{"id":25768,"date":"2013-12-07T19:10:00","date_gmt":"2013-12-07T18:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=25768"},"modified":"2013-12-07T19:10:00","modified_gmt":"2013-12-07T18:10:00","slug":"weihnachtserzahlungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25768","title":{"rendered":"Weihnachtserz\u00e4hlungen"},"content":{"rendered":"<p>Das &#8220;Knaur LeseFestival&#8221;, irgendwann einmal im Schrank gefunden und noch mit D-Mark Preisen angeschrieben, bietet &#8220;die sch\u00f6nsten Erz\u00e4hlungen zur Weihnachtszeit und ein buntes Kaleidoskop brillanter Kostproben weltbekannter Autoren&#8221;, an und r\u00fchrt wahrscheinlich nicht zuf\u00e4llig an das Tr\u00e4nenpotential, der Mittelschichtfamilien, die diese Geschichten zu lesen bekamen und noch bekommen werden.<br \/>\nWeihnachten von unten aus ferner und fernerer Zeit, k\u00f6nnte man es etwas respektlos nennen und feiert dann gleich &#8220;Heiligabend&#8221; mit Maxim Gorki und da gibt es, wie es fr\u00fcher mal so \u00fcblich war, einen Erz\u00e4hler.<br \/>\nEin Ich l\u00e4\u00dft sich von einem abgerissenenen Subjekt in einer Gastst\u00e4dte f\u00fcr ein Bier seine Geschichte erz\u00e4hlen, als er einmal mit Jaschka Sisow auf der Stra\u00dfe war und sie sich die Kopeken f\u00fcr ein weihnachtliches Abendessen &#8220;zusammenbettelten&#8221;, beziehungsweise so einrichteten, da\u00df sie zuf\u00e4llig die Geldtaschen der feinen Damen &#8220;geschenkt&#8221; bekamen, da waren ein paar Rubel drin, so da\u00df sie sich einen Schinken kaufen konnten, damit wollten sie nach Hause, trafen dabei einen betrunkenen Steuereintreiber mit dem sie dann feierten und der dann auch &#8220;zuf\u00e4llig&#8221; den Geldbeutel bei ihnen verga\u00df.<br \/>\nMit Victor Hugo geht es weiter und der erz\u00e4hlt &#8220;Das M\u00e4dchen mit den Schwefelh\u00f6lzern&#8221;, bei dem ich immer weinen mu\u00df, gleich noch einmal mit dem Schicksal &#8220;Der kleinen Cosette&#8221;, die ist acht und sitzt im Gasthaus Thenardier unterm Tisch und strickt Str\u00fcmpfe f\u00fcr die beiden T\u00f6chter des Hauses. Drau\u00dfen gibt es einen Weihnachtsjahrmarkt und dort eine wundersch\u00f6ne Puppe, die sich keiner leisten kann und die Kleine wird in den Wald zur Quelle um Wasser geschickt, f\u00fcrchtet sich vor Geister, da kommt auf einmal ein alter \u00e4rmlich gekleideter Mann daher, tr\u00e4gt ihren Zuber und nimmt im Gasthaus Quartier, wo es f\u00fcr Arme das Doppelte kostet, i\u00dft nicht viel, ist mit dem Heu zufrieden, gibt der kleinen aber die M\u00fcnze, die sie verloren hat, gibt der Wirtin auch Geld damit sie spielen kann und als sie Schl\u00e4ge bekommen soll, weil sie sich am P\u00fcppchen der Wirtskinder vergreift, geht er hinaus und kauft ihr die wundersch\u00f6ne Puppe und wir ahnen, da\u00df er wohl ihr unehelicher Vater ist, den die sp\u00e4ter Reue packt, erfahren sonst aber nicht sehr viel.<br \/>\nein wenig behaglicher wirds mit E.T.A Hoffmann im &#8220;Marie und ihr Nu\u00dfknacker&#8221;, das wir alle wohl als Ballett kennen, denn da geht es in eine Medizinalratsfamilie, die wohlerzogene Marie spielt mit ihren Puppen, der freche Fritz mit seinen Zinnsoldaten und als siesich dann an der Glasscheibe des Spielzeugskasten st\u00f6\u00dft, erlebt sie wohl die Fiebertr\u00e4ume, die E.T.A. Hofmanns phantastische Geschichte ausmacht und Leo Tolstoi erz\u00e4hlt und von einem Schuster, der nach dem Tod seines Sohnes fromm wird, die Bibel liest und auf die Erscheinung Christi wartet, die er dann auch in Form eines armen Stra\u00dfenkehrers, einer armen Frau und eines Stra\u00dfenjungen trifft.