{"id":23489,"date":"2013-08-19T03:56:01","date_gmt":"2013-08-19T01:56:01","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=23489"},"modified":"2013-08-19T03:56:01","modified_gmt":"2013-08-19T01:56:01","slug":"noch-ein-stadtschreibertext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=23489","title":{"rendered":"Stadtschreibertext: Frequency"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2013\/08\/20130818-182849.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2013\/08\/20130818-182849.jpg?w=300\" alt=\"20130818-182849\" width=\"300\" height=\"198\" class=\"alignright size-medium wp-image-23517\" \/><\/a><\/p>\n<p>In die Stadt fahren. Von Harland nach St. P\u00f6lten am Samstag auf den Domplatz, um dort um zw\u00f6lf den Alfred treffen und mit ihm ein W\u00fcrstel essen. Eine K\u00e4sekrainer mit einem Achterl Wein und dann noch in der Tschibo-Kaffeebar eine Caffe Latte.<br \/>\nBeinahe jeden Samstag machten wir das diesen Sommer. Ich mit dem Rad in die Stadt hinein, der Alfred mit dem Auto, dem Korb und der K\u00fchltasche, um Milch, Joghurt, Marillen, Fleisch, Fisch und vieles mehr zu besorgen.<br \/>\n&#8220;Nur einmal im Jahr ist alles anders!&#8221;, schrieb mir vorhin Robert Englhofer in seinen &#8220;Frequenzy-Bericht&#8221;.<br \/>\n&#8220;Da r\u00fcckt meine Wohnung im wahrsten Sinne des Wortes ins Zentrum des St. P\u00f6ltner Kulturgeschehens!&#8221; oder, wie ich vor einigen Jahren schrieb, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/08\/19\/doris-kloimstein-und-hochsicherheitszone\/\">&#8220;In die Hochsicherheitszone&#8221;<\/a>, als ich Doris Klomstein im Cafe Schubert treffen und dann noch beim &#8220;Lidl&#8221; einkaufen wollte.<br \/>\nAlle Jahre wieder vier Tage L\u00e4rm und Absperrgitter, die schon Wochen vorher an der Traisen aufgestellt werden, um die Bev\u00f6lkerung vom Geschehen auszusperren und die Jugendlichen, die da in Scharen in das impromiviserte Zeltlager an der Traisen zu kommen, dort mit ihren Bierdosen, Badeschlapfen und nat\u00fcrlich den Musikgenu\u00df abzuschirmen?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2013\/08\/20130818-183008.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2013\/08\/20130818-183008.jpg?w=300\" alt=\"20130818-183008\" width=\"300\" height=\"198\" class=\"alignright size-medium wp-image-23518\" \/><\/a><\/p>\n<p>So genau, wei\u00df ich noch immer nicht, welche Bezeichnung die richtigere ist, der B\u00fcrgermeister, bei dem ich mich 2010 beschwerte, da\u00df sich ein junger Mann mit einer Taucherbrille \u00fcber meine Corn-Flakes mit den Wortens &#8220;Das ist nicht eine von uns, da wollen wir untersuchen, was Sie da im K\u00f6rbchen haben, junge Dame!&#8221;, beugte, hat mir mit der Erkl\u00e4rung was f\u00fcr ein heraussragender wirtschaftlicher Erfolg die Frequency, dieses j\u00e4hrlich stattfindende viert\u00e4gige Musikfestival in St. P\u00f6lten an der Traisen und im diesbez\u00fcglichen Veranstaltungszentrum, ist, geantwortet.<br \/>\nAls ich meinen &#8220;Hochsicherungstext&#8221;, beziehungsweise die Antwort des B\u00fcrgermeisters vor einigen Jahren beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/16\/osterspaziergang\/http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/16\/osterspaziergang\/\">Osterspaziergang der Lit Ges<\/a> vorgelesen habe, habe ich den Rat bekommen, da\u00df ich an diesen vier Tagen ja nicht an der Traisen Radfahren mu\u00df.<br \/>\nNat\u00fcrlich nicht, ich kann die Bundesstra\u00dfe w\u00e4hlen, wenn ich nach St. P\u00f6lten will oder an der Traisen in Richtung Ochsenburg und Wilhelmsburg fahren, was ich auch Donnerstag und Freitag brav machte, wird  inzwischen auch alles umgeleitet und auf Zetteln angeschrieben, da\u00df der Radweg zwischen 15. und 18. August wegen einer Veranstaltung gesperrt sein wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2013\/08\/20130818-183059.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2013\/08\/20130818-183059.jpg?w=300\" alt=\"20130818-183059\" width=\"300\" height=\"198\" class=\"alignright size-medium wp-image-23519\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Samstag war aber alles anders, denn da wollte ich ja, wie beschrieben auf den Domplatz und am Markt, ein W\u00fcrstl essen, ein Glas Wein trinken und dann noch einen Kaffee und ein St\u00fcck Kuchen in der Tschibo-Bar.<br \/>\nUnd weil man aus der Erfahrung lernt und seit 2010 auch ein paar Jahre verstrichen sind, habe ich schon Schleichwege herausgefunden, wie man hinten herum in die Stadt und auf den Marktplatz kommen kann.