{"id":21561,"date":"2013-05-26T00:47:54","date_gmt":"2013-05-25T22:47:54","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=21561"},"modified":"2013-05-26T00:47:54","modified_gmt":"2013-05-25T22:47:54","slug":"der-meister-und-margarita","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21561","title":{"rendered":"Der Meister und Margarita"},"content":{"rendered":"<p>Nun kommt ein weiteres Schmankerl bzw. Bildungsl\u00fccke aus dem offenen B\u00fccherschrank, n\u00e4mlich Michail Bulgakows &#8220;Der Meister und Margarita&#8221; in der \u00dcbersetzung von Thomas Reschke, mit literaturgeschichtlichen Anmerkungen von Ralf Schr\u00f6der. Der russische Lyriker <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Daniil+Charms\">Alexander Nitzberg<\/a> hat es im vorigen Jahr neu\u00fcbersetzt und wurde damit f\u00fcr den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/03\/17\/leipzig-im-zimmer\/\">Leipziger Buchpreis<\/a> nominiert. Ich habe im Ex Libris  geh\u00f6rt, da\u00df die Neu\u00fcbersetzung lyrischer sein soll, Alexander Nitzberg hat auch auf der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/26\/buch-wien-geschichten\/\">Buch-Wien<\/a> daraus gelesen.<br \/>\nMir gef\u00e4llt das Buch und auch die \u00dcbersetzung und denke, da\u00df ich, wenn Russisch meine Muttersprache w\u00e4re, auch die Originalausgabe lesen w\u00fcrde, aber sei es darum, das Buch wurde damit wieder in das \u00f6ffentliche Bewu\u00dftsein gebracht und es ist sicher ein Klassiker, den man, egal in welcher Ausgabe, gelesen haben sollte.<br \/>\nVielleicht finde ich einmal das Nitzberg-Buch, dann kann ichs vergleichen und ein St\u00fcck aus dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/14\/erlesenes-europa\/\">&#8220;Meister&#8221;<\/a> habe ich ja schon im Vorjahr w\u00e4hrend unserer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/19\/sechs-landerreise\/\">Sechsl\u00e4nderreise<\/a> in einer der Hauptverbandgeschenkausgaben gelesen.<br \/>\nMichail Bulgakov, 1891 im russischen Kaiserreich geboren, 1940 in Moskau SU gestorben, gilt als gro\u00dfer Satiriker, hat den Meister ab 1928 geschrieben, 1940 seiner Frau die letzte Fassung kurz vor seinem Tod diktiert.Erschienen ist es erst 1966 in zensurierter Form und ein Klassiker geworden.<br \/>\nDas Haus in dem Bulgakow wohnte, kommt in dem Roman vor und ich kann das Lesen, egal in welcher Fassung, sehr empfehlen, denn es ist ein wahrhaft k\u00f6stliches Buch.<br \/>\nDa gehen zwei Literaten in Moskau spazieren, wollen sich  bei einer Bude ein Bier kaufen, es gibt aber nur Aprikosensprudel und begegnen dem Teufel, sprich einem Ausl\u00e4nder, der fragt sie nach Gott und der Welt aus, erz\u00e4hlt von einem Gespr\u00e4ch mit Pilatus und sagt dem einen, da\u00df ihm von einer Frau der Kopf abgetrennt werden, dem anderen eine Schizophrenie voraus.<br \/>\nEr hat auch einen Begleiter, Sekret\u00e4r oder Dolmetscher und eine Katze, die selbst\u00e4ndig Stra\u00dfenbahn f\u00e4hrt und als sie der eine dann die Polizei oder Rettung holen will, passiert das Vorausgesagte, die Stra\u00dfenbahn rollt \u00fcber ihn hinweg und ich dachte Doderer h\u00e4tte den ersten Stra\u00dfenbahnunfall der Literaturgeschichte beschrieben, aber vielleicht war er mit seiner &#8220;Strudelhofstiege&#8221; fr\u00fcher dran.<br \/>\nDer andere nimmt eine Kerze und eine Ikone und jagt in Unterhosen zur Schriftstellerversammlung, wird auf die Psychiatrie gebracht und der Teufel quartiert sich in Berliozs, das ist der mit dem abgetrennten Kopf, Wohnung ein, die er mit einem Varietedirektor teilt, der am Morgen betrunken aufwacht, sich an nichts erinnern kann und vom Teufel einen Imbi\u00df samt Wodka serviert bekommt, der erz\u00e4hlt ihm von einer schwarzen Show, die er mit ihm abgemacht hat, die Plakate sind schon gedruckt und versetzt ihn dann nach Jalta und als der Vorsitzende der Wohngenossenschaft in die versiegelte Wohnung kommt, wird ihm vom Sekret\u00e4r ein Schmiergeld, sowie ein Vertrag zugesteckt, verhaftet wegen Valuta im Sp\u00fclkasten wird er kurz sp\u00e4ter ebenfalls und der Teufel l\u00e4\u00dft nicht nach auch den Vorstand des Varietes zu \u00e4rgern, in der am Abend die schwarze Magie des Ausl\u00e4nders Voland gezeigt werden soll.