{"id":24835,"date":"2013-10-27T00:38:23","date_gmt":"2013-10-26T22:38:23","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=24835"},"modified":"2013-10-27T00:38:23","modified_gmt":"2013-10-26T22:38:23","slug":"gute-grunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=24835","title":{"rendered":"Gute Gr\u00fcnde"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Gute Gr\u00fcnde-Texte aus dem 44er Haus&#8221;, eine Anthologie mit Texten von neun Teilnehmern  der Leondinger Akademie 2011\/2012, dem einj\u00e4hrige Lehrgang f\u00fcr literarisches Schreiben,  der von Gustav Ernst und Karin Fleischanderl geleitet wird.<br \/>\n&#8220;Zum zweiten Mal seit der siebenj\u00e4hrigen Akademiegeschichte&#8221; ist eine solche Anthologie entstanden&#8221;, schreibt <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/20\/grundlsee\/?preview=true\">Gustav Ernst<\/a> in seinem Vorwort, lektoriert wurde das hundertsechzig Seiten Buch, das bei digitaldruck.at entstanden ist, von Laura Freudenthaler, einer Teilnehmerin und Gustav Ernst erz\u00e4hlt in seinem Vorwort weiter von den acht dreit\u00e4gigen Wochenendseminaren, in denen sich die Teilnehmer im &#8220;44er Haus&#8221; trafen, um &#8220;unter Anleitung erfahrener Autoren wie Paulus Hochgatterer, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Anna+Migutsch\">Anna Migutsch<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/19\/wie-im-echten-lebenkathrin-roggla\/\">Kathrin R\u00f6ggla<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/30\/sprachkunstabschluss-und-fest-fur-robert-schindel\/\">Robert Schindel<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/15\/peter-clar-und-sabine-scholl\/\">Sabine Scholl<\/a> und Margit Schreiner Texte zu schreiben, sie in Feedbackrunden zu diskutieren, zu korrigieren und weiterzuentwickeln.&#8221;<br \/>\nWenn man auf <a href=\"http:\/\/www.literatur-akademie.at\/index.php\">Homepage der Akademie<\/a> geht erf\u00e4hrt man auch, welche Teilnehmer welche Preise gewonnen, welche B\u00fccher wo ver\u00f6ffentlichten und wo sie zu etwas nominiert wurden und es gibt inzwischen sehr ber\u00fchmte Teilnehmer, wie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Judith+Pfeifer\">Judith Pfeifer<\/a> 2007\/08, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/02\/literatur-im-musa\/\">Anna Weidenholzer<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/12\/kolik-magic-paper-geld\/\">Phillip Weiss<\/a>, Isabella Straub, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/08\/der-afghanische-koch\/\">Isabella Feimer<\/a>, 2008\/2009, Harald Darer und Marianne Jungmaier 2009\/10 und 2011\/2012 haben Manfred Donnerbauer, Laura Freudenthaler, Christine Mack, Franz Miklautz, Lydia Mittermayr, Harald Reschitzegger, Andreas Rockenbauer, Luis Stabauer und Maria Tiefenthaller am Lehrgang teilgenommen, bzw. sich an der Anthologie beteiligt.<br \/>\nDie 1984 geborene Laura Freudenthaler, die ich schon einmal in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/24\/perspektive-und-performanz\/\">&#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221;<\/a> h\u00f6rte, hat inzwischen auch ein Stipendium der Stadt Wien bekommen und den w\u00e4hrend des Lehrgangs entstandenen Texten, merkt man manchmal seine Themenstellung an und manchmal nicht.<br \/>\nSo beginnt es mit einer &#8220;Vostellungsrunde&#8221; &#8220;Ich bin&#8221;, wo acht Autoren etwas dazu schreiben und geht mit vielen kurzen Texten weiter.