{"id":21822,"date":"2013-06-07T21:40:08","date_gmt":"2013-06-07T19:40:08","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=21822"},"modified":"2013-06-07T21:40:08","modified_gmt":"2013-06-07T19:40:08","slug":"aufgehoben-and-or-not-ausgehoben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21822","title":{"rendered":"Aufgehoben and or not ausgehoben"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Text im Speicher&#8221;, lautete das Thema eines Symposiums des Instituts f\u00fcr Germanistik, das Donnerstag und Freitag im Literaturhaus stattfand und das ist f\u00fcr eine Sammlerin und Archivarin wie mich ja das Thema, obwohl ich anfangs gar nicht sicher war, ob es sich an mich richtet. So habe ich am Morgen auch ein bi\u00dfchen getr\u00f6delt, bzw. bin ich mit der &#8220;Eva Bakos&#8221; in die Badewanne gegangen, damit ich nicht in der Kaffeepause, die gleich nach der Erf\u00f6ffung stattfand, vielleicht isoliert herumstehe, da die Vortr\u00e4ge erst um halb elf beginnen sollten. Dann hat sich aber die Frau Millner sehr nett mit mir unterhalten und ich bin auch gerade zu  Susanne Hochreiters Frage, die ich ja von dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/30\/veza-canetti-erinnernd\/\">Veza<\/a>&#8211;<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/17\/veza-canetti-lebt\/?preview=true\">Projekt<\/a> kenne, an Konstanze Fliedl zurechtgekommen, wer bestimmt was archiviert wird und h\u00f6rte sie antworten, da\u00df das wohl die Eliten seien und da war ich schon beim Thema, habe ich ja inzwischen ein sehr umfangreiches Archiv von fast tausendf\u00fcnfhundert Blogartikeln und das Internet macht es m\u00f6glich, da\u00df sich auch die &#8220;Minorit\u00e4ten&#8221; bzw. die Gruppen, die sonst nicht geh\u00f6rt bzw.  verstanden werden, zur Wort melden und auf sich aufmerksam machen k\u00f6nnen.<br \/>\nIch tue das, seit es das Literaturgefl\u00fcster gibt und Susanne Hochreiter, die in der Pause die &#8220;Stichwortflyer&#8221; auf den Anmeldetisch legte, erl\u00e4uterte in ihrem Referat &#8220;Women only&#8221;, das sie das im Frauen und Lesbenarchiv tut, denn die Frauen sind so eine Minorit\u00e4tengruppen, die sich erst Raum schaffen mu\u00dften und da gibt es ja auch \u00fcber vierzig Jahre &#8220;AUF&#8221; und ein Buch das in Promedieverlag erscheinen wird, von dem mir die Ruth am <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/05\/ein-abend-fur-raoul-blahacek\/\">Dienstag<\/a> erz\u00e4hlte.<br \/>\nDann kamen Christa G\u00fcrtler und Martin Wedl und berichteten \u00fcber die Schwierigkeiten beim Aufarbeiten des Gerstl Nachla\u00df und da kamen wir zu der interessanten Frage, ob die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/21\/gerstl-begrabnis\/\">Elfriede<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/09\/osterferien-und-gerstl-nachruf\/\">Gerstl<\/a> eine nicht so bekannte Dichterin oder ein stadtbekanntes Wiener Original war? Ich denke, sie war beides und ich habe mir schon in den fr\u00fchen Achtzigerjahren, als ich noch Geld f\u00fcr B\u00fccher ausgab, die &#8220;Wiener Mischung&#8221; gekauft, w\u00e4hrend ihr Portrait in Hilde Schm\u00f6lzers Frauenbuch, erschienen Ende Siebzig, nicht enthalten war und als ich die Hilde daraufhin ansprach, meinte sie, sie w\u00e4re nicht so bekannt gewesen. Das meinte auch der Referent und erz\u00e4hlte dem Publikum etwas aus dem Leben der kleinen zarten Hut tragenden Dame, zeigte Bilder aus ihrer Wohnung und von ihrem Kleiderarchiv in das sie mich einmal mitgenommen hat.<br \/>\nChrista G\u00fcrtler arbeitet ja an der Werkausgabe, der erste Teil wurde schon in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/13\/wer-ist-denn-schon-zu-hause-bei-sich\/\">&#8220;Alte Schmiede&#8221;<\/a> vorgestellt, der n\u00e4chste wird, glaube ich, in zwei Wochen im Cafe Korb folgen und die Referenten erz\u00e4hlten auch, wie chaotisch und ungeordnet der Nachla\u00df bzw. der Vorla\u00df war, den sie zu bearbeiten hatte.<br \/>\nNach der Mittagspause kam  Manfred Mittermayer aus Salzburg, erz\u00e4hlte von den Hochwassersch\u00e4den dort und dem Salzburger Literaturarchiv, das auf Anregung des Germanisten Adolf Haslingers entstanden ist und die Nachl\u00e4\u00dfe von Autoren die mit Salzburg zu tun haben, also auch wenn sie in dem damaligen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/08\/spurensuche\/\">Residenz-Verlag<\/a> verlegten, also Bernhard, Handke, Kappacher, Innterhofer ect, archivieren, sammeln, herausgeben und f\u00fcr Ausstellungen vorbereiten.<br \/>\nEvelyne Polt-Heinzl erz\u00e4hlte etwas in sieben Thesen von wiedergefundenen Manuskripten und vorgeschobenen Herausgeberschaften, also wenn der Autor behauptet, irgendjemand h\u00e4tte ihm ein Manuskript \u00fcbergeben, von dem er jetzt erz\u00e4hlen soll und Katharina Serles, die ich auch  von der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/28\/textmuster-reisen\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> kenne, behauptete, da\u00df es nicht stimmt, da\u00df das Netz nichts vergi\u00dft, sondern zeigte an einigen Beispielen, da\u00df es sehr sehr fl\u00fcchtig ist.