{"id":25647,"date":"2013-12-06T00:26:22","date_gmt":"2013-12-05T23:26:22","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=25647"},"modified":"2013-12-06T00:26:22","modified_gmt":"2013-12-05T23:26:22","slug":"kusse-unterm-weihnachtsbaum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25647","title":{"rendered":"K\u00fcsse unterm Weihnachtsbaum"},"content":{"rendered":"<p>Der Dezember ist herangekommen und damit die Zeit der Weihnachtsb\u00fccher und, ich glaube, ich bin auch durch &#8220;Leselustfrusts-Blog&#8221; darauf gekommen, mich damit besch\u00e4ftigten, beziehungsweise durch die offenen B\u00fccherschr\u00e4nke, in denen sich ja gelegentlich welche finden, so da\u00df ich es mir angew\u00f6hnt habe, sie zu sammeln, auf die Liste zu schreiben und im Dezember der Reihe nach herunterzulesen.<br \/>\nZwar bin ich nicht religi\u00f6s und auch kein unbedingter Konsumtyp, aber doch ein bi\u00dfchen sentimental und f\u00fcr Weihnachten sehr empf\u00e4nglich und da das offensichtlich nicht nur mich betrifft, gibt es auch Weihnachtsb\u00fccher in gro\u00dfer Zahl und so haben sich diesen Dezember f\u00fcnf auf meiner Liste angesammelt und das erste, ein romantischer Liebesroman aus dem neunzehnten Jahrhundert, habe ich mir, glaube ich, Anfang J\u00e4nner oder war es noch Dezember letzten Jahres?, vom Alfred vom &#8220;Thalia Abverkaufssto\u00df&#8221; in der Kremsergasse kaufen lassen und es jetzt auf einem Zug gelesen, weil ich Zeit hatte und meine Leseliste  noch lang ist.<br \/>\nTrazy Cozzens &#8220;K\u00fc\u00dfe unterm Weihnachtsbaum&#8221;, eine Mischung aus &#8220;K\u00fc\u00df mich K\u00e4tchen&#8221; und &#8220;In achtzig Tagen um die Welt&#8221;, am Buchumschlag steht etwas von &#8220;Liebe, Abenteuer und Romantik&#8221;, bei der Biografie der Autorin, da\u00df sie in den USA schon einige Preise gewonnen hat und mit ihrer Familie dort lebt.<br \/>\nDas ist nicht sehr viel, aber vielleicht kann das Buch f\u00fcr sich sprechen, das am Buchr\u00fccken auch noch &#8220;Als Lesevergn\u00fcgen f\u00fcr lange Winterabende empfohlen wird.&#8221;<br \/>\nEs beginnt in Conneticut 1897 am &#8220;Thanksgiving-Tag&#8221;. Der wird in Amerika ja immer sehr gefeiert, also auch in der Familie des Eisenbahnk\u00f6nigs Carrington. Das hei\u00dft, seine Damen stehen zu Hause und bereiten den Truthahn vor, das Personal scheint an diesem Tag Ausgang zu haben, die Herren gehen derweil auf Jagd und diesmal ist auch Mister Carringtons j\u00fcngste Topchter Meryl dabei, die gerade von der Universit\u00e4t, wo sie ein Studium abgeschlossen hat, zur\u00fcckgekommen ist und nun gro\u00dfe Pl\u00e4ne im Kopf hat, sie will Papas Nachfolgerin im Eisenbahnimperium werden, denn, jawohl Frauen k\u00f6nnen das auch und sie hat auch schon einen Kaufvertrag ausgearbeitet und ist auch in seiner Firma t\u00e4tig. Da darf sie allerdings nur Akten ablegen und Papa, der leider nur f\u00fcnf T\u00f6chter und keinen Sohn hat, hat in  Joe Hammond, der gerade aus Mexiko zur\u00fcckgekommen ist, auch schon einen Nachfolger gefunden, mit dem tritt Meryl, die wahrscheinlich so an die zwanzig sein wird, genauer habe ich es in dem Buch nicht gefunden, in Konkurrenz, zuerst beim Moorh\u00fchner schie\u00dfen, da trifft sie zwei, Joe leider drei und so handelt sie w\u00e4hrend des Festessens mit ihm einen Vertrag aus. Papa will n\u00e4mlich eine Eisenbahnlinie in San Francisco kaufen und hat ihn damit beauftragt, Meryl aber schon den Vertrag gemacht. Wer von den beiden der erste ist, wird Abteilungsleiter und der andere findet sich damit ab.<br \/>\nSo weit so gut, aber im Winter 1897 ist es nicht so einfach nach San Fransisco zu reisen, zumindestens f\u00fcr eine junge Dame nicht, weil die mu\u00df ja schon eine ganze Reihe von Koffern und Hutschachteln mitnehmen, um anst\u00e4ndig gekleidet zu sein, w\u00e4hrend die M\u00e4nner mit viel leichteren Gep\u00e4ck reisen k\u00f6nnen. So vers\u00e4umt sie auch fast den Zug, bzw. bekommt sie nur ein Billett, in dem sie sich als Joes Frau ausgibt, was aber auch bedeutet, da\u00df sie mit ihm im Schlafwagen in einem Bett liegen mu\u00df und 1897 war eine Tochter aus gutem Hause sicherlich noch Jungfrau.<br \/>\nSie ist aber, weil sie Joe schon von ihren Kindertagen kennt und schon damals mit ihm in Rivalit\u00e4t stand, wohl auch ein wenig verliebt in ihm und schreibt das auch in ihr Tagebuch, das sie ebenfalls mit sich f\u00fchrt und Joe n\u00fctzt das enge Bett auch aus, indem er das nur mit H\u00f6schen und Leibchen bekleidete M\u00e4dchen fest an sich dr\u00fcckt.