{"id":22632,"date":"2013-07-16T00:52:20","date_gmt":"2013-07-15T22:52:20","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=22632"},"modified":"2013-07-16T00:52:20","modified_gmt":"2013-07-15T22:52:20","slug":"meine-erste-reise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=22632","title":{"rendered":"Meine erste Reise"},"content":{"rendered":"<p>Sechzehn wahre Geschichten, herausgegeben vom FAZ Redakteur Hans Scherer, geschrieben von Autoren und von Redakteuren, die zum gr\u00f6\u00dften Teil in einer Sommerserie des &#8220;Reiseblattes&#8221; der FAZ erschienen sind.<br \/>\nAm Titelbild des Diogenes Taschenbuch, aus dem Jahr 1998, das ich vor einiger Zeit im &#8220;Wortschatz&#8221; fand, sitzt ein sch\u00f6nes M\u00e4dchen im F\u00fcnfzigerjahrelook mit einem blau-wei\u00df gestreiften Bikini, einem Pferdeschwanz, neben einem Mofa und l\u00e4chelt freundlich und ich habe mir das Buch f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/30\/sommerfrischen-stadtschreibwerkstadt\/\">Sommerfrische<\/a>, bzw. die Montage und Dienstage in Wien aufgehoben.<br \/>\nDenn die Geschichten kann ich ja einzeln lesen und man kann sich das Buch auch f\u00fcr das Platzbesetzen bei den Filmfestivals am Karls- oder Rathausplatz mitnehmen.<br \/>\nNun bin ich ja eine, die Kurzgeschichten gar nicht so gern mag, da ich sie aber immer wieder finde, habe ich mich an das Lesen schon gew\u00f6hnt und die ersten Reisen von Schriftstellern wie Walter Klier, Jens Sparschuh,  Martin Mosebach oder FAZ-Redakteueren, sind ja f\u00fcr eine, die gar nicht so besonders reiselustig ist, ihre ersten Reisen aber wahrscheinlich in den F\u00fcnzigerjahren in der Beiwagenmaschine des Vaters, mit den Eltern und der Schwester Uschy durch \u00d6sterreich machte, um einmal den Gro\u00dfglocker zu sehen, sicher interessant. Heuer haben wir auch keine Reise geplant, also ist es interessant, ein bisschen hineinzuschnuppern, wo die Redaktuere und die Schriftsteller, wie Hans Scherer in seinem Vorwort schreibt, &#8220;das  erste Mal ohne Eltern, hilfreiche Onkel, Tanten, Gro\u00dfeltern und ohne Schutz einer Schule oder Jugendorganisation hingekommen sind.&#8221;<br \/>\nF\u00fcr die 1946 in Nantes geborene Gabrielle Wittkopp-Meinardeau war das Nizza und sie schildert diese Stadt an der Cote d` Azur, die in den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts das Refugium der Reichen und der Sch\u00f6nen war, ehe sie zum Massentourismus verkommen ist, auch sehr genau.<br \/>\nHans Scherer erz\u00e4hlt dann von seiner ersten Reise nach Norderley, das ist in Friesland, er ist sechzehn und es geht ihm nicht gut, die Mutter schickt ihm eine Woche hin, er wohnt im Kurhotel, da\u00df es sp\u00e4ter, als er die Reise zu Recherchezwecken nicht mehr gibt, wurde es doch um ein schickes Nordeseebad zu machen im Zeiten des Wirtschaftswunders abgerissen. Ein Heine-Denkmal gibt es auch.<br \/>\nGustav Seibt erz\u00e4hlt von seiner Reise nach Rom, das war schon seine zweite, das erste Mal war er nach der Matura oder dem Abitur, wie das in Deutschland hei\u00dft, mit der Klasse da, da zweite Mal ist er mit einem Freund von Siena aus zu Fu\u00df hinmarschiert und hat nat\u00fcrlich viel mehr gesehen.<br \/>\nHans H. Kr\u00fcger war als junger Mann in S\u00fcdostasien, da hat ihm die FAZ wahrscheinlich die zweite Reise nicht mehr hinspendiert und der 1927 geborene Ludwig Harig erz\u00e4hlt in einem Romanausschnitt wieder von einer Nizza-Reise, da ist einer mit einer Frau und seinem Bruder in einem gr\u00fcnen Auto im Sommer 1953 hingefahren. W\u00e4hrend Dirk Sch\u00fcmer eine Bildungsreise nach Florenz schildert, die noch dazu in einem Zelt auf einem Campingplatz verbracht wird.