{"id":26011,"date":"2013-12-22T00:11:38","date_gmt":"2013-12-21T23:11:38","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=26011"},"modified":"2013-12-22T00:11:38","modified_gmt":"2013-12-21T23:11:38","slug":"besser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=26011","title":{"rendered":"Besser"},"content":{"rendered":"<p>Weiter gehts mit der Leseliste und der \u00f6sterreichischen Literatur, der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/15\/die-abenteuer-des-joel-spazierer\/\" title=\"Die Abenteuer des Joel\u00a0Spazierer\">gro\u00dfen<\/a> und der<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/18\/der-sohn-einer-hure\/\" title=\"Der Sohn einer\u00a0Hure\"> kleinen<\/a> und Doris Knechts Roman &#8220;Besser&#8221;, den mir der Alfred im Fr\u00fchjahr signiert von einer &#8220;Thalia-Lesung&#8221; brachte, geh\u00f6rt sicher zu der gr\u00f6\u00dferen, ist die 1966 in Vorarlberg geborene &#8220;Falter-Chefredakteurin&#8221;, die mit &#8220;Gruber geht&#8221; auf einer Longlist des dBps stand, ja eine Szenefigur und \u00fcber den Roman, der ein bi\u00dfchen warten mu\u00dfte, bevor er an meine Lesereihenfolge kam, wor\u00fcber sich der Alfred schon beschwerte, habe ich widerspr\u00fcchliches geh\u00f6rt.<br \/>\nEine oder einer der Supergurus auf einer der literarischen Soirees, die alles besser wissen, was Literatur schon oder nicht zu sein hat, meinte, glaube ich, es w\u00e4re eine Kolumnenansammlung und eine Schilderung des hippen Bobolebens am Yppenplatz, wo der Roman ja spielt.<br \/>\nBei einem der B\u00fccherblogs habe ich k\u00fcrzlich eine euphorische Rezension gelesen und bei der letzten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/15\/rund-um-die-burg-2\/\">&#8220;Rund um die Burg-Veranstaltung&#8221;<\/a> habe ich die Autorin daraus Lesen geh\u00f6rt.<br \/>\nDen Eindruck von der Beschreiberin der Boboszene, hatte ich auch ein wenig und das ist es auch stellenweise. Irgendwo habe ich auch gelesen, da\u00df es siebenundvierzig Kolumnen sind, in die der Roman sich gliedert und das stimmt ein wenig und dann auch wieder nicht.<br \/>\nEs sind keine Kolumnen, aber manchmal nicht immer, hervorragende Schilderungen der Boboszene aus denen die Autorin, wie ich ihr einmal unterstellen w\u00fcrde, auch kommt oder sie jedenfalls sehr gut kennt, innere Monologe der Heldin Toni Pollak und die hat eine Geschichte zu erz\u00e4hlen und tut das so, da\u00df man von dem schicken hippen Boboleben sehr viel erf\u00e4hrt.<br \/>\nSo beginnt es mit dem Festessen, das Adama, ihr Mann f\u00fcr seine Freunde zaubert, er kocht, sie darf ihm nur das Netz  \u00fcber den Braten spannen und wenn Adam, der Immbolienmakler halbj\u00fcdischer Abstammung f\u00fcr seine Freunde kocht, geht er auf den Naschmarkt, kauft einen Fisch, dann ruft er einen Freund und Szenekoch an und l\u00e4\u00dft sich von ihm erkl\u00e4ren, wie man ihn zubereitet.<br \/>\nScharf und pointiert schildert Toni das, sie hat zwei Kinder, Elena und Juri, f\u00fcnf und zwei und so schildert sie auch den Alltag einer jungen Mutter sehr pointiert, wenn sich der Kleine auf den Boden w\u00e4lzt, weil er keine Vanillecroissant mag und sie steht daneben, raucht einen Joint oder versichert ihn w\u00e4hrend sie ihm ein Pflaster auf sein &#8220;ganz gro\u00dfes Aua&#8221; klebt, da\u00df sie ihn sehr sehr lieb hat und die Toni ist eine sehr gute Mutter, auch wenn sie sich nicht daf\u00fcr h\u00e4lt und sie hat auch eine scharfe Zunge mit der sie \u00fcber die Bobofreunde Adams, die nun auch die ihren sind, herf\u00e4llt, die zum Essen kommen. \u00dcber die, die ihre Nanny mitbringen, w\u00e4hrend sie das nie machen w\u00fcrde, sie bringt und holt ihre Kinder selber vom Kindergarten, nur die Hausmeisterin, eine Polin, die selbst ein kleines Kind hat, darf manchmal zwei Stunden b\u00fcgeln.<br \/>\nElena soll aber in eine Privatschule gehen, weil Toni Probleme mit ihrer Herkunft hat, w\u00e4hrend sich Adam nach dem er in katholischen Privatschulen traumatisiert wurde, sich das f\u00fcr sie gar nicht w\u00fcnscht.