{"id":24326,"date":"2013-10-01T23:21:26","date_gmt":"2013-10-01T21:21:26","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=24326"},"modified":"2013-10-01T23:21:26","modified_gmt":"2013-10-01T21:21:26","slug":"peter-henisch-colloquium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=24326","title":{"rendered":"Peter Henisch-Colloquium"},"content":{"rendered":"<p>Zum siebzigsten Geburtstag vier Tage, um und mit Peter Henisch in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; jeweils von achtzehn bis einundzwanzig Uhr und ich werde davon, obwohl ich mich ja als eine Henisch-Fanin bezeichne, den gr\u00f6\u00dften Teil vers\u00e4umen und bin ich auch schon am Montag zu sp\u00e4t gekommen, beziehungsweise dachte ich, da\u00df ich es gar nicht schaffen werde.<br \/>\nDenn zweimal Diagnostik und abrechnen mu\u00df ich am Letzten auch und wenn ich nicht bis zwei oder drei Uhr fr\u00fch vor den Befunden sitzen will&#8230;<br \/>\nAber dann ist die zweite Diagnostik nicht gekommen und ich habe es geschafft, zehn Minuten nach sieben in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; einzutreffen.<br \/>\nDa hatte ich den Beginn und die Einleitung &#8220;Luftwurzeln der Seele &#8211; Peter Henisch Peripherie und die postkoloniale Theorie&#8221; zwar vers\u00e4umt, bin zu der Pr\u00e4sentation der beiden neuerschienenen Henisch-B\u00fccher aber zurecht und neben dem ehemaligen &#8220;Presse&#8221;- Kulturkritiker Klaus Khittl zu sitzen gekommen, den ich einmal, lang lang ists her, in der Oper kennenlernte und ihn, als ich mit der Monika in Salzburg war, bei den Festspielen getroffen habe. Damals bin ich ja autogestoppt, Helmut Zenker hat uns nach Wien zur\u00fcck mitgenommen, was mich sehr beeindruckte und Klaus Khittl habe ich, als ich ihn vor <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/07\/das-neue-buch-von-peter-henisch\/\">zwei Jahren bei der Buchpr\u00e4sentation von &#8220;Gro\u00dfes Finales f\u00fcr Novak&#8221;<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/12\/grosses-finale-fur-novak\/\">im Cafe vom Theater an der Wien<\/a> traf, ja versprochen, ihn mein zweites Exemplar von der &#8220;Mai ist vorbei&#8221;, wo es um die Wespennestgr\u00fcndung, das er, ein Henisch Fan, noch nicht hatte, zu schicken und habe fast zwei Jahre gebraucht das zu tun, denn das B\u00fccherregal in Harland ist ja gro\u00df und unergr\u00fcndlich und jetzt hat Peter Henisch einen neuen Roman geschrieben.<br \/>\n&#8220;Mortimer und Miss Molly&#8221; und einen Essayband mit Texten zu &#8220;Au\u00dfenseiter aus Pasion&#8221; zu Politik. Literatur und Gesellschaft, den  Wolfgang M\u00fcller-Funk gerade fertig eingeleitet hatte, als ich den Kellersaal erreichte.<br \/>\nPeter Henisch hat dann bald zu lesen begonnen, die  Erkl\u00e4rung der Zusammenstellung hatte ich vers\u00e4umt und konnte daher gleich den Text zum Tode von Marcus Omofuma und Peter Henischs E-Mail an Maria Fektor, der ein Engel erscheinen und sie an ihre christlich soziale Orientierung erinnern soll, h\u00f6ren.<br \/>\nNach der Pause kam  Kristina Pfoser, die ich bisher nur als Radiostimme kannte und leitete zu dem neuen Roman ein, in dem es um den Roman im Roman geht.<br \/>\nJa richtig, einen Text zu den Verwechslungen, die es mit dem Autoren-Ich geben kann, den ich, glaube ich, schon kannte, hat Peter Henisch vorher auch noch gelesen, wo ihn die Kaffeehausbesitzerin bei der er fr\u00fchst\u00fcckte fragte, wie es in seiner Zeit als Professor in den USA war, weil eine &#8220;Sehr kleine Frau&#8221; dort spielt und f\u00fcr den Sohn eines schwarzen Besatzungssoldaten h\u00e4tte man ihn auch schon fast gehalten, beziehungsweise einmal als Peter Handke, um ein Autogramm gebeten.<br \/>\nIch behaupte ja, da\u00df das Roman-Ich viel mehr mit dem Autoren zu tun hat, als die gew\u00f6hnlich zugeben, in &#8220;Mortimer und Miss Molly&#8221; geht es aber um den Roman im Roman.