{"id":21198,"date":"2013-04-30T23:47:22","date_gmt":"2013-04-30T21:47:22","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=21198"},"modified":"2013-04-30T23:47:22","modified_gmt":"2013-04-30T21:47:22","slug":"veza-canetti-erinnernd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21198","title":{"rendered":"Veza Canetti erinnernd"},"content":{"rendered":"<p>Veza Canetti als Venetiana Taubner Calderon 1897 in Wien geboren und 1963 in London gestorben, war die Frau des Nobelpreistr\u00e4gers von 1981, Elias Canetti, deren Werke &#8220;Der Oger&#8221;, &#8220;Die gelbe Stra\u00dfe&#8221;, &#8220;Die Schildkr\u00f6ten&#8221;, etc, erst in den Neunzigerjahren erschienen sind und die vorher, als Englischlehrerin, Lektorin und \u00dcbersetzerin t\u00e4tig, immer im Schatten ihres Mannes gestanden ist und sich, wie das ja \u00f6fter vorkommt, eher f\u00fcr seinen, als ihren Erfolg einsetzte.<br \/>\nDen 1990 bei Hanser erschienenen Roman &#8220;Die gelbe Stra\u00dfe&#8221;, der sich aus verschiedenen Erz\u00e4hlungen zusammensetzte und die Wiener Ferdinandstra\u00dfe meinte, in der Veza Canetti mit ihren Eltern lebte, habe ich nach Erscheinen gekauft und gelesen und den &#8220;Oger&#8221;, wo ein Mann seine Frau sehr unterdr\u00fcckt, habe ich einmal mit dem Alfred im St. P\u00f6ltner Schauspielhaus gesehen.<br \/>\n2006 begann dann ein Kunstprojekt in der Ferdinandstra\u00dfe, wo Judith Gruber-Rizy, die einmal einen Text \u00fcber Veza Taubner- Calderon, die unter den Pseudonymen Veronika Knecht, Veza Magd, etc, was ja sehr bezeichnend ist, publizierte, bei der einer von mir organiserten &#8220;Tag der Freiheit des Wortes&#8221;- Veranstaltung gelesen hat, wurde eingeladen, dort ihren Text zu lesen und hat mich eingeladen hinzukommen.<br \/>\nIch erinnere mich an ein sehr beeindruckendes Fest, das im Veza Canetti Park in der Ferdinandstra\u00dfe im zweiten Bezirk begonnen hat. Dann sind wir in das Haus gegangen. Eine Torte wurde angeschnitten, im Hof haben Judith Gruber-Rizy und andere gelesen. Es gab verschiedene Auff\u00fchrungen, Peter Waugh, den ich, glaube ich, damals kennenlernte, hat mit seiner K\u00fcnstlergruppe Labyrinth aus verschiedenen Wohnungen Gedichte vorgetragen. Ich habe die Veranstaltungen inzwischen vergessen, gibt es ja viele K\u00fcnstler und Projekte f\u00fcr die man sich interessieren kann.<br \/>\nIm vorigen Jahr ist dann ein Aufruf zu mir gekommen f\u00fcr eine Anthologie &#8220;Veza Canetti lebt&#8221;, Texte beizusteuern, es waren wohl experimentelle Texte, die Petra Ganglbauer und Gertrude Moser-Wagner suchten, war Veza Canetti ja auch eine eher expressionistische Dichterin. Ich habe, glaube ich, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/04\/langer-brief-an-den-herrn-kurz\/\">&#8220;Den langen Brief an den Herrn Kurz&#8221;<\/a>, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/12\/nebelschwaden\/\">&#8220;Nebelschwaden&#8221;<\/a> und das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/20\/post-fruhstuck\/\">&#8220;Postfr\u00fchst\u00fcck&#8221;<\/a> hingeschickt. Texte die zum Teil auch in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/20\/5er-edition\/\">&#8220;5er Edition&#8221;<\/a> und in der neuen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/02\/zum-volksstimmefest\/\">Volksstimmeanthologie<\/a> drinnen sind, so war ich gar nicht ungl\u00fccklich, als mir Petra Ganglbauer &#8220;Leider, diesmal nicht!&#8221;, mailte, obwohl es das eigentlich sein sollte, sondern habe auf das Projekt vergessen und erst im Programm der Alten Schmiede gesehen, da\u00df da am 30. 4. ein Autorenprojekt von Petra Ganglbauer &#8220;L\u00fccken-Veza Canetti erinnernd&#8221; stattfindet.<br \/>\nDa da gleichzeitig im Literaturhaus Gustav Ernst seinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/20\/grundlsee\/?preview=true\">neuen Roman<\/a> vorstellte, habe ich zuerst auch nicht hingehen wollen, dann ist das Buch aber gekommen und &#8220;Grundlsee&#8221; wird auch in der Alten Schmiede vorgestellt.