{"id":22180,"date":"2013-06-24T22:04:39","date_gmt":"2013-06-24T20:04:39","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=22180"},"modified":"2013-06-24T22:04:39","modified_gmt":"2013-06-24T20:04:39","slug":"wie-im-echten-lebenmarlene-streeruwitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=22180","title":{"rendered":"Wie im echten Leben\/Marlene Streeruwitz"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Wen interessierts &#8211; Theater, Literatur, politische Sprache&#8221;, lautete Marlene Streeruwitzs Thema am vierten Abend von Angelika Reitzers vierzehnten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/17\/wie-im-echten-lebenthomas-stangl\/\">Autorinnen<\/a><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/19\/wie-im-echten-lebenkathrin-roggla\/\">labor<\/a> und die ohne Zweifel politische Autorin machte es m\u00f6glich von der &#8220;Literatur, wie im echten Leben&#8221; zu lesen, beziehungsweise war es eine Themenverfehlung, wie sie gleich am Anfang betonte, n\u00e4mlich kein Essay, sondern offenbar, wenn ich es richtig verstanden habe, ein Ausschnitt von einem Roman, wo die weiblich Hauptfigur eine Dora F. ums Leben kommt und die scheint wieder das Alter Ego von Marlene Streeruwitz zu sein und die Z\u00fcge ihres Echtlebens zu tragen, nicht die private Biografie, wie sie betonte, aber die ihres Werkes und so fing der Essay gleich mit einem Mail an die Steuerberaterin an.<br \/>\nKann man einen Betrag den man zur\u00fcckzahlt als Verlust verbuchen? Die Steuerberaterin, eine sehr sympathische Person, antwortet nicht gleich und so kommt die Heldin oder ihre Autorin vom hundertsten in tausendste, w\u00e4hrend sie aus ihrer Lieblingstasse Kaffee trinkt und es geht um ein Theaterst\u00fcck, vom Volkstheater beauftragt und auch bezahlt, aber jetzt nicht aufgef\u00fchrt, sondern in die Schublade gesteckt und wie handelt die Autorin  richtig?<br \/>\nEin revolution\u00e4res Theaterst\u00fcck hat der Intendant verlangt, dann war es ihm offenbar zu politisch oder zuviel weibliche Sprache und Marlene Streeruwitz zeigte die Frauenverachtung in den Medien auf. Eine Fernsehwerbung mit Hermann Meier kam auch vor, wo er ein kleines M\u00e4dchen in m\u00e4nnlicher Pose am Klogang hindert, weil der Erfolg keinen Aufschub verlangt und eine Elisabeth Leopold, die sich in einer Dokumentation weinend f\u00fcr das Unrecht, das den  Juden angetan wurde, entschuldigt, was von Marlene Streeruwitz als faschistisch gedeutet wurde.<br \/>\nEin Prosast\u00fcck, das die Frauenverachtung dieser Welt anprangert und zeigte, wie leichtfertig Frauen heruntergemacht werden.<br \/>\nMarlene Streeruwitz ist offenbar sehr sensibel und deckte am Ende den Text als Realit\u00e4t auf. Ihr ist das  so passiert und in dem sie dar\u00fcber schrieb, konnte sie sich wehren, weil die Zeitungen, der &#8220;Falter&#8221; oder das &#8220;Profil&#8221;, w\u00fcrde das heute nicht mehr f\u00fcr sie tun.<br \/>\nAngelika Reitzer schien angesichts dieser wortgewaltigen Prosa ein wenig hilflos und konnte ihre Fragen vielleicht nicht  wie geplant stellen. Marlene Streeruwitz dozierte aber f\u00fcr sie und kam dann gleich zum Bachmannpreis, der ja, das Medienereignis der letzten Tage, abgeschafft werden soll und meinte, da\u00df man das vielleicht k\u00f6nnte, wenn man sich f\u00fcr mehr Theaterst\u00fccke einsetzen w\u00fcrde. Sie kam auch auf die Abh\u00e4ngigkeit des Autors von seinen Verlagen zu sprechen und erz\u00e4hlte von dem Theaterst\u00fcck, das sie geschrieben hat und in dem sie bis zu Metternich zur\u00fcckgegangen ist.