{"id":26793,"date":"2014-01-26T22:00:49","date_gmt":"2014-01-26T21:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=26793"},"modified":"2014-01-26T22:00:49","modified_gmt":"2014-01-26T21:00:49","slug":"schreibweisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=26793","title":{"rendered":"Schreibweisen"},"content":{"rendered":"<p>Der Blog der jungen Buchh\u00e4ndlerin Sophie Weigand &#8220;Literaturen&#8221; scheint besonders intensiv zu sein, regt er mich doch schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/06\/noch-einmal-statistik\/\" title=\"Noch einmal\u00a0Statistik\">wieder<\/a> zu einem Artikel an, gibt sie doch auf ihrer Facebookseite und auch anderswo immer wieder Hinweise auf interessante Artikel zum Literaturgeschehen.<br \/>\nSo ist da einmal die Frage, <a href=\"http:\/\/literatourismus.net\/2014\/01\/26\/die-erziehung-des-lesers\/\">was und wie man lesen soll<\/a>, die mich ja auch immer sehr besch\u00e4ftigt und ich dazu auch die Antwort habe, das, was man will. Und ich bin ja eine, die sich quer durch den Literaturgarten liest, sowohl <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/21\/schreibgesprache\/\" title=\"SchreibGespr\u00e4che\">Krimis<\/a>, als auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/01\/kein-kuss-unter-dieser-nummer\/\">Chicklits<\/a> auf der Leseliste hat, es schon mal mit einem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/16\/kaff-auch-mare-crisium\/#comments\">Arno Schmidt<\/a> versuchte, die \u00f6sterreichische, deutsche und auch anderssprachige Gegenwartsliteratur und und und entdecken will.<br \/>\nSo lese ich sehr viel und seit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/21\/bucherschrank-geschichten\/\">Erfindung der offenen B\u00fccherschr\u00e4nke<\/a> auch immer mehr und ich bin auch eine, die nur sehr selten ein Buch weglegt, wenn ichs nicht mehr verstehe oder nicht mehr aushalte, da war ich beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/01\/hordubal\/?preview=true\">Karel Capek<\/a>, vor kurzem das letzte Mal nahe daran, da\u00df der Passivismus seines Helden f\u00fcr mich schwer auszuhalten war, lese ich meistens schnell dar\u00fcber und von Diskussionen, da\u00df man auch ein schlechtes Essen nicht zu Ende i\u00dft, halte ich nicht sehr viel.<br \/>\nWahrscheinlich deshalb, weil das Buch f\u00fcr mich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Die+Ware+Buch\">keine Ware<\/a> ist, ich auch nur selten B\u00fccher um zwanzig Euro oder so kaufe und als <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/\">schreibende Frau <\/a>wahrscheinlich auch sehr viel Respekt vor anderen Schreibenden habe, beziehungsweise mich auch interessiert wie sie es machen.<br \/>\nUnd da bin ich sehr geduldig, ein einziges Mal habe ich einen Krimi weggelegt, weil ich ihn nicht ausgehalten habe, das ist dann meistens, wenn der Held als Schw\u00e4chling gezeichnet wird, so tut mir auch der Dorfrichter Adam im &#8220;Zerbrochenen Krug&#8221; immer sehr leid, ansonstens tue ich mir schwer mit dem Begriff &#8220;schlechte Literatur&#8221;.<br \/>\nDie finde ich kaum, das meiste finde ich so geschrieben, da\u00df ich es lesen kann und manches, wie den Arno Schmidt, den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/28\/priessnitz-preistrager-richard-obermayr\/\">Richard Obermayr<\/a>, etc, verstehe ich nicht, finde es aber trotzdem interessant.<br \/>\nDa sind wir schon beim n\u00e4chsten Thema, beziehungsweise beim n\u00e4chsten Hinweis, den Sophie Weigand auf ihrer Facebookseite gab, denn da gab es vorige Woche im deutschen Sprachraum offenbar eine gro\u00dfe Literaturdebatte, die ein F<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/04\/deutsche-gegenwartsliteratur-brav-konformistisch\/komplettansicht\">lorian Kessler<\/a>, ein Absolvent von &#8220;Hildesheim&#8221; ausgel\u00f6st hat, indem er analysierte, wer in &#8220;Leipzig&#8221; und in &#8220;Hildesheim&#8221;, etc aufgenommen wird und daraufgekommen ist, das sind fast immer Akademikerkinder.