{"id":26277,"date":"2013-12-30T22:55:09","date_gmt":"2013-12-30T21:55:09","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=26277"},"modified":"2013-12-30T22:55:09","modified_gmt":"2013-12-30T21:55:09","slug":"america","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=26277","title":{"rendered":"America"},"content":{"rendered":"<p>Ich hole mir ja immer sehr eifrig die &#8220;Eine Stadt-ein Buch-B\u00fccher&#8221; und habe sie auch fast alle gelesen oder wenigstens <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/09\/10\/lesen-und-schreiben-personlich\/\">\u00fcberflogen<\/a> und bin meistens etwas entt\u00e4uscht zur\u00fcckgeblieben, da mir die meist fr\u00fchen B\u00fccher der ber\u00fchmten Autoren nicht so gefallen haben, bei der &#8220;La\u00dft die B\u00e4ren los-\u00dcbersetzung&#8221; war ich \u00fcberhaupt sehr unzufrieden, aber diesmal war es anders, denn, da\u00df das 1995, erschienene Buch, des 1948 bei New York geborenen T.C. Boyle, das in der Originalausgabe &#8220;Tortilla Curtain&#8221; das ist die Grenze zwischen Mexiko und Amerika von wo die illegalen Einwanderer ins gelobte Land str\u00f6mten, hei\u00dft, mich interessieren k\u00f6nnte, habe ich mir schon gedacht, als ich am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/10\/das-heurige-eine-stadt-ein-gratisbuch\/\" title=\"Das heurige eine Stadt \u2013 ein\u00a0Gratisbuch\">Er\u00f6ffnungstag<\/a> nochmals in die Hauptb\u00fccherei gegangen bin und es dort Christian Jahl  vortellen geh\u00f6rt habe.<br \/>\nJetzt ist sich das Lesen doch noch in diesem Jahr ausgegangen und zu Weihnachten spielt das Buch, das auch die Anna haben wollte, die sich sonst f\u00fcr die &#8220;Stadt-ein Buch- Aktionen&#8221; nicht so sehr interessiert, auch noch und T.C.Boyle bei dem ich schon einmal bei einer Lesung im &#8220;Thalia Landstra\u00dfe&#8221; war, obwohl ich ihn, glaube ich, weil ein so gro\u00dfer Andrang war, gar nicht gesehen habe, ist auch ein gro\u00dfartiger Schreiber und versteht es sowohl sehr realistisch zu erz\u00e4hlen, als dem Ganzen auch eine sehr spannende Dramaturgie zu geben, die einem den Atem anhalten l\u00e4\u00dft, auch wenn der Realismus dabei manchmal ein bi\u00dfchen \u00fcbertrieben wird, ist es ein gro\u00dfartiges Buch, das uns zum Nachdenken anregen k\u00f6nnte und beginnen tut es so beklemmend, wie ich auch Tom Wolfes &#8220;Fegefeuer der Eitelkeiten&#8221; erlebt habe.<br \/>\nEs geht um zwei Familien bzw. Paare, das eine der oberen Mittelschicht angeh\u00f6rend, die in der N\u00e4he von Los Angeles, ein Eigenheim gefunden haben, in das sie sich nun zur\u00fcckziehen, um ihr Leben zu genie\u00dfen.<br \/>\nDelaney Mossbacher, ein Naturforscher und Journalist und auch Hausmann, der den Sohn seiner Frau Kyra, einer erfolgreichen Immobilienmaklerin, in die Schule oder Kindergarten bringt, ihm zum Fr\u00fchst\u00fcck M\u00fcsli macht,  der beschwert sich dann, warum er nicht auch einmal Cornflakes oder Ham and Eggs bekommt, aber Kyra will, da\u00df ihr Kind gesund aufw\u00e4chst und beginnen tut e,s wie bei Tom Wolfe mit einem Autounfall. Delaney f\u00e4hrt auf der Stra\u00dfe Candido, einen mexikanischen Einwanderer an und gibt ihm, weil der keine Polizei will, zwanzig Dollar.<br \/>\nDer campiert mit seiner siebzehnj\u00e4hrigen schwangeren Freundin America, daher der Name, mit den vereinigten Staaaten hat es nichts zu tun oder doch wahrscheinlich, am Canyon und geht auf den Arbeitsstrich, den es dort gibt. Jetzt kann er aber einige Tage nicht, da die Verletzungen, die er sich durch den Unfall zuzog, doch sehr stark waren. So versucht es America f\u00fcr ihn, hat aber nicht viel Gl\u00fcck dabei und wird sogar noch vergewaltigt.<br \/>\nIn Delaney und Kyras sch\u00f6nen Eigenheim, wo sie mit zwei Hunden und einer Katze leben, brechen inzwischen die Kojoten ein, einer zerfetzt einen der Hunde und Delaney will sich bei der Hausversammlung \u00fcber die Leute beschweren, die so bl\u00f6d sind, den Kojoten Futter hinzustellen, kommt aber nicht dazu, denn der vielen Mexikaner, Einbrecher, Illegalen, etc wegen, soll ein Tor mit einem W\u00e4chter, die sch\u00f6ne Siedlung sch\u00fctzen.<br \/>\nDelaney ist zuerst dagegen, kann sich aber nicht durchsetzten und der Sohn des Wortf\u00fchrers, l\u00e4\u00dft sich von ihm auch noch die Stelle zeigen, wo Candido kampiert und geht dann hin, um die Decke und Americas Kleid in den Flu\u00df zu werfen.