{"id":25591,"date":"2013-11-29T00:19:15","date_gmt":"2013-11-28T23:19:15","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=25591"},"modified":"2013-11-29T00:19:15","modified_gmt":"2013-11-28T23:19:15","slug":"hans-weigel-symposium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25591","title":{"rendered":"Hans Weigel-Symposium"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche dominiert eindeutig die Gesellschaft f\u00fcr Literatur bei den Veranstaltungen, in die ich vorher einige Monate nicht hingekommen bin, aber am Montag hat <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/25\/deine-meine-hande\/\" title=\"Deine, meine\u00a0H\u00e4nde\">Konstantin Kaiser Siglinde Bolbechers<\/a> Gedichte vorgestellt, am Dienstag feierte im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/27\/franz-werfel\/\" title=\"Franz\u00a0Werfel-Abend\">Radio Kulturhaus die armenische Gemeinde Franz Werfel<\/a> und verlieh dabei Marianne Gruber von der Gesellschaft eine Medaille, Donnerstag und Freitag war Hans Weigel dran, diese interessante Pers\u00f6nlichkeit, die das Nachkriegs\u00f6sterreich der f\u00fcnfziger und sechziger Jahre in allen seinen Facetten pr\u00e4gte.<br \/>\n1908 in Wien geboren,1991 in Maria Enzersdorf gestorben, dazwischen lag die Emigration in der Schweiz, beziehungsweise vor dem Anschlu\u00df Arbeit an Wiener Kleinkunstb\u00fchnen, wieder nach Wien zur\u00fcckgekommen, war er Theaterkritiker, f\u00f6rderte die jungen Schriftsteller im Cafe Raimund, verhinderte mit Friedrich Torberg Brecht und war ein ausgepr\u00e4gter Kommunistenhasser, gab die &#8220;Stimmen der Gegenwart&#8221; heraus, hat B\u00fccher geschrieben und und und, den Bachmannpreis hat er irgendwie auch mitbegr\u00fcndet und das habe ich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/28\/der-kalte\/\" title=\"Der\u00a0Kalte\">vor kurzem<\/a> geschrieben, habe  ihn 1987 bei dieser GAV-Anti Waldheim Lesung gesehen, war aber viel zu sch\u00fcchtern, um mich von ihm f\u00f6rdern zu lassen, h\u00f6chstwahrscheinlich h\u00e4tte er es auch nicht getan, seinem Gegenspieler <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/27\/ein-besonderer-mensch\/\">Hermann Hakel<\/a> habe ich ja einmal Texte f\u00fcr den Lynkeus geschickt und zur\u00fcckbekommen, so bleibt nur die Reflexion und die Erinnerung und da ist so ein Symposium sicher sehr geeignet.<br \/>\nAber nat\u00fcrlich habe ich auch B\u00fccher von ihm gelesen, so zum Beispiel den &#8220;Gr\u00fcnen Stern&#8221;, inzwischen wiederaufgelegt, ich habe das antiquarische St\u00fcck, die Erstausgabe wahrscheinlich um drei Euro gekauft, als das Antiquariat &#8220;Buch und Wein&#8221; geschlossen hat. Dann gab es 2008 auch ein Jubel\u00e4umsjahr, da war Weigel viel im Rundfunk, 2006 ist &#8220;Niemandsland&#8221; herausgekommen, das habe ich mir zum Geburtstag gew\u00fcnscht und als die Bachmann ihr Symposium hatte, das war auch 2006 wahrscheinlich oder war es schon 2004, habe ich an einer Bachmann-F\u00fchrung teilgenommen, wo wir auch zum Cafe Raimund kamen, wo uns der junge F\u00fchrer von Hans Weigels Roman &#8220;Die unvollendete Symphonie&#8221; erz\u00e4hlte.<br \/>\nSo weit mein Vorwissen, dann gibt es nat\u00fcrlich die Hans Weigel-Stipendien, mit denen das Land N\u00d6 die jungen Literaten f\u00f6rdert, Cornelia Travnicek sitzt da, glaube ich, in der Jury.<br \/>\nUnd nat\u00fcrlich sind die Literaturf\u00f6rderer der f\u00fcnfziger Jahre, die alten M\u00e4nner, die die jungen begabten Frauen, zu ihren &#8220;Gesch\u00f6pfen&#8221; machten, sie f\u00f6rderten und ihnen irgendetwas befohlen und sie ins Bett brachten oder auch nicht, sehr interessant und darum ranken sich auch Legenden, so ist <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/21\/die-verfehlte-wirklichkeit\/\">Dine Petrik<\/a> Hermann Hakel glaube ich sehr b\u00f6se, weil er Hertas Kr\u00e4ftner nicht gut behandeln haben soll, Erika Danneberg hat mit Hermann Hakel nach der Scheidung nichts mehr geredet und man kann das alles wohl nur aus der Zeit und ihrer Geschichte geschehen und deshalb ist ein solches Symposium auch sehr interessant, das am Donnerstag Nachmittag auch gleich von Marianne Gruber eingeleitet wurde, die von ihrer F\u00f6rderung durch den energischen alten Mann erz\u00e4hlte, der ihrem Verlag, der etwas von Weigel haben wollte, daf\u00fcr ihr Mansukript hinlegte und auch seine Sch\u00fctzlinge anrief und sich genau, bei ihnen erkundigte, wieviel sie schon geschrieben h\u00e4tten?<br \/>\nDas erste Referat kam von Evelyne Polt-Heinzl und ging \u00fcber die &#8220;Unvollendete Symphonie&#8221;, 1951 zuerst erschienen, 1992 wieder aufgelegt, da hat Weigel dann auch geoutet, da\u00df die inzwischen ber\u00fchmt gewordene und verstorbene Ingeborg Bachmann mit der Malerin gemeint war, die da ein Verh\u00e4ltnis mit einem wieder nach \u00d6sterreich Zur\u00fcckgekommenen hatte und mit ihm durch das Nachkriegs-Wien spaziert.