{"id":26657,"date":"2014-01-25T00:44:28","date_gmt":"2014-01-24T23:44:28","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=26657"},"modified":"2014-01-25T00:44:28","modified_gmt":"2014-01-24T23:44:28","slug":"zoli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=26657","title":{"rendered":"Zoli"},"content":{"rendered":"<p>Das n\u00e4chste Buch habe ich wieder <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/14\/die-asche-meiner-mutter\/\">doppelt gelesen<\/a> oder eher halb halb, den Colum McCanns Roman &#8220;Zoli&#8221; \u00fcber eine slowakische Roma-Dichterin, habe ich im B\u00fccherschrank auf Englisch gefunden und genommen, weil ich auf den 1965, in Dublin geborenen irischen Dichter, glaube ich, durch Richard Jurst, der einmal das Antiquariat &#8220;Buch und Wein&#8221; in der Sch\u00e4ffergasse f\u00fchrte, aufmerksam gemacht wurde, der Buch und Dichter 2007 nach Wien eingeladen hat und ich gehe ja sehr auf Namen.<br \/>\nDann lag mir das Buch aber ein bi\u00dfchen im Magen, weil es in Englisch war und ich schon seit einem Jahr kein solches mehr gelesen habe. Ob ich es verstehe?<br \/>\nDann gehe ich an dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/17\/uber-die-anderswelt-trilogie\/\" title=\"Die\u00a0Anderswelt-Trilogie\">Abend<\/a> bevor ich mit dem Lesen beginnen wollte, bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/18\/buchgeschichten\/\" title=\"Buchgeschichten\">&#8220;Malota&#8221; in der Wiedner Hauptstra\u00dfe<\/a> vorbei und konnte mich bequem einlesen, ein Kapitel Deutsch, das andere Englisch, ohne schlechten Gewissen, denn es wird ja demn\u00e4chst &#8220;Dracula&#8221; auf Englisch folgen und dann stehen noch zwei andere englische B\u00fccher auf meiner heurigen Leseliste, wo ich so schnell wohl nicht den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/10\/kurze-geschichte-des-traktors-auf-ukrainisch\/\" title=\"Kurze Geschichte  des Traktors auf\u00a0Ukrainisch\">deutschen Vergleichstext bekommen werde<\/a> und um es gleich vorweg zu nehmen, das Buch hat mir sehr gut gefallen, denn Colum McCunn versteht es sehr spannend, die Geschichte des letzten Jahrhunderts und die Unterdr\u00fcckung der slowakischen oder polnischen Roma zu erz\u00e4hlen, denn der hat seine Protagonistin Zoli bzw. Marienka Novotna, an das Vorbild der polnischen Roma-Dichterin Bronislawa Wajs angelehnt, die von 1908 bis 1987 gelebt hat.<br \/>\nColum McCunn hat auch eine sehr eindringliche Sprache und den Plot raffiniert in verschiedene Handlungsstr\u00e4nge und Erz\u00e4hlstimmen aufgebaut.<br \/>\nSo beginnt es 2003 in der Slowakei, als ein Journalist eine Romasiedlung besucht und sich nach Zoli Novotna bei dem \u00c4ltesten erkundigt.<br \/>\nSp\u00e4ter erf\u00e4hrt man, da\u00df er es deshalb tat, weil er in einem Antiquariat ihren Lyrikband aus den F\u00fcnfzigerjahren gefunden hat. Die Roma sind sehr freundlich und sehr arm, lassen sich von ihm Geld und Zigaretten gaben und erw\u00e4hnen, da\u00df es bei den Kommunisten sehr viel besser war, \u00fcber Zoli Novotna wollen sie nicht reden.<br \/>\nDann geht es in die Drei\u00dfigerjahre, wo die Nazis bzw. die Hlinkasoldaten, die Roma mit ihren Wagen auf das Eis des See trieben, wo sie ertranken, nur die kleine Zoli konnte mit ihrem Gro\u00dfvater entkommen und sich mit ihm im Wald verstecken.<br \/>\nDer Gro\u00dfvater ein Kommunist, der das &#8220;Kapital&#8221; liest, lehrt der Kleinen lesen, obwohl das Romam\u00e4dchen gar nicht d\u00fcrfen, er verheiratet sie sehr jung mit dem alten Petr und im n\u00e4chsten Kapitel, das von dem irischen Journalisten Stephen Swann, der einen slowakischen Vater hatte, erz\u00e4hlt wird, erfahren wir, da\u00df er Zoli in den F\u00fcnfzigerjahren kennenlernte, als er f\u00fcr einen slowakischen Dichter die Romaliteratur studieren sollte. Sie machen die junge S\u00e4ngerin schnell bekannt und ver\u00f6ffentlichen ihre Gedichte, der Dichter Martin Stransky warnt Swann vor einer Liebesaffaire mit Zoli und die Kommunisten, die die Roma von ihren Nomadenleben &#8220;befreien&#8221; wollen, indem sie sie in Wohnbl\u00f6cke mit Wasser und Heizung umsiedeln, mi\u00dfbrauchen Zoli daf\u00fcr.