<br \/>\nN\u00e4mlich um zwei junge Leute, die in Italien, in dem fiktiven Ort Urlaub machen, wo Peter Henisch seinen Zweitwohnsitz hat, dort treffen sie in dem kleine Hotel einen alten Mann, Mortimer, der im zweiten Weltkrieg  als Soldat mit dem Fallschirm abgesprungen ist und von Miss Molly, einer Sprachenlehrerin versteckt wurde. Das wurde eine gro\u00dfe Liebe und die beiden jungen Leute wollen einen Film dar\u00fcber drehen und gehen den Spuren nach, beziehungsweise erfinden sie sich die Geschichte neu.<br \/>\nMartina Schmidt, die Deuticke-Verlegerin, wo das Buch erschienen ist, ist gekommen und neben Julya Rabinowich gesessen.  Dieter Bandhauer, der Sonderzahlverleger des Essaybandes war nat\u00fcrlich auch da. Alexandra Millner und und und und am B\u00fcchertisch sind die noch erh\u00e4ltlichen Henisch-B\u00e4nde gelegen und ein paar Altexemplare und ich habe von ihm zwar nicht alles, aber doch sehr viel gelesen.<br \/>\nViele der sch\u00f6nen alten &#8220;Residenz-Ausgaben&#8221; und am Dienstag ist es gleich mit einem Grundsatzreferat des Literaturwissenschaftler und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/25\/martin-kubaczek-und-leopold-federmair\/\">Autors<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/10\/stromung\/\" title=\"Str\u00f6mung\">Martin Kubaczek<\/a> zu den Erz\u00e4hltechniken von Peter Henisch weitergegangen, die er in einigen Punkten und an dem fr\u00fchen Buch &#8220;Steins Paranoia&#8221;, das sonst in dem Symposium glaube ich, nicht vorkommt, ausf\u00fchrte und zu dem ich auch eine Beziehung habe, denn ich habe, als ich es mir 1987 oder 1988 wird das gewesen sein, kaufte, gerade an &#8220;Zwischen H\u00fctteldorf und Heiligenstadt&#8221; oder an &#8220;Marthas Wohnungen&#8221; geschrieben, das an <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/08\/spurensuche\/\" title=\"Spurensuche\">&#8220;Residenz&#8221; nach Salzburg<\/a> geschickt und zur\u00fcckbekommen, dann war ich im NIG im H\u00f6rsaal eins, bei der Henisch Lesung aus dem Buch und habe mir gedacht, &#8220;Wann ist es bei mir soweit, da\u00df der Jung mich nimmt?&#8221; oder &#8220;Jetzt m\u00fc\u00dfte er doch mal endlich&#8230;&#8221;.<br \/>\nWie wir wissen, ist es nicht dazu gekommen und nach einer Pause ging es mit den Schnittstellen zwischen den beiden Henisch-B\u00fcchern &#8220;Die kleine Figur meines Vaters&#8221; und eine &#8220;Sehr kleine Frau&#8221; mit einer besonderes Choreographie weiter. Das hei\u00dft Peter Henisch las zuerst zwei Stellen aus den B\u00fcchern, dann kam Klaus Amann, der Literaturprofessor aus Klagenfurt und erz\u00e4hlte was dazu,  am Schlu\u00df fa\u00dfte Martin Kubazek zusammen und Peter Henisch sa\u00df still l\u00e4chelnd daneben, weil mit den Veranstaltern ausgemacht war, da\u00df er erst am Donnerstag bei der Schlu\u00dfdiskussion, die dann Cornelius Hell leiten wird, was sagen darf und Schnittstellen zu den beiden B\u00fcchern gibts ja viele, ist ja &#8220;Die kleine Figur meines Vaters&#8221;, eines der Grundb\u00fccher, wie Kurt Amann sp\u00e4ter sagte und das wahrscheinlich, womit Peter Henisch bekannt geworden ist, zumindest habe ich ihn damit kennengelernt.<br \/>\n1975 ist es das erste Mal noch unter dem Titel &#8220;Erz\u00e4hlung&#8221; erschienen, dann wurde es zum Roman, Peter Henisch \u00fcberarbeitet und erweitert ja seine B\u00fccher st\u00e4ndig, kam 1988 noch einmal heraus und  2003 beim neuen &#8220;Residenz&#8221; mit einem Bildteil und es ist eine autobiographischer Roman, wo er sich mit seinem Vaters, der, obwohl j\u00fcdischer Abstammung, einer der ber\u00fchmtesten Wehrmachtsfotografen war, auseinandersetzte, nicht richtete, wie Klaus Amann betonte und bei der &#8220;Sehr kleinen Frau&#8221;, geht es um die Gro\u00dfmutter, aber da hei\u00dft, wie schon in dem Essay vorgekommen ist, der Held Paul Spielmann und ist ein Literaturprofessor aus Amerika, der nach Wien zur\u00fcckkommt, es ist aber trotzdem Henischs Gro\u00dfmutter und die Mutter von jenem Walter und die Mischung zwischen Autobiografie und Fiktion scheint sehr interessant und ausgekl\u00fcgelt zu sein, wie Klaus Amann erkl\u00e4rte.