<br \/>\n&#8220;Er ist wieder da!&#8221;, beginnt das Buch und im Publikum wurde  gefragt, ob die Bachmann das Buch gekannt h\u00e4tte? Sie hat und sie hat sich auch eine Zensur vorbehalten und sie war offenbar auf &#8220;ihren oder unseren Roman&#8221; auch sehr stolz und im n\u00e4chsten Beitrag von Joseph Mc Veigh ging es dann um &#8220;Weigels Gesch\u00f6pf&#8221; beziehungsweise, dessen Emanzipation und Befreeiung davon.<br \/>\nMarianne Gruber hat in ihrer Einleitung, sie hat Weigel sehr positiv gesehen, die anderen Referate waren kritischer, von einem Brief gesprochen, den Weigel eines Tages bekommen hat &#8220;Sehr geehrter Herr! ich habe geh\u00f6rt, da\u00df sie junge Literaten f\u00f6rdern. Es ist Zeit, da\u00df Sie sich um mich k\u00fcmmern!&#8221;<br \/>\nJoseph Mc Veigh erz\u00e4hlte etwas von einem Interview, das die junge Bachmann mit Hans Weigel machte und zitierte Briefe in dem sie vom G\u00e4ngelband sprach, von dem sie sich allm\u00e4hlich befreite, beispielsweise in dem sie \u00d6sterreich verlie\u00df, um von Weigel loszukommen, den sie urspr\u00fcnglich ganz gern geheiratet h\u00e4tte. Es hat auch einen Roman gegeben, den sie schlie\u00dflich nicht ver\u00f6ffentlicht sondern vernichtet hat und Briefe gibt es auch, die aber der \u00d6ffentlichkeit nicht zug\u00e4ngig sind.<br \/>\nDas dritte Referat nach der Pause bezog sich dann auf den Kommunistenhasser und seine Hassliebe auf Franz Theodor Csokor, dem PEN-Pr\u00e4sidenten, den Weigel Kommunismus unterstellt haben soll.<br \/>\nEr ist auch aus dem PEN ausgetreten, weil sie Viktor Frankl dort nicht aufgenommen haben.<br \/>\nDann ging es um den &#8220;Mythos der Literaturmacher der Nachkriegszeit&#8221;, Weigel und Hakel sollen sich ja gestritten haben, wer nun <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/22\/vorhof-der-wirklichkeit\/\">Hannelore Valencak<\/a> gef\u00f6rdert hat?<br \/>\n<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/05\/die-wand\/\" title=\"Die\u00a0Wand\">Marlen Haushofer<\/a> und Herta Kr\u00e4ftner war auch unter den Gef\u00f6rderten und ein dritter F\u00f6rderer war Rudolf Felmayer. Daniela Strigl, die die Diskussionsrunde einleitete, erw\u00e4hnte das soziale Netz das hinter Weigel stand, der seinen Sch\u00fctzlingen auch \u00c4rzte neben den Ver\u00f6ffentlichungsm\u00f6glichkeiten vermittelte. Interessant, heute wird es wahrscheinlich anders aber doch auch \u00e4hnlich laufen. Ich habe ja schon geschrieben, da\u00df ich Gustav Ernst und Robert Schindel zu den heutigen F\u00f6rderern z\u00e4hlen w\u00fcrde und die haben ihre <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/27\/gute-grunde\/\" title=\"Gute\u00a0Gr\u00fcnde\">Akademien<\/a> und ihre <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/22\/die-praxis-des-schreibens\/\">Hochschulen f\u00fcr Sprachkunst<\/a> und haben dort auch schon einige junge Frauen, wie beispielsweise <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/28\/priessnitzpreis-an-anna-weidenholzer\/\" title=\"Priessnitz-Preis an Anna\u00a0Weidenholzer\">Anna Weidenholzer<\/a>, etc entdeckt.<br \/>\nSehr interessant also sich die Geschichte der f\u00fcnziger und sechziger Jahre, den kalten Krieg und den Kommunistenha\u00df, der heute vielleicht nicht mehr so verst\u00e4ndlich ist, vor Augen zu f\u00fchren.<br \/>\nEs gab auch ein sehr illustres Publikum. So bin ich beispielsweise neben Peter Huemer gesessen und am Freitag geht es in Krems mit dem &#8220;Gr\u00fcnen Stern&#8221;, der auch verfilmt wurde, weiter.<br \/>\nDort werden dann auch die diesj\u00e4hrigen Weigel-Literaturstipendien durch Hans Weigels Lebensmenschin Elfriede Ott verliehen und das Projekt &#8220;Schaltstelle Hans Weigel- Kabarettikst-Kritiker-Romancier-Literaturmanager&#8221;, wird von Wolfgang Straub noch zwei Jahre weitergef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche dominiert eindeutig die Gesellschaft f\u00fcr Literatur bei den Veranstaltungen, in die ich vorher einige Monate nicht hingekommen bin, aber am Montag hat Konstantin Kaiser Siglinde Bolbechers Gedichte vorgestellt, am Dienstag feierte im Radio Kulturhaus die armenische Gemeinde Franz &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25591\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-25591","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25591","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25591"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25591\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25591"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25591"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25591"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}