{"id":24044,"date":"2013-09-16T00:32:27","date_gmt":"2013-09-15T22:32:27","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=24044"},"modified":"2013-09-16T00:32:27","modified_gmt":"2013-09-15T22:32:27","slug":"f-wie-verfremdet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=24044","title":{"rendered":"F wie Verfremdung"},"content":{"rendered":"<p>Am Donnerstag gab es in der Sendereihe &#8220;Im Gespr\u00e4ch&#8221;, eines mit Daniel Kehlmann, dessen neuer Roman &#8220;F&#8221; es nicht auf <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/12\/kurze-liste-und-leo-perutz-preisverleihung\/\">Shortliste<\/a> geschafft hat.<br \/>\nJetzt r\u00e4tseln alle herum, wieso nicht, ist das jetzt ein guter oder ein schlechter Roman? Und stellen ihre h\u00f6chsteigenen Theorien dar\u00fcber auf.<br \/>\nEs geht jedenfalls um drei Br\u00fcder, einem Priester, einen Kunstf\u00e4lscher und einen Finanzmakler, sowie \u00fcber &#8220;Die F\u00e4lschung&#8221; der Welt, deshalb das &#8220;F&#8221; im Titel. Sie tragen aber auch den Namen Friedland und Michael Kerbler hat den ber\u00fchmten Autor in der Stunde auch h\u00f6chst abgehoben einiges gefragt, beziehungsweise verschiedene Deutungen aufgestellt.<br \/>\nAm Beginn der Sendung hat mich schon einmal die Feststellung Kehlmanns verbl\u00fcfft, da\u00df Literatur schlicht und einfach L\u00fcge sei und man m\u00fc\u00dfe sich damit abfinden, sobald man ein Buch aufschl\u00e4gt, in dem das Wort &#8220;Roman&#8221; steht.<br \/>\nSo w\u00fcrde ich das nicht formulieren und auch nicht glauben, da\u00df es stimmt. Aber nat\u00fcrlich ist ein Roman eine Erfindung des Autors, die durch seine Fantasie geschaffen wurde. Gelogen hat er, denke ich, glaube ich, nicht, wenn er uns einen spannenden Plot erz\u00e4hlt und oft genug gibt es in den B\u00fcchern ja auch Autobiografie bzw. von anderen Erlebtes und Recherchiertes zu finden.<br \/>\nIch habe bei dem Interview aber auch gestaunt, wie Kehlmann seinen Roman aufgebaut hat und wie lange er daran gearbeitet hat, f\u00fcnf Jahre und an die viermal umgearbeitet, bis eben ein sehr phantastisches und genau konstruiertes Konstrukt daraus geworden ist, in dem alles stimmt und zusammenpasst.<br \/>\nWow, das w\u00fcrde ich, die ich ja schon meist in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Achtzig+Rohseiten\">einigen Wochen mit meiner Rohfassung<\/a> fertig bin, auch mal k\u00f6nnen.<br \/>\nVielleicht aber auch nicht so genau, denn sechs Jahre einen Stoff so zu <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/09\/wirklich-oder-abgehoben\/\">verfremden<\/a>, da\u00df ein theoretisches Konstrukt daraus geworden ist, in dem zwar alles zusammenpasst, die Kritiker aber &#8220;schlecht konstruiert&#8221; und &#8220;zu offensichtlich&#8221; schreien, will ich eigentlich nicht.<br \/>\nWarum ich das schreibe? Weil ich mich mit meinen neuen Werk ja auch mit der Geschichte von drei Br\u00fcdern besch\u00e4ftigen will. Kein Plagiat, denn diese Idee trage ich schon seit Jahren in mir herum, weil es ja in Wien eine Familie gibt, wo ein Bruder Psychiater war, bei dem habe ich die Verhaltenspsychologie studiert und er hat mir das Vorwort f\u00fcr mein zweites Stotterer-Buch geschrieben, einer Professor f\u00fcr Soziologie, da war ich einmal in seiner Sprechstunde, der dritte praktischer Arzt.<br \/>\nIn der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_begrenzte_frau.html\">&#8220;Begrenzten Frau&#8221;<\/a> gibt es auch schon eine Andeutung davon und \u00fcber drei Br\u00fcder kann man nat\u00fcrlich schreiben und es wird mehr Romane geben, die von drei Br\u00fcder handeln. Ich mu\u00df aber nat\u00fcrlich aufpassen, da\u00df sich sowohl die bewu\u00dfte Familie nicht erkennt, die ich eigentlich gar nicht kenne und bei der ich auch nicht recherchieren werde und es auch kein Abklatsch des neuen Bestsellers wird, aber \u00fcber Magie, Fake und Schicksal wird es bei mir ohnehin nicht gehen.<br \/>\nAber ich habe vor mir insoweit was von dem soviel J\u00fcngeren abzuschauen, da\u00df es mir endlich einmal gelingen soll, an einem Romanplot l\u00e4nger als ein paar Wochen zu arbeiten und nicht, wenn ich an meine Grenzen sto\u00dfe, gleich fertig zu werden.