{"id":25563,"date":"2013-11-27T00:09:15","date_gmt":"2013-11-26T23:09:15","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=25563"},"modified":"2013-11-27T00:09:15","modified_gmt":"2013-11-26T23:09:15","slug":"franz-werfel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25563","title":{"rendered":"Franz Werfel-Abend"},"content":{"rendered":"<p>Der 1890 in Prag geborene und 1945 in Beverly Hills verstorbene Schriftsteller Franz Werfel ist 1928 mit seiner Frau Alma Mahler \u00fcber Kairo nach Jerusalem und Damaskus gereist und dort auf die Kinder von w\u00e4hrend des Genozids von 1915 erschlagenen Armeniern aufmerksam geworden, was ihn veranla\u00dfte einen historischen Roman <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_vierzig_Tage_des_Musa_Dagh\">&#8220;Die vierzig Tage des Musah Dags&#8221;<\/a> zu schreiben, der 1933 erschien und von den Nazis verboten wurde.<br \/>\nVon den Armeniern wurde der Roman aber mit Begeisterung aufgenommen, die ihn bis heute feiern, so am Dienstag in einer <a href=\"http:\/\/radiokulturhaus.orf.at\/artikel\/355332\">gro\u00dfen Veranstaltung im Radiokulturhaus<\/a>, auf die ich durch das Programm der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221; aufmerksam wurde und aus Interesse an Franz Werfel, von dem ich schon einige Romane gefunden habe und den Roman &#8220;Verdi&#8221; noch in meiner Schul- oder Studentenzeit gelesen habe, hinging und dann etwas erstaunt war, da\u00df zuerst eine ganze Reihe von Exilenzen begr\u00fc\u00dft wurde und au\u00dfer ein paar Literaturinteressierten, fast nur Armenier anwesend waren.<br \/>\nIrene Suchy f\u00fchrte durch das Programm, der Botschafter begr\u00fc\u00dfte, dann spielte ein Streichquartett rum\u00e4nische Weisen und das handgeschriebene sogenannte Wiener Manuskript war auch ausgestellt und man durfte es in der Pause, von der Security der Nationalbibliothek bewacht, bewundern.<br \/>\nEs kam dann noch ein Herr von einer &#8220;Johannes Lepsius Gesellschaft&#8221;, wer Pastor Lepsius war, sollte ich erst im Laufe des Abends erfahren und der Direktor des &#8220;Genozid-Museums&#8221; in Jerewan, der auf Englisch einen Kurzvortrag hielt und einige Dias von Schiffen mit denen die Armenier nach \u00c4gypten gebracht wurden und von den Holzl\u00f6ffeln mit denen sie in den Fl\u00fcchtlingslagern a\u00dfen, zeigte, dann aber bald zu seinem Flugzeug mu\u00dfte, das ihn wieder nach Armenien zur\u00fcckbrachte.<br \/>\nDanach kam der Festvortrag von einem in London lehrenden Germanisten, der ein bi\u00dfchen etwas \u00fcber den Roman erz\u00e4hlte, in dem es paar historische Personen n\u00e4mlich jenen Orentialisten und Pastor und auch den t\u00fcrkischen Kriegsminister, aber auch erfundene, wie den Exilarmenier Gabriel Bagradian und seine franz\u00f6sische Frau Juilette, gibt.<br \/>\nNach der Pause, wo sich alle um das Buch scharten, gab es eine Musikeinlage mit Fragmenten von Werfel, der auch gerne komponiert h\u00e4tte und ein Gedicht von ihm an Alma, das in Jerewan gefunden wurde.<br \/>\nDer Schriftsteller und offenbar Armenienkenner und \u00dcbersetzer Herbert Maurer las es vor und dann aus dem f\u00fcnften Kapitel des Romans, das auch, wie er erw\u00e4hnte, Franz Werfel gerne vorgelesen hat.<br \/>\nDann kam ein Herr von der Nationalbibliothek, die das Wiener Manuskript angekauft hatte, projezierte einige Seiten und erkl\u00e4rte etwas \u00fcber die Entstehungsgeschichte.<br \/>\nDann gab eine Diskussion dazu und am Schlu\u00df der Veranstaltung wurde vom armenischen Botschaft &#8220;Werfel-Plaketten&#8221; f\u00fcr Verdienste um die Zusammenarbeit \u00d6sterreich Armenien verteilt.<br \/>\nMarianne Gruber als Vorsitzende der &#8220;Werfel-Gesellschaft&#8221; hat eine bekommen, ein paar der schon genannten und auch andere Personen.<br \/>\nEine sehr interessante Veranstaltung, die mir, die ich ja keine unbedingte Werfel-Expertin bin, einen mir unbekannten Roman in einer spannenden Facette n\u00e4hergebracht hat. Habe ich doch so Einblick in die armenische Geschichte und in die in \u00d6sterreich lebende armenische Gemeinde, die gar nicht so klein scheint, bekommen und die Zaruhi einer der wenigen Armenierinnen, die ich kenne, habe ich auch dabei getroffen.<br \/>\nAnsonsten habe ich nicht gewu\u00dft, da\u00df die Gesellschaft f\u00fcr Literatur und der ORf so mit Armenien verbunden ist und Irene Suchy im Vorjahr mit Herbert Maurer sogar eine Reise dorthin machte. Und als ich nach der Veranstaltung in die Badewanne gestiegen bin, um Robert Schindels &#8220;Der Kalte&#8221; weiterzulesen,k bin ich prompt auf der ersten Seite, die ich gelesen habe, auf die Stelle gesto\u00dfen, wo Rosa nach ihrem Herzinfarkt im Spital liegt und in den &#8220;Vierzig Tagen des &#8220;Musah Dagh&#8221; liest. Es gibt eben immer wieder interessante Zuf\u00e4lle und Verbindungen.<br \/>\nVon Franz Werfel habe ich den &#8220;Veruntreuten Himmel&#8221; und &#8220;Das Lied von Bernadette&#8221; auf der Leseliste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 1890 in Prag geborene und 1945 in Beverly Hills verstorbene Schriftsteller Franz Werfel ist 1928 mit seiner Frau Alma Mahler \u00fcber Kairo nach Jerusalem und Damaskus gereist und dort auf die Kinder von w\u00e4hrend des Genozids von 1915 erschlagenen &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25563\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-25563","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25563"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25563\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}