<br \/>\nDie Selbsthilfe, ist das dar\u00fcber schreiben oder auch das Auff\u00fchren in kleineren Theatern, die Frauensolidarit\u00e4t, die vielleicht doch noch vorhanden, f\u00fcr mich pers\u00f6nlich aber nicht sehr sp\u00fcrbar ist, aber ich habe meine Zur\u00fcckweisung mit dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/04\/sv-cocktail-krilit-alpha-literaturpreis\/\">Alpha-Literaturpreis<\/a>, ja auch auch in einem <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_kerstinsachterl.html\">Roman<\/a> verarbeitet und bez\u00fcglich  Bachmannpreis l\u00e4\u00df es sich ja herrlich, wie im echten Leben vergleichen. Da haben sich  die IG Autoren ja sch\u00e4rfstens gegen die Abschaffung gewandt und ich kann mich erinnern, da\u00df sie sich in den Siebzigerjahren, als der Preis eingef\u00fchrt wurde, genauso energisch gegen den Preis wandten, weil das \u00f6ffentliche Diskutieren Autorenfeindlich ist.<br \/>\nSo wendet sich alles und ich habe in den letzten Tagen auch dar\u00fcber nachgedacht und dr\u00fccke nat\u00fcrlich meinen Protest dagegen aus, aber ich werde nicht dazu eingeladen, dr\u00fccke meine Solidarit\u00e4t also beispielsweise f\u00fcr den &#8220;sch\u00f6nsten Betriebsausflug&#8221; der Lektoren und Vertragsvertreter aus, die mich gar nicht haben wollen und schaue mir die Lesungen in meiner Harlander Sommerfrische begeistert an, w\u00e4hrend das die breite Masse wahrscheinlich gar nicht so interessiert.<br \/>\nEine Dame, die sich auch die anderen Abenden angeh\u00f6rt hat, sagte mir beim Nachhausegehen, da\u00df sie gar nicht so f\u00fcr die \u00f6ffentliche F\u00f6rderung der Literatur sei.<br \/>\nWieder ein  heikles Thema, denn die meisten Autoren, die um ein Stipendium einreichen, bekommen es ja nicht, w\u00e4hrend einige andere eines nach dem anderen bekommen und als ich damals im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/18\/solo-lesung\/\">Cafe Amadeus<\/a> keine Zuh\u00f6rer hatte, habe ich trotzdem gelesen, weil ich auf das Honorar nicht verzichten wollte.<br \/>\nMarlene Streeruwitz erz\u00e4hlte noch, da\u00df sie das Honorar wahrscheinlich behalten wird und so dreht sich alles im Kreis.<br \/>\nJetzt ist es wirklich interessant, was Stephan Schmitzer am 18. 2. darauf antworten wird?<br \/>\nDen Pfarrer Balacz Nemeth, den ich ich den Siebzigerjahren durch die \u00f6kumenischen Workcamps kennenlernte und der damals in der Zwinglikirche auch literarische Abende mit der N\u00f6stlinger, der Frischmuth, der Jelinek, etc, veranstaltet hat, habe ich getroffen.<br \/>\nKatharina Serles hat, glaube ich, eine Frage gestellt.  Und dank dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/16\/literatur-ist-der-rede-wert\/http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/16\/literatur-ist-der-rede-wert\/\">ORF<\/a> und den offenen B\u00fccherschr\u00e4nken kenne ich Marlene Streeruwitz auch sehr gut und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/10\/01\/die-schmerzmacherin\/\">habe<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/26\/verfuhrungen\/\">schon<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/03\/08\/lisas-liebe\/\">einiges<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/03\/18\/majakowskiring\/\">von <\/a>ihr gelesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Wen interessierts &#8211; Theater, Literatur, politische Sprache&#8221;, lautete Marlene Streeruwitzs Thema am vierten Abend von Angelika Reitzers vierzehnten Autorinnenlabor und die ohne Zweifel politische Autorin machte es m\u00f6glich von der &#8220;Literatur, wie im echten Leben&#8221; zu lesen, beziehungsweise war es &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=22180\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-22180","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22180","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22180"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22180\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22180"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22180"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22180"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}