<br \/>\nDa\u00df man dazu wohl Feedback braucht ist schon klar, die neoliberale Art, mir das bei einem freiberuflichen Literaturcoach zu erkaufen, werde ich nicht w\u00e4hlen, habe aber gedacht, ich k\u00f6nnte, die n\u00e4chste Woche stattfindenen Probetage des Writersseminar dazu ben\u00fctzen, mich bei den Schreib\u00fcbungen mit Skizzen f\u00fcr den Roman zu besch\u00e4ftigen. Wird bei einem Workshop \u00fcber Memoir und Travelwriting ganz spannend sein, wohin ich meine Helden schicken werden und was ich aus meinem Inneren daraus hervorhole, ich habe aber schon bei der letzten Schreibgruppe mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/14\/wieder-einmal-schreibetreffen\/\">Ruth, Robert, Fritz und Heinz<\/a> damit begonnen, vielleicht einen m\u00f6glichen Anfang geschrieben und aus meinem Inneren das herausgeholt, was mir einmal ein Oberarzt im Wilhelminenspital sagte, als er mir mitteilen wollte, da\u00df mein Vater gestorben ist.<br \/>\nIch glaube ja, da\u00df ich in den letzten halben Jahr, in dem ich &#8220;nur&#8221; an dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/09\/literaturgefluster-texte-buch\/\" title=\"Literaturgefl\u00fcster-Texte-Buch\">&#8220;Literaturgefl\u00fcster-Texte-Buch&#8221;<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_kerstinsachterl.html\">&#8220;Kersins Achterln&#8221;<\/a> und dem <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_sterben.html\">&#8220;Nanowrimo-Novel&#8221;<\/a> korrigierte, viel meiner Hemmungen verloren habe, denn es l\u00e4\u00dft sich ja nicht verleugnen, da\u00df ich wahrscheinlich an der Spitze der Schreibmenge stehe und schon soviel geschrieben habe, wie wahrscheinlich nicht sehr viele andere.<br \/>\nDaf\u00fcr korrigiere ich und verfremde ich zu wenig, setze zu schnell etwas eins zu eins um, was mir zwar taugt, aber offenbar nicht als Literarisch gilt, schon klar und jetzt versuche ich herausszufinden, wie ich das auf die f\u00fcr mich richtige Art und Weise machen kann, da\u00df &#8220;Die drei Br\u00fcder&#8221;, die &#8220;Verbr\u00fcderung&#8221; oder &#8220;Die Bruderschaft&#8221;, wie das Buch hei\u00dfen k\u00f6nnte, ein &#8220;gro\u00dfer Roman werden kann.<br \/>\nDenn ich denke eigentlich kann ich das ja und schade, da\u00df ich mich in den letzten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/24\/vierzig-jahre-matura-vierzig-jahre-schreiben\/\" title=\"Vierzig Jahre Matura, vierzig Jahre\u00a0Schreiben\">vierzig Jahren<\/a> so sehr ins Abseits katapuliert habe, da\u00df das keiner merkt.<br \/>\nWarum das so ist, wei\u00df ich selbst gar nicht so genau. Ich denke aber, da\u00df ich sehr gehemmt war, und niemanden hatte, der mir weiterhalf, wenn ich an meine Grenzen kam, obwohl ich ja schon in den Siebzigerjahren in den &#8220;Arbeitskreis schreibender Frauen&#8221; gekommen bin. Aber trotzdem hat sich wahrscheinlich niemand so richtig f\u00fcr meine realistischen Geschichten und damals hat man ja nicht so geschrieben, interessiert und gesagt, &#8220;Da mu\u00dft du dranbleiben!, So mu\u00dft du weitermachen!&#8221;<br \/>\nSo habe ich sicher zu fr\u00fch, zu Unfertiges verschickt, von den Verlagen ein &#8220;Leider nicht&#8221; geh\u00f6rt , dann <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/20\/indie-bucher\/\">selber zu machen<\/a> angefangen, als man das noch nicht durfte und mich dadurch wieder in die Fettn\u00e4pfchen gesetzt und auch mein Blog erreicht offenbar nicht die Leute, die sich f\u00fcr mein Schreiben interessieren.<br \/>\nEin schwieriges Dilemma, trotzdem werde ich weitermachen und denke, da\u00df ich mich diesmal wirklich an der Nase nehmen und dranbleiben sollte.<br \/>\nIch wei\u00df, das habe ich \u00f6fter geschrieben und bin in Wahrheit immer schneller geworden, fl\u00fcchtiger glaube ich eigentlich nicht, obwohl ich eigentlich nicht soviel verfremden, wie vielleicht Daniel Kehlmann, sondern eine realistische Schreiberin bleiben will. Da hat mir ja einmal einer in der &#8220;<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/07\/augustin-schreibwerkstatt\/\" title=\"Augustin\u00a0Schreibwerkstatt\">Augustin Schreibwerkstatt&#8221;<\/a> gesagt, da\u00df er nicht von Gro\u00dfm\u00fcttern und sandspielenden Kindern h\u00f6ren will. aber wenn man, wie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/25\/die-longlist-leseproben\/\" title=\"Die\u00a0Longlist-Leseproben\">Reinhard