{"id":21661,"date":"2013-05-30T00:11:14","date_gmt":"2013-05-29T22:11:14","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=21661"},"modified":"2013-05-30T00:11:14","modified_gmt":"2013-05-29T22:11:14","slug":"fruhe-kraniche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21661","title":{"rendered":"Fr\u00fche Kraniche"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt die Besprechung der Tschingis Aitmatow Novelle &#8220;Fr\u00fche Kraniche&#8221;, denn den &#8220;Scheckigen Hund&#8221;, bzw. den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/24\/der-junge-und-das-meer\/\">&#8220;Jungen und das Meer&#8221;<\/a>, wie es in den Westdeutschen Ausgabe hei\u00dft, habe ich schon vor einem Jahr gelesen. Da war auch der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/25\/der-weisse-dampfer\/\">&#8220;Wei\u00dfe Dampfer&#8221;<\/a> dabei und die &#8220;Sch\u00f6nste Liebestgeschichte der Welt&#8221;,&#8221;Dshamilia&#8221; wartet im n\u00e4chsten Jahr auf mich, denn von dem ber\u00fchmten kirgisischen Autor, gibts in den Schr\u00e4nken relativ oft was zu finden und das Sammeln lohnt sich, denn die Texte sind sehr unterschiedlich.<br \/>\nBeeindruckend die Geschichte von dem Jungen und der Mutprobe, die ihm am Meer zwar zum Erwachsenen macht, aber seinen Vater und die andere Besatzung des Bootes verlieren l\u00e4\u00dft, vielleicht weniger dramatisch, aber auch sehr eindringlich und  poetisch geschildert, die von dem Kriegswinter 1943 in dem kirgisischen Dorf, wo zuerst noch alle in der kalten Schulklasse sitzen, husten und frieren, w\u00e4hrend die Lehrerin von Ceylon erz\u00e4hlt, da\u00df es dort Bananen gibt, Elefanten, Tee und auch sonst sehr viel Sch\u00f6nes und der f\u00fcnzehnj\u00e4hrige Sultanmurat schwirrt mit seinen Gedanken ab, denn da gibt es Erinnerungen an den Tag, als er mit dem Vater in die Stadt gefahren ist und dort im Zoo einen Elefanten sah, nur er, den j\u00fcngeren Bruder hat der Vater damals nicht mitgenommen und jetzt ist der Vater im Krieg und die Mutter, die vier Kinder zu versorgen hat, weint sich die Augen aus. Es gibt aber auch Sch\u00f6neres zu denken, an Mysag\u00fcl, dem sch\u00f6nsten M\u00e4dchen in der Klasse, zum Beispiel, das fr\u00fcher neben ihm gesessen ist, was gut war, weil es ja  peinlich w\u00e4re, wenn die anderen Zettelchen schreiben w\u00fcrden &#8220;Sultanmurat und Mysag\u00fcl ist Liebespaar&#8221;.<br \/>\nAls er Stroh zum Heizen nachlegen soll, Kohle scheint es nicht zu geben, geht die T\u00fcre auf und der Kolchosevorsitzende im Armeemantel, der im Krieg ein paar Rippen verloren hat, kommt mit dem Schulleiter herein und sucht sich f\u00fcnf der st\u00e4rksten Jungen aus, um mit ihren eine Brigade bzw. eine &#8220;Luftlandetruppe&#8221; zu gr\u00fcnden.<br \/>\nSultanmurat ist dabei und wird sogar zum Gruppenvorsitzenden, was n\u00fctzt es, da\u00df sich die Mutter die Augen ausweint und krank wird, es kommt zwar der Onkel, der als Schafshirte von der Armee befreit wurde, um ein bi\u00dfchen zu helfen und mit dem j\u00fcngeren Bruder mu\u00df er auch Holz suchen und mit dem \u00e4lteren Kameraden, der schon Sechzehn ist, ger\u00e4t er in eine Konkurrenzverhalten, der Kolchosevorsitzende belehrt die Jungen aber, da\u00df man den Vorsitzenden einer &#8220;Luftlandegruppe&#8221; nicht selber w\u00e4hlen darf.<br \/>\nDie Jungen m\u00fc\u00dfen aber ohnehin nur Pferde abrichten, um mit ihnen sp\u00e4ter die Felder zu pfl\u00fcgen und da hat Sultanmurat nun ein Problem, wie er Mysag\u00fcl ein Briefchen schreiben kann, das ihr der Bruder in die Klasse schmuggelt. Das gelingt und sie schickt sogar ein Taschent\u00fcchlein in dem die Anfangsbuchstaben ihrer Namen eingestickt sind und Anatai, der Konkurrent, mit dem er sich ein bi\u00dfchen, um das Taschent\u00fcchlein pr\u00fcgelt, mu\u00df erfahren, da\u00df sein Vater, wie schon die von drei der anderen Jungen, gefallen ist.<br \/>\nEs kommen auch noch Pferdediebe und vor den W\u00f6lfen mu\u00df der Junge die Pferde auch retten, die Bew\u00e4hrungsprobe, wie es im Vorwort des kleinen, schon sehr abgegriffenen DDR-B\u00fcchleins steht, in dem hervorgehoben wird, das Aitmatows Texte in denen der sozialistische Realismus mit der kirgisischen Fabelwelt, die er von seiner Mutter lernte, verwoben wird, zur Weltliteratur z\u00e4hlen.<br \/>\n1928 ist er im nordkirgisischen Ail Scheker geboren, vielleicht ist die Novelle auch ein bi\u00dfchen autobiografisch, die 1975 geschrieben sein d\u00fcrfte, jedenfalls ist dieses Datum  angegeben, das Buch ist 1980 in der ersten Auflage erschienen, Aitmatow hat von 1956 bis 1958 das Moskauer Literaturinstitut besucht und ist 2008 in N\u00fcrnberg gestorben, was nat\u00fcrlich nicht in dem B\u00fcchlein steht.<br \/>\nUnd die &#8220;Fr\u00fchen Kraniche&#8221;, die Titelmetapher, ein Symbol f\u00fcr gute Ernste, sieht die Brigade beim Pfl\u00fcgen auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt die Besprechung der Tschingis Aitmatow Novelle &#8220;Fr\u00fche Kraniche&#8221;, denn den &#8220;Scheckigen Hund&#8221;, bzw. den &#8220;Jungen und das Meer&#8221;, wie es in den Westdeutschen Ausgabe hei\u00dft, habe ich schon vor einem Jahr gelesen. 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