<br \/>\nDie &#8220;Sehr kleine Frau&#8221; ist 2007 erschienen, ich habe sie gelesen und Peter Henisch damit, glaube ich, auch bei der letzten Buch-Woche geh\u00f6rt, da bin ich neben ihm im Rathaus gesessen und habe ihn einen Kugelschreiber zum Autogrammschreiben geborgt, um wieder aus meinen Anekdotenschatz zu fl\u00fcstern und interessant, die Vortragenden haben sich noch ausgemacht, ihren pers\u00f6nlichen Henisch-Bezug zu erl\u00e4utern, Klaus Amann hat Peter Henisch 1970 bei einer Lesung im NIG im H\u00f6rsaal ein, als junger Literaturstudent kennengelernt.<br \/>\nDann gabs wieder eine Pause wo ich mich wieder mit Klaus Khittel sein scheint und mit Friedrun Huemer unterhielt, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/18\/longlistenbuch-thomas-stangl\/\" title=\"Longlistennominierter: Thomas\u00a0Stangl\">Thomas Stangl<\/a> war auch im Publikum, sonst waren seltsamerweise gar nicht so  viele Leute da und dann gabs wieder eine B\u00fcchergegen\u00fcberstellung, n\u00e4mlich den &#8220;Schwarzen Peter&#8221; und &#8220;Pepi Prohaska Phrophet&#8221;, das letztere ist 1986 erschienen und eines das ich zwar in meinen Regalen habe, mich an das Lesen aber nicht erinnern kann, beim &#8220;Schwarzen Peter&#8221; 2000 erschienen war idh bei einer Buchpr\u00e4sentation an einem Donnerstag im Februar oder M\u00e4rz in einer Buchhandlung am Graben, auf einmal gabs einen Krach und Schl\u00fc\u00dfelrascheln von der Stra\u00dfe.<br \/>\n&#8220;Aha, die Donnerstagsdemonstration!&#8221; rief Peter Henisch und ich bin aufgestanden, hinaus- und mitgegangen, wie oft damals in dieser Zeit und habe mich gewundert, da\u00df Peter Henisch das nicht ebenso machte.<br \/>\nDie Schnittstellen bei beiden B\u00fcchern sind die Au\u00dfenseiter, der eine, der Peppi besetzt mit seinen J\u00fcngern oder Anh\u00e4ngern eine Fabrik und wird in dem Ausschnitt von einer Zeitung interviewt und der schwarze Peter, ist der Sohn einer Schaffnerin und eines Besatzungssoldaten, in Wien aufgewachsen, war dann zwanzig Jahre in New Orleans, um seinen Vater zu suchen und kommt zur\u00fcck, da wird ihm seine Tasche mit den Dokumenten gestohlen und er wird von der Polizei beim Stra\u00dfenmusizieren als Drogendealer verhaftet, die ihm nicht glaubt, da\u00df er kein Afrikaner ist.<br \/>\nPeter Henisch hat, glaube ich, eine Neigung zu einem skurrilen Humor und Hazel Rosenstrauch, die kommentierte, war mit den Frauenfiguren in dem Buch unzufrieden, nannte sie &#8220;hysterische Weiber&#8221;, was Peter Henisch wieder still bel\u00e4chelte, Martin Kubaczek anders sah und sich am Schlu\u00df das Publikum einmischte, obwohl es das  auch erst am Donnerstag sollte.<br \/>\nAm Mittwoch gehts  weiter mit dem &#8220;Verirrten Messias&#8221;, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/05\/morrisons-versteck\/\" title=\"Morrisons\u00a0Versteck\">&#8220;Morrisons Versteck&#8221;<\/a>, &#8220;Vom <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=May+im+Mai\">&#8220;Wunsch Indiander zu werden&#8221;<\/a> und &#8220;Kommt eh der Komet&#8221;, aber da gibts im &#8220;Musa&#8221; eine neue Reihe, wo die Stadt Wien monatlich ihre Stipendiaten oder Preistr\u00e4ger vorstellt und am Donnerstag bekommt Olga Flor den &#8220;Wildganspreis&#8221;, den Peter Henisch, der nach der Schlu\u00dfdiskussion als Musiker auftreten wird, 1977 bekommen hat, mal sehen, ob es sich ausgeht zum Schlu\u00dfteil zu kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum siebzigsten Geburtstag vier Tage, um und mit Peter Henisch in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; jeweils von achtzehn bis einundzwanzig Uhr und ich werde davon, obwohl ich mich ja als eine Henisch-Fanin bezeichne, den gr\u00f6\u00dften Teil vers\u00e4umen und bin ich auch &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=24326\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-24326","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24326","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24326"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24326\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24326"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}