Jirgl<\/a> schreibt, wollen es die Leser vielleicht auch nicht wirklich lesen und ich will eigentlich realistisch schreiben, aber trotzdem spannend, l\u00e4nger und \u00fcber meine Schw\u00e4chen hinauskommen und mich auch nicht st\u00e4ndig mit meinen Themen wiederholen. Mal sehen, ob es diesmal gelingt. Ich habe jedenfallls vor mich zu bem\u00fchen und wenn ich mit den Korrigieren der &#8220;Dreizehn Kapiteln&#8221; fertig bin, wo ich ja immer noch besch\u00e4ftigt bin und vom Writersstudio vielleicht ein paar weitere Skizzen und Romanfragmente mitbringe, wirklich ein paar Recherchetage zu machen.<br \/>\nDa hat mich ja Anni B\u00fcrkls Ank\u00fcndigung Ende Dezember einen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/12\/30\/funf-stunden-schreiben\/\">&#8220;Schreiburlaub mit f\u00fcnf Tage je f\u00fcnf Stunden an den sch\u00f6nsten Orten Wiens&#8221;<\/a>, zu machen, sehr beeindruckt und mir gedacht, das mache ich bei meinem n\u00e4chsten Projekt.<br \/>\nBei den &#8220;Dreizehn Kapiteln&#8221; bin ich nicht dazu gekommen, weil ich in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/29\/putztag-und-abschiednehmen\/\" title=\"Putztag und\u00a0Abschiednehmen\">Sommerfrische<\/a> war und nach zwei Wochen schon mit dem Rohkonzept fertig. Jetzt k\u00f6nnte ich mich aber einen Tag ins AKH setzen aufschreiben, was sich dort beobachten l\u00e4\u00dft. Vielleicht bringt mich das auf neue Impulse f\u00fcr meinen Plot, bei dem ich jetzt habe, da\u00df eine Mutter stirbt und eine junge Frau in ihrem Nachla\u00df bei ihren Dokumenten ein Kuvert mit einem Foto von drei jungen M\u00e4nnern und eine Adresse findet.Sie geht dorthin, trifft Tante Lilly, das ist eine f\u00fcnfundsiebzigj\u00e4hrige alte Dame, gehbehindert, die von einer Heimholfe betreut, ihre B\u00fccher liest, man sieht, das l\u00e4\u00dft mich nicht los, erz\u00e4hlt, die Br\u00fcder sind nach dem Unfall ihrer Eltern, bei ihren Eltern, in dieser Wohnung aufgewachsen. Die sind zwischen f\u00fcnfzig und sechzig, ein Zahnarzt, ein Geschichtsprofessor, ein Psychiater und treffen sich bald bei einem Familienfest.<br \/>\nSo weit so what, die Ideen, vielleicht schaffe ich es daran ein halbes Jahr lang zu arbeiten und dreihundert Seiten entstehen zu lassen. Wenn ich schneller fertig bin, macht es auch nichts. Die Schw\u00e4chen sollten aber soweit beseitigt sein, da\u00df man im &#8220;Literaturgefl\u00fcster&#8221; oder bei einer Lesung darauf aufmerksam wird.<br \/>\nEinen Buchhandlungstag in dem ich den Kehlmann-Roman hineinschaue, k\u00f6nnte ich mir auch geben und und und&#8230;<br \/>\nDie Psychologin wei\u00df nat\u00fcrlich, da\u00df man aus sich nicht hinauskann und auch nicht soll. Besser werden und sich weiterentwickeln kann man aber immer und Spa\u00df machen sollte es nat\u00fcrlich und keine Wiederholung, der schon verangegangenen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/13\/dreisig-fragen-zu-dreisig-buchern\/\" title=\"Drei\u00dfig Fragen zu drei\u00dfig\u00a0B\u00fcchern\">drei\u00dfig B\u00fccher<\/a> sein, obwohl man nat\u00fcrlich immer und das wei\u00df ich auch, denselben Roman schreibt.<br \/>\nMal sehen wie es mir gelingt, ich werde dar\u00fcber berichten und wenn meine Leser Tips haben, wie das Zeitlassen gelingt, w\u00e4r ich dankbar, obwohl andere auch sehr schnell schreiben und das ist ja kein Qualit\u00e4tskriterien.<br \/>\nIch br\u00e4uchte wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit, die ich aber auch nicht durch mein Bloggen zu bekommen scheine, obwohl, alles was ich schreibe authentisch und ehrlich ist und ich mir genauso ehrlich denke, da\u00df ich eigentlich schreiben kann und es schade und bl\u00f6d ist, da\u00df es niemand merkt, aber gut, da\u00df ich trotzdem die Ressourcen habe, weiterzuschreiben und das werde ich auch tun, weil die Hemmung inzwischen  ein St\u00fcck verschwunden ist und das Selbstbewu\u00dftsein, wahrscheinlich auch durch das Bloggen, da.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag gab es in der Sendereihe &#8220;Im Gespr\u00e4ch&#8221;, eines mit Daniel Kehlmann, dessen neuer Roman &#8220;F&#8221; es nicht auf Shortliste geschafft hat. 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