<br \/>\nIn Heu&#8221; schildert der 1950 geborene Luis Stabauer, von dem ich vor kurzem den Interviewband <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/26\/der-kopf-meines-vaters\/\">&#8220;Der Kopf meines Vaters&#8221;<\/a> gelesen habe, die Gef\u00fchle einer Magd, die ihr Kind anbinden mu\u00df, um ihrer Arbeit auf dem Feld nachzugehen. Sehr beeindruckend auch sein Text &#8220;Abendkakao&#8221; \u00fcber die Geschehnisse am Spiegelgrund. Dann gibt es einige Abschieds- und Trennungstexte. Der 1964 geborene Harald Reschitzegger schildert in &#8220;Mamaschnitzel&#8221; sehr eindringlich die Abl\u00f6sung eines etwas f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen dicken Sohnes von seiner siebzigj\u00e4hrigen noch dickeren Mama. Die Beiden fahren in der U-Bahn, der Sohn hat eine Freundin eingeladen und will ihr ein Schnitzel braten.<br \/>\nIn Haarig&#8221; schildert Christine Mack die Geburt eines Kindes und dann war einmal wohl auch der Dialog das Thema, wo eine Szene beschrieben werden sollte, wo sich zwei Stimmen \u00fcber ein fremdes bei einer T\u00fcr stehendes Kind unterhalten sollten.<br \/>\nDas Thema Schule wird auch zweimal behandelt, da erinnert sich der 1967 geborene Andreas Rockenbauer, der schon einmal einen Drama-Slam gewonnen hat an seinen Schulkollegen Viktor Alexander  Zdrachal, der in kackbraunen Opaschuhen zusp\u00e4t in den Unterricht kommt, dabei eine Hunderer-Packung Taschent\u00fccher verliert, zwei Schihauben tr\u00e4gt und und Augenbrauen und Nasenfl\u00fcgeln zuckt und Lydia Mittermayr die 1980 in Volcklabruck geborene Lydia Mittermayr erz\u00e4hlt von &#8220;Schwester Ehrentraud&#8221;, der strengen Mathematiklehrerin, vor der alle auf das Klo fl\u00fcchteten, w\u00e4hrend die Laura Freudenthaler, die seltsame Beziehung eines jungen Mannes zu einer &#8220;Gro\u00dfen Frau mit braunen Locken&#8221; erz\u00e4hlt, zu der er offenbar als Kind gebracht wurde, sp\u00e4ter bei ihr schl\u00e4ft. Sie steht rauchend am Balkon, sagt, da\u00df sie widerst\u00e4ndige Kinder mag, geht mit ihm aus und als sie sp\u00e4ter einen Mann bei sich hat, erleidet er alle Qualen.<br \/>\nIn &#8220;Sonntagnachmittag&#8221; wird Andreas Rockenbauer sehr realistisch &#8220;Ich w\u00e4re ein  gl\u00fccklicher Mensch&#8221;, pflegt n\u00e4mlich Alfred Dolatti oft zu sagen, denkt an seine verstorbene Frau, geht Kuchen kaufen, wenn die Tochter mit Mann und Kindern zur Jause kommen und wird langsam vom &#8220;Morbus Parkinson \u00fcbernommen&#8221;.<br \/>\nUnd in Franz Miklautz, 1971 in Klagenfurt geboren, &#8220;Regentropfen, die einander suchen&#8221; wird es fast surrealistisch. Da f\u00e4hrt ein Arzt Zug und beobachtet seine Mitpassanten, ein anderer Motorrad, dann wird er von diesem, der einmal seine Tochter \u00fcberfahren hat, angerufen &#8220;Es gibt keine Wiedergutmachung f\u00fcr Sie, Herr Dr. Ruckhofer&#8221;, sagt er und am Ende gibt es einen lauten Knall.<br \/>\nDann geht es um die Gesundheit.Was macht man wenn man nur mehr ein paar Stunden zum Leben hat oder in der &#8220;R\u00f6hre&#8221; liegt und nur mehr das &#8220;Siemens-Logo&#8221; anstarren kann und nicht wei\u00df ob der Assistent jetzt drau\u00dfen auf ihn wartet oder schon l\u00e4ngst Kaffeetrinken gegangen ist?