{"id":21388,"date":"2013-05-13T00:49:29","date_gmt":"2013-05-12T22:49:29","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=21388"},"modified":"2013-05-13T00:49:29","modified_gmt":"2013-05-12T22:49:29","slug":"denn-ihre-werke-folgen-ihnen-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21388","title":{"rendered":"denn ihre Werke folgen ihnen nach"},"content":{"rendered":"<p>Diesen, bei <a href=\"http:\/\/www.omvs.at\/de\/buecher\/denn-ihre-werke-folgen-ihnen-nach-1705\/\">Otto M\u00fcller<\/a>, erschienenen Roman von Marlen Schachinger, habe ich vorige Woche bei den Empfehlungen zur ORF-Bestenliste gefunden und war fasziniert, denn Romane \u00fcber den Literaturbetrieb interessieren mich ja sehr, habe <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_mimi.html\">schon<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_heimsuchung.html\">einige<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_dorafaust.html\">geschrieben<\/a> und immer zu h\u00f6ren bekommen, da\u00df man das nicht soll, weil das niemanden interessiert, was ich eigentlich nicht glaube und die 1970 in O\u00d6 geborene Marlen Schachinger ist mir auch bekannt.<br \/>\n2000 ist ihr erster Roman &#8220;morgen vielleicht&#8221;, in Ruth Asp\u00f6cks Edition herausgekommen, da habe ich sie auch kennengelernt und wir haben B\u00fccher mit einander getauscht. Sp\u00e4ter haben wir uns eine Zeitlang in der &#8220;Frauen lesen Frauen&#8221;- Gruppe des ersten Wiener Lesetheater getroffen und auch ein paarmal bei dieser <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/17\/o1-interview-und-frauenlesung\/\">Frauenlesung in der Galerie Heinrich<\/a> zusammen gelesen. Eine Lesung bei Radio Orange haben wir auch einmal gemeinsam gehabt. Da ist mir Marlen Schachingers poetischer lyrischer Ton aufgefallen. Zur ersten &#8220;Mittleren&#8221; Lesung, die noch im Literaturhaus stattgefunden hat, habe ich sie eingeladen und sie sp\u00e4ter einmal bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/30\/aus-dem-elfenbeinturm\/\">&#8220;Hausdurchsuchung&#8221;-Lesung<\/a> in der Hauptb\u00fccherei getroffen, wo sie mit einem Tonband hantierte und die Lesung aufgenommen hat. Dann referierte sie im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/22\/literarischer-schreibunterricht-teil-ii\/\">Literaturhaus bei einer Schreibveranstaltung<\/a>, ich war auch bei dem Vortrag in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/22\/lehrjahre\/\">Gallizinstra\u00dfe<\/a>, wo sie an einem Lehrgang f\u00fcr Schreibp\u00e4dagogik mitarbeitete, jetzt hat sie, entnahm ich dem Buch und ihrer Website ihr eigenes Institut f\u00fcr narrative Kunst, hat eine Dissertation geschrieben und einen Roman \u00fcber den Literaturbetrieb, der ihr Indiserwissen bekanntgibt und ganz anders ist, als ich mir erwartet habe. Rei\u00dferischer und weniger poetischer, als ihre letzten Texte vielleicht, aber f\u00fcr eine, die sich ja ebenfalls sehr f\u00fcr den Literaturbetrieb interessiert und sich dort viel herumtreibt, sehr interessant.<br \/>\n&#8220;Alles ist Lug und Trug, ist T\u00e4uschung und Traum, ist nicht das, was es scheint&#8221;, lautet eines der Motti, von Nikolaus Gogol und das geht es gleich in medias res und zu dem Bestsellerautor Mario Kamov dessen Lebensgrundsatz &#8220;Klug geflunkert ist halb gewonnen&#8221; lautet. Der schl\u00e4gt eine Zeitung auf in der &#8220;Kein Gericht der Welt w\u00fcrde mich schuldig sprechen, und dennoch trage ich die Verantwortung f\u00fcr Luca H.s Tod&#8221; steht.&#8221;<br \/>\nDeshalb schreibt er auch einen Beichtroman, das hei\u00dft er schickt seine Berichte an eine Internetbeichtseite ab, die ihm dann Vergebung bzw. Betauftr\u00e4ge sendet. So kommen wir in das Geschehen hinein. Mario ist ein Schulabbrecher, auch seine Buchhandelslehren hat er hingeschmissen und so ist er in jugendlichen Jahren mit zwei Freunden in einen Verlag eingebrochen und hat au\u00dfer einer Kaffeemaschine auch eine Tasche mit abgelehnten, unverlangt eingesandten Manuskripten mitgenommen. So etwas <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_rosenwuchs.html\">\u00c4hnliches<\/a> hatte ich auch schon einmal. Unser Held schreibt sie um und wird zum Bestseller, zum &#8220;U&#8221; nicht zum &#8220;E&#8221;, was ja nicht f\u00fcr die Karriere gut ist, trotzdem nimmt er eine Poetik-Vorlesung an, das hei\u00dft er wird Lehrer in einem Wiener Universit\u00e4tsinstitut f\u00fcr Sprachkunst, was meiner Meinung nach zwar nicht dasselbe ist, aber hier lernt er Luca kennen und das ist der Sohn einer Verfasserin eines der Manuskripte und der h\u00e4lt ihm das Manus entgegen.<br \/>\n&#8220;Aha!&#8221;, denkt man und &#8220;Eh schon wissen!