{"id":25212,"date":"2013-11-10T17:00:39","date_gmt":"2013-11-10T16:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=25212"},"modified":"2013-11-10T17:00:39","modified_gmt":"2013-11-10T16:00:39","slug":"erich-fried-tage-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25212","title":{"rendered":"Erich Fried Tage 2013"},"content":{"rendered":"<p>Die Erich Friedtage unter dem Motto &#8220;Welt &#8211; wohin? &#8211; Literarische Utopien Dystopien&#8221;, die am Mittwoch im Literaturhaus begonnen haben, sind diesesmal zum Teil an mir vorbeigegangen, bin ich ja erst am Freitagnachmittag eingestiegen, weil ich am Mittwoch im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/06\/canetti-stipendiaten-und-sechster-nanowrimo-tag\/\" title=\"Canetti-Stipendiaten und sechster\u00a0Nanowrimo-Tag\">Musa<\/a> war und am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/07\/offener-universitatsbibliotheks-und-siebenter-nanowrimotag\/\" title=\"Offener Universit\u00e4tsbibliotheks- und siebenter\u00a0Nanowrimotag\">Donnerstag bei Open Bibliotheksday<\/a> in der WU, so da\u00df ich sowohl die Einf\u00fchrungslesung von David Mitchell und die &#8220;konkrete Utopie zum arabischen Fr\u00fchling&#8221; vers\u00e4umte, da h\u00f6rte ich aber am Freitag im Morgenjournal ein Interview mit Taher Ben Jelloun und als ich am Nachmittag das Literaturhaus erreichte, konnte ich gleich lesen, da\u00df Christian Kracht, der am Abend lesen sollte,  leider absagte, aber da war ohnehin mein literarisches Geburtstagsfest.<br \/>\nAm Nachmittag hat es jedenfalls vier Lesungen von einigen Autoren gegeben, die noch nie in \u00d6sterreich gelesen haben, so zum Beispiel der D\u00e4ne Kaspar Colling Nielson, dessen B\u00fccher, wie die Moderatorin Susanne Sch\u00fcssler vom &#8220;Wagenbach Verlag&#8221; erkl\u00e4rte, noch nicht auf Deutsch erschienen sind.<br \/>\nEs gibt nur einen Text in &#8220;Kolik&#8221; und Kaspar Colling Nielson, 1974 geboren, las aus seinem zweiten Roman &#8220;B\u00fcrgerkrieg&#8221;, der in der Zukunft spielt, wo die Tiere hunderte Jahre werden, sprechen k\u00f6nnen, mit dem Computer spielen und die Welt sonst durch die Bankenkrise ziemlich zusammengebrochen sein d\u00fcrfte.<br \/>\nThomas Raab, nicht der mit den &#8220;Metzger-Krimis&#8221;, sondern einer der 1968 in Graz geboren wurde und Naturwissenschaft studierte, hat einen noch unver\u00f6ffentlichten Roman namens &#8220;Netzwerk-Orange&#8221;, vorgestellt, der auch in der Zukunft spielt und zwar in einer, wo noch alles funktioniert, es aber keine Zeitungen mehr gibt und eine Dissertantin zu einem Psychologie-Professor kommt. Zwischendurch gab er immer Kommentare zu seiner Schreibweise und er zeigte auch eine Skizze vor, an Hand der man sich die Schreibstruktur vorstellen konnte.<br \/>\nDann folgte eine Europapremiere, n\u00e4mlich des Amerikaners Nathaniel Richs erste Lesung in Europa. Er stellte seinen in April erschienen Roman &#8220;Schlechte Aussichten&#8221; vor, der ebenfalls in der Zukunft spielt und von Cordula Simons <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/07\/letztes-bachmannpreiskolloquium\/\">&#8220;Ostrov Moglia&#8221;<\/a>, die inzwischen auch den Lise Meitner Preis gewonnen hat und beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/27\/alpha-shortlist\/\" title=\"Alpha-Shortlist\">&#8220;Alpha&#8221;<\/a> bei den Finalisten ist, habe ich schon ein St\u00fcck beim Bachmannlesen geh\u00f6rt. Der Roman erkl\u00e4rte Susanne Sch\u00fcssler hantelt sich in etwa zwanzig Kapiteln von Protagonist zu Protagonist weiter, Fabelwesen und Drachen gibt es dabei und eine Frau bei der immer der Strom ausgeht, wenn sie v\u00f6gelt.