{"id":24153,"date":"2013-09-22T00:34:56","date_gmt":"2013-09-21T22:34:56","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=24153"},"modified":"2013-09-22T00:34:56","modified_gmt":"2013-09-21T22:34:56","slug":"schon-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=24153","title":{"rendered":"Sch\u00f6n tot"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt bin ich endlich an das ber\u00fchmte Buch, den Margareten-Krimi von Edith Kneifl, die ihn, 2008 oder 2009 wahrscheinlich, im Buch gibt es seltsamerweise kein Impressum mit einer Jahreszahl, nur am Umschlag steht &#8220;Haymon&#8221;, vorne und hinten \u00fcber dieser Einscanmarke, wo man das Verlagsprogramm mit vielen Informationen finden kann, wahrscheinlich f\u00fcr die Margaretner Kaufleute, Stefan Gergely, die SP\u00d6 oder den ganzen Bezirk zusammen geschrieben hat.<br \/>\nAm Umschlag steht &#8220;Ein Wien-Krimi&#8221;, was so gesehen falsch ist, ist der Bezirk Margareten ja ein Teil von Wien, es gibt aber neben einer Hand und einer Gabel auch die wei\u00dfe Margarete, auf dem Cover, das Bezirkssymbol, das offenbar EX-Bezirksvorsteher Wimmer f\u00fcr seinen Bezirk eingef\u00fchrt hat. <a href=\"http:\/\/leselustfrust.wordpress.com\/2009\/11\/22\/edith-kneifl-schon-tot\/\">Leselustfrust<\/a>, die wie ich ja in Margareten lebt, hat das Buch gelesen und war in ihrer Rezension entt\u00e4uscht, weil soviel Werbung f\u00fcr den Bezirk, jedes Beisel, jedes Gesch\u00e4ft, wird beschrieben, w\u00e4hrend die Krimihandlung nur Vorwand und dunnfl\u00fc\u00dfig ist. Ich habe Edith Kneifl, als ich sie bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/19\/mordserien-in-wien\/\">historischen Krimipr\u00e4sentation im Literaturhaus <\/a>getroffen habe, darauf angesprochen. Sie ist der Antwort ein bi\u00dfchen ausgewichen und hat nur gemeint, etwas Werbung ist nicht schlecht und ich habe inzwischen die Nachfolger Kneifl-Krimis, die von der Roma Kellnerin Katharina Kafka und ihrem schwulen Transvestiten Freund Orlando handeln, die beide nach <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/06\/stadt-der-schmerzen\/\">Florenz<\/a>, bzw. in die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/20\/blutiger-sand\/\">USA<\/a> f\u00fchren, gelesen. Das waren ganz &#8220;normale&#8221; Krimis, ohne &#8220;Werbeauftrag&#8221; und das Buch, das bei seiner Erscheinung an mir vorbeigegangen ist, hat mich, als zugezogene Margaretnerin, die  auch ihre Erfahrungen mit den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/01\/zweite-margartner-kunst-und-kulturmesse\/\">Bezirksevents <\/a>und dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/17\/margaretner-literaturgeschichte\/\" title=\"Margaretner\u00a0Literaturgeschichte\">Bezirksvorsteher<\/a> hat, interessiert. Die <a href=\"http:\/\/zwillingsleiden.blogspot.co.at\/2012\/03\/wortschatze-6.html#.Ujthr0ku7JM\">Evi<\/a>, die es als Bloggerin auch nicht mehr gibt, hat einmal, glaube ich, erw\u00e4hnt, da\u00df sie das Buch im &#8220;Wortschatz&#8221;, dem offenen B\u00fccherschrank am Margaretenplatz gefunden hat.<br \/>\n&#8220;Wow!&#8221;, habe ich neidig gedacht und dann ihres oder ein anderes Exemplar selbst gefunden und kann Leselustfrusts Unmut verstehen, auch wenn ich mich naturgem\u00e4\u00df nicht dar\u00fcber \u00e4rgere, weil ich ja die Margaretner Bezirksambitionen ein wenig kenne. Es ist wahrscheinlich eine Auftragsarbeit und ich kann mir vorstellen, da\u00df es einen Rundbrief an die Gesch\u00e4ftsleute gab, da\u00df sie sich melden sollten, wenn sie ihren Laden in dem Buch erw\u00e4hnt haben wollen und einige Sitzungen mit Stefan Gergely, dem King des &#8220;Schlo\u00dfquadrates&#8221;, BV Wimmer und Frau Klaric, die ja, glaube ich, Obfrau der Margaretner Kaufleute ist, hat es wahrscheinlich auch gegeben.<br \/>\nAnsonsten ist es trotz der sehr oberfl\u00e4chigen Krimihandlung eine sehr lehrreiche und sch\u00f6ngef\u00e4rbte Bezirksdarstellung, in dem ich nun schon f\u00fcnfzehn Jahre wohne und noch ein paar Jahre fr\u00fcher meine Praxis in der Reinprechtsdorfer Stra\u00dfe hatte. Interessant ist wieder nur, da\u00df in einem so sch\u00f6nen Bezirk, wo alle alle kennen, soviele grausliche Morde passieren und dazwischen geht man einkaufen, chillen, zum Friseur und zum Psychoanalytiker, etc.