{"id":25851,"date":"2013-12-11T23:36:45","date_gmt":"2013-12-11T22:36:45","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=25851"},"modified":"2013-12-11T23:36:45","modified_gmt":"2013-12-11T22:36:45","slug":"wien-1914","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25851","title":{"rendered":"Wien 1914"},"content":{"rendered":"<p>Wir steuern auf ein Jubil\u00e4umsjahr zu. Im Juli 2014 begann der erste Weltkrieg und seit der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/13\/aus-frankfurt\/\" title=\"Nachrichten aus\u00a0Frankfurt\">Frankfurter Buchmesse<\/a> wei\u00df ich, das diesbez\u00fcglich sehr viele B\u00fccher geschrieben wurden und eines davon wurde am Mittwoch vorgestellt.<br \/>\n&#8220;Wien 1914, von Edgar Haider, offensichtlich einem ehemaligen ORF-Redakteur in der Wien-Bibliothek, aber als ich dort vor sieben Uhr eintraf, erkl\u00e4rte mir ein Herr, da\u00df die Veranstaltung im Wappensaal stattfinden w\u00fcrde und es war, als ich dort eintraf, auch sehr voll und sehr viele Pl\u00e4tze in den vorderen Reihen reserviert, so da\u00df ich weiter hinten einen Platz fand und bis es begonnen hat, auch einem Gespr\u00e4ch in der Reihe hinter mir zuh\u00f6ren konnte.<br \/>\nDann kam Edgar Haider, der mir bisher nicht sehr viel sagte und erz\u00e4hlte \u00fcber das Wien von 1914, in dem mein Vater gerade zwei Jahre alt war und meine Mutter noch nicht geboren war.<br \/>\nEdgar Haider erz\u00e4hlte  \u00fcber das Kaiserhaus und dem alten Franz Joseph, der Sch\u00f6nbrunn nicht mehr sehr viel verlie\u00df und es keine Audienzen mehr gab.<br \/>\nDie \u00d61 Mitarbeiter Agathe Zupan und Bernhard Fellinger lasen Texte aus dem Buch, zum Beispiel von einem Opernabend wo im J\u00e4nner Parisival aufgef\u00fchrt wurde und dann vom Ausbruch des Krieges,  wohin alle junge M\u00e4nner mit Begeisterung fuhren, als die Bahnh\u00f6fe in Kasernen umgewandelt wurden. Vorher hat er schon Die Opferzahlen angef\u00fchrt und dazu gesagt, da\u00df in Wien 1914 siebenmal so viel Kinder, Frauen und alte Leute als sonst gestorben sind.<br \/>\nEin sehr interessantes Buch, f\u00fcr das sehr viel recherchiert haben mu\u00df, so zitierte er Presseartikel und gab einen sehr lebhaften Eindruck, wie es damals ausgeschaut haben mu\u00df, wenn die Erzherz\u00f6ge mit ihren gr\u00fcnen Kutschen einkaufen fuhren und die Wiener staunend und tratschend auf der Stra\u00dfe standen und es auf der anderen Seite die Mietskasernen in den Arbeiterbezirken gab, in Ottakring und Rudolfsheim zum Beispiel, wo es schon das Hochquellwasser gab, w\u00e4hrend man das in Erdberg in den ebenerdigen H\u00e4usern von den Brunnen holen mu\u00dfte.<br \/>\nNachher ging es in die Wien- Bibliothek, zu Brot und Wein, wo es in dem Ausstellungskabinett auch eine Ausstellung \u00fcber den ersten Weltkrieg und das Wien von 1914 zu sehen gab, zum Beispiel viele alte Feldpostkarten, von denen ich auch einige noch von meinem Gro\u00dfvater, den ich gar nicht kannte, in einer alten Schachtel in Harland habe oder ein Plakat, das die Leute aufforderte, mit einem gewaschenen linken Arm zur Impfung zu gehen.<br \/>\nSehr beeindruckend, obwohl ich \u00fcber diese Zeit ohnehin schon sehr viel gelesen habe, zum Beispiel <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/23\/die-rabengasse\/\">Gustav K. Bieneks &#8220;Rabengasse&#8221;<\/a>, das das Erdberg, ab 1916, genau diese H\u00e4user ohne Wasseranschlu\u00df beschreibt, die dann durch die ber\u00fchmten Gemeindebauten des roten Wiens ersetzt wurden und Karl Kraus &#8220;Letzte Tage der Menschheit&#8221;, der auch diese Kriegsbegeisterung, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann, kann man ebenfalls \u00f6fter h\u00f6ren, ich kann mich auch noch gut an die Radiofortsetzungen von 1974 glaube ich, gut erinnern, die ich damals h\u00f6rte, aber auch heute noch immer wieder wiederholt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir steuern auf ein Jubil\u00e4umsjahr zu. 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