<br \/>\nDann ging es zu meinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/08\/sechzig-minuten-aus-dreisig-buchern\/\" title=\"Sechzig Minuten aus drei\u00dfig\u00a0B\u00fcchern\">Fest<\/a>, so da\u00df ich die Europapremiere von  Jonathan Lethem vers\u00e4umte, allerdings habe ich von ihm schon ein Buch im Schrank gefunden.<br \/>\nAm Samstag ging es dann weiter mit einer open lecture vom Filmexperten Thomas Ballhausen, der auch schon mal beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/25\/bachmannlesen-ii\/\">Bachmannpreis<\/a> gelesen hat, zur Geschichte des \u00f6sterreichischen Science-Fiction-Films, wobei er seltsamerweise Ausschnitte aus alten Propagandafilmen, wie beispielsweise jenem, wo Oskar Werner einem sch\u00f6nen M\u00e4dchen, erkl\u00e4rt, wo sie ihr Kreuzerl f\u00fcr diese Nazi Anschlu\u00dfabstimmung im Jahr 1938 machen soll, aber auch aus der &#8220;Stadt ohne Juden&#8221; nach dem Buch von Hugo Bettauer, einem Propagandafilm der SP\u00d6 aus dem Jahr 1950 und und.<br \/>\nDann folgten wieder ein paar \u00d6sterreichpremieren zuerst Maurice G. Dantec, der auf Franz\u00f6sisch seinen in naher apokalyptischer Zukunft spielnden Roman &#8220;Metacortex&#8221; vorstellte.<br \/>\nDann kam der 1927 in Wien geborene Herbert W. Franke ein sehr bekannter Science Fiction Autor, der sich aber auch mit der Computerkunst und der H\u00f6hlenforschung besch\u00e4ftigte. Ruth Asp\u00f6ck hat vor langer Zeit ein Buch von ihm herausgeben und ich habe ihn einmal in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; aus seinen Science Fictions lesen h\u00f6ren.<br \/>\nJetzt hielt er einen Vortrag \u00fcber Science Ficton Short-Stories und erz\u00e4hlte aus seinem Leben, da\u00df er nach dem zweiten Weltkrieg in Wien Physik studierte und sich in dieser Zeit f\u00fcr vieles interessierte und alles ausprobierte. So schickte er an die Zeitschrift &#8220;Neue Wege&#8221; Gedichte. Die wollten aber lieber Wissenschaftliches von ihm, bis sie schlie\u00dflich doch seine Science Ficton und auch seine Gedichte druckten.<br \/>\nEs folgten zwei Beispiele, eine Geschichte von einem &#8220;Sprung in Nichts&#8221; weil ein Guru ohne Gesicht, den Menschen einredete, da\u00df sie fliegen k\u00f6nnen. Die zweite schildert auf h\u00f6chst am\u00fcsante Art, die Schwierigkeit beim Kommunizieren, wenn sich am anderen Ende der Leitung nur die Anrufbeantworter melden.<br \/>\nDann wurde es im Literaturhaus sehr voll. Die Jugend unter ihnen, glaube ich, auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/24\/ig-autoren\/\">Nina Horvath<\/a> str\u00f6mte herein, denn es kam ein Guro der amerikanischen Comic und Graphic Novel-Kunst,namens Scott McCloud, der mir v\u00f6llig unbekannt war, zu seiner \u00d6sterreichpremiere und hielt mit einigen hundert Dias eine sehr beeindruckende &#8220;Visual lecture&#8221; wie man Comics macht, da\u00df sich nach dem Vortrag, die Schlange die ein Autogramm von