{"id":26193,"date":"2013-12-27T21:18:27","date_gmt":"2013-12-27T20:18:27","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=26193"},"modified":"2013-12-27T21:18:27","modified_gmt":"2013-12-27T20:18:27","slug":"im-alphabet-der-hauser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=26193","title":{"rendered":"Im Alphabet der H\u00e4user"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Im Alphabet der Stadt &#8211; Roman einer Stadt&#8221;, ist das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/26\/weihnachtslyrik\/\">zweite<\/a> Buch von Christoph W. Bauer, das ich noch auf meiner Leseliste stehen habe.<br \/>\nUnd was soll ich sagen? Es ist ein interessantes Buch, das sehr viel \u00fcber die Stadt Innsbruck zu erz\u00e4hlen wei\u00df, ein Roman ist es, glaube ich nicht, obwohl der Autor eine sehr interessante Form gew\u00e4hlt hat, um sein enormes Wissen, das er sich aus den Stadtarchiven und anderen Quellen, im Anhang ist es genau angef\u00fchrt, angesammelt hat, an seine Leser widerzugeben.<br \/>\nEs ist mir auch nicht ganz klar, an wen das Buch sich wendet? An die Innsbrucker wahrscheinlich, da allen anderen, wie mir vermutlich, die ich vor circa zwanzig Jahren das letzte Mal in dieser Stadt gewesen bin, der Kopf rauchen w\u00fcrde und sie mit der F\u00fclle der Name und der Geschichte, die sie da serviert bekommen, nicht viel anfangen k\u00f6nnen.<br \/>\nAls Reisef\u00fchrer ist es wahrscheinlich auch nicht geeignet, das es dazu zu sprunghaft ist und zuviel von anderen St\u00e4dten erz\u00e4hlt, es gibt auch keine Bilder, Karten, Pl\u00e4ne. Ein Loblied der Stadt Innsbruck Innsbruck ist es auch nicht wirklich, &#8220;ein atemberaubender Roman eines zugereisten \u00fcber eine \u00fcberraschend aufregende Stadt&#8221;, schreibt &#8220;Kulturpanorama&#8221;, am Buchr\u00fccken, was ich auch nicht so nachvollziehen konnte.<br \/>\nDa trifft einer in einer Bar in Innbruck einen mit einem glasigen Blick, der schon ein bi\u00dfchen Alkohol getrunken hat und der empf\u00e4ngt ihn mit den Worten &#8220;Ein Haus bekam ich vor vor die Nase gesetzt&#8230;&#8221;<br \/>\nDamit schlie\u00dft das Buch dann auch zweihundertf\u00fcnfzig Seiten sp\u00e4ter und dazwischen hat der eine mit dem anderen eine Zeitreise durch die Stadt Innsbruck gemacht, die im Mittelalter beginnt.<br \/>\nOb er sich dabei auf ganz Innsbruck oder nur ein Viertel bezieht, ist mir nicht ganz klar geworden, dazu kenne ich mich in Innsbruck zuwenig aus. Es hei\u00dft auch \u00f6fter, das Haus in der und der Stra\u00dfe erz\u00e4hlt und am Anfang wird auch von einem &#8220;Konz Spitz, dem Besitzer des Hauses im unteren Aubruggen erz\u00e4hlt, der 1526 in der Stube einen Tisch, St\u00fchle, B\u00e4nke hinterl\u00e4\u00dft..&#8221;<br \/>\nDer Erz\u00e4hler geht mit dem Gast auch in das Getr\u00e4nkelager des Hauses, um seine Stadtchronik weiterzuerz\u00e4hlen, berichtet von den Feuerverordnungen des Mittelalters, von der Gerichtsbarkeit, den Folterungen, den Armen- und den Leprah\u00e4usern, der Pest und so weiter und so fort und ich habe gedacht, da\u00df das eher die Schilderung des Mittelalters, als die Chronik einer Stadt ist, Hilde Schm\u00f6lzer hat in ihrem Buch \u00fcber die Pest etwas \u00e4hnliches unternommen.<br \/>\nDann geht es auf einmal in das Jahr 1888 und der Erz\u00e4hler fordert seinen Zuh\u00f6rer auf, sich vorzustellen, er w\u00fcrde von Wien nach Innsbruck \u00fcbersiedeln?&#8221;<br \/>\n&#8220;Warum sollte ich das tun?&#8221;, fragt der, der \u00f6fter Gegenfragen stellt.<br \/>\nDer Chronist erz\u00e4hlt vom Wohlstand der Stadt, um diese Zeit und l\u00e4\u00dft sein Gegen\u00fcber dann durch s\u00e4mtliche Kaffeeh\u00e4user ziehen und dort eine Melange? trinken, die es damals gegeben hat und ihn dabei antisemitische Studenten erleben, die sich \u00fcber Arthur Schnitzlers Aufstieg in Wien \u00e4rgern. Er erz\u00e4hlt dann auch von einigen Buchhandlungen und Druckereianstalten und l\u00e4\u00dft sein Gegen\u00fcber in in der Stadt immer \u00e4lter werden, denn allm\u00e4hlich kommen wir in das Jahr 1938, als Adolf Hitler kam und da haben die H\u00e4user der Stadt auch sehr viel von dem Jubel, der damals kurzfristig herrschte zu erz\u00e4hlen. Zwischendurch geht es dann einmal ins Jahr 2007, wo das Buch geschrieben wurde, es endet aber nach dem Krieg und hat zwischendurch auch noch eine Reihe von Namen und Familien aufgez\u00e4hlt, die den Krieg und die Reichskristallnacht nicht \u00fcberlebten.<br \/>\nEin interessantes Buch, das wahrscheinlich doch f\u00fcr die historisch interessierten Innsbrucker geschrieben wurde. Eine interessante Form, des 1968 in K\u00e4rnten geborenen und nach Innsbruck gezogenen Autors, den ich bisher als Lyriker kannte und der sowohl beim Bachmannpreis als auch den Reinhard Priessnitz Preis gewonnen hat.<br \/>\nAls roman w\u00fcrde ich es nicht bezeichnen, aber das hat wohl der Verlag so vorgeschlagen, um die Verkaufszahl zu steigern und interessieren w\u00fcrde mich auch, ob es ein Auftragswerk war oder ob Christoph W. Bauer selbst auf die gekommen ist sich mit dem Mittelalter und der Nazizeit der Stadt Innsbruck zu besch\u00e4ftigen.<br \/>\n&#8220;Christoph W. Bauer  erz\u00e4hlt die Geschichte von Innsbruck, der Stadt seiner Wahl. Dabei zeigt er, welch ein Genu\u00df es sein kann, sich in der Historie zu verlieren!&#8221;, steht noch am Buchr\u00fccken. Was wohl stimmt, allerdings sind einige Epochen dabei ausgelassen.<br \/>\nEin anderes <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/23\/die-wolkenbraut\/\">Buch zur Tiroler Geschichte aus dem &#8220;Haymon-Verlag<\/a>&#8221; habe ich zu Beginn des Jahres gelesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Im Alphabet der Stadt &#8211; Roman einer Stadt&#8221;, ist das zweite Buch von Christoph W. Bauer, das ich noch auf meiner Leseliste stehen habe. Und was soll ich sagen? 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