<br \/>\nDas, denke ich, wird auch beim Medizin- Psychologie und den anderen Studienrichtungen so sein, beziehungsweise, wird man da ja jetzt auch nicht mehr so einfach aufgenommen, fr\u00fcher konnte da ja in \u00d6sterreich noch jeder mit Matura studieren. So habe ich als Nichtakademikerkind, Hauptsch\u00fclerin und Absolventin einer sogenannten &#8220;Kn\u00f6delakademie&#8221; in den Siebzigerjahren ohne gro\u00dfe Schwierigkeit Psychologie studiert.<br \/>\nMit dem Wunsch zu schreiben, den ich gleichzeitig hatte, war das schon etwas schwieriger. Zwar hat es damals keine Schreibschulen im deutschen Sprachraum gegeben, das &#8220;Literaturinstitut in Leipzig&#8221;, als &#8220;DDR-Kaderschmiede&#8221; gab es, glaube ich schon, aber dort ist man damals von \u00d6sterreich nicht hingekommen und damals hat auch keiner daran geglaubt, da\u00df man das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/25\/schreiben-lernen\/\">Schreiben lernen<\/a> kann.<br \/>\nTrotzdem habe ich mir mit meinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Rechtschreibfragen\">Rechtschreibfehlern<\/a>, die ich mir nicht nehmen lassen wollte und will, sicher die T\u00fcren f\u00fcr die Stipendien und die von den Literaturzeitschriften und Verlage zugemacht.<br \/>\nDie Akademikerkinder lernen in den Gymnasien vielleicht mehrheitlich genaueres Deutsch oder sich anzupassen und dann fanden, die in den Siebzigerjahren ohne Schreibschulen, die Verlage. Jetzt werden sie bevorzugt in Hildesheim, Leipzig oder Wien aufgenommen. Ich glaube aber nicht, da\u00df Josef Haslinger beispielsweise daraufschaut, ob der Vater jetzt Arzt oder Lehrer ist, aber unbewu\u00dft schreiben, die halt so, da\u00df es den Lehrern gef\u00e4llt, w\u00e4hrend ich ja in einer Zeit des experimimentellen Schreibens sehr wenig abgehoben geschrieben habe und die Sch\u00fcler von &#8220;Hildesheim&#8221; oder &#8220;Leipzig&#8221;, schreiben von ihren &#8220;Mittelschichterlebnissen&#8221; und das erscheint den Lesern, bzw. den Kritikern, wie Florian Kessler beispielsweise, dann zu wenig gewagt, ect.<br \/>\nIch glaube, das das schon so stimmt, aber auch, da\u00df die nichtaufgenommenen Nichtakademikerkinder, die sich vielleicht gar nicht in Leipzig, Hildesheim oder Wien bewarben, wahrscheinlich die sind, die die dann bei &#8220;Dumont&#8221;, &#8220;Suhrkamp&#8221; etc entstandenen Romane der &#8220;Leipzig&#8221; oder &#8220;Hildesheimabsolventen&#8221; nicht lesen, sondern zu &#8220;Shades of Grey&#8221; zu den Krimis, vielleicht auch Haruki Murakami etc greifen und ein Buch &#8220;wegschmei\u00dfen&#8221;, wenn es ihnen nicht spannend genug erscheint.<br \/>\nEs gibt \u0144eunzigtausend j\u00e4hrliche Neuerscheinungen auf den deutschen Markt, von denen wir einen Teil demn\u00e4chst in Leipzig sehen werden, wer soll das alles lesen?<br \/>\nDer Durchschnittsleser angeblich drei bis neun St\u00fcck im Jahr, die Bloger an die Hundert, ich inzwischen an die hundertsiebzig und wieviel die Literaturkritiker lesen, wei\u00df ich nicht, aber wahrscheinlich lesen die eher an, bis sie ihre Rezension schreiben k\u00f6nnen und legen dann weg.<br \/>\nDas ist das Dilemma des Literaturbetriebs, wie ich es sehe und da passt die Geschichte von den angepassten Akademikerkinder, die in Hildesheim und Leipzig ihre angepassten Romane schreiben lernen, die &#8220;Suhrkamp&#8221; und &#8220;Dumont&#8221; dann verlegen auch gut hinein.<br \/>\nWas vielleicht da noch fehlt, sind die Migrantenkinder mit ihren vielleicht wirklich au\u00dfergew\u00f6hnlichen Schicksalen und Traumatisierungen, die sie dann vielleicht weniger angepasste Romane schreiben l\u00e4\u00dft und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/16\/die-nacht-der-lichter\/\">Clemens Meyer<\/a> zum Beispiel, der ja auch in Leipzig studiert hat und morgen den &#8220;Bremer Literaturpreis&#8221; bekommt und dann auch die, die trotzdem schreiben wollen, bisher nur wenige Chancen dazu hatten, bis 2011 der &#8220;b\u00f6se&#8221; Amazon daherkam und ihnen die Tore zum <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Kehrtwende\">Selbstpublishing<\/a> \u00f6ffnete.<br \/>\nSeither scheint das zu <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Neues+von+der+Indie-Front\">boomen<\/a> und die Nichtleser lesen das angeblich auch sehr gern und viel. Vielleicht laden sie es sich auch nur hinunter, weil es einen Euro kostet. Das Feuilleton und die Kritiker schreien auf &#8220;Das ist Mist!