<br \/>\nMartin Mosebach, von dem ich ein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/10\/08\/mein-frankfurt\/\">Frankfurt-Buch<\/a> gelesen habe, geht auf gro\u00dfe Wallfahrt nach Vierzehnheiligen und schafft die gro\u00dfe Schlachtplatte nicht und Ulrich Weinzierl, erz\u00e4hlt von vielen Reisen, die er als junger und auch \u00e4lterer Mann gemacht hat. Als Dreizehnj\u00e4hriger mu\u00dfte er die Gro\u00dfmamama durch Euro\u00fcpa begleiten, nur 1968 wollte sie nicht nach Paris, den studentischen Unruhen wegen nicht und dem &#8220;Radetzkymarsch&#8221; hat sie ihm wegen seiner erotischen Szenen wegen auch vorenthalten, das kann ich nun nicht ganz nachvollziehen, aber Weinzierl war auch bei den Salzburger Festspielen und hat dort Thomas Bernhard gesehen und noch viel mehr. Ein interessanter Text, dem man die schriftstellerische Ader anmerkt, w\u00e4hrend es  Jens Jessen mit seinen Eltern nach D\u00e4nemark verschlagen hat und der Schriftsteller Jens Sparschuh schw\u00e4rmt von der s\u00e4chsichen Schweiz, in der ich auch schon mal war, aber diese Reise kann man nicht wiederholen.<br \/>\nPaul Ingendaays Reise ging nach Irland und beim Widerkehren stellte er mit  Bedauernd fest &#8220;Was bleibt, ist der Pl\u00fcsch der Seele&#8221; und hatte Schwierigkeiten mit dem modernen Irland von heute, das nicht mehr so wie damals war, als er mit Frank, der schon einmal ein Jahr Englischlehrer in Peking war, ein Zimmer bei Mister Carey einem ehemaligen Polizisten mieten wollte.<br \/>\nMit Siegfried Diehl geht es dann endlich nach Giechenland, dorthin wo alle wollten, als ich studierte, aber die jungen M\u00e4nner in dem Buch, mit einer Ausnahme sind alle M\u00e4nner, die \u00fcber ihre ersten Reisen schreiben, waren meist in den F\u00fcnfzigerjahren auf diesen und Griechenland wurde damals noch genauso als Bildungsst\u00e4dte wie Italien besucht. Sirtaki mit Alexis Corbas fing man erst sp\u00e4ter an zu tanzen und Udo Iwannek fuhr nach Boston weil ihm ein Freund eine Baseballkappe von den Red Sox mitbrachte.<br \/>\nDer Tiroler Walter Klier, den ich von seiner Zeitschrift &#8220;Gegenwart&#8221; kenne und der mit Stefanie Holzer 1990 unter dem erfundenen Pseudonym Luciana Glaser den Roman &#8220;Winterende&#8221; herausgegeben haben soll, beschreibt wie er mit sechzehn in England war und &#8220;Weinen mit Meryl Streep&#8221; von Lutz Herbert ist besonders insteressant. Da f\u00e4hrt einer n\u00e4mlich nach Bad Harzburg, dicht an der ehemaligen DDR gelegen, um sich dort in ein Hotel einzuquartieren und endlich seinen F\u00fchrerschein zu machen. Die vielen Kinos haben ihm n\u00e4mlich bisher daran gehindert. In Bad Harzburg gibt es nur eines, das von einem alten Paar gef\u00fchrt wird und st\u00e4ndig denselben Film spielt, also bleibt ihm gar nichts anderes \u00fcber als den F\u00fchrerschein zu schaffen, vorher bekommt er aber noch einen Abzess am Hintern, das ihm fast daran hindert, dann wird dank der Salbe eines Apothekers aber alles gut.<br \/>\nDie sechzehnte Geschichte ist wieder von Hans Scherer und sprengt das Thema, schildert sie diesmal n\u00e4mlich die letzte Reises eines der an der Rheinstrecke immer alle B\u00fccher und Zeitschriften ausbreiten um doch nie zu lesen. Bevor die Reise zu Ende ist, wird er vom Schaffner tot im Abteil aufgefunden und ich habe die m\u00e4nnlichen Adoleszenzgeschichten der sp\u00e4teren Reporter und Autoren sehr genossen, mich an meine ersten Reisen ins Work Camp nach Epsom nach meiner Matura und die zwischen Rigorosen und Promotion nach D\u00e4nemark 1979 erinnert und werde mich demn\u00e4chst, das &#8220;Erste allgemeine Nichtreisebuch&#8221; geben, das ich vom Alfred vor Jahren schon zu Weihnachten bekommen habe.<br \/>\nUnd hier ein paar <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/06\/sommer-am-meer-und-anderswo\/\">Sommer<\/a>&#8211; und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/12\/erlesene-reisen\/\">Reise<\/a><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/14\/erlesenes-europa\/\">b\u00fccher<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sechzehn wahre Geschichten, herausgegeben vom FAZ Redakteur Hans Scherer, geschrieben von Autoren und von Redakteuren, die zum gr\u00f6\u00dften Teil in einer Sommerserie des &#8220;Reiseblattes&#8221; der FAZ erschienen sind. 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