<br \/>\nW\u00e4hrend in der \u00e4u\u00dferst komfortablen Psychiatrie Prof Strawinskis, in der Nachts blaue statt der wei\u00dfen L\u00e4mpchen brennen, der Lyriker Iwan Besdomny von einem Mitpatienten, dem Meister, der einen Roman \u00fcber Pilatus geschrieben hat und darob den Verstand verlor, Besuch bekam, spielt sich im Varietetheater das wahre Leben ab, sprich eine Vorstellung von schwarzer Magie, wo den Besucher zehn Rubelscheine in die Taschen gezaubert werden, die Damen ihre Kleider gegen franz\u00f6sische Couture tauschen und sp\u00e4ter im Unterh\u00f6schen auf der Stra\u00dfe stehen, dem Conferencier Bengalski von der Katze der Kopf abgebissen wird und der darob, obwohl er ihm wieder aufgesetzt wurde, den Verstand verlor, so da\u00df er genauso zu Prof Strawinski kommt, wie vorher schon der Leiter der Wohngenossenschaft mit den Devisen in der Klomuschel.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag verschwindet s\u00e4mtliches Personal des Varietetheaters,  die Leute denen die zehn Rubelscheine gegeben wurden, finden statt ihnen nur wertloses Papier vor und um die Wohnung Nummer f\u00fcnfzig, in der der Magier mit seinem Assistenten und seiner Katze eingezogen ist, ist auch ein gro\u00dfes Geri\u00df.<br \/>\nIm zweiten Teil lernen wir Margarita kennen, das ist eine drei\u00dfigj\u00e4hrige verheiratete Frau mit einer f\u00fcnf Zimmer Luxuswohnung, die in der Nacht von ihrem verlorenen Geliebten tr\u00e4umt, dann schenkt sie ihrem Hausm\u00e4dchen Natascha Str\u00fcmpfe und Parfum und mahnt sie nicht so abergl\u00e4ubisch zu sein und den Erz\u00e4hlungen der anderen Dienstm\u00e4dchen \u00fcber die Varieteevorstellung zu glauben und geht spazieren, trifft einen der teuflischen Assistenten, der ihr ein D\u00f6schen gibt, mit dessen Inhalt sie sich um zehn Uhr abends nackt einreiben soll. Sie tut es, wird zur Hexe und fliegt \u00fcber die D\u00e4cher Moskaus, zertr\u00fcmmert die Wohnung des Kritikers, der den Roman ihres Liebsten, dem Meister, verrissen hat und Natascha, die sich ebenfalls an der Creme bediente und die den Nachbarn zum Eber verwandelt hat, trifft sie auch.<br \/>\nDer Teufel macht Margarita zu seiner K\u00f6nigin und l\u00e4dt sie zu einem Ball, wo sie drei Stunden im Stiegenhaus des Hauses Nummer f\u00fcnfzig zu stehen und alle M\u00f6rder, Betr\u00fcger und sonstig hingerichtet und verstorbenen Gauner freudig zu begr\u00fc\u00dfen hat. Daf\u00fcr darf sie sich als Belohnung ihren Meister w\u00fcnschen und fliegt mit ihm, dem Teufel und seinem Gefolge davon. Kapitel aus dem Roman des Meisters gibt es zwischendurch auch immer zu lesen und im Schlu\u00dfkapitel das Resultat des Untersuchungsergebnisses, um den Spuk der die aufgekl\u00e4rte Stadt Moskau \u00fcberfallen hat, aufzukl\u00e4ren. Es waren Hypnotiseure, die die Moskauer hineinlegten. Am Ende geht das Haus Nummer f\u00fcnfzig und noch einiges andere in Flammen auf und die Protagonisten leben mehr oder weniger munter weiter.<br \/>\nEin herrlich satirischer Roman, der mir bisher entgangen ist. Alexander Nitzberg hat, wie ich h\u00f6rte, inzwischen noch ein anderes Bulgakovschen Werk \u00fcbersetzt und eine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/20\/der-wahrhaftige-volkskontrolleur\/\">Satire, die Andrej Kurkow<\/a>, viel sp\u00e4ter \u00fcber das stalinistische Moskau geschrieben hat, habe ich vor einem Jahr auch gelesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun kommt ein weiteres Schmankerl bzw. Bildungsl\u00fccke aus dem offenen B\u00fccherschrank, n\u00e4mlich Michail Bulgakows &#8220;Der Meister und Margarita&#8221; in der \u00dcbersetzung von Thomas Reschke, mit literaturgeschichtlichen Anmerkungen von Ralf Schr\u00f6der. Der russische Lyriker Alexander Nitzberg hat es im vorigen Jahr &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21561\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-21561","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21561","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21561"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21561\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21561"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21561"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21561"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}