<br \/>\nDann gibt es noch einen schwulen Freund, den Moritz, der sein Medizinstudium kurz vor Abschlu\u00df hinwarf und nun psychiatrischer Krankenpfleger ist, der alles von Toni wei\u00df, auch das, was sie ihrem Adam, der sie gerettet hat, nie erz\u00e4hlen w\u00fcrde und was sie durch das ganze Buch belastet, bis es endlich &#8220;Besser&#8221; wird.<br \/>\nDie Toni hat n\u00e4mlich eine alkoholkranke Mutter, war drogens\u00fcchtig, hat eine gute und eine b\u00f6se Schwester, die b\u00f6se hat Krebs und liegt im Sterben, hat die Toni aber als sie Hilfe brauchte, hinausgeschmissen und dann gibt es noch einen Mann, offenbar einen Jugendfreund, den sie in einem Taxi wiedersieht und der sie nun in ihrem Alltag vom Kindergarten in das K\u00fcnstleratielier, sie ist K\u00fcnstlerin, verfolgt.<br \/>\nDa gibt es eine hervorragende Szene, wo sie zu ihm hinaufgeht, die ganze Zeit denkt, da\u00df sie noch umkehren kann, dann l\u00e4utet das Handy und die Kinderg\u00e4rtnerin sagt &#8220;Die Kleine bricht, holen Sie sie doch ab!&#8221; und wiedermal gerettet, als sie dann vom Einkauf kommen, l\u00e4utet er an der T\u00fcr und sie kann sich noch schnell retten, in dem sie den Buggy in die andere Richtung schiebt und in die feinen Lokale mit Adam traut sie sich auch nicht recht, denn die Kellner dort k\u00f6nnten, ja erkennen, da\u00df die Toni einmal selber Kellnerin war.<br \/>\nDas geht sehr lang dahin, bis sie einmal nach Hause kommt und Polizei vor dem revitalisierten Haus am Yppenplatz sieht, es ist aber nicht, wie sie bef\u00fcrchtet, etwas mit Adam oder den Kindern, sondern der Hausmeister hat die Hausmeisterin umgebracht und das kleine Kind war dabei, wurde im Blut der Mutter gefunden und Toni f\u00fchlt sich zuerst wieder schuldig, hat sie doch das letzte Mal, als Alenka bei ihr b\u00fcgelte, einen blauen Fleck am Aug gesehen, wenn sie da gehandelt h\u00e4tten&#8230;<br \/>\n&#8220;Sie sind nicht schuld!&#8221;, sagt die Polizistin und allm\u00e4hlich kommt Toni \u00fcber ihre Vergangenheit hinweg und dahin, da\u00df sie, als sich W. wieder bei ihr meldet, ihn nicht wegdr\u00fccken mu\u00df, sonder &#8220;Hei!&#8221;, zu ihm sagen kann.<br \/>\nWie es mir gefallen hat? Schwer zu sagen, die dichten Schilderungen der Boboszene sind recht spannend und ein bi\u00dfchen was ist mir davon auch bekannt, da\u00df man nicht dick sein darf und, da\u00df in Elenas Kindergarten keine dicken Kinder gehen, denn die geh\u00f6ren ja zur Unterschicht, die Freundinnen verlieren alle bald ihren Babybauch.<br \/>\nDas ist zwar sicher ein wenig \u00fcberzeichnet, aber dicht erz\u00e4hlt. Manchmal erscheint die Toni unsympathisch, wenn sie zu sehr \u00fcber die anderen l\u00e4stert, sie ist aber eine gute Mutter, denke ich und der Alltag mit Kindern ist sicher auch sehr interessant und vielleicht nicht oft in B\u00fcchern zu finden, zumindest nicht in denen, die ich lese, dann dachte ich, da\u00df die Geschichte der Tonimit ihren Schuldgef\u00fchlen vielleicht doch ein bi\u00dfchen banal und kitsch ist und sowas, nat\u00fcrlich ohne den hippen Bobohintergrund, auch bei der Courths-Mahler steht, aber gut erz\u00e4hlt und spannend und so ganz un\u00e4hnlich schreibe ich vielleicht auch nicht, auch wenn meine Figuren im allgemeinen ein wenig weiter unten angesiedelt sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter gehts mit der Leseliste und der \u00f6sterreichischen Literatur, der gro\u00dfen und der kleinen und Doris Knechts Roman &#8220;Besser&#8221;, den mir der Alfred im Fr\u00fchjahr signiert von einer &#8220;Thalia-Lesung&#8221; brachte, geh\u00f6rt sicher zu der gr\u00f6\u00dferen, ist die 1966 in Vorarlberg &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=26011\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-26011","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26011"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26011\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}