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag beim Fr\u00fchst\u00fcck vergie\u00dft sie ihren Fahrplan und Joe mogelt nun an der Abfahrtszeit, am Abend gibt es zwei Stunden Pause, damit man Abendessen gehen kann, Joe macht drei daraus, f\u00fchrt Meryl in eine Spelunke und l\u00e4\u00dft sie dort stehen, sie r\u00e4cht sich, in dem sie in sein Hotelzimmer kommt, ihren Schmuck in seinen Morgenmantel gleiten l\u00e4\u00dft und ihn dann wegen Diebstahls verhaften l\u00e4\u00dft. Joe hat aber ihr Tagebuch, in dem Zug sind ja ihre Sachen geblieben. So kommt er frei, l\u00e4\u00dft den anderen Zug in dem sie sich nun befindet, anhalten, es kommt zu einer Verfolgungsjagd und einer sehr verf\u00e4nglichen Situation. Joe schl\u00e4gt ihr dann Vers\u00f6hnung bis San Francisco vor. Aber da wird die Eisenbahn von zwei ehemaligen Mienenarbeitern \u00fcberfallen, die das Geld und den Schmuck der Reisenden wollen, Meryl will ihr Armband nicht hergeben, sagt naiv &#8220;Ich bin Mister Carringtons Tochter!&#8221;, wird prompt von den Beiden entf\u00fchrt und Joe mu\u00df sich sehr bem\u00fchen sie frei bekommen, was ihm auch gelingt. Im Hotelzimmer macht er ihr dann einen Heiratsantrag, sie lehnt ab, gibt sich ihm so hin, reist danach nach San Fransisco mit ihrem Vertrag, aber Mister Philbotton verhandelt nicht mit einer Frau, was Joe, der nach ihr das B\u00fcro betritt, wieder einen Vorsprung verschafft. Der Vertrag ist aber wirklich ausgezeichnet, auch Joe h\u00e4tte das nicht besser machen k\u00f6nnen, so unterschreibt Herr Philbotton, Joe handelt noch einen kleinen Zusatz aus und das Weihnachtsfest ist in Conneticut inzwischen herangekommen. Alle T\u00f6chter haben sich im Hause Carrington versammelt, eine ist sogar aus Indien mit ihrem Ehemann angereist gekommen und Meryl hat einen Entschlu\u00df gefa\u00dft, sie wird die Firma verlassen und so, wie es sich geh\u00f6rt nur mehr f\u00fcr Keller und K\u00fcche t\u00e4tig sein, da kommt aber Joe und macht ihr ein besonderes Geschenk, ein T\u00fcrschild &#8220;Meryl Carrington, Abteilungsleiterin, Gesch\u00e4ftsbereich Westgate&#8221;, denn das war der Zusatz den er mit Mister Philbotton ausgehandelt hat. Es kommt noch zu einigen Pl\u00e4nkeleien, er geht, nein sie, nein er, bis die Beiden nun doch zu heiraten und die Firma gemeinsam zu leiten beschlie\u00dfen (bis das erste Kind kommt, wird das schon gut gehen), die Schwestern haben sich vorher noch Gedanken \u00fcber das zwanzigste Jahrhundert gemacht, das ja in zwei Jahren kommen wird, das da wohl geschehen wird in Punkte Frauenrecht etc und die Mama macht sich noch Sorgen, was mit ihr nun wird, nachdem ja alle ihre f\u00fcnf T\u00f6chter jetzt brav unter der Haube sind?<br \/>\nNicht unbedingt das, was ich sonst lese? Ja und nein, denn ich habe einmal Hedwig Courths Mahler sehr gern gelesen und die hat auch \u00f6fter solche Themen behandelt und sich immer ein bi\u00dfchen schwer mit dem Frauenrecht und der Moral getan, aber Trazy Cozzens ist, wenn ich es richtig verstehe und dem Buch auch kein Geburtsjahr zu entnehmen ist, eine heutige Autorin, die den Romantikroman 2003 erscheinen lie\u00df, so ist er sicher ganz am\u00fcsant zu lesen und \u00e4rgern kann man sich auch ein bi\u00dfchen und denken, die Frauen 1897 hatten es, auch wenn sie der Oberschicht entstammten, nicht gerade leicht, denn f\u00fcr sie war es in der freien Wildbahn eines Eisenbahnwaggon zwischen Conneticut und San Fransico viel schwerer als f\u00fcr die M\u00e4nner, die mit Colt und leichten Gep\u00e4ck immer ein bi\u00dfchen voraus waren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Dezember ist herangekommen und damit die Zeit der Weihnachtsb\u00fccher und, ich glaube, ich bin auch durch &#8220;Leselustfrusts-Blog&#8221; darauf gekommen, mich damit besch\u00e4ftigten, beziehungsweise durch die offenen B\u00fccherschr\u00e4nke, in denen sich ja gelegentlich welche finden, so da\u00df ich es mir &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25647\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-25647","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25647"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25647\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}