<br \/>\nIn  Palliativmediziners Harald Retschitzeggers &#8220;Letzte Entscheidung&#8221;, wird es noch viel konkreter beziehungsweise spiegeln sie wahrscheinlich seine Erfahrungen in einem Hospitzzentrum ab. Die Frau verlangt von dem Mann zu k\u00e4mpfen, der will nicht weitere Chemotherapien etc machen.<br \/>\nUnd die 1953 in Linz geborene Maria Tiefenthaller \u00c4rztin f\u00fcr allgemein und Psychotherapeutische Medizin erz\u00e4hlt in &#8220;Eine irre Fahrt&#8221;, einen Ausstieg nach einer Krebsdiagnose einer Frau, die bisher an der Seite ihres Mannes, eines f\u00fcr sie arbeitenden Arztes, funktioniert hat. Jetzt ist die letzte Tochter ausgezogen, sie ist allein und nimmt das Buch, das ihr ihr Bruder ein paar Monate vor seinem Tod schenkte, will mit dem Zug und der besten Reizw\u00e4sche nach Wien fahren, landet in einem Schlafwagen nach Venedig und verlebt mit dem Schaffner einen ausgestiegenen Psychiater, weil man auch nicht immer helfen kann, eine &#8220;irre&#8221; Liebesnacht.<br \/>\nSparprogramme und andere Sichtweisen gibt es auch. So verlangt die bestausgebildete Coacherin pl\u00f6tzlich nur mehr vierzig Euro f\u00fcr zwei Beratungsstunden in Christine Macks Minidrama &#8220;Beratungshonorar und Harald Retschitzegger nimmt die &#8220;Sch\u00f6nheitsoperationen&#8221; satirisch aufs Korn.<br \/>\nUnd Lydia Mittermayr erz\u00e4hlt in &#8220;Der Mann auf dem Bild&#8221; von einem solchen, der um in Fr\u00fchpension gehen zu k\u00f6nnen, sein Bein abgeschnitten und in den Ofen geworfen hat.<br \/>\nIn Franz Miklautz &#8220;Und sonst gar nichts&#8221;, veranstaltet eine Bank f\u00fcr eine Weihnachtsparty eine &#8220;drag Queen Show&#8221; und sucht daf\u00fcr einen Schwarzen, w\u00e4hrend der ein ehemaliger Schauspieler am Bau und auch sonst keine Arbeit findet. So singt er um seine Frau und seine Kinder auch mit dem Boot nach Europa zu holen, Marlene Dietrichs &#8220;Ich bin von Kopf bis Fu\u00df auf Liebe eingestellt&#8221;. Ob die Familie ankommen wird ist nicht ganz klar.<br \/>\nGar nicht so einfach sich durch die vielen kurzen und manchmal auch etwas l\u00e4ngeren Texte durchzulesen, die das ganze Spektrums des Lebens umfangen, spannend neue interessante literarische Stimmen kennenzulernen und herauszubekommen, wer an einen solchen literarischen Lehrgang teilnimmt. Man kann sich, glaube ich, nach Lekt\u00fcre des Buches einen plastischen Eindruck machen, was in den Workshops der Leondinger Akademie, wo der n\u00e4chste Lehrgang im November beginnt, so passiert.<br \/>\n&#8220;Gute Gr\u00fcnde&#8221; also dieseAnthologie zu lesen. Ich danke Luis Stabauer f\u00fcr das zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Gute Gr\u00fcnde-Texte aus dem 44er Haus&#8221;, eine Anthologie mit Texten von neun Teilnehmern der Leondinger Akademie 2011\/2012, dem einj\u00e4hrige Lehrgang f\u00fcr literarisches Schreiben, der von Gustav Ernst und Karin Fleischanderl geleitet wird. &#8220;Zum zweiten Mal seit der siebenj\u00e4hrigen Akademiegeschichte&#8221; ist &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=24835\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-24835","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24835","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24835"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24835\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24835"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}