<br \/>\nIsabella Schwendter kam dann nach der Kaffeepause zu Arthur Schnitzler und begann von einer seiner Jugendlieben zu erz\u00e4hlen, \u00fcber die er dann eine Erz\u00e4hlung geschrieben hat, da mu\u00dfte ich das Literaturhaus aber verlassen, gab es ja im Hotel Ibis eine Treffen \u00fcber das neue Psychologengesetz, das gerade in Begutachtung ist, so da\u00df ich einige Vortr\u00e4ge, die Weinpause und dann noch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/11\/lisa-spalt-und-elfriede-czurda\/\">Lisa Spalts<\/a> Lesung aus &#8220;Dings&#8221;, zu dem es auch einen Vortrag gab vers\u00e4umte.<br \/>\nAm Freitag ging es weiter mit Verena Schaffner aus Wien und Christiane Fritze aus G\u00f6ttingen, die ein bi\u00dfchen was zu Bibliothekskatalogen, Katalogisierungssysteme und \u00fcber digitale Katalogisierungsprojekte erz\u00e4hlten.<br \/>\nAlexandra Millner machte es dann wieder konkret und berichtete \u00fcber ihr konkretes Forschungsprojekt, wo es um einen zeitgen\u00f6ssischen Literaturkanon, bzw. um schreibende Frauen in der Monarchie mit Migrantenerfahrung, also Ada Christen, Berta von Suttner  etc ging und die Schwierigkeiten sie und ihre Werke in den Katalogen aufzufinden.<br \/>\nInteressant waren auch Marina Rauchenbachers Ausf\u00fchrungen zum G\u00fcnderrode Nachla\u00df bzw. die Mythenbildung, die es darum zu geben scheint. Daran kn\u00fcpfte sich eine Diskussion, ob Handschriften in Literatursammlungen Aufforderungscharakter haben und ich habe mit einem der Teilnehmen dar\u00fcber diskutiert, ob es in Zukunft noch Handschriften und Originalen geben w\u00fcrde, was ich nicht glaube.<br \/>\nIn Panel 6 nach der Mittagspause ging es um die kritische Robert Walser Ausgabe, die der Schweizer Literaturprofessor Wolfram Grodeck in Z\u00fcrich vorbereitet. Davon gab es einen Editionsprospekt und viele interessante Aspekte, die zur Frage f\u00fchrten, wie das nun mit der Digitalisierung ist?<br \/>\nIrene Fu\u00dfl aus Salzburg erz\u00e4hlte etwas von der Briefedition zwischen Marie Ebener von Eschenbach und Josephine Knorr und Dietmar Pravida aus Frankfurt am Main erz\u00e4hlte, wie Handschriften zerst\u00f6rt werden k\u00f6nnen, wenn man sie lesbar machen will. So hat Karl Emil Franzos Amoniaks\u00e4ure \u00fcber den Woyzeck gegossen und beim Faust wurde auch an einigen Stellen manipuliert.<br \/>\nStefan Lotter, ein Poetryslamer und Literaturhausmitarbeiter erz\u00e4hlte in sehr tragischen Tonfall \u00fcber seine Diplomarbeit, &#8220;Faksimileprobleme  bei Franz Kafka und Frierike Mayr\u00f6cker&#8221;, \u00fcber ganz moderne digitale Projekte wurde auch noch diskutiert.<br \/>\nAm Schlu\u00df gabs eine Podiumdiskussion mit einer Frau aus der Nationalbibliothek, die ja gerade mit Google alles digitalisieren, Gerhard Ruiss, der sehr dagegen ist, Klaus Kastberger, der sowohl das Handke-Online Projekt, als auch eine ganz konventonelle Horvath-Gesamtausgabe betreut, der meinte, da\u00df er das macht, was ihm n\u00fctzt, w\u00e4hrend der Philosoph Franz Schuh das Netz war nicht verwendet, aber prinzipiell positiv dazu eingestellt ist, Karl Kraus und noch manches andere zitierte.<br \/>\nKonstanze Fliedl moderierte, die Reihen hatten sich schon etwas gelichtet, es gab aber noch einen kleinen Sektempfang und ich hatte vom Alfred noch eine Einladung zu einem Bibliotheksfest bekommen. Roberts Schreibgruppe habe ich auf diese Art und Weise auch vers\u00e4umt, aber eigentlich meinen Text f\u00fcr das Volksstimmefest ohnehin schon das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/03\/mai-schreiben\/\">letzte Mal<\/a> geschrieben. Jetzt raucht mir der Kopf, ich kann mich auf die Lesung morgen in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/lesungen\/\">Klimt-Villa<\/a> freuen und eine Einladung zu einer Lesung f\u00fcr n\u00e4chstes Jahr habe ich von Irene Wondratsch auch bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Text im Speicher&#8221;, lautete das Thema eines Symposiums des Instituts f\u00fcr Germanistik, das Donnerstag und Freitag im Literaturhaus stattfand und das ist f\u00fcr eine Sammlerin und Archivarin wie mich ja das Thema, obwohl ich anfangs gar nicht sicher war, ob &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21822\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-21822","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21822","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21822"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21822\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21822"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21822"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21822"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}