{"id":26720,"date":"2014-01-28T00:18:42","date_gmt":"2014-01-27T23:18:42","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=26720"},"modified":"2014-01-28T00:18:42","modified_gmt":"2014-01-27T23:18:42","slug":"schonhauser-allee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=26720","title":{"rendered":"Sch\u00f6nhauser Allee"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt gehts wieder nach <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/24\/ich-bin-kein-berliner\/?preview=true\">Berlin<\/a>, beziehungsweise an die &#8220;Sch\u00f6nhauser Allee&#8221;, wo der in Russland geborene Wladimir Kaminer mit seiner Frau und seinen Kindern lebt und in seinen  Kolumnen sehr eindringlich vom Lebensgef\u00fchl in dieser Stra\u00dfe schreibt.<br \/>\nSo erz\u00e4hlt er von dem Gesch\u00e4ft der Vietnamesen, die immer l\u00e4cheln, die Waren nach B\u00fcchsen oder Flaschen sortieren und die Preise nach der Gr\u00f6\u00dfe ansetzen, von ihrer Tochter, die die Touristen in Scharen anzieht, wenn sie im Regen in einer Pf\u00fctze steht, um sie sp\u00e4ter anzuspritzen, von den B\u00fcchern, die er in einer M\u00fclltonne findet, etwas was ich kenne und mir auch sehr sympathisch ist.<br \/>\nDen Marx und Engels und die DDR-Politbrosch\u00fcren l\u00e4\u00dft er dort, ich h\u00e4tte sie mir ebenfalls mitgenommen, bzw. habe sie  von den fr\u00fcheren Volksstimmefesten, den Grass und den Fritz Rudolf Fries nimmt er mit und \u00fcberlegt sich, wem die B\u00fccher wohl geh\u00f6rt haben mochten?<br \/>\nDie Familien in seinem Haus werden beschrieben und die Typen, die er auf der Stra\u00dfe trifft. So fragt ihn Charles Bukowski einmal nach dem Weg und Friedrich Engels trinkt gemeinsam mit Albert Einstein und Niels Bohr, nur Karl Marx fehlt noch in der Sandleridylle.<br \/>\nAlex, dem Spion hat er einmal ein Zimmer vermietet, bevor er von den Amerikanern ausgeflogen wurde und nun in Kalifornien bei Microsoft arbeitet.<br \/>\nDas Nichtschlafenk\u00f6nnen wird beschrieben und das Gesch\u00e4ftsleben, das au\u00dfer den Gesch\u00e4ften der Vietnamnesen und anderen Ramschbuden und Kneipen haupts\u00e4chlich aus dem Arcarden-Kaufhaus zu bestehen scheint, wo Feste gefeiert werden und ein Armenier eine Parfumverk\u00e4uferin kennenlernt, der er dann einen unsichtbaren Stern zum Einstand schenkt.<br \/>\nDer Besuch der russischen Schwiegermutter, die mit den wei\u00dfrussischen Z\u00f6llnern k\u00e4mpft und selbstgemachte Marmelade mitbringt, ist Thema und das, was angeblich in den deutschen Wohnungen nach Besuch der russischen Gro\u00dffamilie passiert. Die Typen, die im Zug fahren und und und.<br \/>\nDie Reihe der ber\u00fchmten Pers\u00f6nlichkeiten ist auch sehr beliebt, so l\u00e4\u00dft Wladimir Kamina Bill Clinton in der Sch\u00f6nhauser Alle Sp\u00e4tzle mit Hasenbraten essen und sein T\u00f6chterlein im &#8220;Arcaden-Kaufhaus&#8221; Mickey Rourcke kennenlernen.<br \/>\nDie Alltagsgeschichten, die wahrscheinlich mal Kolumnen waren, werden in den Vor-und Nachworten auch sehr gelobt.<br \/>\n&#8220;Deutschland &#8211; ein Russenm\u00e4rchen&#8221;, kann man da zu Beginn lesen und die S\u00fcddeutsche Zeitung meint gar, da\u00df &#8220;Kaminers Expeditionen durch das Dickicht der Stadt&#8221;, den gro\u00dfen Berlin-Roman ersetzen w\u00fcrden. Dieser Meinung bin ich zwar nicht zur G\u00e4nze, habe vor kurzem auch einen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/24\/berlin-liegt-im-osten\/\" title=\"Berlin liegt im\u00a0Osten\">Berlin-Roman<\/a> von einer anderen jungen Russin gelesen und noch einige Kaminer B\u00fccher in meinen Regalen stehen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt gehts wieder nach Berlin, beziehungsweise an die &#8220;Sch\u00f6nhauser Allee&#8221;, wo der in Russland geborene Wladimir Kaminer mit seiner Frau und seinen Kindern lebt und in seinen Kolumnen sehr eindringlich vom Lebensgef\u00fchl in dieser Stra\u00dfe schreibt. 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