<br \/>\nAlso hingegangen und es nicht bereut, denn Veza Canetti ist f\u00fcr eine, die sich sehr f\u00fcr die Zwischenkriegs-und andere Literatur interessiert sicher spannend. Ich sah auch gleich viele bekannte Gesichter. Gerhard Jaschke ist gekommen, die Galeristin Batya Horn, die glaube ich, mit Gertrude Moser-Wagner befreundet ist, Lukas Cejpek, der Lebensgef\u00e4hrte von Margit Kreindl, denn die wirkte mit Ilse Kilic und dann noch einer Literaturwissenschaftler bei dem Projekt mit. Aber vorerst, nach der Einleitung von Kurt Neumann, der darauf hinwies, da\u00df sich schon Elfriede Czurda mit Veza Canetti besch\u00e4ftigt hat, wurde ein Film gezeigt, wo liebe kleine Strickfiguren, die &#8220;Gelbe Stra\u00dfe&#8221; in der Hand hielten und daraus vorlasen.<br \/>\nDann kam Petra Ganglbauer mit ihrem Projekt &#8220;L\u00fccken&#8221; und wies auf Veza Canettis Lebenslauf hin, sie hat 1934 nach ihrer Hochzeit mit Elias Canetti zu schreiben aufgeh\u00f6rt, dann erst wieder im Exiul damit angefangen und auch einige ihrer Werke verbrannt.<br \/>\nMargret Kreidl folgte und besch\u00e4ftigte sich mit ihren Text sowohl mit dem &#8220;Oger&#8221;, als auch mit den H\u00e4usern in der Ferdinandgasse, mit denen sie eine Art Stadtrecherche machte. Ilse Kilic hatte einen langen Text, das hei\u00dft zuerst einen Film &#8220;Eher geht ein Kamel durch ein Nadel\u00f6hr, als da\u00df ein Reicher in den Himmel kommt&#8221;, in den zwei anderen Teilen bezog sie sich dann offenbar auf Veza Canettis Werke, die sie experimentelle abwandelte.<br \/>\nDas war ein wenig lang, so da\u00df die Pause willkommen war, da habe ich mich mit Hans J\u00f6rg Liebscher unterhalten, Anita C. Schaub die Sch\u00f6nlaterngasse entlangspazieren sehen, Frau Millner war, glaube ich, da und auch ein paar Studenten, denen es auch zu lange gewesen ist.<br \/>\nDann folgte wieder ein Film, eine Installationen \u00fcber Schildkr\u00f6ten, die zuerst am R\u00fccken liegend sich aus eigener Kraft umdrehen mu\u00dften. Dann folgte die Literaturwisssenschaftlerin und erl\u00e4uterte noch einmal literaturwissenschaftlich, was es alles \u00fcber Veza Canetti zu wissen gibt und die bildende K\u00fcnstlerin Gertrude Moser-Wagner stellte das Projekt vor, das hei\u00dft, sie zeigte einen Film mit Peter Waugh, der aber glaube ich, aus 2000 war, wo auf das Fest von 2006 hingewiesen wurde.<br \/>\nDamals sollte auch eine Gedenktafel an dem Haus befestigt werden, ging aber nicht, jetzt ist es soweit, am Montag wird die in der Ferdinandstra\u00dfe enth\u00fcllt und da wird es auch ein gro\u00dfes Fest, Musik und die Pr\u00e4sentation der Anthologie &#8220;Veza lebt&#8221;, geben. Eine sehr interessante Veranstaltung, wo ich mir wieder viel mitgenommen habe und vielleicht auch am Montag zur Enth\u00fcllung gehen werden.<br \/>\nAm Dienstag ist die diesmal von Ilse Kilic veranstaltete &#8220;Tag der Freiheit des Wortes&#8221; Veranstaltung, wo ich nicht mehr eingeladen bin, daf\u00fcr ist aber heute ein lieber Brief mit einer Einladung von Christoph Kepplinger gekommen, da\u00df ich beim n\u00e4chsten Volkksstimmefest zum Thema &#8220;Ausverkauf&#8221; lesen kann und ich habe in meinem B\u00fccherkatalog nachgeschaut, was ich von Veza Canetti habe.<br \/>\n&#8220;Die Schildkr\u00f6ten&#8221;, wo sie ihre Exil-Erfahrungen beschreibt, nicht, das m\u00fc\u00dfte ich erst finden und es w\u00e4re auch interessant in der Anthologie die Texte zu lesen, die sich sprachspielerisch mit Veza Canetti und den Drei\u00dfigerjahren des vorigen Jahrhunderts auseinandersetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Veza Canetti als Venetiana Taubner Calderon 1897 in Wien geboren und 1963 in London gestorben, war die Frau des Nobelpreistr\u00e4gers von 1981, Elias Canetti, deren Werke &#8220;Der Oger&#8221;, &#8220;Die gelbe Stra\u00dfe&#8221;, &#8220;Die Schildkr\u00f6ten&#8221;, etc, erst in den Neunzigerjahren erschienen sind &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=21198\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-21198","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21198","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21198"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21198\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21198"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21198"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21198"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}