<br \/>\nDie Geschichte von Alphonse Daudet und den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/24\/das-weihnachtsbuch\/\">&#8220;Drei stillen Messen&#8221;<\/a>, habe ich, glaube ich, schon im Vorjahr gelesen. Dann gibts eine Geschichte von Selma Lagerl\u00f6f, der Nobelpreistr\u00e4gerin von 1909,Marcel  Pagnol erz\u00e4hlt von Weihnachten in einem Knabeninternat und Truman Capotes &#8220;Weihnachtserinnerung&#8221; f\u00fchrt in seine Kindheit, wo er als Knabe mit einer alten Freundin, Fr\u00fcchtekuchen buk, den Weihnachtsbaum holte und ihr aus Mangel an Geld einen Drachen bastelte. Das Weihnachtsb\u00e4ume holen scheint eine beliebte Erinnerung zu sein, erz\u00e4hlt doch auch Stefan Andres, leider hat das Buch keine Autorenbiografen und alle Dichter sind mir nicht bekannt, davon, wie er als Knabe den Weihnachtsbaum vom Gemeindewald klaute, dabei vor dem Wildh\u00fcter fl\u00fcchtete und von der Familie als Versager bel\u00e4chelt wurde. Erich K\u00e4stner erinnert sich an &#8220;Sechsundvierzig Heiligabende&#8221;, in Dresden, bei Muttern, w\u00e4hrend in M\u00fcnchen sitzt und leider in die im Krieg zerst\u00f6rte Stadt nicht fahren kann.<br \/>\nDann geht es mit Max Kruse zur &#8220;Christnacht&#8221; nach M\u00fcnchen, wo zwei Kinder Tobias  Traxl ein sch\u00f6nes Fest beschweren.<br \/>\nHeinrich B\u00f6lls &#8220;Monolog eines Kellners&#8221; habe ich, auch schon , wie B. Brechts &#8220;Paket des lieben Gotts&#8221;, im &#8220;Weihnachtsbuch&#8221; des Vorjahrs gelesen.<br \/>\nRudolf G. Bindig l\u00e4\u00dft wieder das Christkindlein am Weihnachtsmarkt aufmarschieren und drei armen Kindern ihr Geschenk bewahren, w\u00e4hrend in &#8220;Ausgerechnet Rimini&#8221; von Monika Boette vordergr\u00fcndig gar nichts weihnachtlich ist. Das hei\u00dft der Tag nat\u00fcrlich und rei\u00dft der ber\u00fchmte S\u00e4nger vor seinen Eltern, seinen zwei Frauen und seinen Kinder aus, f\u00e4hrt nach Rimini um dort der Fl\u00f6tistin zu begegnen, die er schon vorher im Orchestergraben treffen h\u00e4tte k\u00f6nnen. Zu Weihnachten ist aber alles anders, so begegnen sie einander bei Eugenio Ferrani und sagen begl\u00fcckt &#8220;Buona sera!&#8221;, zueinander.<br \/>\nZdenek k. Slaby l\u00e4\u00dft in Prag das kleine M\u00e4nnchen seine sch\u00f6ne Puppe finden und Wolfgang Schnurre f\u00fchrt mit seiner Leihgabe wahrscheinlich in das Berlin der Zwischenkriegszeit. Da hat der Vater, ein Pr\u00e4parator seine Arbeit verloren, die Tochter hat noch eine als K\u00fcchenhilfe, so bringt sie den Bienenstich und das G\u00e4nseklein nach Hause und der Weihnachtsbaum wird ausgebraben, mit Staniol behangen und am \u00fcbern\u00e4chsten Tag wieder zur\u00fcckgebracht und es war am zweiten Adventwochenende schon ein paar besinnlich sch\u00f6ne Badewannestunden, die ich mit dem Lesefestival zur Weihnachtszeit verbrachte.<br \/>\nDas Buch war schon ein bi\u00dfchen abgegriffen und schon mal gelesen, am Cover steht ein B\u00e4umchen und vier bidermeierlich bekleidete M\u00e4dchen blasen Trompete oder schauen ehrf\u00fcrchtig, das B\u00e4umchen an, daneben gibt es noch das P\u00fcppchen und den Puppenwagen und dazu passt vielleicht ein bi\u00dfchen, die gestrige &#8220;Buchandels-Flash Mob Aktion&#8221;, die ich auf der &#8220;Ihr Buch hat ein Gesicht-Facebook Seite&#8221; gefunden habe, wo man in den kleinen Laden gehen und m\u00f6glichst viele B\u00fccher kaufen sollte, statt beim &#8220;b\u00f6sen&#8221; Amazon bestellen und auf der &#8220;To do list&#8221; konnte man ebenfall lesen, da\u00df man neben &#8220;Weihnachtskarten schreiben und Kekse backen auch einen Stapel B\u00fccher kaufen soll&#8221;.<br \/>\nNicht alle werden das vielleicht k\u00f6nnen und so ist es gut, da\u00df man sie sich die auch im Laufe des Jahres aus dem offenen B\u00fccherschrank nehmen und im Monat Dezember lesen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das &#8220;Knaur LeseFestival&#8221;, irgendwann einmal im Schrank gefunden und noch mit D-Mark Preisen angeschrieben, bietet &#8220;die sch\u00f6nsten Erz\u00e4hlungen zur Weihnachtszeit und ein buntes Kaleidoskop brillanter Kostproben weltbekannter Autoren&#8221;, an und r\u00fchrt wahrscheinlich nicht zuf\u00e4llig an das Tr\u00e4nenpotential, der Mittelschichtfamilien, die &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25768\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-25768","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25768"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25768\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}