&#8221; und ich bin die, die wieder schreibt, es gibt eben immer weniger Leser, aber immer mehr Leute die schreiben wollen und ich habe auch nichts dagegen.<br \/>\nObwohl es mir dann schon manchmal ein wenig wehtut, wenn schon wieder ein zwanzigj\u00e4hriges Literaturtalent daherkommt, von dem alle begeistert sind, w\u00e4hrend ich ja keine Chance hatte, keinen (oder nicht oft) Verlag fand, seit 2000 meine B\u00fccher selber mache, da sehr weit vom Fenster war und auch heute noch immer nicht viel n\u00e4her gekommen bin und auch durch mein beharrliches <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/05\/buchpromotion\/\" title=\"Buchpromotion\">Bloggen<\/a>, das ich seit 2008 betreibe, nicht wirklich n\u00e4her gekommen bin. Das macht manchmal ein bi\u00dferl depressiv, keine Chance zu haben. Dann versuche es ich wieder realisitscher zu sehen und auch den \u00dcberblick zu bewahren, in dem ich mich f\u00fcr alles interessiere, auch Ritter B\u00fccher lese, 2009 oder so habe ich bei &#8220;Fix Poetry&#8221; einen <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014\/01\/23\/a0154&amp;cHash=d72794bd9999645ae877cf5061567dd3\">&#8220;Enno Stahl&#8221;<\/a> gewonnen und der hat sich in diese Debatte, auch eingemischt.<br \/>\nL\u00f6sung wei\u00df ich auch keine, nur die, da\u00df die Leser ja entscheiden k\u00f6nnen, was sie lesen und das tun sie auch und wenn ich mir die &#8220;Offenen B\u00fccherschr\u00e4nke&#8221; so ansehe, denke ich auch, da\u00df wahrscheinlich viel zu viel produzuiert wird. Mich st\u00f6rt das nicht, ich versuche &#8220;alles&#8221; zu lesen, was ich nat\u00fcrlich auch nicht kann und so gut es mir gelingt, zu schreiben und da bin ich bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/13\/dreisig-fragen-zu-dreisig-buchern\/\" title=\"Drei\u00dfig Fragen zu drei\u00dfig\u00a0B\u00fcchern\">einunddrei\u00dfig selbstgemachten B\u00fcchern<\/a>, eines in einem Kleinverlag, zwei Sachb\u00fccher in den gro\u00dfen und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/14\/fertig-mit-dem-nanowrimo\/\" title=\"Fertig mit dem\u00a0Nanowrimo\">zwei<\/a> die aufs <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/05\/achtzig-rohseiten\/\" title=\"Achtzig\u00a0Rohseiten\">Fertigwerden<\/a> warten, auch schon ein wenig ausgeschrieben, weil ich mit meinen leisen sozialkritischen Themen und meiner Schreibkritik schon am Ende bin, beziehungsweise vieles angerissenen habe und jetzt f\u00fcrs n\u00e4chste <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/25\/gesundenuntersuchung\/\" title=\"Gesundenuntersuchung\">nichts Neues<\/a> wei\u00df.<br \/>\nDas betrifft aber sicher nicht nur mich, da ja schon wirklich \u00fcber alles geschireben wurde und die Leser wahrscheinlich immer ungeduldiger werden, mehr verlangen, das von den &#8220;braven&#8221; Akademikerkindern aus &#8220;Leipzig&#8221; oder &#8220;Hildesheim&#8221; nicht zu bekommen scheinen, nach den neuen wilden Stimmen schreien, aber ob die immer in Amerika zu finden sein werden, bin ich auch ein wenig ratlos und so drehen sich diese Literaturdebatten wahrscheinlich auch im Kreis.<br \/>\nIch finde sie aber trotzdem sehr interessant und schreibe in meiner wenig abgehobenen Art mit meinen Rechtschreibfehlern auch immer gern dar\u00fcber und kann Sophie Weigands Blog und Facebookseite allen ebenfalls Interessierten nur sehr empfehlen, weil sie sehr umfassend \u00fcber das was im Literaturbetrieb passiert informiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Blog der jungen Buchh\u00e4ndlerin Sophie Weigand &#8220;Literaturen&#8221; scheint besonders intensiv zu sein, regt er mich doch schon wieder zu einem Artikel an, gibt sie doch auf ihrer Facebookseite und auch anderswo immer wieder Hinweise auf interessante Artikel zum Literaturgeschehen. &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=26793\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-26793","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26793","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26793"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26793\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}