<br \/>\nStransky f\u00e4llt in politische Ungnade und wird hingerichtet, Zoli bittet Swann ihren Gedichtband nicht zu ver\u00f6ffentlichen, der sich aber nicht daran h\u00e4lt. So wird sie von ihrem Volk versto\u00dfen, die Kommunisten verfolgen sie auch, so da\u00df sie ins Ausland flieht.<br \/>\nDer letzte Teil spielt,  2003 in Paris, bei einem Romakongre\u00df, den Francesca, Zolis Tochter organisiert und die siebzigj\u00e4hrige Zoli, die in Italien lebt, ist nach Paris gekommen um daran teilzunehmen, dort trifft sie dann Swann wieder, der 1968 nach Manchester gegangen ist und beginnt auch wieder zu singen, beziehungsweise geht sie im Nachthemd zu den Musikern und Stephen Swann, denn der irische Dichter verwendet f\u00fcr seinen Roman auch sehr starke Bilder.<br \/>\nColum McCann scheint sehr sorgf\u00e4ltig f\u00fcr das Buch recherchiert zu haben. Im Anhang gibt es eine Reihe von Danksagungen, eine betrifft  Valerie Besl, die ich  vom &#8220;Haymon-verlag&#8221; kenne, Richard Jurst wird auch erw\u00e4hnt, Franc McCourth und<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/11\/was-du-liebst-gehort-dir-nicht\/\"> Louise Doughty<\/a>. Einen Aufenthalt in der Slowakei gab es auch und Zoli, das ist noch zu erw\u00e4hnen, ist die Abk\u00fcrzung von Zoltan und ein Bubennamen, nach dem der Gro\u00dfvater, die kleine Marienka rief.<br \/>\nEin sehr interessantes Buch, das ich sowohl auf Englisch oder Deutsch sehr empfehlen kann.<br \/>\nWir haben ja die Ceija Stojka, f\u00fcr dich sich, glaube ich, Christa Stippinger besonders einsetzte, die auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/11\/rund-um-meine-eltern-eine-burg\/\">Mircea Lactatus Gedichtband<\/a> verlegte, auf der letzten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/24\/vom-der-sechsten-buch-wien\/\" title=\"Von der sechsten\u00a0Buch-Wien\">&#8220;Buch-Wien&#8221;<\/a> wurde vom PEN-Club der erste Roma-Literaturpreis an Stefan Horvath vergeben. Ich war einmal bei einer Veranstaltung \u00fcber<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/09\/25\/weltliteraturen\/\"> Roma-Literatur in der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221;<\/a>, bekomme seither die Zeitschrift vom &#8220;Romano Centro&#8221; zugeschickt, habe ein Buch von Karl Stojka und Reihard Pohanka auf meiner Leseliste und \u00fcber Roma auch <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_paulanebel.html\">schon<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_sterben.html\">einige<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_bank.html\">Male<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_novembernebel.html\">geschrieben<\/a>.<br \/>\nVon Colum McCann gibt es dann noch &#8220;Der Himmel unter der Stadt&#8221; zu lesen.    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das n\u00e4chste Buch habe ich wieder doppelt gelesen oder eher halb halb, den Colum McCanns Roman &#8220;Zoli&#8221; \u00fcber eine slowakische Roma-Dichterin, habe ich im B\u00fccherschrank auf Englisch gefunden und genommen, weil ich auf den 1965, in Dublin geborenen irischen Dichter, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=26657\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-26657","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26657","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26657"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26657\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}