<br \/>\nEs ist eigentlich ganz einfach. Ich fahre zuerst ein St\u00fcckchen in Richtung Ochsenburg bis zur Br\u00fccke und dann durch die Felder zum Spratzener Sportplatz und weiter durch die Felder, wo die Maiskolben wachsen bis zum Veranstaltungszentrum.<br \/>\nDa begegneten mir dann schon die gr\u00fcnbewesteten Sicherheitsguards und die Jugendlichen, die Burschen meist, wie Robert Eglhofer schrieb im &#8220;Oberstufenalter&#8221;, die M\u00e4dchen mit kurzen Hosen und Spaghettitops. Sie rennen in Scharen in Richtung Veranstaltungszentrum oder Traisen, sitzen bei der Busstation und ich konnte ungehindert aber etwas langsamer an ihnen vorbei in Richtung &#8220;Kika&#8221; fahren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2013\/08\/20130818-183147.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2013\/08\/20130818-183147.jpg?w=300\" alt=\"20130818-183147\" width=\"300\" height=\"198\" class=\"alignright size-medium wp-image-23521\" \/><\/a><\/p>\n<p>Beobachte dabei, da\u00df sich sogar die Polizei vor dieser Veranstaltungsinvasion verbarrikierte und erst die Gitter wegschob, um aus ihrer Station herauszufahren.<br \/>\nIn der Traisen sitzen dann die Jugendlichen in Massen im Wasser oder vor ihren Zelten. Aber beim Steg, wo ich am Weg in die Stadt, die Traisen erreiche,lie\u00df das fr\u00f6hliche Treiben ohnehin bald nach.<br \/>\nAlso bin ich fast p\u00fcnktlich in die Stadt gekommen und zur\u00fcck, weil ich ja alles sehen will, an der Traisen weitergefahren, wo ich nur von einem der Sicherheitsm\u00e4nner aufgefordert wurde, abzusteigen und das Rad zu schieben.<br \/>\n&#8220;WEr sein Rad liebt, der schiebt!&#8221;, dichtete die Gr\u00fcnweste suiffisant.<br \/>\nAlso schon ein Fortschritt und das Angep\u00f6beltwerden von Seiten der Jugendlichen war diesmal auch nicht ganz so stark. Nur einer schrie &#8220;Hopp, hopp!&#8221;, als ich schon wieder aufgestiegen war.<br \/>\nDas war aber erst bei der Spratzener-Br\u00fccke m\u00f6glich, denn vorher sa\u00dfen die jungen Frauen und M\u00e4nner mitten am Weg, so da\u00df es schwierig war, das Rad vorbeizubalancieren und nicht ins Wasser oder in die Wiese abzust\u00fcrzen, beziehungsweise schleppten sie Bierpaletten an mir vorbei.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2013\/08\/20130818-183355.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2013\/08\/20130818-183355.jpg?w=198\" alt=\"20130818-183355\" width=\"198\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-23525\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei der Traisenbr\u00fccke war sogar eine richtige Fresszeltstadt mit nonstop ge\u00f6ffneten Wurstsemmelzelt errichtet und in den N\u00e4chten war es sogar in Harland, sieben Kilometer vom Geschehen entfernt sehr laut. Bis weit nach Mitternacht wummerten die psychodelischen Kl\u00e4nge in der Luft, so da\u00df mir die Ruth schon den vorsorglichen Rat gegeben hat, da\u00df ich ja in Frequency-Zeiten meine Sommerfrische unterbrechen und mich nach Wien begeben k\u00f6nnte.<br \/>\nAber warum sollte ich? Will ich mich ja nicht auf die Flucht begeben und eigentlich st\u00f6ren mich die Musikfetzen, die da ins Schlafzimmer dringen, auch viel weniger, als die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/26\/dreck-an-der-traisen\/\">verdreckte Traisen<\/a>, die Jugendlichen lassen ja nachher alles liegen, so da\u00df die Putztrupps einige Tage lang Zelte, Schlapfen, Essenreste, Bierdosen, Sonnenschirme, etc zu entfernen haben und die Absperrgitter.<br \/>\nDie Absperrung der Bev\u00f6lkerung vom Geschehen oder die der Jugendlichen vom Rest der Welt? Da wei\u00df ich immer noch nicht so genau, wie ich mir die Antwort deuten soll. Der Alfred hat sich jedenfalls gewundert, da\u00df sich da von den Zehntausenden, die da vier Tage lang in St. P\u00f6lten an der Traisen campten, um sich das Musikgeschehen zu geben, niemand am Domplatz zu sehen war.<br \/>\nDie hat er dann erst am Sonntag zu Gesicht bekommen, als er mit dem Fotapparat auf die Traisenbr\u00fccke kam, um die Abr\u00e4umarbeiten und den Dreck, der \u00fcberblieb zu fotografieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In die Stadt fahren. Von Harland nach St. P\u00f6lten am Samstag auf den Domplatz, um dort um zw\u00f6lf den Alfred treffen und mit ihm ein W\u00fcrstel essen. 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