der Onkel will schon nachsehen, ob es der rechte Neffe und nicht etwa ein R\u00e4uber ist, da kommt die Mutter mit der Magd und fleht den Sohn an, der Vater ist krank, er soll zur\u00fcckkommen.<br \/>\nWir sind im China an der Schwelle vom Alten zum Neuen. Das hei\u00dft in einem Land, wo die alten Frauen noch geschn\u00fcrrte F\u00fc\u00dfe haben, die V\u00e4ter die S\u00f6hne an Frauen verheirateten, die sie dann gleich verla\u00dfen und so ist Yuans Mutter auch eine b\u00e4uerliche zahnlose Frau, w\u00e4hrend der Vater eine andere Frau hatte, die mit ihrer Tochter in der fortschrittlichen, von den Ausl\u00e4ndern regierten K\u00fcstenstadt wohnt und dorthin flieht Yuan auch, nachdem der Vater ihn ebenfalls verheiraten will.<br \/>\nEr f\u00e4hrt mit der Eisenbahn und seine Schwester Ail-lan ist eine moderne junge Frau, die nichts i\u00dft, um schlank zu bleiben und am Abend in modernen Kleidern zu Tanzverg\u00fcgungen geht.<br \/>\nYuan wird auch in so einen ausl\u00e4ndischen Anzug gesteckt, besucht eine Schule und freundet sich mit seinen zwei Vettern an. Sheng hei\u00dft der eine, der Dichter ist, Meng ist Revolution\u00e4r und will Yuan, den Bauern, der Landwirtschaft studiert, dazu \u00fcberreden und dann gibt es noch ein M\u00e4dchen, das ihn auch dazu verf\u00fchren will. Diese Studentin hat sich auch in Yuan verliebt, der aber, von seinem Vater offenbar zum Frauenhasser erzogen wurde und auch nichts davon h\u00e4lt, einer Frau die Hand zu geben und sie im Tanz in westlicher Manier an sich zu dr\u00fccken.<br \/>\nAls das M\u00e4dchen, sie hat, glaube ich, keinen Namen, verhaftet wird, verr\u00e4t sie in ihren Ha\u00df Yuan und der mu\u00df mit Sheng Amerika fliehen, wo er sechs Jahre Landwirtschaft studiert.<br \/>\nDort hat er seine Schwierigkeiten mit den h\u00e4\u00dflichen Amerikanern, f\u00fchlt sich von ihnen auch nicht so angenommen, freundet sich aber doch mit einem seiner Lehrer, einem Christen, der ihn missionieren will, an und dessen Tochter Mary verliebt sich auch ihn ihn.<br \/>\nAber Yuan wird niemals eine Ausl\u00e4nderin heiraten und ist auch \u00fcber Sheng entsetzt, der sich von einer solchen Frau, die seine Verse vertont, Schmeichelheiten sagen l\u00e4\u00dft.<br \/>\nSo kehrt nach Ende des Studiums wieder in die Heimat zur\u00fcck, wo der neue Ton herrscht, die Revolution\u00e4re, unter ihnen Meng, als Hauptmann, noch immer herumuziehen, die Kinder sich nicht mehr verheiraten lassen, die Frauenf\u00fc\u00dfe nicht mehr verkr\u00fcppelt werden und in der Hauptstadt alles neu gebaut werden wird.<br \/>\nDer Tiger hat sich bei Yuans Onkel wegen Yuans Studium verschuldet, so mu\u00df er das Geld zur\u00fcckzahlen und verdingt sich in der Hauptstadt als Lehrer.<br \/>\nAil-lan ist schwanger und mu\u00df heiraten und die Dame, ihre Mutter, die ein Waisenhaus betreut, hat ein Waisenm\u00e4dchen namens Mei-ling, das \u00c4rztin werden will, zu sich genommen, in das sich nun Yuan verliebt. Sie will vorl\u00e4ufig noch nicht heiraten und Yuan mu\u00df sich erst zwischen dem Alten und dem Neuen zurechtfinden. Irgendwie ist beides in ihm und so geh\u00f6rt er in das geteilte Haus, das er nach dem Tod seines Vaters \u00fcbernimmt, wo er Mei-ling in b\u00e4uerlicher Tracht empf\u00e4ngt, die nun auch bereit ist, mit ihm zu leben.<br \/>\nEin sehr interessantes Buch, in dem man viel \u00fcber China, das mir ja sehr <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/30\/balzac-und-die-kleine-chinesische-schneiderin\/\">fremd<\/a> ist, erf\u00e4hrt und ich bin auch absolut nicht der Meinung, da\u00df Pearl S. Buck kitschigen Schund schreiben w\u00fcrde.<br \/>\nHabe inzwischen einige ihrer B\u00fccher auf der Leseliste und mich auch im vorigen Jahr ein bi\u00dfchen in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/26\/das-gesprengte-grab\/?preview=true\">chinesischer<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/01\/23\/schwere-flugel\/\">Literatur<\/a> eingelesen, was ich nach und nach mit Pearl S. Bucks und auch anderen B\u00fcchern fortsetzen werde. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem &#8220;Geteilten Haus&#8221; von Pearl S. Buck, 1935 bei Zsolnay erschienen, ein Buch aus dem B\u00fccherkasten meines Vaters, habe ich mir ein bi\u00dfchen schwer getan. 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