{"id":21217,"date":"2013-05-05T00:42:26","date_gmt":"2013-05-04T22:42:26","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=21217"},"modified":"2013-05-05T00:42:26","modified_gmt":"2013-05-04T22:42:26","slug":"das-jahr-vierundzwanzig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21217","title":{"rendered":"Das Jahr vierundzwanzig"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Das Jahr vierundzwanzig&#8221; von Patrik Ourednik, einem 1957 geborenen Tschechen, der 1985 nach Paris emigrierte, von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/02\/stavaric-lesung\/\">Michael Stavaric<\/a> \u00fcbersetzt, der es auch einmal im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/30\/krisenstimmung\/\">Standard als Beispiel f\u00fcr nicht lineare Literatur<\/a>, die man unbedingt lesen sollte, ist ein sogenanntes Erinnerungsbuch und stammt von von den B\u00fcchert\u00fcrmen der &#8220;Literatur im M\u00e4rz&#8221;. Da war mir der Name Ourednik v\u00f6llig unbekannt, so ist das d\u00fcnne Czernin-B\u00e4ndchen erstmals in meinen B\u00fccherregalen verschwunden. Dann war ich einmal bei einer Stavaric-Lesung im Literaturhaus, dort lag es am B\u00fcchertisch auf.<br \/>\n&#8220;Das mu\u00df ich lesen!&#8221;, habe ich gedacht und es dann wahrscheinlich im Februar 2012, als ich den Krisenartikel schrieb, auf die Leseliste gesetzt. Dabei h\u00e4tte ich es wahrscheinlich schon 2011, als ich die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_wiedergeborene.html\">&#8220;Wiedergeborenen&#8221;<\/a>, schrieb und daher \u00fcber Prax und die Besetzung etc recherchierte, lesen sollen, es jetzt  erst getan und hatte durch den Stavaric-Artikel auch den Eindruck, da\u00df mich etwas Experimentelles, schwer lesbares erwarten w\u00fcrde.<br \/>\nWas aber nur f\u00fcr die Zahlenangaben stimmt, denn das k\u00f6nnte man vielleicht mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/25\/herbert-j-wimmers-literarischer-konstruktivismus\/\">Herbert J. Wimmer<\/a> vergleichen. Ansonsten ist es erstaunlich realistisch, wenn uns auch das Nachwort von Vlastimil Harl belehrt, da\u00df man nicht alles, was darinsteht glauben soll, so w\u00e4ren schon mindestens drei der vier Eingangszitate falsch &#8220;Brutus: Das ist nicht die Wahrheit&#8221;, Jago:&#8221;Es ist eine L\u00fcge&#8221;, Hamlet: Was ist Wahrheit&#8221;,&#8221;So ist die historische Wahrheit Rotes Recht&#8221;.<br \/>\nDann beginnen die kurzen Abs\u00e4tzem die von I\/2 bis XXIII\/2 gehen, jeweils mit dem Satz &#8220;Ich erinnere mich..&#8221;<br \/>\nVlastimil Harl erkl\u00e4rt, da\u00df das Spiel mit der Erinnerung 1970 vom Amerikaner Joe Brainard in die Literatur eingef\u00fchrt wurde. Der hat seine &#8220;I remember-S\u00e4tze&#8221;, sehr pers\u00f6nlich gehalten und w\u00e4ren dann wahrscheinlich als blo\u00df experimentell bald vergessen worden. Dann kam aber George Perec, 1978 und meinte, da\u00df diese S\u00e4tze Erinnerungen enthalten m\u00fcssen, die f\u00fcr die ganze Gesellschaft relevant sein sollen und Patrik Oudrenik scheint das Ganze zu mischen.<br \/>\n&#8220;CSSR 1965 1989&#8221;, steht am Umschlag. Da h\u00e4tten wir das Jahr vierundzwanzig. Was das bedeuten soll habe ich aber nicht ganz verstanden, denn das Buch wurde laut Wikipedia 1995 geschrieben und ist 2003 auf Deutsch herausgekommen.<br \/>\n1968 spielt nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Rolle und Ourednnik erinnert sich auch an viel. An seine Mitsch\u00fcler, daran, da\u00df Pavel Kohout, als er 1968 nach Wien ausreistem nicht mehr einreisten konnte, an seinen ersten Sex, an seinen Vater, an die Witze, an Spr\u00fcche, an die Filme, die er sich im Fernsehen und Kino angesehen hat u.u.u.<br \/>\nEine Frau hatte eine Liste mit der H\u00f6he der Bestechungsgelder, die man auf den verschiedenen \u00c4mtern in verschiedener H\u00f6he geben mu\u00dfte, in ihrer Wohnung h\u00e4ngen, da\u00df er die Worte &#8220;unzug\u00e4nglich&#8221; mit unzul\u00e4ssig&#8221; verwechselte, wie er mit seinen Vater &#8220;\u00fcber die Heldenstra\u00dfe und den Friedensplatz ging&#8221;, &#8220;Wie er den &#8220;Scherz&#8221; sah und sich langweilte&#8221;, &#8220;da\u00df er in der Musikstunde nicht die russische Hymne singen wollte und, da\u00df das das ein Nachspiel hatte.&#8221;<br \/>\n&#8220;KP bedeutet klares Problem&#8221; und das Sprichwort, da\u00df &#8220;Wer nicht den Staat bestiehlt, bestiehlt die Familie&#8221;, habe ich erst k\u00fcrzlich bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/03\/der-groste-fall-meines-vater\/\">Zdenka Becker<\/a> gelesen.<br \/>\nEr erinnert sich an die Charta 77 und die Unterzeichner, daran, da\u00df &#8220;Sachalin die gr\u00f6\u00dfte sowetische Insel war.&#8221; An die &#8220;Polinnen, die sich angeblich von jeden f\u00fcr Str\u00fcmpfe und Parfum, auch f\u00fcr russisches&#8230;&#8221;, daran, da\u00df &#8220;Hrabal ins Gasthaus &#8220;Zum Tiger&#8221; ging und wirft die Frage auf, ob &#8220;Gorbatschow seinen Fleck vom Wodka-Trinken habe&#8221;.<br \/>\nDer letzte Eintrag lautet &#8220;Ich erinnere mich an  Scha-la-la-la-li-yea (?)<br \/>\nDann gibts acht Seiten Anmerkungen und Erkl\u00e4rungen zum besseren Verst\u00e4ndnis und das schon erw\u00e4hnte Nachwort.<br \/>\nIch mu\u00df meinen Eindruck \u00fcber nicht lineare Literatur wieder einmal revidieren und kann mich nur Michael Stavarics Buchempfehlung anschlie\u00dfen. Lesen, falls das Buch noch zu bekommen ist, ansonsten hat Michael Stavaric noch drei weitere B\u00fccher von Parik Ourednik \u00fcbersetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Das Jahr vierundzwanzig&#8221; von Patrik Ourednik, einem 1957 geborenen Tschechen, der 1985 nach Paris emigrierte, von Michael Stavaric \u00fcbersetzt, der es auch einmal im Standard als Beispiel f\u00fcr nicht lineare Literatur, die man unbedingt lesen sollte, ist ein sogenanntes Erinnerungsbuch &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21217\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-21217","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21217","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21217"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21217\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21217"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21217"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21217"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}