<br \/>\nWie das Buch von jemanden empfunden wird, der in Berlin oder Hamburg lebt, also nicht wei\u00df, da\u00df es den Gastronomen, der fr\u00fcher Profil-Redakteur war, Stefan Gergeley, wirklich gibt und, da\u00df der Bezirksvorsteher zu Zeiten der Buchentstehung tas\u00e4chlich Wimmer hie\u00df, wei\u00df ich nicht. F\u00fcr die, die das Buch heute lesen, sei angemerkt, da\u00df es inzwischen eine Bezirksvorsteherin gibt, die hei\u00dft Susanne Schaefer-Wiery und  war zu Zeiten der Buchentstehung, Leiterin der VHS-St\u00f6bergasse und auch des Filmcasinos, das dazu geh\u00f6rt und spielt in dieser Eigenschaft in dem Buch eine nicht unbedeutende Rolle.<br \/>\nKatharina Kafka, die etwas vierzigj\u00e4hrige Kellnerin, das ist jetzt Erfindung, im &#8220;Cuadro&#8221;, einem Lokal im Margaretner &#8220;Schlo\u00dfquadrat&#8221;, die in der Franzensgasse, in der ehemaligen Wohnung, der 2000 verstorbenen Architektin Margarete Sch\u00fctte-Lihotzky wohnt, geht eines Morgens nach einer feuchtfr\u00f6hlichen Nacht und einem one night stand nach Hause, denkt ein bi\u00dfchen \u00fcber das ehemalige Schlo\u00df Margareten und den Brunnen am Margaretenplatz nach, beschreibt das Schlo\u00dfquadrat und die Kirche, wo Franz Schubert aufgebahrt wurde und sieht, wie ein Haus am Margaretenplatz in die Luft fliegt.<br \/>\nEin Auto bleibt auch stehen, darin sitzt eine etwas sechzigj\u00e4hrige Dame und erz\u00e4hlt, da\u00df ihr Mann in diesem Hause seine \u00e4rztliche Praxis hat. Als Katharina am Tag darauf in das &#8220;Cuadro&#8221;, das sie an die New Yorker Lokale erinnert, servieren kommt, sind alle sehr lieb zu ihr. Stefan Gergely, den sie gar nicht pers\u00f6nlich kennt, spendiert ihr ein Bier und als sie am Abend die Toiletten kontrolliert, liegt dort ihr Freund Orlando in seinem Sisi-Kost\u00fcm, niedergeschlagen am Boden, denn er hat ja den Spleen, im Kleid der Kaiserin herumzulaufen.<br \/>\nSo jemanden habe ich im Bezirk noch nie gesehen, aber das Leben unterscheidet sich ja von der Literatur und im Wien-Krimi sind Klischees wahrscheinlich sehr erw\u00fcnscht. Er erz\u00e4hlt ihr von einer Leiche, die er mal im Bacherpark gefunden hat. Eine Ungarin namens Ilona wurde dort mit einer Flasche in der M\u00f6se hinterlassen. Er rief die Polizei und wurde verd\u00e4chtigt und nun passieren in weiterer Folge, w\u00e4hrend Katharina von Gesch\u00e4ft zu Gesch\u00e4ft oder auch ins Kino geht, am laufenden Band Morde, wo junge ausl\u00e4ndische Frauen in brutalen Posen tot aufgefunden werden und als Katharina, weil sich Orlando bei ihr einquartierte, bei ihrem Schulfreund, dem M\u00f6belh\u00e4ndler Gr\u00fcnbeck in der Margaretnerstra\u00dfe ein Sofa kaufen will, erz\u00e4hlt ihr der, da\u00df eine seiner Verk\u00e4uferinnen bei einem Faschingsfest ebenfalls fast vergewaltigt wurde.<br \/>\nIn dem Raschgesch\u00e4ft &#8220;Midinette&#8221; am Margaretenplatz, der Frau Klaric, wo Kathrarina f\u00fcr Orlando falsche Br\u00fcste kaufen will, lernt sie einen Immobilienmakler namens Tony Meyers kennen, in den sie sich verliebt, obwohl der sehr verd\u00e4chtig ist. Frau Bischof, die Frau des Arztes, dessen Praxis in die Luft flog, wobei dessen serbische Putzfrau ums Leben kam, taucht \u00f6fter im &#8220;Cuadro&#8221; auf, erz\u00e4hlt von der Scheidung und wie sie von ihrem Ex \u00fcbers Ohr gehauen wurde, der inzwischen eine neue Freundin hat.<br \/>\nKatharina Kafka geht auch, um \u00fcber Serienm\u00f6rder mehr zu erfahren in die Praxis eines Psychoanalytikers, erz\u00e4hlt dem etwas \u00fcber den Unfalltod ihrer Eltern, der im dritten Teil aufgekl\u00e4rt werden wird und deklariert das als Psychotherapie, was Edith Kneifl eigentlich besser wissen m\u00fc\u00dfte.<br \/>\nSie besucht auch ihren Opa im Pensionistenheim, einem ehemaligen Polizisten, der wichtige Hinweise gibt und am Schlu\u00df haben wir drei bzw. vier tote Frauen, die serbische Putzfrau scheint nicht ganz dazuzupassen, aber Dr. Bischofs, Scheidungsanw\u00e4ltin und zwei andere Ausl\u00e4nderinnen, eine wird im Filmcasino brutal ermordet, die Anw\u00e4ltin wird in einem Auto des Autosalons Strohmeiers in der Embelgasse, der auch ausgiebig vorgestellt wird, gefunden und einige Verd\u00e4chtige.