{"id":24411,"date":"2013-10-12T00:04:23","date_gmt":"2013-10-11T22:04:23","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=24411"},"modified":"2013-10-12T00:04:23","modified_gmt":"2013-10-11T22:04:23","slug":"die-dirigentin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=24411","title":{"rendered":"Die Dirigentin"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt ein Roman des ZDF-Kritikers Wolfgang Herles, den ich von den blauen Sofas von Frankfurt und von Leipzig kenne und der auch seit zwei Jahren eine so genannte Literatursendung im Fernsehen hat, wo ich mich vor allem an eine Kritik \u00fcber ein Buch von  Ferdinand von Schirach erinnere, wo er mit erhobener Hand in den Bildschirm wachelt und laut und emp\u00f6rt &#8220;So nicht!&#8221;, schreit.<br \/>\nJetzt wei\u00df ich nicht, ob Wolfgang Herles, da\u00df auch so bei seinem Roman &#8220;Die Diregentin&#8221; machen w\u00fcrde, im Vorbild habe ich geh\u00f6rt, da\u00df ihm damit auch nicht der gro\u00dfe Wurf gelungen sei, ich tue das nat\u00fcrlich nicht, obwohl mir das Buch vielleicht ein bi\u00dfchen zu glatt, zu abgehoben und zu veraussehbar erschien. Nichts an Peinlichkeit wird ausgelassen und Jakob Stein, der m\u00e4nnliche Protagonist hat von vornherein keine Chance, was mir immer ein bi\u00dfchen leid tut und au\u00dferdem denke ich, da\u00df ein ehemaliger Minister h\u00f6chstwahrscheinlich nicht so doof oder psychisch schwach sein wird, wie ihn Wolfgang Herles schildert, aber irgendwo im Buch steht  auch ein  Satz, wie &#8220;Du hast ja keine Ahnung welche Idioten an die Macht kommen k\u00f6nnen!&#8221;<br \/>\nJakob Stein ist jedenfalls ein gefallener Minister, gefallen lassen wurde er von der Kanzlerin Christina B\u00f6ckler, \u00c4hnlichkeiten zu Angela Merkel sind beabsichtigt oder zuf\u00e4llig oder nichts davon oder alles?<br \/>\nAm Titelbild sieht man jedenfalls einen roten Teppich und da geht eine blonde Frau in schwarzen Anzug darauf, die man von hinten f\u00fcr sie halten k\u00f6nnte und unter Wolfgang Herles Danksagung steht &#8220;Die Personen dieser Geschichte sind frei erfunden. \u00c4hnlichkeiten mit wahren Personen und Begebenheiten sind unvermeidlich.&#8221;<br \/>\nAber es geht ja um eine Dirigentin, bzw. um Jakob Stein, der sich nach seinem Fall in die Welt der Musik zur\u00fcckzieht. Am Beginn des Buches begegnen wir ihn in Salzburg, wo er mit seinem Freund und Therapeuten Franz einige Auff\u00fchrungen besucht. Hat sich zu Wolfgang Herles noch nicht herumgesprochen, da\u00df Therapeuten nicht ihre Freunde therapieren sollen?<br \/>\nDer Ex-Minister hat jedenfalls alle Angebote als Lobbyist oder in die Wirtschaft zu gehen ausgeschlagen, will zu seinem Vergn\u00fcgen der Musik nachreisen und hat offenbar auch das Geld dazu, er ist geschieden, mit der Ex ist alles geregelt und der Sturz der Kanzlerin scheint ihn sehr getroffen zu haben. Die hat ihm zum Abschied auch einen Dirigentenstab mit drangelassenen Preisschildchen geschenkt und so lernt der Held gleich einmal die sch\u00f6ne Dirigentin MP Bennson kennen, die ihrer Freundin Leilah, einer Schweizer Bankerin, Liebesmails schreibt, reist ihr  von Wien nach Mailand, etc, nach, so was scheint man &#8220;Aficionado&#8221; zu nennen, er spricht sie auch an und sie l\u00e4dt ihn nach Berlin ein, wo sie &#8220;Rheingold&#8221; dirigieren soll, um dort die Proben zu besuchen.<br \/>\n&#8220;Rheingold&#8221; diese Wagner Oper, die Herles, dann ziemlich genau in ihren Stabreimen zitiert, soll von dem  Regisseur auch ziemlich umgedeutet werden, so soll Wotan als Mohamed auftreten. Stein r\u00e4t davon ab, wegen der politischen Pr\u00e4sanz und bringt Maria auch ein eigenes Regiekonzept als Geschenk mit, die ihm sehr kalt und h\u00f6flich behandelt, aber vielleicht noch brauchen kann. Denn es gibt in der Linden-Oper nat\u00fcrlich Intrigen, sie will eine S\u00e4ngerin hinauswerfen, mehr Proben haben etc und schreibt das auch immer getreulich ihrer Leilah.<br \/>\nMit Stein geht sie ein paar Mal essen und bittet ihn dann ihn der Kanzlerin vorzustellen, was er auch macht, dann kippt das Buch und die Ereignisse \u00fcberst\u00fcrzen sich, denn Maria und die Kanzlerin scheinen sich zu verlieben oder ist das nur Steins Phantasie?<br \/>\nDie Dirigentin l\u00e4\u00dft den Ex Minister aber sofort fallen, zeigt ihm des Stalkings an, l\u00e4\u00dft ihn aus dem Hotel weisen, er verfolgt sie weiter, tauscht ihren Dirigentenstab mit dem ihm geschenkten aus, womit sie sich am Auge verletzt, so da\u00df sie mit roter Augenklappe- wie einer der &#8220;Rheingold-Protagonisten&#8221;, die Premiere dirigieren mu\u00df. Ein Koffer mit einer toten Kr\u00f6te wird auch im Orchestergraben gefunden. Haben den die Islamisten oder doch Jakob Stein hingestellt?<br \/>\nEr schickt seiner Sch\u00f6nen von der er verlautet, ihr geheimer oder \u00f6ffentlicher Geliebter zu sein, ein bei Palmers, in Wien gekauftes goldenes Nachthemd, betrinkt sich ziemlich und bei der Premiere, die er dann besucht, scheint er einen Herzinfarkt zu erleiden.<br \/>\nNun ja, nun ja, ich mag mir nicht die Emp\u00f6rung des Kritikers Wolfgang Herles dabei vorstellen und den mahnenden Zeigefinger oder w\u00fcrde er anders reagieren?<br \/>\nDie Rezensionen, die ich gelesen haben finden das Buch zum Teil satirisch und am\u00fcsant. Sehr genau scheint es recherchiert zu sein und ich habe in Wolfgang Herles Lebenslauf, der 1950 geboren ist, auch gelesen, da\u00df er, bevor er Literaturkritiker wurde,  Politjournalist war und einen Eklat mit Kanzler Kohl hatte. Vielleicht ist es also doch ein Schl\u00fc\u00dfelroman und von den M\u00e4chtigen und Sch\u00f6nen, zu lesen, die alle als ziemliche Ekel dargestellt werden, ist ja sicher auch sehr reizvoll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt ein Roman des ZDF-Kritikers Wolfgang Herles, den ich von den blauen Sofas von Frankfurt und von Leipzig kenne und der auch seit zwei Jahren eine so genannte Literatursendung im Fernsehen hat, wo ich mich vor allem an eine &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=24411\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-24411","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24411","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24411"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24411\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24411"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24411"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24411"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}