{"id":25406,"date":"2013-11-16T16:57:24","date_gmt":"2013-11-16T15:57:24","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=25406"},"modified":"2013-11-16T16:57:24","modified_gmt":"2013-11-16T15:57:24","slug":"die-pendragon-legende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25406","title":{"rendered":"Die Pendragon-Legende"},"content":{"rendered":"<p>Die &#8220;Pendragon-Legende&#8221; von Antal Szerb habe ich mir gleich zweimal gekauft, einmal die englische Version, ohne es zu merken, bei &#8220;Buchlandung&#8221; auf der Landstra\u00dfe, vor ein paar Jahren, als ich, glaube ich&#8221; zu einem Vortrag oder Seminar zur Sigmund Freud Uni hinausging und dann in einem der zwei Buchgesch\u00e4fte auf der Wiedner Hauptstra\u00dfe, von denen es nur mehr eines gibt, ebenfalls um einen Euro oder zwei, die deutsche Ausgabe.<br \/>\nDie englische Version habe ich inzwischen in den Schrank gestellt, weil es wenig Sinn macht, eine ungarische \u00dcbersetzung auf Englisch zu lesen und als ich meine ungarischen Anthologien und die Wespennest-B\u00fccher vom Ungarn Schwerpunkt in Frankfurt zusammengesammelt hatte, um sie auf die Badereise mitzunehmen, ist mir der 1901 Geborene eingefallen, der ja auch vor kurzem widerentdeckt wurde und dessen &#8220;Reise im Mondlicht&#8221; schon durch das auffallende Cover sich bei mir sehr eingepr\u00e4gt hat.<br \/>\nSonst hatte ich keine Ahnung von dem Szegeder Universit\u00e4tsprofessor, dessen Leben, wie im Nachwort steht aus B\u00fcchern und Bibliotheken bestand und der eine Literaturgeschichte schrieb, die heute noch Geltung hat. Sehr jung, n\u00e4mlich 1945 ist er in einem Internierungslager gestorben und die &#8220;Pendagron-Legende&#8221;, die ich jetzt in knapp vierundzwanzig Stunden im Bad und in der Badewanne ausgelesen habe, ist wirklich interessant und kn\u00fcpft irgendwie an die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/16\/die-jungen-von-der-paustrase\/\" title=\"Die Jungen von der\u00a0Paustra\u00dfe\">beiden<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/15\/die-liebe-am-nachmittag\/\" title=\"Die Liebe am\u00a0Nachmittag\">anderen<\/a> ebenfalls schon l\u00e4ngst verstorbenen Ungarn, die ich vorher gelesen habe, obwohl das Buch nicht in Budapest sondern in Wales bzw. in London spielt und wahrscheinlich, sowohl als Satire auf den englischen Snobismus zu verstehen ist, als auch eine Mischung zwischen einer Kriminalgeschichte und einem mysthischen R\u00e4tsel ist, die man heutzutage wohl Phantasy nennen w\u00fcrde.<br \/>\nDa ist Janos Batky, ein Philologe, wohlhabend und aus Passion in England lebend, wo er sich reichen Leuten zeitweise als Sekret\u00e4r zur Verf\u00fcgung stellt, dem weiblichen Geschlecht nicht abgeneigt, obwohl er sonst eine Neigung f\u00fcr die Mystik des siebzehnten Jahrhunderts hat und der lernt auf einer Gesellschaft in London den Earl of Gwynedd kennen, der als seltsamer Mensch beschrieben wird, der auf seinen Besitzungen Experimente macht und auch unsterblich sein soll. Der ist von dem Wissenschaftler begeistert und l\u00e4dt ihn auf sein Schlo\u00df ein, um dort seine Bibliothek zu ben\u00fctzen und die Ereignisse \u00fcberst\u00fcrzen sich.<br \/>\nDenn als Batky am n\u00e4chsten Tag die britische Bibliothek ben\u00fctzt f\u00e4llt ihm dort ein merkw\u00fcrdiger L\u00fcgenbaron auf, der den Eindruck macht, als h\u00e4tte er noch nie im Leben eine Bibliothek ben\u00fctzt, sich Batky aber anschlie\u00dft, ihn nicht mehr aus den Augen l\u00e4\u00dft und ihn auch nach Wales zu den Besitzungen des Earls begleitet. Vorher lernt Batky noch dessen Neffen Osborne, einen ziemlichen Snob kennen und einen Ring von einer sch\u00f6nen Dame soll er dem Earl auch mibringen. Der empf\u00e4ngt die drei dann ziemlich ungn\u00e4dig und in den ersten N\u00e4chten f\u00fchrt Szerb uns das vor, wie man sich die englischen Gespensterschl\u00f6\u00dfer wohl vorstellen soll.