<br \/>\nAngela Bischof ist das, denn sie ist sauer auf den Ex, aber auch Tony Meyer, der mit allen ein Gspusi hatte und ein Babyface mit roten Schuhen aus dem &#8220;Vega Nova&#8221;, dem alternativen M\u00f6bel und Schuhgesch\u00e4ft auf der Margaretenstra\u00dfe, in das auch Frau Bischof einlaufen geht, gibt es auch.<br \/>\nOrlando wird zwischendurch verhaftet und lernt dabei einen feschen Polizisten kennen, der ihm wertvolle Hinweise gibt und wenn Not am Mann ist, wird der Bezirksvorsteher angerufen und der hilft allen, verschafft Pl\u00e4tze in Pensionistenheimen und schaut darauf, da\u00df Orlando wieder aus der U-Haft kommt.<br \/>\nIch dachte, da\u00df sowas eigentlich nicht passieren sollte und habe das bei Herrn Wimmer auch nicht so erlebt, aber im Krimi ist alles anders und wenn die Geschichte aus ist, Tamara, Dr. Bischofs neue Freundin gerade noch mit dem Schrecken davon gekommen ist und Angela Bischofs Auto im Wienflu\u00df treibt, haben wir einige Margaretner Gesch\u00e4fte, den Kommerzialrat Schramm, der sein Modehaus auf der Reinprechtsstra\u00dfe hat, das &#8220;Haas-Beisl&#8221;,  einen Computer Service Dienst, den Coiffeur Pranz, etc, kennengelernt, k\u00f6nnen auch ein paar Kochrezepte, die es im Anhang gibt, nachkochen und ich denke auch, da\u00df ich daf\u00fcr keine achzehn Euro zahlen m\u00f6chte und, da\u00df es wahrscheinlich fairer gewesen w\u00e4re, das Buch nicht den unbedarften Lesern in Hamburg und Berlin, die einen Krimi lesen wollen und wahrscheinlich nie nach Margareten kommen, zu verkaufen, sondern es f\u00fcr die Interessierten in den Margaretner Gesch\u00e4ften aufzulegen.<br \/>\nIch habe es aber ohnehin nicht gekauft und die beiden Nachfolgeb\u00fccher, kann ich verraten oder kann man bei mir nachlesen, haben nicht mehr soviel Werbeinhalt.<br \/>\nEs gibt \u00fcbrigens noch ein anderes <a href=\"http:\/\/www.life-style.at\/Lifestyle\/index.php?option=com_ls_buecher&amp;Itemid=38&amp;task=0&amp;id=5129\">Margareten-Buch<\/a>, das mir Stefan Gergely  schenkte, als wir uns zu Besprechung der<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/20\/professiones\/\"> Margaretner Lesung mit der 5 er Edition<\/a>, die auch in Gergelys &#8220;Schlo\u00dfquadrat&#8221; stattfand, in dem ber\u00fchmten &#8220;Hofst\u00f6ckl&#8221;, das auch in dem Buch vorkommt, trafen, da hat Edith Kneifl ebenfalls einen Kurzkrimi drinnen und die Gesch\u00e4fte, die es in Margareten gibt und auch seine K\u00fcnstler, werden in dem Buch vorgestellt.<br \/>\nDie  <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/20\/5er-edition\/\">&#8220;5 er Edition&#8221;<\/a> in der, glaube ich, kein Kneifl-Text enthalten ist, gibt es auch und ich habe mich nat\u00fcrlich gefreut, da\u00df ich das Buch im &#8220;Wortschatz&#8221;, dem offenen B\u00fccherschrank Margareten, den auch die Margaretner Kaufmannschaft gesponsert hat, gefunden habe und am Abend geht es dann zum traditionellen Sturmfest ins &#8220;Schlo\u00dfquadrat&#8221;, wo man gratis Sturm trinken, sowie Stefan Gergely, die Bezirksvorstehung und auch einige SP-Politiker treffen kann. Und da werde ich wahrscheinlich nicht \u00fcber eine Leiche stolpern. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt bin ich endlich an das ber\u00fchmte Buch, den Margareten-Krimi von Edith Kneifl, die ihn, 2008 oder 2009 wahrscheinlich, im Buch gibt es seltsamerweise kein Impressum mit einer Jahreszahl, nur am Umschlag steht &#8220;Haymon&#8221;, vorne und hinten \u00fcber dieser Einscanmarke, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=24153\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-24153","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24153","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24153"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24153\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24153"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}