ihm wollte, das Literaturhaus verstopfte, bzw. das anschlie\u00dfende Roundtable Filmgespr\u00e4ch mit Thomas Ballhousen und einigen Filmemachern um eine halbe Stunde verschob, so da\u00df ich das Filmbeispiel &#8220;Empire me&#8221;, wo es um die Utopien von sechs Lebensl\u00e4ufen ging, vers\u00e4umte und mich stattdessen am Schrank nach einem Geburtstagsbuch umschaute, zuerst nichts zu finden glaubte und jetzt &#8220;Die Liebe am Nachmittag&#8221; des mir  v\u00f6llig unbekannten Ern\u00f6 Szep, ein Weggef\u00e4hrte von Sandor Marai und Antal Szerb, n\u00e4chste Woche nach Ungarn mitnehmen kann.<br \/>\nAm Sonntag gab es dann die Preisverleihung, die seit 1990 j\u00e4hrlich von der Fried Gesellschaft durch einen Juror an einen Autor vergeben wird. Diesmal war es <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/19\/wie-im-echten-lebenkathrin-roggla\/\">Kathrin R\u00f6ggla<\/a>, die den Preis, den 1964 geborenen Schriftsteller und Psychologen, der 2009 mit seinem Roman &#8220;Lichtjahre entfernt&#8221; auf der Longlist des dBp stand, Rainer Merkel, verlieh.<br \/>\nKathrin R\u00f6ggla war, die demn\u00e4chst wieder Mutter wird, sandte eine Vedeobotschaft, Robert Huez, Heinz Lunzer, der Pr\u00e4sident der Fried-Gesellschaft und Robert Stocker vom Bundesministerium er\u00f6ffneten und begr\u00fc\u00dften die Ehreng\u00e4ste, die ehemalige Unterrichtsministerin Hilde Hawlicek und Friederike Mayr\u00f6cker, die mir zum Geburtstag gratulierte und Rainer Merkel, der sich inzwischen auch mit Liberia, Somoalia und den Kosovo besch\u00e4ftigt hat und  dort auch gearbeitet und gelebt hat, las in in seiner Dankesrede eine Geschichte, wie er in Beiruth spazierengeht, in einem Jeansgesch\u00e4ft von einer Frau im Tschador nicht verstanden wird, dann einem Helfer einen Zettel mit ein paar Adressen entgegenstreckt und sich an die Besetzungen in den Achztigerjahren in Berlin, als er f\u00fcr bessere Studienbedingungen demonstrierte, erinnerte.<br \/>\nNachher gab es Sekt, ich habe mich ein paar Stammbesuchern, darunter mit Christel Fallenstein, die mir ein Buch abkaufte und sozusagen eine Geburtstagsrose schenkte und Cordula Simon unterhalten, der ich f\u00fcr die morgige <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/27\/alpha-shortlist\/\" title=\"Alpha-Shortlist\">&#8220;Alpha-Preisverleihung&#8221;<\/a> alles Gute w\u00fcnschte. Der Hauptjuror Josef Haslinger war auch da und noch ein paar andere illustre G\u00e4ste, aber gar nicht so viele &#8220;gew\u00f6hnliche Besucher&#8221; und ein Teil von Kathrin R\u00f6gglas Laudiatio ist im Wochenendstandard sowie in der Erich Fried Sommernummer der Zeitschrift &#8220;Kolik&#8221; abgedruckt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erich Friedtage unter dem Motto &#8220;Welt &#8211; wohin? &#8211; Literarische Utopien Dystopien&#8221;, die am Mittwoch im Literaturhaus begonnen haben, sind diesesmal zum Teil an mir vorbeigegangen, bin ich ja erst am Freitagnachmittag eingestiegen, weil ich am Mittwoch im Musa &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=25212\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-25212","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25212"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25212\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}