&#8221;<br \/>\nAber jetzt f\u00e4ngt es erst an und entwickelt sich rasant in eine ganz andere Richtung, eigentlich in viele Richtungen weiter. Zuerst ist es Ostern und Mario braust mit seinem Motorrad nach Salzburg, wo die Mutter lebt, verfolgt sie ins Bett und nimmt mit ihr aus dem Hotel, wo der Beischlaf stattfindet, s\u00e4mtliche Badeprodukte mit, was ich eigentlich auch immer tue. Dann f\u00e4hrt der Schaltr\u00e4ger noch nach Venedig und liest dort Thomas Manns ber\u00fchmte Erz\u00e4hlung. Inzwischen ruft der Verlag an und schl\u00e4gt ihm ein Mentorprogramm vor. Mario w\u00e4hlt Luca und nicht die begabte Lisa, deren Arme Schnittspuren tragen und die auch schlecht liest, daf\u00fcr aus und Luca, der f\u00fcr Proust und Thomas Bernhard schw\u00e4rmt, l\u00e4dt Mario zum Essen ein, der sein Mail aber nicht bekommt und zur gemeinsamen Lesung ins Literaturhaus erscheint er stark geschminkt. Der Verlag will ihm einen Platz im Herbstprogramm reservieren, ein Bachmannjuror ihn dort lesen lassen. Mario lehnt ab, sein Sch\u00fctzling ist noch nicht so weit, schl\u00e4gt stattdessen sein eigenes Werk vor und Luca soll stattdessen in &#8220;Germany next Bestseller&#8221;- Show auftreten. Da magert er stark ab, wird hinausgeworfen, vorher ist er Mario noch b\u00f6s, weil er vom Beischlaf mit seiner Mutter erfuhr, blamiert ihn bei einer Preisverleihung und seine Schreibmaskottchen stiieht er ihm auch, Marlen Schachinger l\u00e4\u00dft nichts aus, was Mario immer zu eigenen Texten anregt. Am Ende bekommt Marios Mutter ein tolles Manuskript von Luca, der sich umbrachte, war ja seine Motivation im Schreibinstitut &#8220;einen einzigen genialen Roman zu schreiben und dann abzutreten&#8221;, der Verlag bringt es gro\u00df heraus, es steht aber trotzdem ein paar Wochen weniger lang auf der Bestsellerliste, als das Werk Marios, so da\u00df der gewonnen hat und wenn man jetzt wieder &#8220;Eh schon wissen!&#8221;, denkt, hat man sich noch einmal geirrt, denn noch ist es nicht aus und das Flunkern der Gro\u00dfmeister geht weiter, denn daran schlie\u00dfen sich noch zwei Kapitel, wo es einen anderen Schlu\u00df zu lesen gibt.<br \/>\nDas Ganze ist in siebenunddrei\u00dfig Kapiteln und zwei Perspektiven geschrieben, in der Marios als Ich-Erz\u00e4hler und in der von Lucas und man erf\u00e4hrt viel vom Literaturbetrieb, Marcel Proust, Mario Vargas Llosa , Thomas Mann, Thomas Bernhard etc, was ich sehr interessant finde und nur etwas bedauere, da\u00df die Feministin Marlen Schachinger, die ja auch ein Buch \u00fcber Herta Firnberg geschrieben hat und frauenspezifische Stadtspazierg\u00e4nge macht, das Ganze so m\u00e4nnlich und homoerotisch schildert. S\u00e4mtliche Vorbilder der Literaturgeschichte sind M\u00e4nner, wo bleiben da Virginia Woolf, die Bachmann und die Jelinek? Aber dann w\u00e4re es vielleicht nicht so erotisch geworden und vielleicht auch nicht so boshaft, wenn eine Frau das Manuskript gestohlen und geflunkert h\u00e4tte.<br \/>\nInteressant also, auch wenn mir einiges schon bekannt war, habe ich ja auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=Milena+Moser+M%C3%B6chtegern\">Milena Mosers &#8220;M\u00f6chtegern&#8221;<\/a> gelesen, wo auch so eine Schreibshow beschrieben wird und krebse seit vierzig Jahren im Literaturbetrieb, wenn auch auf der anderen, auf der Verliererseite, wie Mario vielleicht sagen w\u00fcrde, herum und bez\u00fcglich Marlen Schachinger ist interessant, da\u00df inzwischen noch ein anderer Roman von ihr erschienen ist, der am 14. Mai in Lhotzkys Literaurbuffet vorgestellt wird, eine h\u00f6chst umtriebige Autorin also, die sich von der Kleinstverlagschiene in die mittlere <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/11\/die-unsichtare-fotografin\/\">Verlagswelt<\/a> hinaufgearbeitet hat, was sicher nicht so einfach ist, der ich einen Platz auf der ORF-Bestenliste w\u00fcnsche und auch ihren Krimi &#8220;Der Unschuld Verlust&#8221;, gelesen und f\u00fcr &#8220;Thalia&#8221; besprochen habe. Den Erz\u00e4hlband &#8220;St\u00f6rung&#8221;, habe ich ebenfalls in meinen Regalen stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen, bei Otto M\u00fcller, erschienenen Roman von Marlen Schachinger, habe ich vorige Woche bei den Empfehlungen zur ORF-Bestenliste gefunden und war fasziniert, denn Romane \u00fcber den Literaturbetrieb interessieren mich ja sehr, habe schon einige geschrieben und immer zu h\u00f6ren bekommen, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21388\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-21388","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21388","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21388"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21388\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21388"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21388"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21388"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}