<br \/>\nDas Zimmer hat keinen Schl\u00fc\u00dfel, drau\u00dfen wachen die Hellebarden und die Gespenster in mittelalterlicher Kleidung rasen auch vorbei, das Gep\u00e4ck wird durchsucht, das P\u00e4ckchen das der seltsame Maloney Batky \u00fcbergeben hat, verschwindet und der Pfarrer kommt auch, wirkt besorgt, erz\u00e4hlt Batky von den seltsamen Experimenten des Grafen, der die n\u00e4chsten Tage verschwunden ist und den Ahnungen seiner Schwester. Dann  taucht der Earl wieder auf und die Nicht Cynthia, eine seltsam ahnungslose Volkskundlerin, die Bela Bartok f\u00fcr einen Dichter h\u00e4lt, erz\u00e4hlt Batky von einigen Mordanschl\u00e4gen an den Onkel.<br \/>\nOsborne,  Maloney und Batky fahren dann auch zur Burg Pendragon, das ist das Mausoleum der Grafen, wo der erste, der vor einigen hundert Jahren gestorben ist, sich unversehrt befinden soll, wie Batky aus den alten Schriften herausbekam. Die Schwester des Pfarrers warnt davor, denn sie hat getr\u00e4umt, Osborne wird dort umkommen, es gibt auch eine Fallt\u00fcr und Maloney wird zuerst vom Earl hinausgeschmissen, weil er gestohlen haben soll, sp\u00e4ter st\u00fcrzt er aus dem Fenster und der Earl schickt Batky nach London zur\u00fcck, um eine Schrift aus der Bibliothek zu holen, die will aber die Lady haben, die dem Earl schon den Ring schickte und es beginnt auch in London eine wahre Gespensterjagd. Am Schlu\u00df kl\u00e4ren sich die Geheimnisse, es geht auch um eine seltsame Erbschaft, ein paar Mal werden dabei noch die Welten gewechselt, Sigmund Freuds Traumdeutung, die Geschichte handelt 1933, spielt dabei auch eine Rolle. Eine Verfolgungsjagd mit einer Verkleidungsszene wo Batky sich mit dem Arzt Morvin trifft, der von ihm die Best\u00e4tigung haben will, da\u00df Maloney vom Balkon gesto\u00dfen wird, ihm dabei erpresst und dann von den harmlosen Indern am Nebentisch, die sich als Osborn und die Berlinerin Lene Kretzsch, ein in Oxford studierender Blaustrumpf, entpuppten, \u00fcberw\u00e4ltigt wird, in einen Keller werden die drei auch noch gesperrt, bis sich die Sache aufkl\u00e4rt, die B\u00f6sen ihren gerechten Ton finden, der Earl seine Experimente einstellt und die Riesenaxolotls, die er gez\u00fcchtet hat, dem Zoo \u00fcbergibt und Batky, der sich in die sch\u00f6ne Cynthia verliebte, bekommt diese nat\u00fcrlich nicht, da sich die in der Schweiz standesgem\u00e4\u00df verlobt.<br \/>\nSpannend spannend, die ungarische Literatur der fast vergessenen und wiederentdeckten Dichter, die heutigen Phantasyromane sind wahrscheinlich mit mehr <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/17\/der-seelenbrecher\/\" title=\"Der\u00a0Seelenbrecher\">Bezugnahme auf<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/16\/der-augensammler\/\" title=\"Der\u00a0Augensammler\">den Lesergeschmack <\/a>geplottet, soviel Gelehrsamkeit, Satire und schwarzer Humor ist aber nicht so schnell zu finden. Vielleicht hat es Antal Szerb Spa\u00df gemacht, sich \u00fcber die Engl\u00e4nder lustig zu machen und die Genres zu verwechseln und so schreibt auch Thomas Steinfeld am Buchr\u00fccken &#8220;Szerb nicht gekannt zu haben, ist ein Vers\u00e4umnis&#8221; und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/19\/der-fall-des-okonomen\/\">Gyorgy Dalos<\/a> wei\u00df \u00fcber seinen Schriftstellerkollegen auch nur Lobendes zu sagen.<br \/>\nJetzt w\u00e4re es wohl noch spannend Sandor Marais &#8220;Ein Hund mit Charakter&#8221; zu lesen, das ich ebenfalls nach Ungarn mitgenommen habe, aber daf\u00fcr ist der Aufenthalt wohl zu kurz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8220;Pendragon-Legende&#8221; von Antal Szerb habe ich mir gleich zweimal gekauft, einmal die englische Version, ohne es zu merken, bei &#8220;Buchlandung&#8221; auf der Landstra\u00dfe, vor ein paar Jahren, als ich, glaube ich&#8221; zu einem Vortrag oder Seminar zur Sigmund Freud &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25406\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-25406","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25406","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25406"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25406\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25406"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25406"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25406"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}