<br \/>\nDelaney geht inzwischen wandern, entdeckt das Camp und auch noch ein paar andere Mexikaner, die immer wieder in dem Buch auftauchen und auch die sind, die America vergewaltigen. Als er wieder zur\u00fcckkommt, ist sein Auto gestohlen und der H\u00e4ndler, bei dem er sich ein neues kaufen will, lacht ihn aus und erz\u00e4hlt ihm sowas, was bei uns &#8220;Fahren Sie nach Polen, Ihr Auto ist schon dort!&#8221;, hei\u00dfen w\u00fcrde.<br \/>\nCandido gesundet und findet f\u00fcr ein paar Tage Arbeitet und zwar ausgerechnet bei Kyras Haus, denn die will jetzt einen Zaun haben, um den zweiten Hund vor den Kojoten zu sch\u00fctzen.<br \/>\nDie Hausversammlung beschlie\u00dft inzwischen sich mit einer Mauer vor den Mexikanern zu sch\u00fctzen und Kyra die Angst hat, da\u00df sie ihr Immobliengesch\u00e4ft st\u00f6ren k\u00f6nnen, l\u00e4\u00dft den Arbeitsstrich schlie\u00dfen.<br \/>\nSo zieht Candido mit America in die Stadt, aber dort wird er nur ausgeraubt, so da\u00df sie doch wieder zum Caynon zur\u00fcckm\u00fcssen und am Thanksgivingsday passiert dann eine weitere Katastrophe.<br \/>\nT. C. Boye spielt gekommt die Tastaur der Absurdit\u00e4t, denn in dem Supermarkt, wo sowohl die Mossbacher, als auch Candido und America einkaufen, bekommt man, wenn man \u00fcber f\u00fcnfzig Dollar zahlt, einen Truthahn geschenkt. Die Mossbacher tun das und brauchen eigentlich keinen Truthahn. weil sie schon einen haben, Candido kauft nicht soviel, bekommt ihn aber trotzdem und entfacht, als er ihn grillen will, einen Waldbrand, so da\u00df die Siedlung mit der Mauer evakuiert wird und America und Candido ganz in der N\u00e4he der Siedlung ein neues zu Hause finden.<br \/>\nCandido baut es aus gestohlenen Brettern an einem Anhang und America gebiert dort ihre Tochter Socorro, die blind zu sein scheint, in den zwei Tagen, wo sie gearbeit hat, hat sie mit D\u00e4mpfen hantieren m\u00fcssen und Delaney wird inzwischen vollkommen paranoid und geht auf Mexikanerjagd, die auch die sch\u00f6ne Mauer ein wenig anzusprayen scheinen und als er Candido nochmals auf der Stra\u00dfe sieht, f\u00e4hrt er ihn nochmals an. Er findet zwar heraus, da\u00df Jack Junior und seine Freunde die Sprayer waren, versucht Candido aber mit einer Pistole zu stellen. Das Haus rutscht aber wieder ab, das Baby schwimmt davon, Candido und America retten sich aufs Dach und Candido streckt Delaney seine rettende Hand entgegen.<br \/>\nSo packend, absurd und trotzdem sehr verst\u00e4ndlich, kann man die Ausl\u00e4nderproblematik, die uns ja alle irgendwie betrifft, auch erz\u00e4hlen.<br \/>\nDas Buch mit dem T.C. Boye einmal angefeindet wurde, steht inzwischen auf den Lehrpl\u00e4nen der amerikanischen und wahrscheinlich auch der deutschen Schulen und ich kann das Lesen, vor allem den Wienern, die ja jetzt hunderttausend Exemplare davon bekommen haben, die bald wahrscheinlich auch in den B\u00fccherschr\u00e4nken zu finden sein werden, sehr empfehlen.<br \/>\nEs ist so modern, als w\u00e4re es heute geschrieben worden und man braucht nicht nach Amerika gehen, es k\u00f6nnte auch in Favoriten oder Ottakring oder sicher auch woanders spielen. In der Hauptb\u00fccherei, wo sich die Sandler und die Obdachlosen gerne aufw\u00e4rmen kommen, gibt es \u00fcbrigens auch einen Securityguard, der sie antippt, wenn sie einschlafen, wie ich bei meinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/19\/vom-recherchieren-zur-gav\/\" title=\"Vom Recherchieren zur\u00a0GAV\">Besuch f\u00fcr die &#8220;Br\u00fcderschaft-Recherche&#8221;<\/a> bemerken konnte, haben sie es aber sehr sanft getan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hole mir ja immer sehr eifrig die &#8220;Eine Stadt-ein Buch-B\u00fccher&#8221; und habe sie auch fast alle gelesen oder wenigstens \u00fcberflogen und bin meistens etwas entt\u00e4uscht zur\u00fcckgeblieben, da mir die meist fr\u00fchen B\u00fccher der ber\u00fchmten Autoren nicht so gefallen haben, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=26277\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-26277","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26277"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26277\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}